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Wikipedia:Qualitätssicherung Die Diskussion über diesen Antrag findet auf der Qualitätssicherung/12. Juli 2006# statt.
Hier der konkrete Grund, warum dieser Artikel auf den QS-Seiten eingetragen wurde: der Artikel ist weitgehend unverlinkt --Dinah 13:21, 12. Jul 2006 (CEST)

Gesundheitsförderung umfasst Maßnahmen und Aktivitäten, mit denen die Stärkung der Gesundheitsressourcen und -potenziale der Menschen erreicht werden sollen. Gesundheitsförderung ist als Prozess zu verstehen, der darauf abzielt, alle Bürger zu verantwortungsbewussten Entscheidungen hinsichtlich ihrer Gesundheit zu befähigen.

Während Prävention auf die Vorbeugung oder Früherkennung von Krankheit abzielt und dabei z.B. Impfungen, gesunde Ernährung, Früherkennung und ausreichende Bewegung propagiert, ist der Ansatz der Gesundheitsförderung der, die Gesundheit der Menschen zu stärken. Durch die Veränderung der Arbeits-, Umwelt- und Lebensbedingungen sowie des individuellen Verhaltens sollen bessere Vorkehrungen für gesundes Leben geschaffen werden.

Ursprünglich wurde das Konzept der Gesundheitsförderung 1986 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwickelt und in der Ottawa-Charta zusammengefasst. In weiteren Nachfolgekonferenzen wurden einzelne Handlungsbereiche der Ottawa-Charta spezifiziert. Das Konzept enthält die wichtigsten Aktionsstrategien und Handlungsfelder der Gesundheitsförderung. Dabei wird zwischen drei grundlegenden Handlungsstrategien und fünf zentralen Handlungsbereichen unterschieden.

Handlungsstrategien


Als Handlungsstrategien der Gesundheitsförderung werden benannt:

1. Anwaltschaft für Gesundheit

Die in der Gesundheitsförderung Tätigen treten aktiv für Gesundheit ein; im Sinne der Beeinflussung politischer, ökonomischer, sozialer, kultureller, biologischer sowie Umwelt- und Verhaltensfaktoren.

2. Befähigen und Ermöglichen

Diese Handlungsstrategie zielt darauf ab mit Konzepten wie zum Beispiel Empowerment und Kompetenzförderung bestehende Unterschiede im Gesundheitszustand zu verringern und autonom das größtmögliche Gesundheitspotenzial der Menschen zu verwirklichen.

3. Vermitteln und Vernetzen

Unter Vermittlung und Vernetzung versteht man die aktive und permanente Kooperation mit allen Akteuren innerhalb und außerhalb des Gesundheitswesens.

Handlungsfelder


Die fünf vorrangigen Handlungsfelder und -ebenen der Gesundheitsförderung sind:

1. Entwicklung einer gesundheitsfördernden Gesamtpolitik

Das primäre Ziel einer gesundheitsfördernden Gesamtpolitik ist es, das Gesundheit in allen Politikbereichen und allen Ebenen auf die politische Tagesordnung gesetzt wird bzw. steht. PolitikerInnen müssen sich der der gesundheitlichen Konsequenzen ihrer Entscheidungen und ihrer Verantwortung für Gesundheit bewußt sein. Eine solche Politik bedient sich verschiedener, sich gegenseitig ergänzende Ansätze, wie zum Beispiel steuerliche Maßnahmen, Gesetzesinitiativen, organisatorisch-strukturelle Veränderungen.

2. Gesundheitsfördernde Lebenswelten schaffen

Durch Gesundheitsförderung sollen Lebenswelten geschaffen werden, die Menschen Schutz vor Gesundheitsgefahren bieten und sie dazu befähigen ihre Fähigkeiten auszuweiten und Selbstvertrauen in Bezug auf gesundheitliche Belange zu entwickeln. Gesundheitsfördernde Lebenswelten umfassen Orte, an denen Menschen leben, die Gemeinde, ihr Zuhause, Orte, an denen sie arbeiten, spielen und ihre Freizeit verbringen, einschließlich des Zugangs von Menschen zu Ressourcen für Gesundheit und von Möglichkeiten der Befähigung zu selbstbestimmtem Handeln.

