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Im fünften Jahrhundert begann diese Tradition mit der Entstehung der Kultur um Kamilamba am Kabambasee, die mit der beginnenden Eisenzeit im achten Jahrhundert von der kisalischen Kultur um die Städte Sanga und Katongo am Kisalesee abgelöst wurde. Diese Kultur begann in der erzreichen Region mit der Bearbeitung von Kupfer und Eisen. Vor allem in der Spätphase wurden diese Rohstoffe mit großem Geschick verarbeitet, ebenso wie Elfenbein und Ton.
Die Kombination aus einer starken Nachfrage nach Metallerzeugnissen und der Existenz eines frühen, aber bereits weitreichenden Handelsnetzes (die Handelsverbindungen reichten über 1500 km weit bis zum Indischen Ozean) mit guten landwirtschaftlichen Bedingungen und Fisch- und Wildreichtum machte die Region wohlhabend. So wohlhabend, dass Städte entstanden und eine Zentralisierung auf ein Häuptlingssystem hin einsetzte. Dieses politische Konzept setzte sich zunehmend durch und gipfelte in der am Ende des 16. Jahrhunderts beginnenden Ära des Luba-Königreiches.
Im 16. Jahrhundert gründete sich im Südosten des heutigen Katanga das Königreich der Luba, das sich selbst auf den mythischen Gründer Kongolo zurückführt, der mit Getreuen mehrere Häuptlingsdörfer eroberte und zu einem weiterhin wachsenden Reich vereinte. Das Lubareich entstand aus der Tradition der Kulturen in der Upemba-Senke und war, anders als die umliegenden Häuptlingsgesellschaften, zentralistisch organisiert. Das Königtum der Luba war als Amt zwar mächtig, aber nicht dynastisch verankert. So kam es immer wieder zu Kämpfen um den Thron, die das Reich schwächten und für seinen späteren Zerfall mit ursächlich waren.
Bereits der Gründervater Kongolo wurde Ende des 16. Jahrhunderts von Ilunga Mbidi getötet. Das Reich wurde unruhig und instabil. In den kommenden rund hundert Jahren herrschten drei Dynastien, Beleg für die Schwäche der Monarchie. Trotzdem erreichte das Lubareich Ende des 17. Jahrhunderts unter Kumwimbu Ngombé seine größte Ausdehnung bis an die Ufer des Tanganjikasees.
Mitte des 19. Jahrhunderts beherrschte das Königreich den Süden Katangas bis in das heutige Simbabwe hinein, danach begann es allmählich durch die ständigen Bürgerkriege um den Herrschersitz zu zerfallen. 1889 spaltete sich die königliche Linie und das Königreich löste sich im Kampf gegen die Chokwe auf.
Einer der Söhne Kongolos verließ Anfang des 17. Jahrhunderts das Königreich und wurde zum Begründer des Lunda-Reichs.
Die Kuba-Föderation mit ihrer Hauptstadt Nsheng, dem heutigen Mushenge, war ein Verbund von rund 20 Ethnien, sämtlich Bantu. Ihren Namen erhielten die Kuba von ihren südlichen Nachbarn, den Luba.
Das Staatswesen der Kuba entwickelte sich ab dem 16. Jahrhundert aus einer dezentral organisierten Stammesgesellschaft verschiedener Völker (u. a. der Luba, Leele und Wongo). Aufgrund der relativ unzugänglichen Lage im Süden des heutigen Kongo, abseits des Kongo-Flusses blieb es von den Sklavenjagden der Europäer und Afroaraber im 18. und 19. Jahrhundert weitgehend verschont. Bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlangte die Föderation, ungestört von der Kolonialisierung im Westen, eine Ausdehnung von etwas über 100.000 km² (vergleichbar der Größe der ehemaligen DDR) mit ca. 150.000 Einwohnern.
