Das Gebiet des heutigen Chiles ist seit mindestens 12.000 v. Chr. besiedelt. Im 16. Jahrhundert begannen spanische Conquistadores, die Region des heutigen Chile zu unterwerfen und zu besiedeln, bis Chile im frühen 19. Jahrhundert die Unabhängigkeit von der Kolonialmacht erlangte. Die weitere Entwicklung Chiles bis zum Zweiten Weltkrieg war geprägt von der Förderung von Salpeter und später Kupfer. Zwar führte der Rohstoffreichtum zu einem wirtschaftlichen Aufschwung, aber auch zu Abhängigkeit und sogar Kriegen mit den Nachbarstaaten. Nach einem Jahrzehnt unter christdemokratischer Präsidentschaft wurde 1970 der sozialistische Präsident Salvador Allende zum Präsidenten gewählt. Der Putsch des General Augusto Pinochet am 11. September 1973 leitete eine 17-jährige Diktatur und radikale marktorientierte Wirtschaftsreformen ein. Seit 1988 befindet sich Chile in der Transition zu einer Demokratie.
Zahlreiche weitere Ethnien lebten vor der Ankunft der Spanier auf dem heutigen Gebiet von Chile: Changos, Atacameños und Aymaras bevölkerten den Norden Chiles im Gebiet zwischen den Flüssen Río Lauca und Río Copiapó. Weiter südlich bis zum Fluss Río Aconcagua lebten die Diaguitas. Diese vier Ethnien waren Fischer, Bauern, Jäger und Handwerker, die untereinander Handel trieben. Sie lebten in Stammes- und Familienverbänden. In süd-östlicher Richtung des Reloncaví-Fjords wurde die Kordillere von den Chiquillanes und Poyas bewohnt, welche Jäger und Sammler waren. Im äußersten Süden des Landes bis zur Magellanstraße lebten die Chonos und die Alakaluf, auf Feuerland die Alakaluf, Yámana, Selk'nam und Haush.
Als Túpac Yupanqui 1471 als 10. Inka die Herrschaft übernahm, drangen sie weit in Chile ein. In seiner Regierungszeit bis 1493 eroberten die Inka die Gebiete bis zum Río Maule südlich von Curicó. Hier trafen sie auf massiven Widerstand der Mapuche, sodass ein Vordringen weiter in den Süden unmöglich war. Die nördlichen Ureinwohner wurden fast alle von den Inka beherrscht, so wurde etwa der Stamm der Picunche bereits früh von den Inka zu Frondiensten herangezogen. Die Inka bauten in der Nähe von San Pedro de Atacama die Festung Pukará de Quitor, die auf einer früheren Befestigungsanlage der Atacameños aufbaute. Hier kam es 1540 zu Kämpfen mit den eindringenden Spaniern.
Pizarro.jpg | 1533 eroberten spanische Truppen unter Francisco Pizarro im Handstreich das Inka-Reich, kamen jedoch nicht in das durch Atacama-Wüste und Anden isolierte heutige Chile. Die ersten Europäer, die das Nueva Toledo genannte Gebiet auf dem Landweg erreichten, waren Diego de Almagro und seine Gefolgschaft, die 1535 von Cuzco in Peru kommend nach Gold suchten, ohne jedoch fündig zu werden. Am 4. Juni 1536 erreichte Diego de Almagro das Copiapó-Tal. Er sandte seinen Gefolgsmann Gómez de Alvarado Richtung Süden. Bis zum Río Maule trafen sie kaum auf Widerstand. Am Río Itata wurden sie in schwere Kämpfe mit den Mapuche verwickelt und mussten sich zurückziehen. Zwischen Pizarro und Almagro kam es zum Streit, der in einen kriegsähnlichen Konflikt eskalierte und mit den Ermordungen Almagros (1538) und Pizarros (1541) seinen Höhepunkt fand.
Pedro de Valdivia.jpg Im Jahre 1540 machte sich Pedro de Valdivia, ein Offizier unter Pizarro, auf den Weg von Peru nach Chile, begleitet von etwa hundert Soldaten und Abenteurern. Dort errichtete er trotz Widerstand der Mapuche-Indianer die ersten europäischen Siedlungen. Im Zuge dieser Landnahme wurden Santiago (am 12. Februar 1541 unter dem Namen Santiago de la Nueva Extremadura - Nueva Toledo wurde inzwischen Nueva Extremadura genannt), La Serena und Valparaíso als kleine befestigte Siedlungen gegründet. Die Indianer wehrten sich schnell: Schon im September 1541 griffen sie Santiago an. Den Spaniern standen rund 20.000 Mapuche gegenüber; kurz vor einer Niederlage konnte Ines de Suárez, die Geliebte von Pedro de Valdivia, mit einem Einfall das Blatt noch wenden. Daraufhin flohen die Indianer in Panik in die Wälder zurück.
Der neue Gouverneur von Chile García Hurtado de Mendoza verfolgte die Mapuche noch gnadenloser. Auf seinen Befehl startete Francisco de Villagra einen Feldzug gegen die Mapuche. Am 26. Februar 1554 scheiterte er kläglich in der Schlacht von Marigueñu. Die Mapuche konnten danach eine Reihe spanischer Siedlungen wieder zerstören. Nach dem Fall von Concepción 1555 marschierten sie auf Santiago de Chile zu. Die Mapuche zogen sich allerdings überraschend nach der Zerstörung der Festung Peteroa zurück, da sie einen stärkeren spanischen Angriff erwarteten. Pedro de Villagrán, dem Kommandanten der Festung Imperial, gelang es in einem nächtlichen Überraschungsangriff Lautaro am 1. April 1557 zu töten.
Alonso de Ercilla y Zúñiga, ein spanischer Schriftsteller, sollte die Feldzüge seines Vorgesetzten García Hurtado de Mendoza in Chile in den Jahren 1557–1559 beschreiben. Sein Roman La Araucana beschrieb allerdings das Gegenteil dessen, was sich der Gouverneur wünschte. Es prangerte die Greueltaten der Konquistadoren und deren Gier nach Gold und Macht an. Es stellt insbesondere den Heldenmut der einheimischen Araukaner heraus. Grundlage seines Romans war der Mapuche-Kriegshäuptling Caupolicán, der 1558 auf dem Feldzug grausam von den Spaniern umgebracht wurde.
Am 16. Dezember 1575 wurde Valdivia von einem sehr schweren Erdbeben zerstört, dessen Stärke in der Nähe des stärksten bekannten Bebens vom 22. Mai 1960 geschätzt wird. Das Beben führte zu starken Erdrutschen und verschüttete den Abfluss des Riñihue-Sees. Dieser überflutete die Stadt vier Monate später, nachdem der Damm brach, der sich durch die Erdrutsche gebildet hatte. Der Verwalter der Stadt und Chronist Chiles Pedro Mariño de Lobera kümmerte sich um den Wiederaufbau und die Hilfe für die Opfer.
