Dennoch sahen Amerikas Telegraphengesellschaften voraus, dass Bells Telefon eine Bedrohung für ihr Geschäft darstellte und sie versuchten dem gegenzusteuern. Die Western Union Company ließ Thomas Alva Edison ein eígenes Telefon mit anderer Technik entwickeln. Bell verklagte daraufhin Western Union der Verletzung seiner Patentrechte. Diese versuchte zu argumentieren, dass eigentlich Elisha Gray das Telefon erfunden hätte, verlor jedoch den Prozess.
Im März 1879 fusionierte die Bell Telephone Company mit der New England Telephone Company zur National Bell Telephone Company, deren Präsident William H. Forbes, Schwiegersohn von Ralph Waldo Emerson, wurde. Im April 1880 geschah eine weitere Fusion mit der American Speaking Telephone Company zur American Bell Telephone Company.
1885 wurde die American Telephone and Telegraph Company (AT&T) gegründet, um die Fernverbindungslinien quer durch die USA für das Bellsche System zu erobern. Theodore Vail wurde der erste Präsident der Gesellschaft.
1925 wurden die Bell Telephone Laboratories aufgebaut, um die Forschungslaboratorien der AT&T und der Western Electric Company zusammenzufassen. Die AT&T wurde in der Folgezeit der mächtigste Telekommunikationskonzern der Welt.
Ab 1881 wurden die Fernsprechnetze eingerichtet. Die Vermittlung geschah von Hand, zunächst noch nur von Männern. Schnell wurde aber klar, dass die höheren Frequenzen einer Frauenstimme bei schlechter Leitungsqualität besser zu verstehen waren als die tieferen Männerstimmen - das Fräulein vom Amt war erfunden. Die ersten Ortsnetze wurden in Berlin, Breslau, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, Mannheim und München eröffnet.
Seit 1883 wurden auch Telefonleitungen zwischen größeren Städten verlegt. Die Telefonleitung zwischen Bremen und Bremerhaven war bei ihrer Inbetriebnahme am 15. Oktober 1883 die längste Telefonleitung Deutschlands. 1884 folgten die Telefonleitungen von Köln nach Düsseldorf und Bonn. Im Jahre 1885 wurden die Ortstelefonnetze von Frankfurt, Heidelberg, Mainz, Mannheim und Wiesbaden miteinander verbunden. Von Berlin aus konnte man bald danach Ferngespräche mit Hannover (1886), Hamburg (1887), Dresden (1888), Breslau (1889), Frankfurt am Main (1894) und Königsberg (1895) führen. Am 6. August 1900 wurde die erste Telefonleitung zwischen Berlin und Paris freigeschaltet.
Erst ab 1912 wurden unterirdische Fernkabel verlegt. Die ersten Ferngespräche liefen über das Rheinlandkabel, dass von Berlin über Magdeburg nach Köln verlief.
Die erste Vermittlungsstelle mit Wählbetrieb in Europa wurde 1908 in Hildesheim mit 900 Teilnehmern in Betrieb genommen. Damit war es den Teilnehmern möglich, im Ortsbereich selbst zu wählen. Verbindungen zu Teilnehmern außerhalb des Ortsnetzes mussten aber weiterhin mit der Hand hergestellt werden.
Die Entwicklung des Fernwählsystems in Deutschland nahm seinen Anfang 1923 mit der Errichtung der ersten automatischen Fernvermittlungsstelle in Weilheim in Oberbayern. Sie funktionierte noch nicht so wie wir das heute kennen, das System der Ortsnetzkennzahlen und der Verkehrsausscheidungsziffern '0' und '00' musste erst noch entwickelt werden.
Am 19. Februar 1955 wurde die erste selbst wählbare Verbindung ins Ausland eingerichtet, nämlich die Ortsverbindung Lörrach - Basel. Schon damals mussten die Lörracher für die Schweiz 0041 vorwählen.
Die flächendeckende Einführung des Selbstwähldienstes zog sich allerdings, wohl auch bedingt durch Kriege und Wirtschaftskrise, noch lange hin. Die letzte handbediente Ortsvermittlung im Bereich der damaligen Bundesrepublik Deutschland wurde erst 1966 stillgelegt. Der Vollausbau des Selbstwählferndienstes in Deutschland war dann 1972 erreicht.
Parallel dazu entwickelten die Bahngesellschaften ihr Telekommunikationsnetz weiter. So entstand unabhängig vom öffentlichen Netz ein internationales Selbstwahl-Fernnetz (in Deutschland ab 1932 (BASA)).
BIGFON (Breitbandiges Integriertes Glasfaser-Fernmeldeortsnetz) war ein Systemversuch, den die Deutsche Bundespost von 1981 bis 1988 in sieben Städten durchgeführt hatte. Ziel war die praktische Erprobung von Glasfasertechnik für sämtliche Telekommunikationsdienste. Es war der erste technische Versuch für ein Integriertes Breitband Fernmeldenetz (IBFN), in dessen Rahmen auch ein Bildfernsprech-Versuchsnetz (Video Telephony Network) zur Übermittlung von Gebärdensprache für Gehörlose installiert wurde.
1979 beschloss die Deutsche Bundespost die bis dahin elektromechanischen Vermittlungstechniken zu digitalisieren. Das Ziel von ISDN war die bis dahin verteilten Dienste von Telefonie, Fax, Fernschreiber und anderen Datenübertragungen auf einem Netz zu vereinen.