3. Gesundheitsbezogene Gemeinschaftsaktionen unterstützen

Ein wesentliches Bestreben der Gesundheitsförderung ist die Unterstützung von Nachbarschaften, Gemeinschaftsaktivitäten von Bürgern, Selbsthilfeaktivitäten und Gemeinden im Sinne einer erhöhten Selbstbestimmung, Autonomie und Kontrolle über die eigenen Gesundheitsbelange.

4. Persönliche Kompetenzen entwickeln

Durch Gesundheitsförderung sollen die Entwicklung von Persönlichkeit und sozialen Fähigkeiten mit Hilfe von Informationen, gesundheitsbezogener Bildung sowie die Verbesserung sozialer Kompetenzen und lebenspraktischer Fertigkeiten unterstützt bzw. gefördert werden. Darüber hinaus sollen die Menschen zu lebenslangen Lernen befähigt werden, um mit den sich verändernden Bedingungen in den verschiedenen Lebensphasen umgehen zu können.

5. Gesundheitsdienste neu orientieren

Die Gesundheitsdienste sollen ein Versorgungssystem aufbauen, das sich auf die stärkere Förderung von Gesundheit konzentriert und nicht wie bisher auf medizinisch-kurative Betreuungsleistungen. Vor allem soll es sich an den Bedürfnissen der Menschen als ganzheitliche Persönlichkeit anpassen. Durch die Neuorientierung soll auch die Möglichkeit der Koordination zwischen dem Gesundheitssektor und den anderen gesundheitsrelevanten sozialen, politischen und ökonomischen Kräften verbessert werden.

Setting Ansatz


Der Setting – Ansatz ist eine Kernstrategie der Gesundheitsförderung. Settings sind Lebensbereiche in denen die Menschen einen Großteil ihrer Lebenszeit verbringen. Gesundheitsförderung richtet sich auf Lebensbereiche aus wie Schule, Arbeitsplatz, Gemeinde oder Krankenhaus. Die Organisationsstruktur und das soziale Gefüge eines Settings beeinflussen die Gesundheit jedes einzelnen Mitgliedes. Der nun folgende Teil beschäftigt sich mit den in der Gesundheitsförderung zentralen Settings.

Die Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz und in den Betrieben

Der Betrieb ermöglicht den Zugang zu gesunden Erwachsenen, also einer Zielgruppe, die sonst nur schwer zu erreichen ist. Die Beschäftigten in einem Betrieb sind für die Gesundheitsförderung eine in sich geschlossene Adressatengruppe. Es erhöht die Chancen der Beteiligung an Gesundheitsprogrammen, da es in den Betrieben bereits etablierte Kommunikationskanäle gibt. Ein Grund zur Förderung von Gesundheit am Arbeitsplatz ist der Schutz der Beschäftigten vor Schädigungen ihrer Gesundheit, die durch bestimmte berufliche Tätigkeiten hervorgerufen werden können. Ein anderer Aspekt ist das allgemeine Arbeitsumfeld mit seinen Auswirkungen auf die Gesundheit. Eine ganze Reihe von Forschungsergebnissen zeigen, dass bestimmte Arbeitsformen wie Gleichförmigkeit, mangelnde Eigenständigkeit und Termindruck sich negativ auf die Gesundheit auswirken. Es ist daher ein wichtiger Punkt die Gesundheit der Mitarbeiter/innen zu schützen und deren Gesundheit weiter verbessern zu helfen.