Seit den 80er Jahren hatten die Belgier versucht, in das Reich der Kuba Zutritt zu finden, aber ihre Geschenke wurden stets abgelehnt und König Kot aMbweeky aMileng drohte mit der Enthauptung jedes Eindringlings. 1892 jedoch drang der afro-amerikanische presbyterianische Missionar William Sheppard als erster Ausländer in die Hauptstadt vor, wegen seiner schwarzen Hautfarbe blieb er am Leben und konnte 4 Monate unter den Kuba leben.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Reich instabil und zerfiel endgültig unter der folgenden leopoldinischen und später belgischen Kolonialherrschaft.
Das Königreich Kongo entstand vermutlich um 1370. Gründungsvater war Ntinu Wene (auch Lukeni genannt). Er eroberte als erstes die Reiche Mbundu und Mpemba, wo er die Hauptstadt Mbanza Kongo gründete. Weitere Königreiche band er später vertraglich in sein Reich ein, das dann eine Föderation aus vier Teilstaaten darstellte.
Zur Zeit seiner Entdeckung durch die Portugiesen nahm das Königreich Kongo mit seiner Ausdehnung von rund 300.000 km² das gesamte westliche Viertel des heutigen Kongo sowie Teile des heutigen Nord-Angolas und der Republik Kongo ein (zum Vergleich: die wiedervereinigte Bundesrepublik Deutschland ist knapp 357.000 km² groß).
Eine nach dem ersten Erreichen der Kongo-Mündung 1482 durch Diogo Cão entsandte portugiesische Expedition führte 1489 zum ersten europäischen Kontakt mit dem König. Der amtierende König Nkuwu entsandte im Gegenzug einen Emissär nach Portugal, ließ sich 1491 als João I. taufen und erhielt im Gegenzug militärische Hilfe der Portugiesen.
Nach dem Tod Nkuwus / João I. gab es einen Machtkampf. In der "Schlacht von Mbanza Kongo" konnte sich der christliche Mwemba, geboren um 1456, gegen seinen traditionell-religiösen Bruder Mpanzu durchsetzen, als Dom Afonso I. übernahm er 1506 die Herrschaft über den Kongo. Mwemba / Afonso herrschte 37 Jahre lang über den Kongo und betrieb als ein fromm christlicher Herrscher eine Politik enger Anlehnung an Portugal und die christlichen Bruderstaaten Europas. Seine Hoffnung war, durch Kooperation von den Portugiesen dauerhaft als gleichwertig anerkannt zu werden.
1512 erging das so genannte "Regimento" des portugiesischen Königs Manuels I., eine Anweisung an dessen Botschafter. Es sah vor, dass die Portugiesen dem König des Kongo bei der Organisation seines Reiches beiseite stehen sollten, inklusive dem Aufbau eines Rechtssystems und eines Heeres, missionarischem Engagement, sowie der Unterrichtung des Hofes in portugiesischer Etikette. Im Gegenzug sollte der Kongo die portugiesischen Schiffe mit wertvoller Fracht füllen, vor allem Sklaven, Kupfer und Elfenbein.
Immer wieder aber sah sich Afonso ungleich behandelt. Vor allem des "schamlosen" Verhaltens der Missionare und der Sklavenjagd der Portugiesen versuchte er anfangs noch mit diplomatischen Mitteln Herr zu werden. Er fand aber in Portugal kein Gehör und verwies so 1526 die Portugiesen des Landes. Dem kamen zwar Missionare und Offizielle nach, nicht aber die gefürchteten Sklavenjäger. Während Portugal seine Interessen als Reaktion auf das südlich gelegene Königreich der Luanda verlagerte, verlor der längst von Portugal abhängig gewordene Kongo an Macht und Stabilität.
Nach Afonsos Tod 1543 folgte Diogo I. Ursprünglich eher portugalfeindlich eingestellt, lädt er 1546 doch wieder Missionare ins Land. Ein Angriff durch das Volk der Jaga 1569 führte zu einem Hilferuf von Diogos Nachfolger, Alvaro I., an Portugal. Aber die Befreiung von den Jaga war ein Pyrrhussieg, Alvaro I. musste sich in den Vasallendienst Portugals begeben und der Kongo wurde tributpflichtig. Mit diesem Schritt endete auch formal die ursprünglich postulierte Gleichwertigkeit der beiden Königreiche zueinander. Der nun frei expandierende Sklavenhandel entvölkerte ganze Landstriche und ließ den Kongo allmählich zerfallen.
