Gesellschaftskritik zielt auf die Analyse (problematischer) gesellschaftlicher Strukturen und (wenn möglich) auch auf praktische Verbesserung durch Einzelmaßnahmen, grundlegende Reformen oder gar durch revolutionäre Umwälzungen.
Gesellschaftskritik ist so verschieden, wie die Ausgangspunkte und die Kriterien dieser Kritik, d.h. sie ist oft verbunden mit weltanschaulichen oder gar ideologischen Standpunkten. Das Stereotyp, nur der Marxismus oder der Sozialismus betreibe effektive Gesellschaftskritik, mag zwar in einer bestimmten historischen Situation (mit Einschränkungen) gegenüber einer Immunisierung vor solcher Kritik vonseiten des bürgerlich-liberalen Establishments eine gewisse Berechtigung gehabt haben, ist jedoch auf die gegenwärtige Situation postmoderner Komplexität nur schwer anwendbar.
Die heutige Frage lautet nicht mehr, ob es überhaupt Gesellschaftskritik geben solle, sondern es stellt sich gerade in der politischen Demokratie die Aufgabe über die Verständigung über die prozeduralen und inhaltlichen Grundlagen einer fast allseits anerkannten Notwendigkeit von Gesellschaftskritik.
Gesellschaftskritische Werke sind klassischer Weise sozialphilosophische, sozioökonomische, soziologische oder sozialpsychologische Werke, doch zählen auch Arbeiten anderer sozialwissenschaftlicher Richtungen wie etwa der Sozialmedizin dazu. Nicht alle Autoren hatten primär die Kritik der Gesellschaft zum Ziel oder verfolgten überhaupt diese Intention.
Des Weiteren gibt es auch gesellschaftskritische dystopische Romane wie Aldous Huxleys Schöne Neue Welt (Brave New World) von 1932, George Orwells 1984 (Nineteen Eighty-Four) von 1949 oder Ray Bradburys Fahrenheit 451 von 1953, Kinderbücher wie Michael Endes' Momo, sowie gesellschaftskritische Filme wie Brazil von 1985.
Auch in musikalischer Form kann Gesellschaftskritik ausgedrückt werden; dies traditionell in Punk und Hip-Hop-Musik. Ein Beispiel für geistreiche Kritik ist etwa das Lied "Gewalt oder Sex" des Hip-Hop-Sängers Torch.
Sekundärliteratur
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"Gesellschaftskritik".
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