Dieser Artikel befasst sich mit der Geschichte der Schweizer Eisenbahn von ihren Anfängen im Jahr 1844 bis heute.
Führend hierbei waren die Basler Schweizerische Centralbahn-Gesellschaft (SCB) und die 1853 als Nachfolgerin der SNB gegründete Schweizerische Nordostbahn (NOB). Am 19. Dezember 1854 eröffnete die Centralbahn ihren ersten Abschnitt Basel-Liestal und in der Folgezeit begann man die Versäumnisse der vergangenen Jahre rasch aufzuholen: Die NOB des Zürcher Eisenbahnkönigs Alfred Escher eröffnete die Strecke Oerlikon-Winterthur-Romanshorn, die Chemins de fer Ouest Suisse (OS), älteste Vorgängerin der späteren grossen Jura-Simplon-Bahn (JS), nahm auf dem Abschnitt Yverdon-Morges den Betrieb auf und mit der Strecke Winterthur-Wil-Flawil wurde der Grundstein für das Netz der Vereinigten Schweizer-Bahnen (VSB) gelegt.
Fünf Jahre später hatte das Streckennetz bereits eine Länge von mehr als 1000 km, es gab über Zürich-Olten-Herzogenbuchsee-Solothurn-Neuchâtel-Lausanne eine durchgehende Verbindung vom Bodensee bis nach Genève, an die auch Bern, Luzern, Chur, St. Gallen, Schaffhausen und selbstverständlich Basel angeschlossen waren.
Über den richtigen Weg der seit langem geplanten Alpenüberquerung wurde viele Jahre heftig gestritten. Erst nachdem Österreich (Semmering 1854, Brenner 1867) und Frankreich mit Italien (Mont Cenis 1871) ihre Alpenbahnen eröffnet hatten, fiel auch in der Schweiz eine Entscheidung und 1882 konnte nach Fertigstellung des 15 km langen Scheiteltunnels die Gotthardbahn ihren Betrieb aufnehmen.
Das Netz der privaten Eisenbahn-Gesellschaften war in der gesamten Schweiz weiter gewachsen und hatte die Schwächen dieses Systems immer deutlicher werden lassen. Besonders in der Westschweiz waren Pleiten, Fusionen und Neugründungen der alleine aus Gewinnstreben errichteten Bahnen fast an der Tagesordnung; die 1890 schliesslich gegründete, bereits halbstaatliche Jura-Simplon-Bahn hatte in 35 Jahren rund 20 Vorgänger-Gesellschaften. Vor allem aber der immer stärker werdende Einfluss ausländischen Kapitals gab der Staatsbahnidee neuen Auftrieb.
Von den zahlreichen kleineren Privatbahnen wurden nur noch die Tösstalbahn (1918) und die Seetalbahn (1922) der SBB angegliedert. Eigentümer der anderen Gesellschaften waren und blieben überwiegend die Kantone und Gemeinden. Das Fernstreckennetz war in den davorliegenden Jahrzehnten kontinuierlich erweitert und um zahlreiche Nebenstrecken ergänzt worden.
Die nach ihrem Verkehrsaufkommen grösste Privatbahn, die Berner Alpenbahn-Gesellschaft oder Bern-Lötschberg-Simplon-Bahn (BLS) nahm 1913 die auf lange Zeit letzte grosse Ergänzung des normalspurigen Netzes in Betrieb.
Mit dem 1873 fertiggestellten Abschnitt Lausanne-Cheseaux der Lausanne-Echallens Bahn (LEB) begann die Entstehung der zahlreichen Schmalspurbahnen. Zwar meist nur kurze Nebenstrecken, die aus topographischen und wirtschaftlichen Gründen in Normalspur kaum hätten gebaut werden können, haben sie zusammen mit den überwiegend auch schmalspurigen Zahnradbahnen in ihrer bunten Vielfalt heute einen Anteil von fast 30% am Schienennetz der Schweiz.
Allerdings gibt es in der Schweiz auch flächendeckende Netze von Schmalspurbahnen. Die Rhätische Bahn stellt in gewisser Weise die Staatsbahn des grössten Schweizer Kantons Graubünden dar, da die Bundesbahnen bereits in der Kantonshauptstadt Chur vom Norden her kommend ihre Endstation hat. Vom Netz der Rhätischen Bahn erstreckt sich eine weitere Linien in Richtung Westen: Die schmalspurigen Strecke Gletsch-Andermatt-Disentis der Furka-Oberalp-Bahn (FO) in Richtung Brig und weiter nach Zermatt. Mit ihrer Fertigstellung wurde 1926 der Bau von Schmalspurbahnen in der Schweiz im wesentlichen abgeschlossen.
Weiterhin erschliesst die Rhätische Bahn der Schweiz einen weiteren Übergang über die Alpen: Die von ihr betriebenen Strecken der Albulabahn und der Berninabahn verbinden auf schmaler Spur über Chur und Tirano die mittel- und südeuropäischen Verkehrsräume von Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien.
