Seit seiner ersten Veröffentlichung hat sich Linux, ein freier Kern für Computer-Betriebssysteme, stark weiterentwickelt. Es wurde unter eine freie Lizenz gestellt, es gab Streit um den Namen und neue Unterstützer sind ebenso hinzugekommen wie auch Gegner.
Dieser Artikel gibt einen detaillierten Überblick über die Geschichte von Linux. Ein allgemeiner Überblick über die Thematik Linux selbst findet sich im Hauptartikel Linux.
Tux.svg, das Linux-Maskottchen]]
1983 gründete Richard Stallman das GNU-Projekt mit dem Ziel, ein UNIX-ähnliches, POSIX-kompatibles Betriebssystem zu schaffen. Zwei Jahre später gründete er die Free Software Foundation (FSF) und entwickelte die GNU General Public License (GPL), um Software frei zu verbreiten.
Auf diesem Wege verbreitete sich die GNU-Software sehr schnell und wurde von vielen Leuten weiterentwickelt. Es entstanden in kurzer Zeit eine Vielzahl von Programmen, so dass bereits Anfang 1990 genug GNU-Software bereit stand, um ein eigenes Betriebssystem daraus zu erstellen. Allerdings fehlte noch immer ein Kernel. Dieser sollte eigentlich im Projekt GNU Hurd entwickelt werden. Doch der als Mikrokernel ausgelegte Kern entwickelte sich nur sehr schleppend, weil das Finden und Beheben von Fehlern (Debuggen) aufgrund technischer Besonderheiten sehr schwierig und aufwändig war.
Ein anderes Projekt rund um ein Betriebssystem aus freier Software war in den 80er Jahren auch die Berkeley Software Distribution, kurz BSD. Diese hatte sich aus Eigenentwicklungen der Universität Berkeley aus den Unix-Versionen der 4er Edition und folgender von AT&T entwickelt. Da aber in den BSD-Versionen noch immer Code von AT&Ts Unix enthalten war, kam es Anfang der 90er Jahre zu einem Rechtsstreit zwischen AT&T und der Universität Berkeley, der die Entwicklung von BSD stark einschränkte und einige Jahre stark verlangsamte.
Anfang der Neunziger gab es also kein vollständiges, freies System. Die Zukunft von BSD war wegen des Rechtsstreits ungewiss, die Weiterentwicklung gelähmt, das GNU-Projekt wurde zwar konstant weiterentwickelt und ausgebaut, verfügte aber über keinen UNIX-artigen Kernel.
1991 begann Linus Torvalds in Helsinki/Finnland mit der Entwicklung von Linux. Anfänglich war es eine Terminal-Emulation, die Torvalds zum Zugriff auf die großen UNIX-Server der Universität benutzte. Er schrieb das Programm hardwarenah und unabhängig von einem Betriebssystem, weil er die Funktionen seines neuen PCs mit einem Prozessor des Typs 80386, dessen Nachfolger-Serie x86 auch heute noch zum Standard zählen, optimal nutzen wollte. Als Grundlage dienten dabei das Minix-System und der GNU-C Compiler.
Irgendwann, so Torvalds in seinem Buch Just for Fun (zusammen mit David Diamond, 2001), merkte er, dass es eigentlich ein Betriebssystem geworden war, was er geschrieben hatte. Am 25. August 1991 kündigte er in einem Usenet-Posting an die Gruppe comp.os.minix dieses System an. Dieses Usenet-Posting wird an vielen Stellen immer wieder zitiert und dürfte zu den bekanntesten Postings im Usenet zählen:
Übersetzung:
Am 17. September 1991 wurde Linux in der Version 0.01 das erste Mal öffentlich auf einem FTP-Server zur Verfügung gestellt.