1597 wurde Pelantaro zum neuen Kriegshäuptling (Toqui) der Mapuche gewählt. Mit ihm begannen massive Angriffe auf die Städte Valdivia und Osorno sowie viele andere Städte um und in der Araukanien. 1599 fiel Valdivia in die Hände der Mapuche, worauf die Spanier die Stadt für einige Jahrzehnte aufgaben. Gouverneur Alfonso de Ribera musste die spanischen Truppen hinter den Río Bío Bío zurückziehen. 1641 schlossen die Spanier den Friedensvertrag von Quillín mit den Mapuche, der den Río Bío Bío als Grenze vorsah. Der Friedensvertrag hielt allerdings nur wenige Jahre. Die Spanier versuchten immer wieder die verlorenen Gebiete zurückzuerobern, mit nur mäßigem Erfolg. 1770 wurde die spanische Armee von Pehuenchen und verschiedenen Mapuchegruppen vernichtend geschlagen. Erst über hundert Jahre später (1881) gelang es chilenischen und argentinischen Truppen, die Mapuche- und Pehuenchengebiete endgültig zurückzugewinnen. Dieser 300 Jahre lang andauernde Konflikt wird als Krieg von Arauco bezeichnet. Bis heute schwelt dieser Konflikt weiter. Im Jahre 2000 besetzte eine Gruppe von Mapuche aus Protest gegen die Landverteilung in Chile das Büro der Europäischen Union in Santiago de Chile.
1578 plünderte Francis Drake im Auftrag der englischen Krone den Hafen von Valparaíso und versuchte vergeblich, La Serena zu überfallen. In den folgenden Jahrzehnten kam es immer wieder zu Angriffen englischer Piraten. Neben den indianischen Angriffen behinderten schwere Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche die Entwicklung des Landes. Viele Städte wurden komplett zerstört, wie zum Beispiel Valdivia 1575 sowie Concepción 1570 und 1751. Am 13. Mai 1647 zerstörte ein schweres Erdbeben Santiago de Chile, wobei 12.000 Menschen starben, 1730 und 1783 folgten weitere verheerendes Beben. Neben den englischen Freibeutern behinderten zwischen 1598 und 1723 auch holländische Händler und Piraten die spanische Kolonialherrschaft.
Der schottische Seefahrer Alexander Selkirk überlebte 1704 nach einem Schiffbruch vier Jahre lang alleine auf einer Insel des Juan-Fernández-Archipels. Seine Geschichte gilt als Vorbild für Daniel Defoes Roman Robinson Crusoe von 1719.
siehe auch: Liste der Gouverneure Chiles
Spanische Truppen unter General Mariano Osorio aus Peru gingen daraufhin bei Valdivia an Land und zogen gegen die patriotas zu Felde. Wie in allen südamerikanischen Unabhängigkeitskämpfen bekämpften sich vor allem Kreolen untereinander. Die chilenische Befreiungsarmee unter José Miguel Carrera und Bernardo O'Higgins wurde am 1. Oktober 1814 in der Schlacht von Rancagua von den spanischen Truppen aufgerieben, die Heerführer der Chilenen flohen nach Argentinien. Die Zeit zwischen 1814 und 1817 nennt man die Zeit der Reconquista. Mit Unterstützung des Argentiniers José de San Martín stellten sie ein gemeinsames Heer gegen die Spanier auf. Sie überquerten die Anden und besiegten die weit größere spanische Armee am 12. Februar 1817 in der Schlacht von Chacabuco.
DiegoPortales.jpg]] Chile proklamierte am 12. Februar 1818 seine Unabhängigkeit und kurze Zeit später, am 5. April 1818, errangen die Patrioten in der Schlacht von Maipú einen weiteren wichtigen Sieg. 1820 eroberte die chilenische Flotte unter Thomas Cochrane die Stadt Valdivia zurück, aber erst 1826 waren die letzten Spanier, die sich auf die Insel Chiloé zurückgezogen hatten, endgültig besiegt. Als Bürgerkrieg geht der Konflikt ungebrochen weiter: Im Guerra a muerte bekämpfen sich Patrioten und Monarchisten bis zur Präsidentschaft Portales 1833.
O'Higgins wurde zum ersten Präsidenten Chiles, tatsächlich herrschte er als Director Supremo diktatorisch. Er versuchte Sozialreformen umzusetzen, scheiterte aber am Widerstand der Großgrundbesitzer und musste 1823 zurücktreten. Er starb im Exil in Peru. Im folgenden Kampf zwischen Liberalen und Konservativen setzte sich der reformfeindliche Großgrundbesitz durch: 1833 wurde eine autoritär geprägte Präsidialverfassung verabschiedet, die dem Führer der Konservativen, Diego Portales Palazuelos, auf den Leib geschneidert war.
Das Schulsystem wurde eingeführt und das Kulturleben erfuhr eine Blüte: 1843 wird die Universidad de Chile gegründet, 1888 die Pontificia Universidad Católica. Der Venezolaner Andrés Bello erarbeitete das Bürgerliche Gesetzbuch Chiles, den Código Civil de Chile. Es trat am 1. Januar 1857 in Kraft. 1853 führte die chilenische Post die ersten Briefmarken ein.
Im Zuge des Aufschwungs der Wirtschaft gewannen die Liberalen wieder stärker an Einfluss. Durch die 1836 erfolgte Vereinigung von Bolivien und Peru sahen sich Chile und Argentinien bedroht; ihr Eingreifen führte zum Peruanisch-Bolivianischen Konföderationskrieg, der bis 1839 andauerte.
1859 kam es in Copiapó und Chañarcillo zur Revolución Constituyente. Der Minenbesitzer Emiterio Goyenechea führte in der Atacama-Region seine eigene Silberwährung ein. Die Regierung von Manuel Montt Torres entsandte daraufhin Truppen um die Revolution niederzuschlagen. Am 29. April 1859 schlug eine Armeeeinheit unter Leutnant Salvador Urrutia die Revolutionäre von General Pedro León bei La Serena.
1865 und 1866 erfolgte ein letztes Aufbäumen der alten Kolonialmacht Spanien im Spanisch-Südamerikanischen Krieg. Diesmal waren Chile und Peru Verbündete, die die spanischen Angriffe von See letztendlich abwehrten.
1891 revoltierte die chilenische Marine gegen den Präsidenten José Manuel Balmaceda, worauf es zum Bürgerkrieg kam. In diesem Konflikt starben rund 6.000 Menschen. Balmaceda verlor zwei größere Schlachten und beging am 18. September 1891 Selbstmord.
Am 16. August 1906 erschütterte ein sehr starkes Erdbeben mit anschließendem Tsunami die Stadt Valparaíso, die fast komplett zerstört wurde. Rund 20.000 Menschen starben.
In der Regierungszeit von Germán Riesco Errázuriz (1901–1906) wurde der Edelmetallanteil der Münzwährung verringert und damit der Peso deutlich abgewertet, was zu einem Anstieg der Inflation in Chile führte. Eine Spekulationswelle durchzog Chile und erschütterte die chilenische Wirtschaft. Drastische Preiserhöhungen waren die Folge, es kam zu Arbeiteraufständen und großen Demonstrationen in Santiago. Die Regierung setzte das Militär ein; etwa 200 Menschen starben bei den Auseinandersetzungen.