Als Antonio I. (ab 1661) die mit Portugal abgeschlossenen Verträge 1665 für ungültig erklärte und die Rückgabe aller von Portugal annektierten Gebiete forderte, besiegte eine portugiesische Armee das kongolesische Heer, enthauptete Antonio und ergriff die endgültige Kontrolle über das Land, das in Einzelprovinzen zerschlagen wurde. Die nachfolgenden Staatsoberhäupter des Rumpfkönigreiches waren machtlose Marionetten, das Königreich Kongo hatte in seiner ursprünglichen Form nach nur knapp 300 Jahren zu existieren aufgehört.
Zwar existierten bis zum Ende des 19., teils gar Anfang des 20. Jahrhunderts weiterhin Königreiche im Kongo, zum Beispiel im Nordosten das Königreich der Mangbetu (von 1815 - ca. 1895) und im Norden das Sultanat der Zandé (ab 1860 - ca. 1912). Diese aber hielten sich nur mit europäischer Duldung als entweder abhängige und tributpflichtige Vasallenstaaten oder kleinste Einheiten in den Gegenden, die für die Europäer bis zur vollständigen Bereisung noch terra incognita waren.
In den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts war es David Livingstone, ein schottischer Missionar, der als erster mit dem Kongobecken die küstenfernen Regionen des Kongo erforschte. Bei einer weiteren Expedition galt er 1866 als verschollen. Der ihm vom New York Herald nachgesandte englische Journalist Henry Morton Stanley (1841-1904) machte sich 1867 auf die Suche nach ihm und fand ihn am 10. November 1871 in Ujiji nahe des Tanganjika-Sees, dessen Nordende sie in der Folge gemeinsam erkundeten.
Stanley war zwar weitgereist, in Zentralafrika aber war er zum ersten Mal. Freimütig gestand er: "ich verabscheue dieses Land von Herzen", was ihn nicht daran hinderte, seinen Namen untrennbar mit dem des Kongo zu verknüpfen. Stanley erforschte den Verlauf des Kongo-Flusses von 1874 bis 1877 und war damit der erste Europäer, der den Kongo umfassend bereiste.
LeopoldIIBelgien.jpg Fünf Jahre lang war Stanley Leopolds Mann im Kongo. Offiziell trennten sich die Wege von Leopold und Stanley danach, doch heimlich stand Stanley weiter auf der Gehaltsliste des Königs. In Leopolds Auftrag gelang es Stanley, von 1879-85 durch 450 Kaufverträge für das Land rund um den Fluss mit verschiedenen Bantu-Häuptlingen weite Teile des Kongo zu "erwerben". Ähnliches hatten zuvor schon die Eroberer Mexikos getan. Die meist analphabetischen Häuptlinge, die juristische Papiere in einer ihnen unbekannten Sprache unterschrieben, konnten die Tragweite ihrer Tat natürlich nicht absehen. Die folgenreichste Klausel der Verträge besagte, "daß alle Arbeiten, Verbesserungen oder Expeditionen, welche die genannte Association zu irgendwelcher Zeit in irgendeinem Teil dieser Gebiete veranlassen wird, durch Arbeitskräfte oder auf andere Weise unterstützt werden" sollten. Auf dieser Klausel fußte die Zwangsarbeit der Zukunft.