Eigentlich sollte Linux nach dem Willen von Linus Torvalds Freax heißen, eine Wortschöpfung aus Freak (Verrückter, aber auch jemand, der sich für etwas begeistert), Free für Freie Software und dem oftmals üblichen x in Anspielung auf die Ähnlichkeit zu Unix. Aus diesem Grund hatte Torvalds, am Anfang der Programmierung des Systems, etwa ein halbes Jahr lang die Dateien unter Freax abgelegt. Auch den Namen Linux hatte sich Torvalds bereits überlegt, er erschien ihm aber zu egoistisch. Um anderen Leuten die Möglichkeit zu geben, am System mitzuarbeiten oder Verbesserungsvorschläge zu machen, sollten die Dateien im September 1991 auf dem FTP-Server (ftp.funet.fi) der Helsinki University of Technology (HUT) abgelegt werden. Der damalige Verantwortliche für den Server, Ari Lemmke (Mitarbeiter am HUT), war mit dem Namen Freax nicht einverstanden, er bevorzugte den Arbeitsnamen Linux. Ohne mit Torvalds darüber zu diskutieren, nannte er den Bereich am Server einfach Linux, was Torvalds schließlich akzeptierte, um große Diskussionen zu vermeiden und auch, wie Torvalds zugibt, weil Linux einfach der bessere Name war. Im Sourcecode der Version 0.01 von Linux kam noch der Name Freax vor („Makefile for the FREAX-kernel“), später wurde nur noch der Name Linux verwendet. So setzte sich der eigentlich gar nicht geplante Name Linux weltweit durch.
Torvalds gab Linux zuerst unter einer eigenen Lizenz heraus, entschied sich dann aber schließlich dafür, Linux unter GPL zu stellen. Am 7. Juni 1993 wird der Kernel in der Version 0.99.10 erstmals unter der GPL veröffentlicht.
Dieser Schritt machte es erst möglich, Linux so schnell und effizient zu entwickeln, dass eine wachsende Gemeinschaft von Entwicklern ausgehend vom Ur-Kernel eine zu proprietären Betriebssystemen konkurrenzfähige, auf dem neuesten Stand der Technik befindliche Software schuf.
Später sagt Linus Torvalds in einem Interview, dass die Entscheidung, Linux unter die GPL zu stellen, die beste gewesen sei, die er je gemacht hat: „Making Linux GPL'd was definitely the best thing I ever did.“ Hiroo Yamagata: The Pragmatist of Free Software Linus Torvalds Interview, 05.08.1997.
Der Begriff Linux wurde von Torvalds anfänglich nur für den Kernel, den Betriebssystemkern des Systems, genutzt. Im Laufe der Zeit setzte sich der Name aber auch für die meisten Linux-Distributionen durch, die neben dem Linux-Kernel auch eine Menge anderer Programme enthalten. Viele dieser Programme stammen vom GNU-Projekt. Aus diesem Grund versucht die Free Software Foundation von Richard Stallman seit Jahren, für das Betriebssystem, das Linux als Kernel beinhaltet, „GNU/Linux“ als Namen durchzusetzen Richard Stallman: Linux und GNU on gnu.org, 22.10.2005.
Es soll so darauf hingewiesen werden, dass das System nur durch die Anstrengungen des GNU-Projektes, ein vollständig freies Betriebssystem zu entwickeln, möglich wurde, während Linux eigentlich nur ein zwar unverzichtbarer, aber kleiner Bestandteil des Gesamtsystems ist. Da aber eine typische Linux-Distribution auch viele Programme enthält, die nicht vom GNU-Projekt stammen, ist diese Meinung umstritten.