Gesundheitsförderung in Schulen

Die Schule wird als wichtigstes Setting der Gesundheitsförderung gesehen, weil durch sie ein großer Teil der Bevölkerung über viele Jahre hinweg erreichbar ist. Die besondere Bedeutung der Schule basiert auch auf der Erkenntnis, dass das Wissen, die Einstellungen und Verhaltensweisen im Umgang mit Gesundheit und Krankheit bereits im frühen Kindesalter erworben werden. Hierbei wird wert darauf gelegt, dass die Jugendlichen ihr Verständnis für Gesundheit verbessern und bewusstere Entscheidungen über ihr Gesundheitsverhalten treffen. Wichtig dafür ist, dass das ganze Schulsetting gesundheitsfördernd gestaltet sein muss, damit das Vermittelte durch alle Aspekte des Schulalltags verstärkt wird.

Gesundheitsförderung im sozialen Wohnumfeld

Der entscheidende Faktor bei der Gesundheitsförderung in diesem Setting ist dabei, dass die Menschen ihr soziales Wohnumfeld selbst definieren und das Gefühl haben, dass sie etwas für ihre gemeinsame Zukunft, ihre Dienstleistungsangebote und das Erscheinungsbild ihrer Wohngegend tun. Es ist ein realitätsnahes Setting mit der Möglichkeit, dass die gesundheitlichen Prioritäten durch die in diesem Wohnumfeld lebenden Menschen definiert werden und die direkte Auseinandersetzung mit dem Sozialgefüge und der Lebensqualität stattfindet.

Gesundheitsförderung im Krankenhaus

Das Krankenhaus bietet vielfältige Möglichkeiten zur Gesundheitsförderung, da eine Vielzahl der Beschäftigten im engen Kontakt mit den Patienten stehen und dies zu einem Zeitpunkt, in dem diese ein erhöhtes Bewußtsein für Gesundheit und Krankheit haben. Sie sind daher eher motiviert entscheidende Veränderungen in ihren Lebensweisen vorzunehmen. Gesundheitsförderung in Krankenhäusern umfasst sowohl Maßnahmen für eine ganzheitlichere Versorgung der Patienten als auch Strategien zur Verbesserungen der Arbeitsbedingungen des gesamten Krankenhauspersonals.

Gesetzliche Grundlagen


Für den Handlungsrahmen der Gesundheitsförderung gelten in Deutschland verschiedene Rechtsgrundlagen, zu den grundsätzlichen gehören:

  • Sozialgesetzbuch V (SGB V, Gesetzliche Krankenversicherung), insbesondere § 20: Prävention und Selbsthilfe

  • SGB VII, Gesetzliche Unfallversicherung, insbesondere § 14: Präventionsaufgabe der Unfallkasse

  • SGB IX, Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen, insbesondere § 84 (2): Betriebliches Eingliederungsmanagement

  • Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG): Organisation des Arbeitsschutzes im Betrieb

  • Arbeitssicherheitsgesetz (ASIG) : Gesetz über Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit

Berufsfeld und Ausbildung

Die in der Gesundheitsförderung Tätigen bezeichnet man als Diplom bzw. Bachelor Gesundheitswirte (FH). Sie sind die Spezialisten für Gesundheitsförderung und nehmen eine Vielzahl von unterschiedlichen Aufgaben in Prävention und Gesundheitsförderung, Gesundheitsberichterstattung und Evaluation wahr. Sie erstellen oder analysieren wissenschaftliche Expertisen in unterschiedlichen gesundheitsrelevanten Disziplinen, zum Beispiel Epidemiologie, Ernährungswissenschaft oder Risikofaktorenschutz, um eine optimale Versorgung bei gleichzeitiger Eindämmung der Kosten zu erreichen.

Gesundheitswirte üben Tätigkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung aus. Dabei konzipieren und betreuen sie öffentlichkeitswirksame Aktionen oder arbeiten an Aufklärungskampagnen mit. Im Rahmen von Projekt- oder Organisationsentwicklungen betreuen sie beispielsweise die Gesundheitsförderung in Betrieben. Auch das Durchführen von Gesundheitstrainings und Gesundheitsberatungen sowie Fortbildungen von Fachkräften aus den Bereichen Ernährung und Bewegung können zu ihren Aufgaben gehören. Schließlich nehmen sie als Führungskräfte, die häufig im mittleren oder höheren Management angesiedelt sind, auch verschiedene Aufgaben der Mitarbeiterführung, -qualifikation und -motivation wahr.