Mit der industriellen Ausbeutung der Bodenschätze entstand auch in Chile eine Schicht von Arbeitern. Sie begannen sich zu organisieren und für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen. 1898 wurde mit der Sociedad de resistencia (Widerstandsvereinigung) der erste Vorläufer der chilenischen Gewerkschaften von Eisenbahnarbeitern in Santiago gegründet. 1907 schlug das Militär einen Streik in Iquique mit großer Härte gegen die Streikenden und ihre Familien nieder. In der Schule Santa María wurden dabei nach heutigen Schätzungen etwa 2.000 bis 3.600 Menschen umgebracht. Im Jahr 1912 wurde die Sozialistische Arbeiterpartei (Partido Obrero Socialista POS) gegründet, die zehn Jahre später in Partido Comunista de Chile (Kommunistische Partei Chiles) umbenannt wurde (siehe auch Parteiensystem Chiles).
Das Königreich von Araukarien und Patagonien gehört zu den skurrilsten Episoden der chilenischen Geschichte. Im Jahre 1858 reiste ein unbekannter französischer Rechtsanwalt namens Orélie Antoine de Tounens nach Chile. Er war von der Idee besessen mit den Mapuche und den Indianern Patagoniens ein eigenes Königreich zu errichten. Nach Verhandlungen mit dem Kaziken Mañil reiste er in die Region Bio-Bio. Mañil war inzwischen verstorben, aber sein Nachfolger Quilapán nahm ihn herzlich auf. Tounens legte den Mapuche eine eigene Verfassung vor und konnte die Indianer überzeugen, ihn am 17. November 1860 zum König von Araukarien und Patagonien zu wählen. Die chilenische Regierung und andere Regierungen ignorierten ihn vorläufig einfach. Schließlich verriet ihn sein Diener Juan Rosales Baptist an die chilenischen Behörden, die ihn festnehmen ließen. 1863 wurde Tounens nach Frankreich abgeschoben. Trotzdem versuchte er mehrmals nach Südamerika zurückzugelangen, um sein Königreich erneut aufzubauen.
1881 wurde im Süden Chiles der letzte große Aufstand der Mapuche niedergeschlagen. Das Indianerland wurde an Siedler vergeben. In der Region südlich von Temuco gründeten Einwanderer – viele von ihnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz – zahlreiche neue Städte auf ehemaligem Indianergebiet.
1890 gab die Regierung die Dawson-Insel zur Besiedlung frei. Mit der zunehmenden Nutzung der Grasländer Feuerlands als Weideplätze für Schafe Ende des 19. Jahrhunderts kam es zum systematischen Genozid an dem kriegerischen Volk der Ona. Durch die Errichtung von Zäunen in den Jagdgebieten der Ona entzogen die großen Schafzuchtbetriebe den Ureinwohnern die Jagdgebiete und als diese begannen, Schafe (die sie als Weiße Guanacos bezeichneten) zu erlegen, kam es zu blutigen Konflikten und zum systematischen Genozid dieser Ureinwohner Feuerlands. So ist etwa nachgewiesen, dass die Besitzer der großen Estancias Kopfgelder auf getötete Indianer aussetzten. Berüchtigt war insbesondere ein englischer Verwalter der Estancia José Menéndez, namens Alexander MacLennan, der um 1890 die Jagd auf Indianer als eine Art Sport ansah. Um 1925 waren die dort lebenden restlichen Alacalufes (Kawesqar) und Ona (Selk'nam) ausgerottet, wobei die letzten an Seuchen starben.
Die Besiedlung West-Patagoniens und der Región de Aisén erfolgte erst relativ spät. Um 1892 begann der deutsche Kartograph Hans Steffen mit der systematischen Erforschung der Region südlich von Puerto Montt. Maßgeblich an der Besiedlung der Gegend war auch der deutsche Abenteurer Hermann Eberhard beteiligt, der sich in der Provinz Última Esperanza ansiedelte (nahe dem Torres-del-Paine-Nationalpark). Er nutzte riesige Gebiete zur Schafzucht.
Ein unrühmliches Kapitel der chilenischen Geschichte ist die Annexion der Osterinsel (Rapa Nui) 1888. Die ursprüngliche Bevölkerung bekam nur ein kleines Gebiet an der Westküste zugewiesen, während der Rest der Insel von einem französisch-britischen Konsortium intensiv als Weideland für Schafe und Rinder genutzt wurde und unter Androhung von Strafe nicht betreten werden durfte. Dies blieb im Wesentlichen so bis zum Jahr 1955, als die chilenische Marine die Bewirtschaftung der Schaffarm übernahm. Die Bewohner der Insel unterstanden einer restriktiven militärischen Verwaltung, an der Spitze ein von Chile eingesetzter Militärgouverneur. Bis zum Jahre 1967 herrschte auf der Insel das chilenische Kriegsrecht. Eigenständige, demokratische Strukturen in der lokalen Verwaltung wurden erst Ende der sechziger Jahre zugelassen.
Chuqui1.jpg heute]] 1851 wurde die erste Eisenbahn von Caldera nach Copiapó gebaut und man begann mit der Ausbeutung von Chiles Bodenschätzen. 1852 begann in Lota und Coronel der Abbau von Kohle. Schon 1832 wurde in Chañarcillo (50 km südlich von Copiapó) eine große Silberlagerstätte entdeckt. Damit wurde Chile für Jahrzehnte zu einem der größten Silberproduzenten der Welt.
Doch ein Rohstoff stellte in seiner Bedeutung alle anderen bei weitem in den Schatten: Salpeter. Schon 1820 hatte der Naturforscher Mariano de Rivero im Norden Chiles Salpeterlager (Chilesalpeter, Natriumnitrat) gefunden. 1873 begann der Abbau durch die Salpeter- und Eisenbahngesellschaft von Antofagasta. 1913 machte Nitrat, das zur Produktion von Dünger und Sprengstoff verwendet wurde, unglaubliche 71% der chilenischen Exporte aus (Kupfer als zweitwichtigstes Gut nur 7%). Die Oberschicht und Minenbesitzer erlangten schnell einen unglaublichen Reichtum, während die Arbeiter ein erbärmliches Leben führten. 1884 erlangte Chile mit Antofagasta und der Provinz Atacama von Bolivien den Besitz weiterer Gebiete mit Salpetervorkommen.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam der Kupferbergbau in großem Maßstab hinzu. Ab 1904 begann in Sewell und in Chuquicamata (1914) der Kupferabbau. Neue elektrolytische Verfahren erlaubten Chile im großen Stil Kupfer zu produzieren und zu exportieren. Doch erst während der Weltwirtschaftskrise verdrängte Kupfer Salpeter als wichtigstes Exportgut, was es bis heute geblieben ist.
siehe auch Wirtschaft Chiles
Der Salpeterkrieg (spanisch: Guerra del Pacifico), den Chile von 1879 bis 1883 gegen Bolivien und Peru führte, war eine Auseinandersetzung um das Gebiet um Antofagasta und die heutige chilenische Provinz Atacama. Grund waren die dort liegenden immensen Nitratvorkommen.
Chilenische Unternehmen begannen das Nitrat abzubauen, was Peru und Bolivien 1873 den Anlass für eine geheime Allianz gab, mit der Zielsetzung die chilenischen Gesellschaften zu übernehmen. Bolivien wurde 1874 von Chile die Kontrolle über das bis dahin umstrittene Gebiet zugesichert, unter der Bedingung, dass die chilenischen Firmen 25 Jahre lang keine Steuern zahlen müssen.
