Im 13. Jahrhundert erlangten Nomadenstämme aus Asien ("Goldene Horde") die Herrschaft über das Gebiet. Von hier an wird die ukrainische Geschichte getrennt von der russischen gesehen, die ihre Zentren nach Norden (Moskau, Nowgorod) verlegte.
Der Süden wurde zu einem eigenständigen türkisch dominierten Krim-Khanat. (Große Teile der damals als "Südrussische Steppengebiete" aufgefassten Südukraine wurde in der Zeit 1368-1783 von den Nachfahren der Nogaier-Horde, den Schwarz-Nogaiern beherrscht und - in Gemengelage - besiedelt. Viele als "Krimtürken" aufgefasste Nomaden waren in Wirklichkeit Nogaier.)
Siehe auch: Islam in der Ukraine
Nebenartikel: Darstellung der historischen Umstände, die zur Bildung des ersten ukrainischen Hetmanates führten.
1917, nach dem Sturz der Zarenregierung, kam in Kiew der Ukrainische Nationalkongress zusammen und wählte einen obersten Rat (ukr. Zentralna Rada, „Zentralrat“ ). Hruschewskyj wurde der erste Vorsitzende der Zentralna Rada. Der Zentralrat rief die Unabhängigkeit der Ukraine aus und trat in Verhandlungen mit der provisorischen russischen Regierung.
Nach der Oktoberrevolution rief der Zentralrat zunächst die Autonomie aus, am 22. Januar 1918 dann die volle Selbstständigkeit als Ukrainische Volksrepublik - Ukrajinska Narodna Respublika (UNR). Die durch den Zentralrat gebildete ukrainische Regierung verlor ihren Einfluss jedoch spätestens mit dem Einmarsch deutscher Truppen nach dem Friedensvertrag von Brest-Litowsk, mit dem die kommunistische Regierung Russlands unter Androhung der Kriegsfortführung gezwungen wurde, die Ukraine, Litauen, Lettland und Estland an das Deutsche Reich zu übergeben. Die deutsche Regierung setzte General Pawlo Skoropadskyj als Hetman an die Spitze des ukrainischen Staates. Nach dem Ende des Krieges 1918 und dem Abzug der deutschen Truppen herrschte wieder Bürgerkrieg. 1919 wurde die Ukraine (ohne Galizien) zu einer Sowjetrepublik. Von 1917 bis 1921 waren große Teile der Ukraine anarchistisch organisiert (vgl. Machnotschina).
Polen 1921-1939.pngIn dem ehemals österreich-ungarischen Kronland Galizien bildete sich im östlichen Teil nach dem Ende des Ersten Weltkrieges im Januar 1919 analog die Westukrainische Volksrepublik - Sachidno-Ukrajinska Narodna Respublika (SUNR), deren Hauptstädte nacheinander Lemberg, Ternopil und Stanislau (heute Iwano-Frankiwsk) waren.
Die im Südwesten des Landes gelegene Karpato-Ukraine, die bis 1919 zu Ungarn gehörte, fiel aufgrund eines Votums des Nationalrats der Russinen am 10. September 1919 an die neugegründete Tschechoslowakei.
1921 musste die Westukrainische Volksrepublik nach einem Krieg Polens (Piłsudski) kapitulieren und auch Ost-Galizien wurde polnisch. Wolhynien wurde geteilt, in Polen entstand für 18 Jahre die Woiwodschaft Wołyn. Auch die Gegend um Lemberg (Woiwodschaft Lwów), sowie um die Stadt Ternopil (Woiwodschaft Tarnopol) und die Woiwodschaft Stanisławów gehörten nun für fast zwei Jahrzehnte zu Polen.
1922 wurde die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik offiziell Teil der neu gegründeten Sowjetunion, nachdem die Rote Armee unter Trotzki die Machno-Bewegung in einem blutigem Kampf besiegte.
Hungersnot_ukraine.jpgen. Schaubild aus Kiew.]]
