| Wissenschaftlicher Name
|
| Vanilla planifolia
|
| Jacks. ex Andrews 1808
|
Die
Gewürzvanille –
Liste der IPA-Zeichen:
schweizerisch [ – (
Vanilla planifolia) oder
Echte Vanille ist eine
Orchideenpflanze. Der Name stammt über das
französische vanille vom
spanischen vainilla ('kleine Hülse oder Schote', zu
lat. vagina).
Die Pflanze
Erscheinungsbild
VanillaFlowerLongitudinalSection-de.png
Die Gewürzvanille ist eine
Kletterpflanze, die bis zu 10 Meter lange Ranken ausbilden kann. Sie zählt deshalb zu den größten
Orchideenarten überhaupt. Die Pflanze besitzt grün-gelblich Blüten und bringt etwa 15-20cm lange, grüne Samenkapseln hervor, aus denen das Gewürz
Vanille hergestellt wird.
Die Gattung
Die Gewürzvanille gehört zur Orchideengattung
Vanilla, welche ca. 110 Arten umfasst, von denen wiederum etwa 15 Arten aromatische Früchte tragen. Die Gewürzvanille ist in dieser Gattung die Art, die am häufigsten angebaut wird. Außer der Gewürzvanille (
Vanilla planifolia) sind vor allem die Arten
Vanilla tahitensis (
Tahiti-Vanille) und
Vanilla pompona für die
Gewürz- bzw.
Duftstoffherstellung von kommerziellem Interesse.
Die Gewürzvanille ist in der Literatur unter folgenden Synonymen zu finden:
- Vanilla fragrans (Salisb.)
- Myobroma fragrans (Salisb.)
- Vanilla aromatica
- Vanilla sativa
- Vanilla viridiflora
Verschiedene Quellen sehen auch
Vanilla pompona als ein Synonym von
Vanilla planifolia an, es handelt sich jedoch um verschiedene Arten.
Herkunft und Verbreitung
Ursprung der Gewürzvanille ist Mexiko und Mittelamerika. Vor allem wegen des aromatischen Inhaltsstoffes
Vanillin in den nach der Fermentation schwarzen Kapseln war sie schon bei den Ureinwohnern Mexikos, den
Azteken, unter dem
nahuatl-aztekischen Namen
tlilxochitl (= schwarze Blume) als
Gewürz bekannt. Die
spanischen Eroberer brachten die Vanille nach
Europa. Da sie nur in Mexiko wuchs, hatten die Spanier lange Zeit das Monopol auf Vanille. Heute wird sie in tropischen Gebieten rund um die Erde angebaut, wobei vor allem
Madagaskar und
Réunion als wichtigste Anbauregionen zu nennen sind.
Vanilleanbau
Vanille.jpeg |
Map Vanilla.png
Der kommerzielle Anbau der Vanille erfolgt fast ausschließlich zur Gewinnung des Gewürzes
Vanille.
Versuche, die Vanille außerhalb Mexikos anzupflanzen und zu züchten, scheiterten lange Zeit, da sie nur durch ganz bestimmte, ausschließlich in Mexiko und
Zentralamerika vorkommende,
Bienen- und
Kolibriarten bestäubt werden kann. In anderen Ländern, wo diese natürlichen
Pollenüberträger nicht vorkommen, muss der Mensch deren Funktion übernehmen.
Erst
1837 gelang es dem
belgischen Botaniker
Charles Morren, den Fortpflanzungsmechanismus der Vanille aufzuklären und eine künstliche Befruchtung in einem Gewächshaus durchzuführen. Fast zur gleichen Zeit, im Jahr
1841, glückte dem schwarzen
Plantagensklaven Edmond Albius ebenfalls eine künstliche Bestäubung, als Lohn soll er später seine Freiheit zurück erhalten haben. Durch die arbeitsaufwendige künstliche Bestäubung mit einem
Kaktus- oder
Bambusstachel - etwa 1.000 bis 1.500 Blüten schafft eine geübte Plantagenarbeiterin am Tag - kann Vanille auch außerhalb Mexikos angebaut werden.
Vanilla fragrans 1.jpg |
Vanille_nah.JPG
Die Bourbon-Vanille hat ihren Namen von der Insel
Réunion im
Indischen Ozean, die bis zur
französischen Revolution Ile Bourbon hieß. Die Hauptanbaugebiete sind heute
Madagaskar (der Norden Madagaskars liefert über 50 % der Weltproduktion), die
Komoren und Réunion; Mexiko liefert nur noch etwa 10% der Vanilleproduktion. Weitere Anbaugebiete sind
Mauritius,
Indonesien (Java),
Seychellen,
Tahiti und
Sansibar.
Zu den weltgrößten Abnehmer zählen
Coca-Cola und
Pepsi-Cola, die jeweils etwa 40 Tonnen der Jahresweltproduktion abnehmen.
Preisentwicklung und der "Coca-Cola-Crash" 1985
Der Marktpreis von Vanille unterliegt seit Jahrzehnten starken Schwankungen. Er stieg drastisch Ende der siebziger Jahre wegen eines Taifuns. Mitte der 80er Jahre löste sich das seit 1930 bestehende Kartell, das die Vanillepreise und -verteilung steuerte, auf. Außerdem führte einer der Hauptabnehmer, der Konzern Coca-Cola im Jahre 1985 New Coke ein. New Coke wurde mit einem synthetisch hergestellten Vanillin erzeugt, das preisgünstiger war und weniger preisvolatil als echte Vanille. Der Marktpreis begann nun auf fast 20 US-Dollar pro Kilo zu sinken. Dadurch brach die Wirtschaft Madagaskars zusammen. Die Wirtschaft in Madagaskar erholte sich erst wieder, als sich New Coke am Markt als
Flop herausstellte. 2002 wurde von Coca Cola als neues Produkt Vanilla Coke vorgestellt, das noch stärker mit Vanille aromatisiert ist. Außerdem hatte der Taifuns Huddah im Jahr 2000 Anbaugebiete verwüstet. All dies und politische Instabilitäten bewirkten einen Anstieg der Vanillepreise auf erstaunliche 500 US-Dollar pro Kilo im Jahre 2004. Im Jahre 2005 war der Marktpreis wieder auf 40 US-Dollar pro Kilo gesunken.
Siehe auch: Vanillin
Literatur
- Tim Ecott; Vanilla - Travels in Search of the Luscious Substance, Penguin Books London, 2004, ISBN 0802117759
- Annemarie Wildeisen: Vanille, Gewürz der Göttin, AT Verlag, 2001 - ISBN 385502751X
Weblinks
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