Aber schon im Jahr zuvor waren die Weichen in eine andere Richtung gestellt worden: In Zürich wurden auf dem Abschnitt Seebach-Affoltern unter Leitung der Maschinenfabrik Oerlikon Versuchsfahrten mit Einphasenwechselstrom 15 kV 50 Hz aufgenommen. Auf der 1907 bis Wettingen verlängerten Strecke fanden weitere erfolgreiche Erprobungen bei 15 kV 15 Hz statt. Zwei Lokomotiven dieses bis 1909 durchgeführeten Versuchbetriebs sind zusammen mit Fahrzeugen der VMC, der OC und der BTB im Verkehrshaus der Schweiz ausgestellt. 1912 fiel bei den SBB die Entscheidung für das heutige Wechselstrom-System mit 15 kV und 16,7 Hz . Als wichtigste Strecke wurde zuerst die Gotthardbahn elekrifiziert.
Im Gotthardtunnel selbst wurde zunächst 7,5 kV verwendet, weil der Ruß von den noch immer verwendeten Dampflokomotiven die Isolatoren verschmutzte und bei höherer Spannung zu Funkenüberschlägen führte. Die ersten elektrischen Gotthardloks waren umschaltbar von 7,5 auf 15 kV.
Der Kohlenmangel im Ersten Weltkrieg veranlasste die SBB, zunächst die Strecken Bern-Scherzlingen (Thun) und Brig-Sion zu elektrifizieren, letztere noch mit Drehstrom als Anschluss zum Simplon-Netz. 1920 konnte dann die Rampenstrecken der Gotthardbahn elektrisch betrieben werden und bis 1928 wurde mehr als die Hälfte der SBB-Strecken elektrifiziert. Die Umstellung ging auch danach kontinuierlich weiter und wurde 1960 mit den beiden letzten Abschnitten Cadenazzo-Luino und Niederweningen-Oberglatt abgeschlossen. 1967 fuhr die letzte Dampftraktion der SBB. Das Netz der SBB ist heute, nachdem die kurze Güterstrecke Etzwilen-Singen (Hohentwiel) 2004 stillgelegt wurde, vollständig verdrahtet. Auch die Privatbahnen werden fast ausnahmslos elektrisch betrieben, wobei die zahlreichen kurzen Schmalspurstrecken eine Gleichstrom-Domäne geblieben sind.
Bei den Privatbahnen hat es zwar einige Einstellungen und Streckenverkürzungen gegeben, aber im Vergleich mit anderen Ländern nimmt sich auch ihr Umfang recht bescheiden aus. Betroffen waren überwiegend schmalspurige Nebenstrecken, die oft wegen ihrem Verlauf im Strassentrassee dem wachsenden Autoverkehr weichen mussten. Dem stehen auch grosse Verbesserungen gegenüber, wie beispielsweise der spektakuläre Bau des Furka-Basistunnels, der Doppelspur-Ausbau der Lötschbergbahn oder der Bau des Vereina-Tunnels der Rhätischen Bahn (RhB).
Kernstück des Konzepts ist die Schaffung eines Systems von Knotenbahnhöfen, zwischen denen die Fahrzeiten einschliesslich der Aufenthalte jeweils exakt eine Stunde betragen. Dadurch können nicht nur im Fernverkehr, sondern auch bei den Anschlüssen in der Region Zeitverluste beim Umsteigen wesentlich reduziert werden. Neben dem Ausbau vorhandener Strecken sind auch einige Neubau-Abschnitte notwendig, deren Gesamtlänge sich jedoch auf nur etwa 120 km beschränkt, das sind weniger als 2,5% des gesamten Schienennetzes. Als Höchstgeschwindigkeit sind dabei 200 km/h ausreichend. Bei den meist relativ kurzen Reisedistanzen brächte auch ein höheres Tempo keinen grossen Zeitgewinn. Die neuen Strecken und die Taktverdichtungen auf den Halbstunden- oder gar Viertelstunden-Takt ermöglichen auch mehr umsteigefreie Direktverbindungen, die das Reisen nicht nur schneller, sondern gleichzeitig bequemer machen.
Bahn 2000 betrifft natürlich nicht nur allein die SBB, sondern ebenso die Privatbahnen, bei denen vor allem Anschlüsse optimiert und die Verkehrsdichte erhöht wird. Dazu sind auch bei diesen viele Anpassungen und Ausbauten nötig.
Damit Bahn 2000 auch abseits der Schienen Verbesserungen bringt, sind die anderen öffentlichen Verkehrsmittel, insbesondere die Autobus-Dienste der PostAuto und der konzessionierten Unternehmungen in das Gesamtkonzept eingebunden.
Die Bahn 2000 nahm mit dem Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2004 problemlos ihren Betrieb auf.
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