1878 verlangte der bolivianische Präsident Hilarión Daza dennoch Steuern von den chilenischen Unternehmen, die er sogar zum Jahre 1874 zurückdatierte, und provozierte damit eine chilenische Intervention, die ihrerseits den Grenzvertrag von 1874 damit für null und nichtig erklärten. Der Salpeterkrieg endete für Chile mit erheblichen Landgewinnen im Norden. Der Vertrag von Ancón regelte den Konflikt zwischen Chile und Peru. Die Städte Arica und Tacna blieben vorläufig unter chilenischer Kontrolle. Erst 1929 wurde Tacna an Peru zurückgegeben, Arica blieb in Chile. Bolivien verlor seine Pazifikzugänge und große Gebiete in der Atacamawüste, welches Bolivien in einem Vertrag in 1904 anerkannte. Bis heute gibt es immer wieder die Forderung von Bolivien nach einen freien Pazifikzugang.
Ab 1893 verschärften sich die Grenzprobleme mit Argentinien, nachdem Bolivien einen Teil der Puna de Atacama an Argentinien abgetreten hatte. Diese war seit dem Salpeterkrieg von Chile besetzt. Zwischen Chile und Argentinien kam es zu einem Wettrüsten. Erst der britische König Edward VII. konnte 1902 den Grenzstreit schlichten. Patagonien und Feuerland wurden neu aufgeteilt, davon fielen 54.000 km² an Chile und 40.000 km² an Argentinien. Die Grenzstreitigkeiten mit Bolivien wurden 1905 nur vorläufig beigelegt.
Bis in die neunziger Jahre kam es immer wieder zu Reibereien und militärischen Drohgebärden zwischen den Ländern, etwa beim Streit um den Fitz Roy und die unbewohnten Inseln Lennox, Picton und Nueva im Beagle-Kanal.
Trotz des auf Kupferexport fußenden Reichtums waren die Lebensbedingungen der meisten Menschen miserabel. Im 19. Jahrhundert beanspruchten wenige Familien etwa 90% des Landes für sich, die meisten (landlosen) Bauern arbeiteten als Landarbeiter (inquilinos) für diese patrones. So hatte Chile 1913 zwar ein durchschnittliches Pro-Kopf-Einkommen von 2653 US-Dollar und damit mehr als Italien, doch lag die Lebenserwartung nur bei 30 Jahren (im Vergleich zu 47 Jahren in Italien und immerhin 46 Jahren in Argentinien).
Als im Zuge des ersten Weltkrieges die Absatzmärkte für Salpeter zusammenbrachen, kam es zu einem tiefen Wirtschaftsabschwung. Dagegen protestieren Arbeiter 1918 in Santiago mit Hungermärschen (Marchas de hambre).
Die Weltwirtschaftskrise ab 1929 traf Chile wie kein anderes Land. Die Preise für die wichtigsten Exportgüter Kupfer und Salpeter fielen ins Bodenlose. 1932 lagen die Exporterlöse um 82% niedriger als vier Jahre zuvor und die Wirtschaftsleistung hatte um 40% abgenommen. 1931 waren 60% der Bergarbeiter arbeitslos und es kam zu gewalttätigen Protesten. Ab 1932 erfolgte eine langsame Erholung des Landes, doch erst 1937 erreichten Wirtschaftsleistung und Export wieder die Werte von 1928.
Seit 1939 wird die Importsubstitution aktiv betrieben. In diesem Jahr erfolgte die Gründung der CORFO (Corporación de Fomento de la Producción).
siehe auch Wirtschaft Chiles
1934 kam es zu einer großen Bauernrebellion in Ranquil. Die Mapuche versuchten Teile ihrer angestammten Gebiete zurückzuerobern. Erst der Einsatz der Armee konnte diesen letzten großen Mapucheaufstand beenden.
In den 30er Jahren erhielten faschistische Bewegungen immer mehr Zulauf. Als Reaktion wurde 1936 die antifaschistische Volksfront (Frente Popular) gegründet, der auch die Radikale Partei unter Präsident Pedro Aguirre Cerda beitrat. Im folgenden Jahr wurde die faschistische Falange Nacional gegründet. 1938 trat die Sozialistische Partei der Frente Popular bei. Die politischen Auseinandersetzungen wurden immer gewalttätiger. Nationalsozialistische Jugendliche wurden im Gebäude der Sozialversicherung von der Polizei ermordet, als sie einen Anschlag auf die Moneda planten (Masacre del Seguro Obrero). 1938 versucht die Nationalsozialistische Bewegung Chiles zu putschen, wobei es zu einem Massaker kommt. 1941 löst sich die Frente nach dem von den Sozialisten abgelehnten Hitler-Stalin-Pakt und dem Tod Aguirres auf.
Beim Erdbeben von Chillán in der Nacht vom 24. auf den 25. Januar 1939 starben mehr als 25.000 der 41.000 Einwohner. Die Stadt besteht heute praktisch nur aus modernen Gebäuden, da das Erdbeben fast alle historischen Gebäude zerstörte.
Nachdem Chile im Zweiten Weltkrieg lange Zeit – auch aus Rücksicht auf die zahlreichen deutschstämmigen Chilenen – neutral geblieben war, beschloss 1944 Präsident Juan Antonio Ríos Morales (Mitglied der radikalen Partei) als Verbündeter der USA in den Krieg einzutreten. Der Einfluss Chiles auf den Kriegsausgang blieb aber bescheiden. 1945 gehörte das Land zu den Gründungsmitgliedern der Vereinten Nationen.
Großer Gegenspieler der Konservativen, die mit ihrem Kandidaten Jorge Alessandri 1958 zum letzten Mal die Präsidentschaftswahl gewannen, wurden die Christdemokraten, die zwar strikt antikommunistisch, nach europäischen Maßstäben aber in Fragen der Sozialpolitik gemäßigt links eingestellt waren. Unter der konservativen Präsidentschaft der fünfziger Jahre wurde die kommunistische Partei verboten, und einige ihrer Führer und Unterstützer, darunter der Dichter Pablo Neruda, mussten ins Exil gehen.
Mit der Machtübernahme Fidel Castros in Kuba im Jahr 1959 geriet Lateinamerika stärker ins Blickfeld der USA. Im kalten Krieg versuchten die Vereinigten Staaten, weitere kommunistische Regimes in Amerika zu verhindern und begannen über politische Einflussnahme und ihre Geheimdienste zusehends, auch in Chile aktiv zu werden.
Am 22. Mai 1960 erschütterte das bisher stärkste gemessene Erdbeben der Welt, mit anschließendem Tsunami, Chile. Es hatte die Stärke 9,5 auf der Richterskala. Es starben mehr als 2.000 Menschen.
Die Kräfte der Linken hatten 1969 die Unidad Popular (UP) gegründet, ein Wahlbündnis, dem neben der Kommunistischen und der Sozialistischen Partei noch mehrere kleine marxistische und christliche Parteien angehörten. Dieses Bündnis stellte 1970 als Präsidentschaftskandidaten Salvador Allende auf, der schon 1964 für die sozialistische Partei kandidiert hatte.