Der Streit um eine Kombination aus den Namen GNU und Linux begann schon recht früh. Im Juni 1994 wurde im GNU's Bulletin mit „freier UNIX-Klon“ auf Linux verwiesen, in diesem Jahr übernahm auch die Linux-Distribution Debian den Namen GNU/Linux für ihre Distribution. In der Januar-Ausgabe 1995 des GNU's Bulletin änderten sich die Verweise auf Linux zu GNU/Linux. Im Mai 1996 gab Richard Stallman den Editor Emacs 19.31 heraus, in dem der Systemtyp von Linux nach Lignux umbenannt wurde. Er meinte, es wäre angemessen, die Begriffe Linux-based GNU system, GNU/Linux system oder Lignux zu benutzen, um auf die Kombination von Linux-Kernel und GNU-Software hinzuweisen. Er gab jedoch bald den Ausdruck Lignux auf und benutzte nur noch GNU/Linux.
Die anhaltenden Aufforderungen, das System GNU/Linux zu bezeichnen, stießen auf unterschiedliche Reaktionen. Nur wenige Distributionen folgten dem Beispiel von Debian, von den großen kommerziellen Linux-Distributoren folgte keine. Von den Anwendern und Entwicklern der freien Software sowie der Open-Source-Bewegung folgten einige dem Anliegen, die meisten ignorierten es jedoch oder widersetzten sich ihm sogar unter Protest. Ein Grund für das Ausbleiben des Begriffs GNU/Linux ist sicherlich, dass Linux einfach ein deutlich einfacherer, griffigerer Begriff ist. Ein weiterer ist wohl, dass Linus Torvalds das kombinierte System seit der Veröffentlichung 1991 schon immer Linux genannt hatte. Stallman hingegen meldete seine Forderung nach Namensänderung erst an, nachdem das System bereits populär geworden war.
Siehe auch: GNU/Linux-Namensstreit und Linux (Begriffsklärung)
Hauptartikel: Tux
1996 kündigte Torvalds ein Maskottchen für Linux an, es sollte ein Pinguin werden. Die Bedingungen, die an das Maskottchen gestellt wurden, finden sich unter anderem in Torvalds Biographie Just For Fun:
Larry Ewing erstellte daraufhin den ursprünglichen Entwurf des heute bekannten Maskottchens. Den Namen Tux schlug James Hughes als Ableitung von Torvalds Unix vor. Ein weiterer Grund für diese Konstruktion ist vermutlich auch, dass die Farben der Pinguine den Eindruck vermitteln, als würden sie einen Smoking tragen, was im Englischen tuxedo heißt.
Als Linux-Kernel-Betreuer sind neben Torvalds auch Alan Cox und Marcelo Tosatti sehr bekannt. Cox betreute bis Ende 2003 die Kernel-Reihe 2.2, Tosatti kümmert sich derzeit um die Versionen ab 2.4 und Andrew Morton steuert die Entwicklung und Verwaltung des neuen 2.6-Kernels, welcher am 18. Dezember 2003 in einer als stable (stabil) vorliegenden Version veröffentlicht wurde. Auch die älteren Zweige werden nach wie vor ständig verbessert.
Der Erfolg von Linux in vielen Einsatzbereichen ist insbesondere auf die Eigenschaften freier Software bezüglich Stabilität, Sicherheit, Erweiterbarkeit und Wartbarkeit, aber auch auf die entfallenden Lizenzkosten zurückzuführen.
Mit den graphischen Benutzer-Oberflächen wie KDE oder GNOME bietet Linux im Bereich der Desktops mittlerweile einen vergleichbaren Komfort zu MS-Windows oder Mac OS. Umfangreiche Tests der Umgebungen auf Benutzerfreundlichkeit und Effizienz ermöglichen ein Nutzen des Computers ohne besondere Kenntnisse. Neben dem wachsenden Angebot proprietärer Software für Linux hat vor allen Dingen die Community das Softwareangebot für Linux stetig vergrößert und in unterschiedlichste Bereiche ausgedehnt: mit der Zeit sind immer mehr Freie Software-Projekte entstanden, die von Entwicklungsumgebungen über Business-Anwendungen bis hin zu komplexen Multimedia-Anwendungen reichen. Auch ist es durch die Windows-API-Nachbildung Wine teilweise möglich, mit immer mehr Programmen, die für MS-Windows geschrieben wurden, auch unter Linux zu arbeiten.