Stanley baute eine Straße von der Kongomündung bis zum Stanley Pool (heute Pool Malebo), von wo aus der Kongo schiffbar war. Kleine Dampfschiffe wurden stückweise dorthin geschafft und zusammengebaut. Stanley gründete eine Stadt, die er nach seinem Gönner Léopoldville nannte (heute Kinshasa). An 1500 Kilometern Flusslauf entlang wurden weitere Stationen geplant und gebaut. All dies, so wurde es nach außen dargestellt, im Dienste der Wissenschaft und im Kampf gegen die Sklaverei durch angebliche arabische Sklavenjäger. Durch all diese Aktivitäten konnten Stanley und Leopold zunächst ihren guten Ruf erhalten. 1884 nahm auch Stanley an der internationalen Kongo-Konferenz teil, die Otto von Bismarck in Berlin veranstaltete. Da auch in Belgien die Stimmung eher gegen Kolonien war, wurde Leopold der Kongo als Privatbesitz der belgischen Krone zugesprochen, mit der Verpflichtung "die Erhaltung der eingeborenen Bevölkerung und die Verbesserung ihrer sittlichen und materiellen Lebenslage zu überwachen, an der Unterdrückung der Sklaverei und des Negerhandels mitzuwirken" und "religiöse, wissenschaftliche und wohltätige Einrichtungen und Unternehmungen zum Besten der Eingeborenen zu schützen", demzufolge erklärte Leopold II. sich am 23. April 1885 zum Eigentümer des Kongo und erlässt eine Verfassung für den Kongo-Freistaat. Dieser Status jenseits allen Völkerrechts war in der ganzen Kolonialgeschichte einzigartig.
1889 fand in Brüssel eine große Konferenz gegen die Sklaverei statt. Sklavenhändler waren mittlerweile traditionell Afroaraber, die Konferenz stellte also für die europäischen Teilnehmer kein Problem mehr dar. Leopold ließ Stanley auf dieser Konferenz auftreten, um seine Position auf der Konferenz zu festigen und gleichzeitig dem belgischen Parlament einen Kredit von 25 Millionen Franken zu entlocken.
Das Riesenland, 75-mal größer als Belgien, wurde sukzessive kolonisiert und die bestehenden Bantureiche zerschlagen. Im Zuge der Inbesitznahme des Territoriums durch Belgien wurde auch die christliche Missionierung vorangetrieben, was zur Gründung von Schulen und Krankenstationen führte. 1891 erwarb das belgische Königshaus am Unterlauf des Kongo einen schmalen Zugang zum Atlantik und ließ Kautschukplantagen anlegen. Ein Jahr später wurde in der Provinz Katanga mit dem Abbau der Kupfervorkommen begonnen. Aus diesen und weiteren Wirtschaftszweigen (Elfenbein) wird ein Staatsmonopol und für die Bevölkerung die Zwangsarbeit verordnet. CongoVillageErased.jpg Die Erschließung des riesigen Kongo finanzierte König Leopold II. durch den Verkauf von Nutzungsrechten an Gesellschaften. Die Konzessionsfirmen verfolgten ihre wirtschaftlichen Ziele mit einer - auch für damalige Verhältnisse - beispiellosen Rücksichtslosigkeit. Zur bestmöglichen Ausbeutung des Bodens und der Rohstoffe griffen die Kolonialherren zum Mittel der Enteignung, zum Sammeln von Kautschuk, Palmöl und Elfenbein wurde die Bevölkerung ebenso wie zum Gütertransport und Wegebau zwangsweise eingesetzt.
Auch die Zwangsarbeit, zu der die Kongolesen bisher unter belgischer Herrschaft verpflichtet waren, wurde am 22. März 1910 offiziell abgeschafft. Inoffiziell aber erwies sich diese Maßnahme als wirkungslos, die Unterdrückung der einheimischen Bevölkerung blieb erhalten. Zwischen 1880 und 1920 halbierte sich die Bevölkerung des Kongo, von den anfangs um 20 Millionen Einwohnern starben über 10 Millionen durch koloniale Gewaltverbrechen, Hunger, Entkräftung durch Überarbeitung und Krankheiten.
Durch die Ausbeutung der Agrarerzeugnisse Kautschuk, Palmöl und Kaffee aus einer expandierenden Plantagenwirtschaft sowie der Bergbauprodukte Kupfer, Blei, Zink und Diamanten gelang es Belgien, sich in die Gruppe der Industriestaaten einzureihen. Die mächtigen Konzessionsgesellschaften, allen voran die 1928 gegründete "Société Générale", übten bis in die 1960er Jahre großen Einfluss auf die wirtschaftliche und politische Entwicklung im Kongo aus.