Allende erhielt bei den Wahlen vom 4. September 1970 36,6% der Stimmen. Sein konservativer Gegner, Jorge Alessandri, kam auf 35,3%, und der Christdemokrat Radomiro Tomic erzielte 28,1%. Absolut belief sich Allendes Vorsprung auf lediglich 36.000 Stimmen. Das Parlament ernannte ihn schließlich mit den Stimmen der Christdemokraten, denen er im Gegenzug die Erhaltung der verfassungsmäßigen Ordnung versprach, zum Präsidenten. Auch wenn die UP zu keiner Zeit im Kongress über eine eigene Mehrheit verfügte, wurde mit Allende zum weltweit ersten Mal ein marxistischer Regierungschef demokratisch legitimiert.
Der Schwerpunkt von Allendes Wirtschaftspolitik war die entschädigungslose Verstaatlichung der Bodenschätze, die Enteignung von ausländischen Großunternehmen, der Banken und eine Agrarreform, bei der 20.000 km² Fläche von Großgrundbesitzern an Bauern übergeben werden sollten. Die sozialistische Regierung wollte Chile weniger abhängig vom Rest der Welt, insbesondere von den USA, machen. 1970 wird der Kohlebergbau und die Textilindustrie verstaatlicht. Ein Jahr später werden die noch in (vor allem US-Amerikanischem) Privatbesitz befindlichen Anteile am Kupferbergbau mit Zustimmung aller Parlamentsparteien sozialisiert. Im gleichen Jahr werden auch die Banken verstaatlicht. Im Jahr 1971 wächst die Wirtschaft um 11% und die Arbeitslosigkeit sinkt auf 3%. Allerdings beginnt die Inflationsrate deutlich zu steigen.
Allende begann den Aufbau eines kybernetischen Daten-Netzes, das eine Art frühen sozialistischen Vorläufer des Internets darstellte, das sog. Cybersyn-Projekt (das inzwischen weithin in Vergessenheit geraten ist). Es sollten, anders als z. B. in der zentralistischen Sowjetunion, Abläufe vernetzt werden.
1971 setzte Allende sein Wahlversprechen um und verstaatlichte die Kupfermienen mit einer parteiübergreifenden Unterstützung - sogar die konservativen Kräfte unterstützten diese Entscheidung, um bei der Bevölkerung nicht als unpatriotisch zu gelten. Um die Entschädigung der amerikanischen Kupferfirmen tief zu halten, wurden die Gewinne der Firmen seit 1955 mit der Entschädigungssumme verrechnet - schlussendlich bedeutete dies, dass keine Entschädigungen zu zahlen waren.Sater, William F.: Chile and the United States. Empires in Conflict. Athens / London 1990. (S. 169-174)
In der Folge strichen die USA sämtliche Hilfsmittel für Chile und verhängten nach der Verstaatlichung mit 14 anderen Staaten einen Kaufboykott über Kupfer. Gleichzeitig fehlten Devisen für den Import von Rohstoffen, Maschinen und Ersatzteilen, und wegen mangelhafter Investitionen der Privatunternehmen waren die Kupferbergwerke in einem maroden Zustand. Alle diese Faktoren sorgten dafür, dass Chile 1971 eine Zahlungsbilanz von minus 26 Milliarden US-Dollar aufwies. Man deckte die Schulden, indem man Geld druckte. Dadurch verfünffachte sich der Geldumlauf, und die Inflationsrate überstieg die 300%-Marke, um 1973 auf fast 700% zu steigen.
1972 spitzte sich die Lage weiter zu. Zu den hausgemachten Problemen aufgrund der desolaten Haushaltspolitik kam hinzu, dass die Regierung Allende aus westlicher Sicht nicht mehr kreditwürdig war, eine Haltung, die von der Regierung von US-Präsident Richard Nixon vehement unterstützt wurde. Nixon wollte die Kommunisten in Chile "ausquetschen", wie er es nannte. Aus Angst vor Enteignung setzte eine Kapitalflucht ins Ausland ein. Die Privatinvestitionen wurden aus Angst vor der Verstaatlichung zurückgeschraubt. Auf die Sowjetunion konnte Chile nur ideologisch zählen, Devisenhilfe konnte Allende aus Moskau nicht erwarten. Auch innenpolitisch setzten Nixon und Kissinger ihre Politik der Destabilisierung fort.
Die Proteste im Land schwollen an: Bauern protestierten gegen die Durchführung der Landverteilung, die Kollektive gegenüber Vertragsfarmern bevorzugte, sie besetzten Bauernland und so kam es zu Nahrungsmittelengpässen. 1972 mussten Lebensmittel rationiert werden und die Regierung war gezwungen, Devisen für die Einfuhr von Nahrungsmitteln aufzuwenden. Im Herbst 1972 streikten etliche Berufsgruppen, darunter Lastwagenfahrer, Bankangestellte, Arbeiter und Studenten, um eine Wende in der Wirtschaftspolitik zu erzwingen. Es kam zu Straßenschlachten. Allende rief den Notstand aus. Radikale rechte Gruppen antworteten sogar mit Terror und Sabotage. Es gab in Allendes Amtszeit insgesamt sechshundert Terroranschläge auf Eisenbahnen, Brücken, Hochspannungsleitungen und Pipelines.
Durch Einbindung des Militärs im November 1972 mit der Ernennung von General Carlos Prats zum Innenminister konnte der Streik beendet werden. Als es im Juli 1973 zu neuen Streiks der Lastwagenfahrer und der Studenten mit Unterstützung weiter Kreise der konservativen Opposition kam, berief er weitere hochrangige Offiziere in sein Kabinett - die politische Gesinnung innerhalb des Militärs hat sich jedoch gewendet.Sater, William F.: Chile and the United States. Empires in Conflict. Athens / London 1990. (S. 178-181) Bereits im Juni 1973 wurde ein erster Putschversuch eines Panzerregiments von regierungstreuen Militärs niedergeschlagen. General Prats trat anfangs September 1973 zurück, da er die Unterstützung der Armee verloren hatte.Sater, William F.: Chile and the United States. Empires in Conflict. Athens / London 1990. (S. 181) An Stelle des zurückgetretenen Prats ernannte Allende am 25. August 1973 General Augusto Pinochet zum Oberkommandierenden des Heeres.
Bei der Parlamentswahl 1973 steigerte die UP ihren Stimmenanteil noch einmal auf 44%. Sie verfehlte jedoch die absolute Mehrheit. Gleichzeitig erhielten auch rechte Parteien mehr Stimmen. Sie reichten allerdings auch mit den Stimmen der Christdemokraten nicht aus, um Allende des Amtes zu entheben (nötig sind 2/3). Am 22. August 1973 sprach der Kongress in einer symbolischen Geste Allende das Misstrauen aus. Am 10. September 1973 erklärte sich Allende bereit, durch ein Plebiszit die verfahrene Situation demokratisch zu entscheiden.