Die Arbeit von Gesundheitswirten hat das Wohl und die Gesunderhaltung des Verbrauchers oder Patienten zum Ziel. In all ihren Arbeitsbereichen bemühen sie sich, die Rat Suchenden zum Umdenken zu bewegen und sie zu überzeugen, dass eine gesunde Verhaltens- und Lebensweise den besten Gesundheitsschutz darstellt. Häufig stoßen sie sogar gesellschaftliche Diskussionen oder Veränderungen an. Da die Gesundheitsvorsorge bis jetzt einen immer noch relativ geringen nachhaltigen Erfolg im Verhaltensbereich bewirken konnte, sind Gesundheitswirte jedoch dem Spannungsfeld zwischen theoretischen Präventionsmöglichkeiten und tatsächlich erreichten Präventionserfolgen ausgesetzt.

Darüber hinaus dokumentieren sie Problemlagen durch Gesundheitsberichterstattung, entwickeln und begleiten Maßnahmen der Prävention und der Gesundheitsförderung und bewerten sie hinsichtlich ihrer Wirkung. Sie sind im gesundheitlichen Arbeits-, Umwelt-, Verbraucher- und Patientenschutz tätig. Häufig übernehmen sie mittlere und höhere Leitungsaufgaben.

Die Einsatzgebiete von Gesundheitswirten sind vielfältig. Sie können Anstellung finden bei: Krankenkassen, Unternehmen, Beratungseinrichtungen, Bildungsträger, Vereine und Verbände, Öffentliche Institutionen, wissenschaftliche Einrichtungen.

Die Ausbildung zum Diplom bzw. Bachelor Gesundheitswirten erfolgt im Rahmen eines Studiums an Hochschulen, z. Bsp. in Magdeburg. Das Studium zur Erreichung des akademischen Grades „Dipl./Ba. Gesundheitswirt (FH)“ erfolgt in 8 Semestern. Es strukturiert sich in Grundstudium (1. – 3. Semester) und Hauptstudium (4. – 8. Semester) sowie in studienbegleitende Praktika (1 Jahr, davon 2 berufspraktische Semester). Den Abschluss des Studiums bildet eine selbständig anzufertigende wissenschaftliche Arbeit (Diplom bzw. Bachelorarbeit).

Netzwerke

Weltweit gibt es verschiedene Netzwerke der Gesundheitsförderung. Unter anderem das Netzwerk Gesunde Städte, das Netzwerk Gesundheitsfördernder Krankenhäuser, das Deutsches Netzwerk betriebliche Gesundheitsförderung oder „Schule & Gesundheit“. Es bilden sich immer mehr Netzwerke heraus, die Ganzheitlichkeit in den Vordergrund stellen und mit vernünftigen Konzepten einen vorausschauenden Ansatz in der Industriegesellschaft prägen.

Eine "Gesunde Stadt" im Sinne der WHO ist einem ganzheitlichen Ansatz (Körper, Geist und Seele) verpflichtet und sollte sich auf allen Ebenen (Gesunde Kindergärten, Gesunde Schulen, Gesunde Hochschulen, Gesunde Betriebe, Gesunde Verwaltungen, Gesunde Krankenhäuser und in der allgemeinen Gesundheitsförderung) bemühen, initiativ und aktiv zu sein.

Literatur


  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Hrsg.): Leitbegriffe der Gesundheitsförderung. 4. erweiterte und überarbeitete Auflage. Fachverlag Peter Sabo

  • Jennie Naidoo/Jane Wills: Lehrbuch der Gesundheitsförderung. Köln 2003. Verlag für Gesundheitsförderung, Werbach-Gamburg

Siehe auch


Gesundheitspolitik, Gesundheitswesen, Betriebliche Gesundheitsförderung

Weblinks


http://www.dnbgf.de Webseite des Deutschen Netzwerkes für Betriebliche Gesundheitsförderung.

Gesundheit

 

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