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Der gesunde Menschenverstand (englisch common sense *; österreichisch auch Hausverstand) bezeichnet eine allgemein akzeptierte Mehrheitsmeinung sowie die Art des Denkens, nach dem diese Meinung von einem Individuum getroffen wird. Als Begründung gilt in der Regel vernünftiges Denken. Meist wird hierbei eine Entscheidung gefällt, welche von einer vermuteten Mehrheit der Bevölkerung getroffen würde.

Aufgrund von unterschiedlichen Erfahrungen, Sichtweisen und moralischen Werten ist bei verschiedenen Menschen auch mit unterschiedlichem gesundem Menschenverstand zu rechnen. Einen absoluten gesunden Menschenverstand gibt es nicht und darf nicht mit Konsens verwechselt werden. Auch können bei Urteilen des gesunden Menschenverstandes populäre Irrtümer auftreten.

Als Bestandteil der öffentlichen Meinung ist der Common Sense nicht statisch, sondern wandelt sich. Beispiele für Common Sense in der Bundesrepublik Anfang des 21. Jahrhunderts:

  • "Alle sollten Zugang zur Gesundheitsversorgung haben"
  • "Gesetze gelten für Alle"
  • "Frieden ist dem Krieg vorzuziehen".

Eine andere Art der Entscheidungsfindung ist "aus dem Bauch heraus" (siehe Intuition).

Thomas Paine


Common Sense war der Titel eines Pamphlets, das am 10. Januar 1776, während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges von Thomas Paine veröffentlicht wurde. Frei von jeglichen gefühlsmäßigen Bindungen an Großbritannien legte Paine dar, dass es Aufgabe Amerikas sei, die Unabhängigkeit zu erringen und ein neues, demokratisches Regierungssystem einzuführen, das sich auf die Prinzipien der Menschenrechte gründete. "Common Sense" hatte einen beispiellosen Erfolg, das Buch schlug alle Rekorde seit Erfindung des Buchdrucks. Es bewirkte einen völligen Meinungsumschwung und revolutionierte die amerikanische Bevölkerung. Die von Jefferson verfasste Unabhängigkeitserklärung, die am 4. Juli 1776 unterzeichnet wurde, wurde entscheidend durch „Common Sense“ beeinflusst. Paine war der erste, der vorschlug, die neue Nation „Vereinigte Staaten von Amerika“ zu nennen.

Thomas Reid (17101796) gilt als Begründer der schottischen Common Sense-Philosophie, die im 19. Jahrhundert die Theologie des nordamerikanischen Protestantismus nachhaltig beeinflusste. Quelle1

Zitat


Common Sense - Ein interdisziplinärer Begriff


Er ist in Politikwissenschaft, Philosophie, Wirtschaftswissenschaft, Psychologie, Informatik, Kommunikationswissenschaft, und Religion anzutreffen.

Politikwissenschaften / Philosophie / Religion

In manchen deutschen Texten der Politikwissenschaft ist Common Sense eher im Sinne von "Gemeinsinn" als "Gesunder Menschenverstand" zu verstehen.

Künstliche Intelligenz / Kommunikationswissenschaft / Informatik / Psychologie

Wirtschaftswissenschaft

Siehe auch


Sozialphilosophie | Staatsphilosophie | Philosophische Anthropologie | Ethisches Prinzip | Entscheidungstheorie

Κοινή λογική | Common sense | Sentido común | Maalaisjärki | Józan ész | 常識 | Gezond verstand | Zdrowy rozsądek | Senso comum | Здравый смысл | Common sense

 

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