Nachdem Pinochet die Macht ergriffen hatte, sagte U.S. Außenminister Henry Kissinger, dass die Vereinigten Staaten „es nicht getan haben“ (bezüglich des Putsches selbst), aber dass sie „die größtmöglichen Voraussetzungen geschaffen haben“ Peter Kornbluh (26. Mai 2004), "The Kissinger Telcons: Kissinger Telcons on Chile", National Security Archive Electronic Briefing Book No. 12, Online im Internet: http://www.gwu.edu/~nsarchiv/NSAEBB/NSAEBB123/chile.htm. Kürzlich veröffentlichte Dokumente zeigen, dass die US-Regierung und die CIA den Sturz Allendes 1970 angestrebt haben (Project FUBELT). Eine direkte Beteiligung am Putsch von 1973 kann durch die bisher veröffentlichten Regierungsdokumente nicht bewiesen werden. Andererseits haben die USA im Zeitraum vor dem Putsch ihre Militärhilfe an Chile massiv gesteigert. Viele relevante Dokumente unterliegen aber immer noch der Geheimhaltung (U.S.-Intervention in Chile).
Am 17. September 1974 bestätigte US-Präsident Gerald Ford die finanzielle Unterstützung der Opposition durch die CIA gegen die chilenische Volksfrontregierung unter Allende von 1970 bis 1974. Eine Beteiligung am Militärputsch wird aber offiziell von der US-Regierung dementiert.
In der Erklärung der Putschisten vom 11. September 1973 heißt es:
" ... erklären die Streitkräfte ...
1. Der Präsident (Allende) der Republik hat seine hohen Vollmachten unverzüglich den chilenischen Streitkräften ... zu übergeben.
2. Die chilenischen Streitkräfte sind sich einig in ihrer Entschlossenheit, die verantwortliche historische Mission zu übernehmen und den Kampf für die Befreiung des Vaterlandes vom marxistischen Joch ... zu führen.
3. Die Arbeiter Chiles brauchen nicht daran zu zweifeln, dass der wirtschaftliche und soziale Wohlstand, den sie bis zum heutigen Tage erreicht haben, keine großen Veränderungen erfahren wird.
4. Die Presse, die Rundfunksender und die Fernsehkanäle der Unidad Popular haben von diesem Zeitpunkt an die Verbreitung von Information einzustellen, ansonsten werden sie zu Lande und aus der Luft angegriffen.
5. Die Bevölkerung von Santiago de Chile hat in ihren Häusern zu bleiben, damit der Tod unschuldiger Menschen vermieden wird.
Ende Oktober 1973 gibt die Junta ein "Weißbuch" heraus, in dem die nach ihrer Ansicht von der Regierung von Salvador Allendes verursachten wirtschaftlichen Fehlentscheidungen und vollzogenen Verstöße gegen die Verfassung geschildert werden und behauptet wird, während der "Volksfrontregierung" seien über 100 Menschen durch politische Gewaltakte ums Leben gekommen. Während nach Angaben der Junta bis Mitte Oktober 1973 durch den Putsch 450 Zivilisten sowie 40 Soldaten und Polizisten getötet worden sein sollen. Am 11. September 1974 wird in einer Massendemonstration der Putsch von 1973 im Land gefeiert. Einige Minister der ehemaligen "Volksfrontregierung" werden im Zuge der Feierlichkeiten aus der Haft entlassen.
Als Todeskarawane erlangt ein Exekutionskommando unter Kommandant Arellano Stark traurige Berühmtheit. Als Pinochet persönlich unterstellter und später zum General ernannter Offizier ermordeten er und seine Soldaten im ganzen Land 72 bereits verhaftete Regimegegner.
In den dünn besiedelten Wüstengebieten im Norden Chiles und in Patagonien errichtete das Militär Konzentrationslager, wo Oppositionelle und deren Sympathisanten nicht selten zu Tode gefoltert oder unter anderem mit Flugzeugen hinaus aufs Meer geflogen und dort hinausgeworfen wurden. Es kam unter einigen Offizieren zu makabren Wettstreiten um die größten Grausamkeiten.
Für die Zeit unmittelbar nach dem Putsch sind die Berichte über die begangenen Verbrechen oft lückenhaft oder fehlen ganz. Etwa ab 1976 sind die Verbrechen dagegen relativ gut dokumentiert. Die Schätzungen über die Opferzahlen variieren deshalb sehr stark.
Nach den bürgerkriegsähnlichen, von unglaublicher und massenhafter Gewalt seitens der Militärs geprägten Wochen nach dem Putsch mit Tausenden Toten ging das Regime in den nächsten Jahren dazu über, die politische Opposition auszuschalten. Hunderte Menschen wurden entführt, gefoltert oder "auf der Flucht erschossen". Tausende wurden zwangsweise des Landes verwiesen oder in abgelegene Landesteile im Norden oder Süden verbannt. Nach 1977 war praktisch jeder Widerstand ausgeschaltet, alle Gegner ermordet, im Ausland oder eingeschüchtert. Auch bedingt durch den Wirtschaftsboom nahm das Ausmaß der Repression etwas ab.
| Quelle | Datum der Schätzung | Tote |
|---|---|---|
| CIA-Direktor William Colby | Oktober 1973 | 2000 – 3000 |
| Amnesty International | September 1974 | 5000 – 30.000 |
| amerikanische Botschaft in Santiago | ca. 5000 | |
| Vicaría de la Solidaridad | 1200 | |
| Agrupación de Familiares de Ejecutados | ca. 2500 | |
| Interamerikanische Menschenrechtskommission der OAS | ca. 1500 |
| Jahre | Anzahl |
|---|---|
| 1973 | 309 |
| 1974 | 222 |
| 1975 | 75 |
| 1976 | 109 |
| 1977 | 12 |
| 1978 | 1 |
| 1984 | 1 |
| 1987 | 5 |
Die willkürliche Gewalt, Hausdurchsuchungen und Militäreinsätze in den poblaciones (Armenvierteln) Santiagos nahmen immer größere Ausmaße an. Hier kämpfte die linksgerichtete Stadtguerilla Movimiento de Izquierda Revolucionaria (MIR) gegen die Diktatur. Im Laufe der 80er Jahre wurden mindestens 84 Oppositionelle "bei bewaffneten Auseinandersetzungen" erschossen. Zwar nahm die Anzahl der Verschwundenen ab, doch die Folter von Regimekritikern wurde nicht weniger. Traurige Berühmtheit erlangten die 1986 erschossenen Brüder Vergara Toledo und die Jugendlichen Rodrigo Rojas und Carmen Quintana, die von Militärs bei lebendigem Leibe angezündet wurden, wobei Rojas starb.
Mit dem Putsch von Augusto Pinochet 1973 wurde zunächst unter extremen sozialen Kosten wie Armut, Repression und Unterdrückung die Inflation erfolgreich gesenkt. Unterstützt wurde dies vom Wohlwollen des westlichen Auslands: schon wenige Tage nach dem Staatsstreich war in der Frankfurter Allgemeine Zeitung zu lesen: "Chile: jetzt investieren!". Schon kurz nach der Machtübernahme Pinochets begannen auch die USA wieder, Chile intensiv mit Wirtschaftshilfe zu unterstützen. Auf amerikanischen Druck waren auf einmal auch internationale Organisationen wieder bereit, Chile Kredite zu gewähren. Nach Angaben des IWF stieg die chilenische Auslandsverschuldung Ende 1973 auf 3,4 Milliarden US-Dollar. Mit den Mitgliedern des "Pariser Clubs" (darunter auch die Bundesrepublik Deutschland) wird ein Umschuldungsabkommen getroffen. Die Lebenshaltungskosten steigen 1973 auf über 500 %, bis Juli 1974 weiter um 176 %.
