Die Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft (kurz DSF) war eine Massenorganisation in der DDR, die den Bürgern Kenntnisse über die Kultur und Gesellschaft der Sowjetunion vermitteln sollte. Sie ging am 2. Juli 1949 aus der 1947 gegründeten Gesellschaft zum Studium der Kultur der Sowjetunion hervor und war nach der Einheitsgewerkschaft FDGB die zweitgrößte Massenorganisation der DDR mit ca. 6 Millionen Mitgliedern (1985). Als zahlenmäßig und politisch bedeutendste Freundschaftsgesellschaft war sie Mitglied in der Liga für Völkerfreundschaft der DDR. Unter dem Motto Von der Sowjetunion lernen, heißt siegen lernen wurden Studienreisen, Sprachkurse und Kulturveranstaltungen organisiert. Tatsächlich waren die meisten Mitglieder nur passiv und haben nie eine Veranstaltung der DSF besucht. Die Mitgliedschaft bot DDR-Bürgern die Möglichkeit, die manchmal nützliche "gesellschaftliche Aktivität" auf Mindestniveau nachzuweisen. Auf der anderen Seite wurden über die DSF Elemente aus Arbeitskultur und Alltag aus der UdSSR auf das Leben der DDR übertragen, wo sie teilweise abgelehnt, zum Teil aber auch modifiziert oder direkt übernommen wurden.
Gegliedert war die GDSF in Grundeinheiten, Kreis- und Bezirksorganisationen sowie in einen alle fünf Jahre von einem Kongress gewählten Zentralvorstand. Der hatte seinen Sitz in Berlin-Mitte im Zentralen Haus der DSF, im Palais am Festungsgraben (Haus am Kastanienwäldchen). Mitglied im Zentralvorstand war von 1978–1989 u. a. Karl-Eduard von Schnitzler. In jeder Bezirksstadt gab es ein "Haus der DSF".
Ende der 1980er Jahre traten DDR-Bürger der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft bei, um die Glasnost- und Perestroika-Politik von Gorbatschow zu unterstützen und der DDR-Regierung eine klare Absage zu erteilen. Da diese neue sowjetische Politik von der DDR-Partei- und Staatsführung unverholen abgelehnt wurde, befand sich die GDSF zuletzt in einer zwiespältigen Situation. Zuletzt wurde nur noch informiert, aber jede Stellungnahme oder gar Diskussion über die Verhältnisse in der DDR vermieden. Nach der Wende verlor die Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft wie die meisten Massenorganisationen der DDR den Großteil ihrer meist nur zahlenden Mitglieder.
Sie ist heute ein Verbund regionaler Freundschaftsverbände mit etwa 20.000 Mitgliedern. Berlin ist der Sitz der Dachorganisation, des Bundesverbandes Deutscher West-Ost Gesellschaften. Seit 1994 gibt es als Folgeorganisation die Gesellschaft für West-Östliche Begegnungen mit Sitz in Berlin, Vorsitzender des Vorstandes ist Dr. Helmut Domke (2006).
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"Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft".
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