Nach der Einrichtung von Kolchosen im Rahmen der Kollektivierung wurden diese dazu verpflichtet, einen bestimmten Prozentsatz ihrer Ernte an den Staat abzuführen. Die Quote lag in der Ukraine bei ca. 30 %. 1931 wurde die Steuerquote für Getreide auf rund 40 % erhöht. Im Jahr 1932 kam es zu Problemen, das Getreide einzuziehen. Die ukrainische Landbevölkerung widersetzte sich der Getreideabgabe und versuchte Teile der Ernte zu behalten, die sie hätte abgeben müssen. Das sowjetische System antwortete mit einer Verschärfung der Repressionen. In den Städten wurden Stoßbrigaden kommunistischer Aktivisten zusammengestellt. Dies fuhren dann in die landwirtschaftlichen Gebiete und führten dort Beschlagnahmungen durch. Die Lage wurde dabei immer chaotischer. Repressalien, angefangen von Verhören, Drohungen und Belagerungen von Bauernhöfen bis hin zu Verhaftungen mit oder ohne Verurteilung waren an der Tagesordnung. Am 7. August wurde das „Ährengesetz“ verabschiedet. Dieses sah für jede „Verschwendung sozialistischen Eigentums“ eine Strafe von 10 Jahren bis zur Todesstrafe vor. In den folgenden anderthalb Jahren wurden 125000 Menschen nach diesem Gesetz verurteilt. Darunter waren 5400 Todesurteile. Das Gesetz brachte aber auch keinen Erfolg. Am 22. Oktober wurde eine Sonderkommission in die Ukraine entsandt. Ihr Auftrag war es, den Widerstand zu brechen, wozu sie weitestgehende Vollmachten hatte. Es folgte nicht nur eine Verhaftungswelle, von der sowohl Bauern als auch örtliche Partei- und Verwaltungskräfte betroffen waren. Schwerer wogen die wirtschaftlichen Repressalien. Die Beschlagnahme aller Ladenartikel und das Unterbinden jeglichen Handels. Die Landbevölkerung wurde von der Versorgung abgeschnitten. Der nächste Schritt, der zum Völkermord führte, war die Anweisung, alle Getreidevorräte auf den Kolchosen zu beschlagnahmen. Die Beschlagnahmungen wurde mit großer Härte durchgeführt, Folter und Tötungen inbegriffen. Am 27. Dezember 1933 wurde ein Inlandspaß und für die Bewohner der großen Städte eine Meldepflicht eingeführt, um die Flucht der Landbewohner in die Städte zu stoppen. Am 22 Januar folgte ein Befehl von Stalin und Molotow an die Geheimpolizei GPU, die Landbewohner am Verlassen der Hungergebiete zu hindern. Mehrere Hunderttausend Menschen, die es in die Städte schafften, werden von dort wieder vertrieben. Tausende von Kindern wurden von ihren Eltern in die Städte geschafft und dort ausgesetzt in der Hoffnung, jemand werde sich ihrer annehmen. Zur Beseitigung der Kinder aus den Städten wurde daraufhin eine Sondereinheit gegründet. Diese sammelte die verhungernden Kinder auf der Straße ein. Sie wurden aus den Städten abtransportiert. Auf freiem Feld setzte man die Kinder anschließend zum Sterben aus. Zusammen mit dem Hunger brachen Seuchen in der geschwächten Bevölkerung aus. Im Frühjahr 1933 erreichte die Sterblichkeit ihren Höhepunkt. Während die Bauern verhungerten, exportierte die Sowjetunion 1933 1,8 Millionen Tonnen Getreide.
Die Weltöffentlichkeit reagierte kaum auf den Völkermord in der Sowjetunion. Es gab nur wenige Zeitungsberichte, diplomatische Reaktionen blieben aus. Die Sowjetunion selbst zensierte die wahrheitsgemäße Berichterstattung.
Die Zahl der Opfer läßt sich nur schwer bestimmen, da es während des Bestehens der Sowjetunion keine Untersuchung vor Ort geben konnte. Anhand der Zahlen der Volkszählung von 1937 und 1939 wird die Zahl der Toten auf 4 Millionen Ukrainer geschätzt. In anderen landwirtschaftlichen Gebieten der Sowjetunion starben demnach weitere 2 Millionen Menschen durch die künstlich verursachte Hungersnot.
Der vergleichende Völkermordforscher Gunnar Heinsohn schätzt die Zahl der Opfer auf 6-7 Millionen Ukrainer. Für ihn ist es die „schnellste gegen eine einzelne Volksgruppe gerichtete Massentötung des 20. Jahrhunderts und womöglich der Geschichte“. Als Motiv nimmt er die „Brechung der ukrainischen Unabhängigkeitsbewegung“ an.