Am 5. August 1914 fing der erste Weltkrieg auch in Afrika an. In der folgenden Auseinandersetzung zwischen (hauptsächlich) England und Deutschland unterstützte Belgien ab Juni 1916 die britische Offensive in Deutsch-Ostafrika und besetzte Ruanda-Urundi (heute Ruanda und Burundi). Mit dem Versailler Vertrag verlor das Deutsche Reich 1919 völkerrechtlich auch die Kolonien in Ostafrika, Belgien erhielt die vorläufige Verwaltung über Ruanda-Urundi, 1920 und 1923 wurden die Länder offiziell belgisches Völkerbundsmandat und am 21. August 1925 als Mandatsgebiete Ruanda-Urundi administrativ der Kolonie Belgisch-Kongo angegliedert. Um den ihres Erachtens zur Rohstoff-Ausbeutung unterbesiedelten Kongo besser entwickeln zu können, beförderten die Belgier die Immigration insbesondere aus Ruanda, die bis in die Gegenwart für Konflikte insbesondere im Osten des Landes sorgte.
Anfang bis Mitte der 20er Jahre entstanden einige Kulte, die sich in den Folgejahren erfolgreich unter der Bevölkerung etablierten und wegen ihres Rückgriffs auf afrikanische Traditionen und der Etablierung nationalistischer Ideen von der Kolonialverwaltung wohl zu recht als Gefahr erlebt wurden. Vor allem im um 1921 entstandenen prophetischen Kimbanguismus, der die Situation im Kongo mit der des alttestamentlichen Israel gleichsetzte und eine Art "Königreich Gottes auf Erden" zu etablieren suchte, mit einer eigenständig afrikanischen Verwaltung auf christlichem Fundament, sowie dem um 1925 entstandenen Kitwala-Kult sah Belgien eine Bedrohung der Kolonialherrschaft, am 11. Februar 1926 wird daher ein Verbot gegen alle afrikanischen, auch religiösen, Organisationen erlassen. Zugleich wechselt auch die Hauptstadt der Kolonie, von Boma wandert die Verwaltung nach Léopoldville, dem heutigen Kinshasa.
Die kongolesische Armee nahm während des Zweiten Weltkriegs am Kampf gegen die Italiener in Nordafrika teil. Als Rohstofflieferant für die alliierte Kriegswirtschaft - unter anderem mit Uran für das US-amerikanische Atombombenprogramm - blühte der Kongo im Zweiten Weltkrieg wirtschaftlich auf. Entsprechend wurde die Infrastruktur zügig ausgebaut, die ersten Ansätze der Industrialisierung verstärkten die Verstädterungstendenzen. Die afrikanische Bevölkerung erhielt zwar eine Basiserziehung und medizinische Versorgung, wurde aber nicht an der Verwaltung beteiligt. So existierten bis in die fünfziger Jahre keine afrikanischen Führungsfiguren. Die Unzufriedenheit der modernen Afrikaner wuchs.
Ruanda-Urundi wurde nach dem Ende des Kriegs am 13. Dezember 1946 als UN-Treuhandschaftsgebiet unter belgischer Verwaltung wieder administrativ vom Kongo getrennt und am 1. Juli 1962 in die Unabhängigkeit entlassen. Auf eine Rückführung der zahlreichen von den Belgiern als "Gastarbeiter" in den Kongo geholten Ruander wurde dabei aber verzichtet. Jahrzehnte später, im Bürgerkrieg der 90er Jahre, wurden diese eine der Quellen ethnischer Unruhe im Osten des Landes.
Um dieser zu entgegnen, initiierten die Belgier eine Reihe von Reformen, um dem Widerstand die Spitze zu nehmen. Am 8. Dezember 1957 nahmen so Kongolesen erstmals an den Kommunalwahlen teil und errangen 130 der 170 Sitze. Ab 1958 erlaubte Belgien die Gründung der ersten politischen Parteien, darunter die der beiden in der Zukunft wichtigsten Parteien, der bereits seit 1950 im Untergrund existierenden Abako (Alliance de Bakongo) unter Joseph Kasavubu und am 10. Oktober 1958 des MNC (Mouvement National Congolais) unter Patrice Lumumba.