Die auf den Desktop ausgelegten Distributionen lassen sich einfach installieren, es werden aber auch zunehmend Komplett-Rechner mit vorinstalliertem Linux ausgeliefert, was der Verbreitung als Einzelplatzsystem Vorschub leistet. Im Bereich mit Masseninstallationen wie in Firmen oder Behörden hat Linux durch groß angelegte Migrationen z. B. in München oder Wien von sich reden gemacht. Der Erfolg eines Desktopsystems wird aber auch durch die Verbreitung von Spielen entschieden. Viele neue Spiele der großen Spielehersteller kommen derzeit auch schon in Linuxversionen heraus, so stehen z. B. auch id Softwares grafiklastige Spiele Doom 3, Quake 4 sowie die Teile 1 bis 3 der Quake-Reihe für Linux zur Verfügung.
Der größte Teil der Arbeit an und um Linux wird durch die Community, also durch freiwillige Mitarbeiter auf der ganzen Welt, erledigt. Diese teilweise auch von Firmen unterstützten oder direkt angestellten Programmierer und Entwickler helfen nicht nur direkt bei der Entwicklung des Kernels, sondern auch beim Schreiben der gesamten Zusatzsoftware, die für und rund um Linux zur Verfügung steht.
Dabei gibt es sowohl die vollständig frei und selbstorganisierten Projekte wie Debian, aber auch die mit Firmen direkt verbundenen Projekte wie Fedora Core und OpenSuse. Die Mitglieder der jeweiligen Projekte treffen bei verschiedenen Konferenzen und Messen zusammen, um sich auszutauschen. Eine der größten Messen ist dabei der LinuxTag in Karlsruhe (ab 2006 in Wiesbaden), bei dem jährlich mehr als 10.000 Menschen zusammen kommen um sich über Linux und die darum angesiedelten Projekte zu informieren und auszutauschen.
Die Open Source Development Labs (OSDL) wurden im Jahr 2000 gegründet und sind eine unabhängige und gemeinnützige Organisation, die das Ziel verfolgt, Linux für den Einsatz in Daten-Centern und im Carrier-Bereich zu optimieren. Es dient als gesponsorte Arbeitsstelle für Linus Torvalds und Andrew Morton. Beide können sich in Vollzeit um die Entwicklung des Linux-Kernels kümmern. Finanziert wird die nichtkommerzielle Einrichtung von namhaften Firmen wie RedHat, SuSE, Mitsubishi, Intel, IBM, Dell und HP.
Mittlerweile verdienen eine Reihe von Firmen mit Linux viel Geld. Diese Firmen, von denen die meisten auch Mitglieder der Open Source Development Labs sind, investieren teilweise erhebliche Ressourcen in die Weiterentwicklung und den Ausbau von Linux, um es für verschiedene Einsatzbereiche tauglich zu machen. Dies reicht von Hardwarespenden an Entwickler von Treibern über Geldspenden für Stiftungen, die sich mit Linux-Software beschäftigen, bis hin zur Anstellung von Programmierern bei der Firma selbst. Bekannte Beispiele dafür sind IBM und HP, die Linux vor allen Dingen auf den eigenen Servern einsetzen, als auch Red Hat, das eine eigene Distribution unterhält. Ebenso unterstützt Trolltech Linux durch die Entwicklung und der GPL-Lizenzierung von Qt, was die Entwicklung von KDE erst möglich macht, und durch die Förderung einiger X- und KDE-Entwickler.
Linus_Torvalds_talking.jpeg] Seit Beginn der Entwicklung gab es immer wieder Streit um das System.