Anfangs fanden die deutschen Truppen ab Juni 1941 im Zweiten Weltkrieg in der westlichen Ukraine etliche Unterstützer gegen die Sowjetmacht, was sich jedoch infolge der menschenverachtenden Besatzungspolitik schnell änderte, denn in der Ideologie der deutschen Faschisten galten Ukrainer und auch alle anderen "Slawen" als "Untermenschen". Von der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) wurde kurz nach der Annexion durch Deutschland am 30. Juni 1941 in Lwow ein eigenständiger ukrainischer Staat proklamiert, welcher sich als gleichberechtigter Bündnispartner Hitlers verstand; was aber von den deutschen Nationalsozialisten selbstverständlich nicht akzeptiert wurde - im Gegenteil - die Anführer der OUN wurden verhaftet und in die KZs Ravensbrück und Sachsenhausen gebracht. Während der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg stand das Land als Reichskommissariat Ukraine zum größeren Teil unter deutscher Zivilverwaltung. Die Ukraine war neben den Baltischen Staaten und Weißrussland einer der Hauptschauplätze des Zweiten Weltkrieges. Die deutsche Wehrmacht und SS verursachte in der Ukraine 5-7 Millionen Tote, die Städte und die Wirtschaft wurden fast völlig zerstört. Der Plan Deutschlands war, im Verlauf der kommenden 20 Jahre nach 1941 in der Ukraine 20 Mio. Deutsche anzusiedeln, zuvor sollte die Ukraine als Kolonie dienen, die man ökonomisch rücksichtslos ausgeplündern wollte. Seit dem Winter 1941/42 wurden trotz hungernder ukrainischer Bevölkerung Fleisch, Milch und Getreide "requiriert" und nach Deutschland transportiert. Nur noch 30 Prozent der als Existenzminimum geltenden Lebensmittelmenge war ab Dezember 1941 für die Einwohner Kiews verfügbar. Über eine Million Ukrainer wurden zur Zwangsarbeit Richtung Deutschland deportiert. Vor Verschleppung, Erschießungen und Deportation konnten sich viele nur durch Flucht zu Partisanenverbänden retten. Alle ukrainischen Organisationen wurden zwangsweise aufgelöst, selbst alle Sportvereine und das ukrainische Rote Kreuz. Ab Anfang 1942 wurden sämtliche Schulen und Schulklassen oberhalb der vierten Klasse geschlossen. Ukrainische Bücher und Zeitschriften wurden nicht mehr zum Druck zugelassen, einige wenige noch erlaubte Zeitungen wurden streng zensiert. Es wurden massenhafte öffentliche Geiselerschießungen durchgeführt und etwa 250 Ortschaften vollständig zerstört. Die Ukraine und Ostpolen waren die Gebiete, in denen die meisten Menschen dem Holocaust an Juden, Sinti und Roma zum Opfer fielen. Zum einen wurden nach dem Abzug der Roten Armee in vielen Gebieten der Ukraine von ukrainischen Nationalisten Massaker und Pogrome an Juden verübt. Mit dem Einmarsch der SS-Einsatzgruppen begannen die massenhaften Erschießungen von Juden. Das bekannteste dieser Massaker fand am 29. und 30. September 1941 in Babi Jar bei Kiew statt, wo mehr als 33.000 jüdische Kiewer ermordet wurden, gefolgt von weiteren regelmäßigen Massenerschießungen mit weiteren etwa 70.000 Toten. Darüberhinaus wurden alle kommunistischen Zivilisten und KPdSU-Mitglieder erschossen, derer man habhaft werden konnte. In der Ukraine legte Deutschland etwa 180 Lager an, in denen etwa 1,4 Mio. Gefangene ermordet wurden.
Zwischen 1943 und 1947 tobte nicht nur ein Partisanenkrieg gegen die deutschen Okkupanten, sondern gab es auch eine starke nationalistische Unabhängigkeitsbewegung (ukrainische Aufständischenarmee: "Ukrainska Povstanska Armija" UPA) gegen die Sowjetherrschaft, die vom NKWD niedergeschlagen wurde. Da nach Kriegsende die Ukrainischen Nationalisten einen Krieg gegen die Sowjetarmee begannen, wurden rund 300.000 Ukrainer nach Sibirien umgesiedelt. Danach wurde es wieder Teil der Sowjetunion und trug den Namen USFSR (Ukrainische Sozialistische Föderative Sowjet-Republik). Im Zuge der "Westverschiebung" Polens wurde die polnische Bevölkerung aus der Ukraine und die ukrainische aus Polen gewaltsam vertrieben (Operation "Wisła/Weichsel"). Die Vertreibung der Polen begann bereits 1944 mit den Massakern in Wolhynien, denen über 40.000 Polen zum Opfer fielen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 fiel auch der östliche Teil der Tschechoslowakei, die Karpatoukraine, die nach 1938 von Ungarn annektiert worden war, zur Ukrainischen Sowjetrepublik.
