Gespanschaft ist die deutsche Übersetzung des slawischen Begriffs župa – serbisch/kroatisch županija – sowie des ungarischen Begriffs ispánság/(vár)megye. Etymologisch ist das Wort vom ungarischen Wort abgeleitet, das wiederum aus dem Slawischen entlehnt wurde.
Etwa um das Jahr 1000 wurden Gespanschaften – vor allem nach dem Vorbild Großmährens – als regionale Verwaltungseinheiten auch im neu entstandenen Königreich Ungarn errichtet. Auf Deutsch werden sie vor allem für die Zeit des Mittelalters zumeist als Komitate (aus dem lateinischen comitatus) bezeichnet. In den zeitgenössischen lateinischen Texten werden zunächst diverse Namen verwendet, seit dem 13. Jahrhundert jedoch ausschließlich die Form comitatus. Die ungarischen Bezeichnungen lauteten u. a. vármegye, seltener auch ispánság. Der Vorsteher hieß ispán, seit dem 15. Jahrhundert főispán (dt. in der Regel „Gespan“; seit dem 15. Jahrhundert „Obergespan“). Die lateinische Bezeichnung lautete stets comes, anfangs jedoch mit diversen Zusätzen, da der lateinische Begriff comes anfangs auch für verschiedene Adelstitel eingesetzt wurde.
In der Republik Kroatien heißen die Bezirke weiterhin županija (Gespanschaft) und ihr Vorstand župan (Gespan).
In der Slowakei werden die alten Begriffe župa (Gespanschaft) bzw. župan (Gespan) manchmal als Alternativbezeichnungen für die Selbstverwaltungs-Landschaftsverbände bzw. ihre Vorsteher verwendet.
Im modernen Ungarn heißen die Verwaltungsbezirke nunmehr megye, werden aber heute (wieder) ins Deutsche zumeist mit Komitat übersetzt.
In Slowenien hat sich die Bedeutung dagegen gewandelt. Als župan wird der Bürgermeister bezeichnet.
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