1992 kam es durch einen Usenet Artikel Andrew S. Tanenbaums in der Newsgroup comp.os.minix mit dem Titel Linux is obsolete zu einer berühmt gewordenen Debatte um die Struktur des Linux-Kernels, in dem der anerkannte Computerwissenschaftler und Autor des Microkernel-Systems Minix Tanenbaum eine ganze Reihe von Kritikpunkten an dem damals noch recht jungen Linux-Projekt anbrachte. Vor allem kritisierte er Andrew Tanenbaum, Linus Torvalds und andere: Linux is obsolete im Usenet, 29.01.1992
Tanenbaum übersieht bei seiner Kritik aber völlig, dass Linus Torvalds den Linux-Kernel aus völlig anderen Beweggründen gebaut hat als er sein Minix-System. So ist zum Beispiel die Kritik an der Ausrichtung auf den i386-Prozessor unsinnig, da es ein erklärtes Ziel von Linus Torvalds war, die Möglichkeiten des i386 komplett auszunutzen.
Rückblickend kann man heute sagen, dass Tanenbaum mit seiner Prognose, dass Linux in wenigen Jahren veraltet und durch ein (aus seiner Sicht) modernes GNU Hurd ersetzt werden wird, nicht falscher hätte liegen können. Die bestmögliche Ausnutzung der Hardware ist nach wie vor einer der Schlüsselfaktoren für den Erfolg von Linux, trotzdem ist Linux auf alle wichtigen Plattformen portiert worden. Das liberale Entwicklungsmodell hat zu einer beispiellosen Geschwindigkeit bei der Weiterentwicklung gesorgt, wenige stören sich heute daran, dass Linux keinen Microkernel hat, und der GNU Hurd ist immer noch nicht so weit, dass man ihn auf einem Server einsetzen könnte.
Jahre später wurde Andrew Tanenbaum erneut mit Linux in Verbindung gebracht. Als Ken Brown sein Buch Samiszdat schrieb und deshalb mit Tanenbaum sprach, erklärte dieser, Torvalds habe nicht von ihm abgeschrieben. In seiner Stellungnahme zu Brown schrieb er einen Abschnitt, der sein Verhältnis zu Linux gut dokumentiert: Natürlich habe Torvalds sein Buch und Minix gekannt.
Übersetzung:
Obwohl es Torvalds nach eigener Aussage nicht interessiert, ob Microsoft (Hersteller des marktführenden Betriebssystems Windows) durch Linux in Bedrängnis gerät, wird von beiden Seiten ein harter Konkurrenzkampf ausgetragen. Das erste Mal äußerte sich dies deutlich, als Ende Oktober 1998 das erste Halloween-Dokument auftauchte. Dieses von einem Microsoft-Entwickler verfasste Dokument beschäftigt sich ausführlich mit den Gefahren freier Software für Microsoft und zeigt Strategien auf, diesen zu begegnen. In dem von Eric S. Raymond an die Öffentlichkeit gebrachten Papier wurde Linux explizit beleuchtet.
Anfang 2004 erreichte der Konkurrenzkampf eine neue Phase, als Microsoft eine Reihe von in Auftrag gegebenen Studien zum Thema „Windows vs. Linux“ unter dem Namen „Get the Facts“ auf einer eigenen Webseite veröffentlichte. Die Studien sollen anhand von Umfragen, Erhebungen und Untersuchungen nachweisen, dass sich der Betrieb von Linux auf Servern verglichen mit Windows nachteilig auswirkt.
Die kommerziellen Anbieter von Linux-Software bemühten sich daraufhin, ebenfalls durch Studien, Umfragen und Erfahrungsberichte Microsofts Kampagne etwas entgegen zu stellen. So hat Novell Ende 2004 eine eigene Webseite unter dem Titel „Die Reine Wahrheit“ geschaltet, auf der die Vorteile und auch die rechtliche Sicherheit von Linux hervorgehoben wird. Eine Besonderheit stellt dabei hervor, dass Novell sich bei vielen Behauptungen explizit auf die von Microsoft veröffentlichten Studien bezieht. Auch IBM veröffentlichte eine Reihe von Studien unter dem Kampagnentitel „The Linux at IBM competitive advantage“, um auf die von Microsoft initiierte Kampagne zu antworten. Red Hat hingegen startete die Kampagne „Truth Happens“, die darauf abzielt, im Gegensatz zu Microsoft die Produkte nicht mit Studien zu bewerben, sondern die Leistungsfähigkeit der Produkte selbst entscheiden zu lassen.