Nach einem Besuch des amerikanischen Ökonomen Milton Friedman in Chile im Jahre 1975 gewann die marktliberale Strömung innerhalb des Regimes die Oberhand über eher nationalistisch-populistische Tendenzen. Die zahlreichen Chilenen und Ausländer, die Pinochet als Wirtschaftsberater aus den USA holte, vertraten marktliberale Linie des Monetarismus, die heute von Ökonomen als neoliberal bezeichnet wird; viele von ihnen kamen aus dem Umfeld von Milton Friedman von der University of Chicago, daher ihre Bezeichnung Chicago Boys. Die Regierung setzte ein umfassendes Liberalisierungs- und Privatisierungsprogramm durch: Bis 1979 wurden 20% der Staatsbediensteten entlassen und der Staatshaushalt um die Hälfte zusammengestrichen. Davon profitierten die Investoren, weil die Zölle und Steuern stark sanken. Die Wirtschaftspolitik setzte auf Privatinitiativen und entzog weite Teile des Gesundheitswesens und der Bildung der staatlichen Verantwortung. Die Verstaatlichung der Kupferindustrie hielt Pinochet allerdings aufrecht. Aus den Einnahmen der Kupfergesellschaften wird bis heute das chilenische Militärbudget finanziert.
Die Einleitung neoliberaler Wirtschaftsformen führte zwar zum Rückgang der Inflation und 1977 bis 1980 zu einem Wirtschaftsaufschwung, jedoch folgte 1982/83 eine gravierende Rezession, zurückzuführen auf auf die globale Wirtschaftskrise. Als Folge der rigorosen Wirtschaftspolitik klafften die Unterschiede zwischen Arm und Reich in Chile wieder deutlicher auseinander und breite Bevölkerungsschichten verarmten. Ab Mitte der 80er Jahre profitierte die Volkswirtschaft insgesamt von hohen Wachstumsraten.
Da sich das neoliberale Dogma vom minimalistischen Staat auch auf die Bildungspolitik auswirkte, ist heute Chile (wie auch fast alle anderen Staaten des Kontinents) im High-Tech-Bereich asiatischen Schwellenländern weit unterlegen. So fielen die Ausgaben für Bildung zwischen 1982 und 1989 real um 27%. Heute bestehen 78% der staatlichen Ausgaben für Bildung aus Subventionen für Privatschulen und Schüler aus der Unterschicht.
Von 1977 bis 1981 wuchs die Wirtschaft Chiles um 46%, die Inflation sank aus dem dreistelligen Bereich auf 20% und die Arbeitslosenquote stabilisierte sich bei 15%. Die radikalen Reformen schienen Erfolg zu haben.
Bedingt durch die wirtschaftliche Entspannung, vor allem aber durch die massive Repression der letzten Jahre, wurde der Widerstand gegen das Regime schwächer. Zahlreiche Oppositionelle waren ermordet worden oder ins Exil geflohen, und die die noch im Land waren, waren vor allem damit beschäftigt, sich vor Pinochets Unterdrückungsapparat zu verstecken.
Auf dem Höhepunkt seiner Macht wollte der Diktator eine neue Verfassung verabschieden. 1978 hielt Pinochet ein Referendum ab, das ihn im Amt bestätigen sollte. Er erhielt etwa 75% Zustimmung, die Abstimmung fand allerdings unter großem Druck statt, so dass man nicht von einer freien Wahl sprechen kann. Pinochet lockerte in der Folgezeit die Diktatur: Zivilisten erhielten Zutritt in das Kabinett und 1980 wurde — unter der Federführung des konservativen Ex-Präsidenten Jorge Alessandri — eine neue Verfassung geschrieben und per Volksabstimmung abgesegnet, die aber wieder unter großem Druck der Staatsmacht abgehalten wurde. 67% der Chilenen nahmen angeblich die Verfassung an. Die neue Verfassung legitimierte Pinochets umfassende Machtbefugnisse und stand ihm eine weitere Amtszeit als Präsident zu, die bis 1989 gelten sollte.
Mit der weltweiten Rezession von 1982 und dem Verfall der Kupferpreise geriet Chiles wirtschaftspolitischer Kurs ins Schlingern. Das Land war im Ausland hoch verschuldet. Mit einem harten Sanierungsprogramm, Lohnkürzungen im öffentlichen Dienst und dem Kürzen von Nahrungsmittelsubventionen steuerte die Regierung dagegen. Ein Drittel der Bevölkerung war unterernährt, Chile hatte rund 25% Arbeitslose und über 50% lebten unter der Armutsgrenze.
Die harte Wirtschaftspolitik erregte Proteste. 1982 kam es in vielen chilenischen Städten zu "Hungermärschen" und Protesttagen (Dias del protesto). Ihre Forderung lautet: "Brot, Arbeit, Gerechtigkeit und Freiheit". Viele Beobachter rechneten mit einem Sturz Pinochets. Doch durch die Ausrufung des Ausnahmezustandes 1983 konnten die Proteste unter Kontrolle gebracht werden.
Siehe auch: Wirtschaft Chiles
Aus den Selbsthilfeorganisationen in den poblaciones entwickelten sich eine Reihe von politischen Gruppierungen, die gegen die Diktatur kämpften. Es kam zu einer Welle an Bombenanschlägen in den großen Städten, vor allem gegen hochrangige Offiziere. Nachdem 1986 gar ein Mordanschlag, organisiert von einer Schweizerin, an Pinochet verübt wurde, verschärfte die Regierung innenpolitische Repressionen erneut.
Auch die Lage im Ausland änderte sich seit den frühen 80er Jahren. Die Militärdiktaturen in Brasilien und Argentinien wurden durch Demokratien abgelöst, der Kalte Krieg begann sich in Glasnost und Perestroika aufzulösen und die US-Außenpolitik achtete seit der Iran-Contra-Affäre zunehmend auf die Menschenrechtssituation in von ihnen unterstützten Regimen.
Beagle-Konflikt: Im Dezember 1978 kam es zu kriegerischen Drohungen zwischen Argentinien und Chile. Die unbewohnten Inseln Lennox, Picton und Nueva im Beagle-Kanal wurden zum Streitpunkt, vor allem weil in der Gegend größere Öl-Reserven vermutet wurden. Der Streit wurde erst durch Vermittlung des Vatikans mit einem Grenzvertrag am 2. Mai 1985 friedlich beigelegt, bei dem alle drei Inseln Chile zugesprochen wurden.
Falklandkrieg: Während des Falkland-Krieges 1982 unterstützte Chile Großbritannien passiv gegen Argentinien, aufgrund der in 1978 vorausgegangenen Drohungen Argentiniens, in Chile einzufallen. Chile ließ ein beschädigtes britisches Flugzeug auf seinem Territorium landen und versorgte es. Des weiteren half Chile Großbritannien mit Radar- und Spionagetätigkeiten. Der chilenische Exluftwaffenchef Fernando Matthei bestätigte später die geheime Kooperation.
