Der Transport zu Lande steht in Bezug zur gesellschaftlichen Praxis, zur Geomorphologie der Landschaft und zum Regionalklima. Das erste Element im bereits im Paläolithikum einsetzenden Prozess der Transporte war der lastentragende Mensch. Ein Träger hat die größte Geländetauglichkeit. Er besteigt steile Berge und benötigt nicht einmal Pfade, um Flüsse oder Seen zu erreichen. Hier war die Lastübergabe für den Transport zu Wasser an ein Wasserfahrzeug (Einbaum, Floß) möglich.
Die Mesolithiker nutzten Einbäume z. B. beim Fischfang. Am Ende dieser Phase kam es zu Migration und zur Beschaffung seltener Materialien mittels meergängigen Fahrzeugen. Zypern wird etwa 9500 v. Chr. von Jägern besiedelt. Obsidian (Glaslava) holte man von den Mittelmeerinseln Melos (ab 7000 v. Chr.) Lipari, Pantelleria und von Sardinien. Ungeklärt bleibt, ob man den Lasten bis 15 kg tragenden Hund jetzt schon als Packtier einsetzte.
Im Frühneolithikum entstanden im Zuge der Ausbeutung tierischen Potenzials durch Domestikation weitere logistische Möglichkeiten. Die Neolithiker bewegten – saisonal bzw. permanent – zwei Arten von Hauptnahrung. Zum einen mussten reife Kulturpflanzen zum Wohnplatz transportiert, behandelt und bevorratet werden. Zum anderen wurden von Nomaden Herdentiere bewegt und somit lebend bevorratet. Wann Tragetiere erstmals eingesetzt wurden lässt sich nicht feststellen. Mit dem Rind wurde aber spätestens im 9. Jt. v. Chr. ein Arbeitstier domestiziert, das bereits Gewichte bis 100 kp tragen konnte. Durch weitere Domestikationen kamen, teilweise erst wesentlich später: Dromedar (150 kp; 50 km/Tag), Elch, Esel (90 kp; 25 km/Tag), Gaur, Lama, Pferd, Rentier, Trampeltier (250 kp; 35 km/Tag) sowie Yak und Zebu hinzu, die in unwegsamen Gegenden heute noch als Trag–, Reit– bzw. Zugtier im Einsatz sind.
Bei ethnologischen Forschungen kamen Bogucki (1993) bzw. Halstead (1995) zu dem Resultat, daß der Zugvieheinsatz die landwirtschaftliche Produktion erheblich steigerte. Primär erfolgte diese über die größere, weil einfacher zu bearbeitende Ackerfläche.
In Nordamerika setzten die Prärieindianer ursprünglich Hunde als Pack– oder Zugtiere des Travois ein, einer kleinen Stangenschleppe, die unter Umständen bereits zeitgleich oder sogar vor den altweltlichen Schleifen in Gebrauch war. Später passten sie den Travois an die Größe der nun verfügbaren Pferde an.
Schleifende Systeme sind nur vorwärts bewegt einsetzbar. Während die Deichsel einer Schleife in den Lastenträger integriert ist, was auf ihre Abkunft vom Pflug weist, kam es bei der Kombination von Schlitten und Zugtieren zum Einsatz von Gurten oder Seilen. Diese Lösung erfordert kein Joch, gestattet den Einsatz eines einzelnen Zugtieres und weist daher auf eine andere Entwicklungslinie. Schwer beladene Schlitten benötigen zum Gleiten einen Wasserfilm und sind daher auf wassernahen Gebrauch oder auf den Einsatz auf Eis und Schnee beschränkt.
Das Rad kann überall erfunden worden sein, ohne Achse oder Welle war es aber nutzlos. Die Innovation bestand in der Plazierung zweier Räder auf den Achsen oder den Enden einer Welle. Ihr Einsatz baute das logistische Potenzial gegenüber den schleifenden Systemen aus, setzte allerdings anfänglich den natürlich vorkommenden, fahrfesten Untergrund voraus. Neben Last und Trasse hat der aus der Radgröße resultierende Rollwiderstand Einfluß auf die Nutzbarkeit von Fahrzeugen. Die ersten Räder waren Scheibenräder, die in Baumstammgröße, jedoch nicht quer sondern in Wuchsrichtung aus der Stammmitte herausgearbeitet wurden. Mehrteilige Räder, die in Mooren gefunden wurden, vergrößerten schnell die Durchmesser. Aber erst die bronzezeitliche Erfindung der Speiche ermöglichte wirklich große und vergleichsweise leichte Räder.