1954 kam die Krim als Geschenk Nikita Chruschtschows an die Ukraine.
Im Jahre 1986 kam es zu einer Katastrophe, als eine Explosion im Kernkraftwerk von Tschernobyl große Mengen radioaktiver Stoffe freiwerden ließ, die anschließend durch den Wind über weite Teile Europas verteilt wurden.
Unabhängigkeitsbestrebungen, die die ganze Zeit existierten und ihr Zentrum in der Westukraine in Lwiw hatten, führten nach der Perestroika 1991 im Zuge der Auflösung der Sowjetunion zur erneuten Unabhängigkeitserklärung. Die Sowjetunion gab der Ukraine die staatliche Unabhängigkeit.
Seitdem kämpfte die Ukraine v.a. in den 1990er Jahren mit starken wirtschaftlichen Problemen und versucht, außenpolitisch zum einen, eine neutrale Rolle sowohl dem Westen als auch Russland gegenüber zu spielen. In Sewastopol auf der Krim hat die Ukraine einen Militärhafen an die russische Schwarzmeerflotte verpachtet, andererseits bemüht sich die Ukraine um stärkere wirtschaftliche Unabhängigkeit von Russland, beispielsweise mit der Gründung des westlich orientierten Staatenbundes GUAM nach Vorbild der Europäischen Union mit Moldawien, Georgien, Aserbaidschan und Usbekistan.
Von 1991 bis 1994 war Leonid Krawtschuk der erste Präsident der Ukraine. Von 1992 bis zu seinem Rücktritt im September 1993 war Leonid Kutschma Ministerpräsident und seit 1994 Präsident der Ukraine; 1999 wurde er erneut zum Präsidenten gewählt. In seiner Amtszeit als Präsident setzte er sich ab 1994 verstärkt für eine neue Verfassung ein, konnte sich aber gegen ein Bündnis von Links-Parteien nicht durchsetzen. Erst im Juni 1996 nahm das Parlament die neue Verfassung an.
Vom 22. Dezember 1999 bis 29. Mai 2001 war Wiktor Juschtschenko Ministerpräsident der Ukraine, dieses Amt verlor er 2001 durch ein Misstrauensvotum des Parlaments, als er mit seinen Bemühungen gegen die wachsende Korruption einigen Oligarchen gefährlich wurde. Nachfolger im Amt des Premierministers wurde der aus Mikolajew stammende Anatolij Kinach (Partei der Industriellen und Unternehmer Ukraine/PPPU), danach ab 21. November 2002 Wiktor Janukowitsch, der am 31. Dezember 2004 seinen Rücktritt ankündigte. Präsident Kutschma nahm das Rücktrittsgesuch Janukowitschs am 5. Januar 2005 an und bestimmte den Ersten Stellvertreter des Regierungschefs und Finanzminister Mykola Asarow zu Janukowitschs Nachfolger. Asarow war vor seiner Tätigkeit in der Regierung seit Oktober 1996 Leiter der Staatlichen Steuerbehörde.
Im Herbst 2004 fanden Präsidentschaftswahlen statt. Der seit 1994 amtierende Präsident Leonid Kutschma durfte laut Verfassung nach zwei Amtszeiten nicht mehr zu dieser Wahl antreten, die allgemein als Richtungswahl für eine West- oder Ostausrichtung des Landes angesehen wurde. Die Ereignisse um die Stichwahl am 21. November mündeten in die so genannte Orangene Revolution, einem mehrwöchigen friedlichen Protest gegen Wahlfälschungen, in dessen Folge nach einem Beschluss des Obersten Gerichts am 26. Dezember 2004 die Stichwahl wiederholt wurde. Die Wiederholungswahl konnte Juschtschenko für sich entscheiden.
Siehe auch: Geschichte Polens, Geschichte Russlands, Geschichte Weißrusslands, Geschichte der Karpato-Ukraine
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