Von 1980 bis 1987 wurde Anhand von Richtlinien und Empfehlungen der damaligen CCITT (heute ITU) die Pläne der Deutschen Bundespost zur Einführung von ISDN festgelegt. 1987 wurde dann in Deutschland das erste ISDN-Pilotprojekt in Mannheim und Stuttgart gestartet. Ab 1989 wurde ISDN bundesweit eingeführt und steht seit 1993 flächendeckend zur Verfügung.
Im Dezember 1993 unterzeichnete die Deutsche Telekom, als einer von 26 Unterzeichnern, das "Memorandum of Understanding on the Implementation of a European ISDN". Hierdurch wurden die Weichen gestellt, das bis dahin Nationale-ISDN (1TR6) gegen das heute als Euro-ISDN (E-DSS1) bekannte System als europäischen Standard einzuführen. Im Mai 1994 waren die notwendigen Softwareänderungen in den digitalen Vermittlungsstellen der Deutschen Telekom abgeschlossen.
Durch eine Fördermaßnahme der Deutschen Telekom in den Jahren 1995/1996 wurde die Anzahl der EURO-ISDN-Anschlüsse in Deutschland beträchtlich gesteigert. Heute ist Deutschland mit 20 % aller weltweit installierten ISDN-Anschlüsse führend was die Nutzung dieser Technik angeht.
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Im Jahre 1958 begann die Deutsche Bundespost, der zu dieser Zeit auch die Telekommunikation oblag, bundesweit ein öffentliches Mobilfunknetz aufzubauen. Innerhalb von zwölf Jahren gelang es, mit dem Funknetz vier Fünftel der Fläche der Bundesrepublik zu überziehen. Damit war das so genannte A1-Netz das größte zusammenhängende Mobilfunknetz der Welt. Um Gebiete mit hoher Verkehrsdichte zu entlasten, wurden zusätzlich noch A2- und A3-Netz aufgebaut. Um die bis zu elftausend Teilnehmer zu bewältigen, waren fast sechshundert Vermittlungskräfte nötig. Daher konzentrierte man sich auf eine Umstellung von manueller zur automatischen Vermittlung, die 1972 im B-Netz realisiert wurde. Da dieses nach sieben Jahren mit dreizehntausend Benutzern vollständig ausgelastet war, wurde 1980 das B2-Netz hinzugeschaltet und die Kapazität auf knapp 27.000 Teilnehmer erweitert. 1986 löste das C-Netz, das bis zu 400.000 Endbenutzer gleichzeitig bedienen konnte, die beiden Vorgänger ab. Neben tragbaren Endgeräten, die allerdings noch etwa siebenhundert Gramm wogen, war jetzt auch die Verbindung zu Mobilfunkteilnehmern möglich, deren Aufenthaltsort dem Anrufenden nicht bekannt war. Nach zwei Betriebsjahren zählte das C-Netz bereits über hunderttausend Nutzer. Für das Ende der neunziger Jahre rechnete man mit einer Million Teilnehmern im Mobilfunk.
Das D-Netz war 1992 schließlich die bislang letzte große Neuerung auf dem Gebiet der Mobilfunknetze in Deutschland. Im Vergleich zu den vorherigen Netzen gab es zwei wesentliche Unterschiede: Einerseits wurden die technischen Belange von einer europäischen Kommission festgelegt, sodass der Weg für ein einheitliche europäische Mobilfunk-Lösung geebnet war, andererseits erklärte sich die Deutsche Bundespost Telekom (DBPT) bereit, erstmalig mit Mannesmann Mobilfunk auch einen privaten Netzbetreiber zuzulassen. Mannesmann erhielt das D2-Netz, während das D1-Netz weiter von der DBPT betrieben wurde. Als erstes deutsches Mobilfunknetz wurde das D-Netz vollständig digital übertragen, was unter anderem nicht nur die Sprachqualität deutlich verbesserte, sondern auch kleine und leichte Endgeräte ermöglichte.
1994 wurde dann das E-Netz eingeführt. Bis auf den Frequenzbereich (1800 MHz für E-Netz, 900 MHz für D-Netz) ist es technisch fast identisch zum D-Netz ist; beide Systeme arbeiten nach dem GSM-Standard. Das E-Netz stellt somit keinen Ersatz, sondern eine Erweiterung des D-Netz dar. Im Zuge seiner Einführung sanken die Preise, und somit erlangte der Mobilfunk zunehmend auch bei Privatpersonen Attraktivität, sodass bereits 1995 etwa 3,7 Millionen Benutzer verzeichnet werden konnten. Innerhalb von neun Jahren verzwanzigfachten sich die Mobilfunknutzer auf rund 71 Millionen Nutzer im Jahr 2004.
Im Jahre 2004 nahm in Deutschland das UMTS-Netz seinen kommerziellen Betrieb auf. UMTS kann als Nachfolger des GSM-Standards gesehen werden. Es verwendet Frequenzen zwischen 1900 und 2170 MHz und bietet aufgrund besserer Übertragungsverfahren im Vergleich zu GSM eine stark erhöhte Bandbreite bei der Datenübertragung. Der flächendeckende Aufbau des UMTS-Netzes ist in Deutschland zwar schon weit fortgeschritten, kann aber noch nicht als abgeschlossen gelten.
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"Geschichte des Telefonnetzes".
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