Gebrauchsfähige Fahrzeuge entstanden noch während des Neolithikums. Wer sie benötigte, entwickelte in einem Prozess, der auf vorhandenen Lösungen aufbaute, Karren oder Wagen. Auf der Suche nach dem Ursprung der europäischen Fuhrwerke kommt man um einen dualen Ansatz nicht herum, denn nahezu zeitgleich erscheinen die Karre (einachsig) und der Wagen (mehrachsig). Der Einsatz zweier Tiere (eines Gespannes) blieb eine von den schleifenden Systemen her bekannte Lösung, die in Anbetracht des Zustandes der Trassen noch lange sinnvoll blieb.
Über die am Indus parallel zu ersten europäischen handfesten Belegen der Existenz von Wagen, kultischen Rang besitzenden Karre ist noch keine gültige Aussage zu treffen. Sie taucht um 3500 v. Chr. in Harappa unvermittelt und variantenreich als Tonmodell auf, so dass sie zu der Zeit bereits sakralen Status besitzt, während sie als vorauslaufende Realie fundtechisch noch nicht existiert.
Die Majkop-Kultur (zwischen 3.700–3.000 v. Chr. am Westkaukasus) kennt Wagenräder bereits als Grabgut. Es ist aber davon auszugehen, dass der Wagen eine profane Vorlaufzeit (Existenz) hatte, bevor er Status- oder Sakralcharakter erreichte. Diese Kultur hatte in einer winterkalten Landschaft offenbar beim Schlittenbau Erfahrung gesammelt und brauchte ein Fuhrwerk mit den typischen Eigenschaften eines Wagens. Holzwerkzeug fand Veselovsky 1897 bei seiner Grabung in Majkop. Dem Schlittengebrauch stand in der Steppe nichts entgegen. Schlitten haben dort jene Vorteile, die eine Troika heute noch bietet. Auf zirkumpolaren Permafrostböden sind Schlitten auch Sommertags einsetzbar. In Nordeuropa nutzen die (heute) rentierhaltenden Komi den Schlitten ganzjährig. Als erste Zugtiere kommen die einige Jahrtausende vor den Großtieren domestizierten Hunde in Frage, die gegebenenfalls bereits die paläolithische Jagd erleichterten. Eine so komplexe Erfindung wie sie Fahrzeuge darstellen, lässt sich aber nicht mit dem Nomadismus verbinden. So entstand der Wagen in Osteuropa in einer halbnomadischen Kultur, die alle Ressourcen alle Voraussetzungen und den Bedarf hatte.
Mesopotamiens älteste (abgebildete) Schlitten waren keine Lastenträger, sondern von Rindern gezogene „Dreschmaschinen“. Die Kenntnis des Schlittenprizips sollte von außen in diese Landschaft mitgebracht worden sein (Einwanderung der Sumerer aus dem Zagros?). Die Abbildungen zeigen dann zwei Kreise, die Räder darstellen und aus dem zunächst geschliffenen Objekt ein Fahrzeug machen, das hier eindeutig im Kultbereich eingesetzt wurde. Dies geschah aber nicht früher als der Gebrauch der synchron entstandenen Fahrzeuge in Europa. Bei der Entwicklung des Wagens auf der Basis des Schlittens konnte keine Karre entstehen. Das lässt die lose Verbindung mittels Seil bzw. Gurt (keine integrierte Deichsel), zwischen der Trageeinheit und dem Zugvieh technisch nicht zu.
Der Fahrzeuggebrauch für logistische Zwecke ist entgegen manchen Einlassungen chronologisch vom ersten Zugtiereinsatz völlig zu trennen. Zugtiere bedienten zunächst radlose Systeme. Karre wie Wagen bauen erst auf solchen Systemen auf.
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"Geschichte des Transportwesens im Altertum".
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