Ein Kongress dieser sowie verschiedener ethnisch-regionaler Parteien und nationaler Bewegungen forderte 1959 die sofortige volle Unabhängigkeit des Kongo. In der Folge kam es zu Unruhen, auf die die belgische Regierung hart reagierte. Im Oktober 1959 wurde auch Lumumba verhaftet und gefoltert. Erst nachdem der belgischen Regierung klar wurde, dass sie die Kontrolle über das riesige Land nicht aufrechterhalten könnte, wurde er nach rund drei Monaten am 25. Januar 1960 freigelassen. Zwei Tage später, am 27. Januar 1960, kündigte Belgien Wahlen und Selbstverwaltung an und erklärte, dass es sich innerhalb von sechs Monaten aus dem Kongo zurückziehen werde. Das Versprechen hielt Belgien, am 30. Juni 1960 erhielt der Kongo seine Unabhängigkeit, nachdem einen knappen Monat zuvor am 25. Mai 1960 der MNC in den ersten freien Wahlen des Kongo die meisten Stimmen auf sich vereinigt hatte.
Das Wahlergebnis hatte Lumumbas Mouvement National Congolais mit 33 von 137 Sitzen zur stärksten Fraktion des Parlaments gemacht. Dieses Ergebnis war von Belgien und den USA, die Lumumba als Kommunisten verdächtigten und eine Hinwendung des rohstoffreichsten und größten schwarzafrikanischen Landes zum kommunistischen Lager unter allen Umständen verhindern wollten, nicht erwünscht gewesen. Ihr Favorit war der eher gemäßigte Kasavubu gewesen. Zugleich zerbrach die bisher nur durch die Unabhängigkeitsbewegung zusammengehaltene Allianz, und interne Konflikte brachen auf.
Patrice Lumumba war erster Ministerpräsident und Joseph Kasavubu erster Staatspräsident des Kongo, sie repräsentierten politisch antipodische Vorstellungen. Kasavubu, dessen Partei besonders im Bas-Congo stark war, verfocht eher föderalistische Bestrebungen, im Gegensatz zu Lumumba, der Zentralist war. Trotzdem bemühten sich beide, das Land trotz Meutereien, Aufständen und Gewalttätigkeiten zu regieren, das mit dem überstürzten Rückzug Belgiens und seiner Verwaltung fast unregierbar geworden war. Kaum ein Kongolese war übergangslos in der Lage, die ausgebildeten belgischen Beamten zu ersetzen, weniger als 30 Kongolesen besaßen 1960 einen Universitätsabschluss, unter den 4.500 höchsten Beamten des Staates waren nur drei Afrikaner. Auch waren Afrikaner kaum im Besitz von Kapital, Ende der 50er Jahre verfügten sie, die gut 99 % der Bevölkerung stellten, nur über 55 % der Löhne. Diese Entwicklung war von Belgien durchaus vorhergesehen worden, man erhoffte, zu "Hilfe gerufen" zu werden und sich den Kongo so wieder aneignen zu können. Bei diesem Unterfangen sollten die noch immer im Kongo stationierten belgischen Truppen helfen.
Nachdem der belgische General Émile Janssens den erwartungsvollen kongolesischen Soldaten in Kinshasa am 5. Juli erklärte, dass "Nach der Unabhängigkeit = Vor der Unabhängigkeit" sei, demzufolge also die Übernahme von Afrikanern in das Offizierskorps in absehbarer Zeit ausgeschlossen wäre, kam es zu einer Meuterei, die sich innerhalb der nächsten Tage über das ganze Land ausbreitete und auch unter Zivilisten zu Aufständen führte. Als Ergebnis von Verhandlungen mit den Meuterern entschieden Lumumba und Kasavubu, den belgischen Oberbefehlshaber und seinen Stab zu entlassen. Als neuen Oberbefehlshaber wählten sie Victor Lundula und als Stabschef Joseph Mobutu, eine folgenreiche Wahl, da sie den bereits mit dem belgischen und dem US-Geheimdienst in Verbindung stehenden Mobutu neben den schwachen Lundula an eine äußerst mächtige Position beförderte. Die Unruhen, die Afrikanisierung des Offizierskorps sowie das Angebot einer Arbeitsstelle in Belgien durch die belgische Regierung führten zu einer Massenflucht der Belgier, was den vollständigen Zusammenbruch der Zivilverwaltung bewirkte.