Grenzziehung: Seit den 80er Jahren schwelte zwischen den beiden Staaten ein Konflikt um die Grenzziehung in Patagonien am Fitz-Roy-Massiv. 1985 gründete die argentinische Regierung extra das Dorf El Chaltén, um ihren Anspruch zu untermauern. Eine gemeinsame Kommission legte die Grenzen erst zehn Jahre später fest, am 16. Dezember 1998. Es bleibt bis heute nur noch ein kleiner undefinierter Abschnitt im Bereich des Campos de Hielo Sur (südliche Eisfelder) übrig. Dieser Bereich beherbergt eines der größten Süßwasserreservoirs Südamerikas.
Doch mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der achtziger Jahre beruhigte sich Chile auch politisch wieder. Ab 1987 konnten politische Parteien wieder arbeiten. Pinochets verfassungsmäßige Amtszeit näherte sich ihrem Ende. Am 5. Oktober 1988 kam es zur von der Verfassung vorgesehenen Volksabstimmung, ob Pinochet bei den anstehenden Präsidentschaftswahlen der einzige Kandidat sein durfte. Zur großen Überraschung internationaler Beobachter entschieden sich 54 Prozent der Wähler mit "Nein".
Pinochet beugte sich dem Votum: Am 14. Dezember 1989 fanden Präsidentschaftswahlen in Chile statt. Die Kandidaten der Rechten, Finanzminister Hernán Büchi und Francisco Javier Errázuriz erhielten nur 29,4% beziehungsweise 15,4% der Stimmen. Bei einer außerordentlich hohen Wahlbeteiligung von 90% erhielt der Christdemokrat Patricio Aylwin vom Parteienbündnis Concertación, einem breiten Mitte-Links-Bündnis aus Christdemokraten, Liberalen, Sozialdemokraten und Sozialisten, 55,2% der Stimmen. Erst nach mehr als einem Jahr, am 11. März 1990 trat Aylwin das Amt an.
Diese Zeit nutze Pinochet, um seinen Rückzug geordnet durchzuführen, das neoliberale Wirtschaftsmodell zu sichern, Freunde und Unterstützer in einflussreiche Positionen zu hieven und nicht zuletzt auch für sein persönliches Wohl in der Demokratie zu sorgen. Zu Hilfe kam ihm dabei, dass die Verfassung von 1980 schon darauf zugeschnitten war und durch eine Reform am 30. Juli 1989 nur geringfügig geändert wurde.
Pinochets neoliberale Wirtschaftspolitik und die innenpolitische Stabilität nach den bürgerkriegsähnlichen Zuständen der Allende-Jahre imponierte vielen konservativen Politikern (darunter Franz Josef Strauß und Margaret Thatcher), aber auch einem großen Teil des chilenischen Volkes. Die historische Aufarbeitung der Ära Pinochet hat erst vor wenigen Jahren begonnen. Die Meinung der Chilenen ist tief gespalten, die einen sehen in ihm einen Diktator, der Freiheit und Gerechtigkeit bekämpfte, die anderen loben ihn als Retter des Vaterlandes vor dem kommunistischen Chaos.
Im Mai 1995 verurteilt der Oberste Gerichtshof General Manuel Contreras, Chef des Geheimdienstes DINA und seinen Stellvertreter zu 7 bzw. 6 Jahren Haft. Die Straftat war die Anordnung der Ermordung des US-Botschafters Orlando Letelier in Washington im September 1976 (dieser Fall ist der einzige, der auf US-Druck von Anfang an vom Amnestiegesetz von 1978 ausgenommen war).
1993 kam der ehemalige DDR-Staatsratsvorsitzende Erich Honecker nach Santiago, wo seine Tochter lebte, um der Strafverfolgung in Deutschland nach der deutschen Einheit zu entgehen. Er starb im Mai 1994.
Am 3. März 2000 kehrt Pinochet nach Chile zurück und wird mit militärischen Ehren empfangen. Menschenrechtsgruppen und die Angehörigen der Opfer von Pinochets Diktatur antworteten mit Protesten und Mahnwachen, allerdings gibt es auch Solidaritätskundgebungen mit mehreren hundert Teilnehmern. Zwei Tage später entzieht das Berufungsgericht in Santiago auf Antrag des Ermittlungsrichters Juan Guzmán Tapia mit 13:9 Stimmen Pinochet seine Immunität. Es geht um die so genannte „Todeskarawane“, den Mord an 75 Regimegegnern im Oktober 1973, von denen 18 Leichname noch nicht aufgetaucht sind und die deshalb nicht unter das Amnestiegesetz von 1978 fallen. Eine Spezialeinheit der Armee unter dem Kommando des Generals Arellano Stark, dem Delegierten Pinochets, hatte die Menschen ermordet.
Am 1. Dezember 2000 - inzwischen war der Sozialist Lagos als Präsident gewählt worden - leitet Guzmán überraschend das Verfahren ein. Am 5. Januar 2001 veröffentlicht das Militär einen Bericht, in dem sie erstmals das Schicksal der Verschwundenen untersuchen (allerdings nur von 200 von mehr als 1100): Angeblich wurden von den 18 Leichnamen 17 über dem Meer abgeworfen, was sich allerdings nicht belegen lässt. Die Militärs verlangen trotzdem die Einstellung nach dem Amnestiegesetz.
Die Anwälte setzten trotzdem weiter auf die Prozessunfähigkeit. Am 18. Januar attestiert ein Ärzteteam „subkortikale, gefäßbedingte Demenz“ – in Chile (anders als in Großbritannien) zu wenig für eine Verfahrensunfähigkeit. Am 29. Januar erhebt Guzmán Anklage, und löst eine Solidaritätswelle unter Generälen und RN- und UDI-Politikern aus. Am 12. März kommt Pinochet gegen eine Kaution von 2.000.000 Pesos (etwa 3500 Euro) frei. Im Juli 2001 erklärt ein Gericht Pinochet für nicht verhandlungsfähig. Damit ist das endgültige Ende der juristischen Verfolgung Pinochets wegen Menschenrechtsverletzungen beschlossen. Allerdings bedeutet das gleichzeitig das Ende der politischen Karriere als Senator auf Lebenszeit. Am 15. September 2005 wurde die Aufhebung der Immunität von Pinochet durch das Oberste Gericht bestätigt.
Am 30. November 2004 veröffentlichte die staatliche chilenische Comisión Nacional sobre Prisión Politíca y Tortura (etwa: Nationale Kommission über politische Verhaftungen und Folter) ihren Bericht über die Greueltaten des Pinochet-Regimes, die nicht von der Rettig-Kommission untersucht worden waren: Folter. In dem Bericht wird belegt, dass Menschen einfach aufgrund des Verdachts „links“ zu sein, von der Geheimpolizei verschleppt, gefoltert und getötet wurden. Es wird ebenfalls belegt, dass die Folterungen regimeweit eingesetzt wurden und keinesfalls Ausnahmen waren: sämtliche Teilstreitkräfte der Armee und alle Sicherheitsorgane – Polizei und Geheimdienste – waren beteiligt. Ebenso legt der Report dar, dass die Foltermethoden im Laufe der Zeit ständig weiterentwickelt wurden. Als Reaktion auf den Bericht hat erstmals ein hoher Militär - der Oberbefehlshaber der Luftwaffe - eine systematische Schuld des Militärs eingestanden.
| Übersicht | bis 1945 | Christdemokraten und Allende | Diktatur Pinochets | seit 1988 |
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