Die meisten Mitglieder der Linux-Community nehmen die Thematik aber gelassen und sticheln mit Witzen wie „Linux – und dein PC macht nie wieder blau“ oder „Früher oder später migrieren wir euch“. Unter anderem veröffentlichte auch das Magazin LinuxUser ein nicht ganz ernst gemeintes Review von Windows XP unter den Kritikpunkten einer typischen Linux-Distribution.
Im Jahr 2003 erhob die Firma SCO schwere Vorwürfe gegen den Weltkonzern IBM: Laut der Darstellung von SCO haben IBMs Linuxentwickler Code unverändert aus UNIX übernommen, und in Linux eingepflegt. Da SCO für sich die Urheberrechte an UNIX beansprucht, und in dem Verhalten von IBM eine Verletzung der eigenen Rechte sieht, wurde eine Klage gegen IBM angestrengt. Gleichzeitig verkauft SCO seit dem Beginn des Verfahrens Linux-Lizenzen an Nutzer, die keine mögliche Klage von Seiten SCO riskieren wollen. Aber auch das Urheberrecht rund um UNIX ist nicht geklärt: Da Novell dies ebenfalls für sich beansprucht, eröffnete es ein Verfahren gegen SCO.
Eine chronologische Auflistung der Ereignisse ist im Artikel SCO gegen Linux zu finden.
1994 und 1995 hatten mehrere Personen in verschiedenen Ländern versucht, den Namen Linux als Markennamen eintragen zu lassen. Daraufhin ergingen an mehrere Linux-Firmen Aufforderungen zu Lizenzzahlungen, womit viele Entwickler und Anhänger des Linux-Systems nicht einverstanden waren. Linus Torvalds ging mit Hilfe von Linux International gegen diese Eintragungen vor, und bekam die Markenrechte der Marke Linux zugeteilt. Diese übergab Torvalds an Linux International, später übernahm diese Arbeit die dafür gegründete, nicht gewinnorientierte Organisation Linux Mark Institute. Im Jahr 2000 legte Linus Torvalds die Grundregeln für die Vergabe der Lizenzen fest. Diese besagten, dass jeder, der ein Produkt oder eine Dienstleistung mit dem Namen Linux anbietet, eine Lizenz dafür besitzen muss, welche durch einen einmaligen Kauf erlangt werden kann. Ausnahmen bildeten dabei nicht-kommerzielle Verwendungen, die eine kostenlose Lizenz erhalten konnten, oder keine benötigten.
Im Juni 2005 kam ein neuer Streit um die Lizenzgebühren für die Benutzung des geschützten Markennamens Linux auf, weil das Linux Mark Institute, welches Linus Torvalds Rechte vertritt, Preise von 5.000 Dollar statt bislang 500 Dollar für die Verwendung des Namens angekündigt hatte. Begründet wurde der Schritt mit den gestiegenen Kosten für die Durchsetzung der Rechte am Markennamen.
Da diese Erhöhung bei der Community für Unmut und Missverstände sorgte, äußerte sich Linus Torvalds am 21. August 2005 in einer E-Mail selbst zu der Thematik, um die Wogen zu glätten und die Missverständnisse aufzulösen. Darin erläuterte er umfangreich die aktuelle Situation, die Hintergründe und ging auch auf die Frage ein, wer Kosten bezahlen müsste:
Übersetzung:
SuSE_Linux_4.2_Paket_Handbuch_und_CDs.jpg
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