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Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) ist eine internationale nichtstaatliche Organisation (NGO), die sich für religiöse, sprachliche und ethnische Minderheiten in aller Welt einsetzt.

Diese deutsche Menschenrechtsorganisation ist mit Sektionen in Österreich, der Schweiz, Südtirol/Italien, Luxemburg, Bosnien-Herzegowina und Chile vertreten und hat Repräsentanten in London und New York. Ein GfbV-Büro in Irakisch-Kurdistan ist im Aufbau (Stand Januar 2005). Sie alle sind in der GfbV International mit Sitz in Luxemburg zusammengeschlossen.

Entstehungsgeschichte


Die GfbV ging im Jahre 1970 aus der "Aktion Biafra-Hilfe" hervor, die im Juni 1968 während des Biafra-Krieges von Tilman Zülch und Klaus Guerke gegründet wurde, um die Weltöffentlichkeit auf die schrecklichen Geschehnisse in Biafra aufmerksam zu machen und dem dortigen Völkermord Einhalt zu gebieten.

Seit 1993 hat die Gesellschaft für bedrohte Völker Beraterstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen.

Seit 2004 hat die GfbV mitwirkenden Status beim Europarat. Dieser Status wurde neu eingeführt.

Die GfbV ist heute zur zweitgrößten Menschenrechtsorganisation Europas avanciert(Stand Mitte 2005).

Zitate


"Der Menschenrechtsfrage gebührt der Rang einer hohen politischen Aufgabe. Gelegentliche Proteste gegen Unrechtssysteme reichen nicht aus. Es ist beispielsweise von großer Bedeutung, daß Organisationen wie ‘Amnesty International’ oder die ‘Gesellschaft für bedrohte Völker’ Gehör finden; daß sich engagierte Mitbürger für dieses und ähnliche Bemühungen öffentlich einsetzen, ohne Furcht vor Einschüchterung oder Nachteilen – auch bei uns in der Bundesrepublik." - Willy Brandt

"Die Gesellschaft für bedrohte Völker macht nicht nur darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, die Rechte aller Menschen zu respektieren, sondern sie gibt den Opfern von Menschenrechtsverletzungen auch Hoffnung für eine bessere Zukunft." - Dalai Lama

"Zu Ihrem 60. Geburtstag möchte ich Ihnen, lieber Tilman Zülch, für Ihre mir so beispielhafte, weil ausdauernde Arbeit zugunsten der bedrohten Völker danken." - Günther Grass

„Die weltweite unermüdliche Arbeit der Gesellschaft für bedrohte Völker zur Verwirklichung der Menschenrechte, besonders für gefährdete und verfolgte ethnische und kulturelle Minderheiten, ist unschätzbar wichtig. Gerade die von der Gesellschaft vorgenommenen eigenen Recherchen und Zusammenstellung von Materialien über die Lebenslage dieser Gruppen habe immer wieder dazu beigetragen, daß politisch Verantwortliche und die Öffentlichkeit informiert werden konnten.“ - Dr. h.c. Daniel Cohn-Bendit, Mitglied des Europaparlaments und Publizist

„Ihr Engagement zugunsten der Opfer von Konflikten und Verfolgung auf allen Kontinenten wird durch eine Reihe von Publikationen eindrucksvoll belegt. Die Gesellschaft für bedrohte Völker hat einen zentralen Platz unter den deutschen Menschenrechtsorganisationen gefunden. Ihre Aufrufe und Mahnungen mögen oftmals unbequem sein, sind aber unverzichtbar, wenn es um den Schutz und sogar häufig das Überleben von Völkern und Volksgruppen geht, die keinen anderen Fürsprecher finden.“ - Joschka Fischer

Kritik an der GfbV


Gerade von linker und linksradikaler Seite wird sie wegen ihres angeblich völkischen Gedankengutes kritisiert. Ihre Fixierung auf "Völker" wird dabei als problematisch betrachtet, weil sie Menschenrechte nur für Repräsentanten konstruierter ethnischer oder religiöser Gruppen anerkenne. Die Rechte von Individuen (z.B. den von Frauen auf sexuelle Unversehrtheit, im Falle von Genitalverstümmelungen) würden dabei nicht mehr in den Blick geraten und die betroffenen Personen dabei zugleich auf die Zwangsgemeinschaft festgelegt werden. Dies liege in der Tradition deutscher Ideologie. Außerdem wird ihr vorgeworfen, durch die Zusammenarbeit mit geschichtsrevisionistischen Organisationen wie dem "Bund der Vertriebenen" und eigenen geschichtspolitische Akzentsetzungen (z.B. während des Kosovo-Krieges) die deutsche Geschichte zu verharmlosen und eine Gleichsetzung der Opfer und Täter dieser Epoche zu betreiben.

Sonstiges


Die GfbV ist Mitgliedsorganisation des "Komitees für eine demokratische UNO".

Die österreichische Sektion der GfbV unterstützt öffentlich die Österreichischen Plattform gegen weibliche Genitalverstümmelung (stopFGM - stop female genital mutilation).

Weblinks


Links der GfbV

Kritische Links

NGO | Menschenrechtsorganisation | Völkerrecht

Society for Threatened Peoples | Gesellschaft für bedrohte Völker

 

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