Kasavubu und Lumumba ersuchten die UNO um Hilfe im "Krieg mit Belgien". Zwar lehnte die UNO unter ihrem Generalsekretär Dag Hammarskjöld nicht ab und entsandte in ihrer ersten afrikanischen Mission ONUC auch Blauhelmsoldaten, die die belgischen Truppen im Kongo ablösten. Gleichzeitig arbeiteten sie aber den USA zu, die eine direkte Verwicklung in den Konflikt aus Sorge um eine Eskalation mit der UdSSR mieden, einen Kongo unter Lumumba aber nicht zu tolerieren bereit waren. So behinderte die UNO Kinshasa beim Versuch der Aufrüstung gegen Katanga, leitete vertrauliche Informationen an die USA weiter und erklärte sich im kritischen Sezessionskrieg zwischen Kongo und Katanga für neutral.
Belgien wiederum stationierte die "freigewordenen" Truppen aus dem Kongo in Katanga. Am 8. August erklärte sich mit Hilfe des belgischen Bergbaukonzerns Forminière auch die Bergbauprovinz Kasai unter Albert Kalonji für selbstständig. Am 25. und 26. August nahm die kongolesische Armee Kasai kurzzeitig ein und eroberte die Hauptstadt Bakwanga, Kalondji flüchtete nach Katanga und kehrte mit belgischen Verbänden nach Süd-Kasai zurück. Verteidigung und ein weiterer Angriff der Kongo-Armee missglückten. Bei den Militäroperationen der schlecht ausgerüsteten und undisziplinierten Armee kam es zu schweren Massakern an der Zivilbevölkerung.
Kasavubu, bedrängt von der UNO, den USA, Belgien und den sezessionistischen Provinzen, entließ am 5. September Lumumba als Premierminister. Das Parlament jedoch wies Kasavubus Antrag zurück, im Gegenzug entließ wiederum Lumumba Kasavubu, aber auch dieser Antrag scheitert im Parlament. Am 13. September sprach das Parlament Lumumba erneut das Vertrauen aus, kurz darauf wurde er von seinem bisherigen Vertrauten, Armeestabschef Joseph-Désiré Mobutu, mit Unterstützung der CIA und der UN gestürzt. Kasavubu verblieb in seinem Amt als Staatschef, Lumumba jedoch wurde unter Hausarrest gestellt. Sein Stellvertreter, der Vize-Premierminister Antoine Gizenga, wich am 14. Oktober gemeinsam mit Teilen der legalen Regierung nach Stanleyville (heute: Kisangani) aus, proklamierte am 13. Dezember eine lumumbistische Gegenregierung und besetzte mit Unterstützung des von Mobutu entlassenen Generals Victor Lundula und Teilen der Armee die Ostprovinzen Kivu und Orientale. Diese Regierung konnte seinen Einflussbereich zeitweise bis ins nördliche Katanga ausdehnen. Am 24. November jedoch erkannte die UNO-Vollversammlung auf massiven Druck der USA die Regierung unter Kasavubu als legitime Regierung des Kongo an, womit Lumumbas Absetzung auch international anerkannt worden war. Drei Tage später, am 27. November, gelang Lumumba die Flucht aus dem Hausarrest in Kinshasa, er wollte nach Kisangani, um dort zu Gizenga zu stoßen. Obgleich die Bevölkerung ihn auf der Flucht unterstützte, wurde er nach vier Tagen Suche von CIA, belgischem Geheimdienst und Mobutus Truppen bei Mweka wieder festgenommen und nahe Kinshasa nach Thysville in ein Militärlager gebracht, aus dem er nicht mehr fliehen konnte.
Die Jahreswende jedoch brachte die Allianz aus Belgiern, Amerikanern, UNO und Mobutu in Schwierigkeiten: Die Lumumbisten unter Gizenga in Kisangani errangen Erfolg auf Erfolg und kontrollierten fast das halbe Land, am 9. Januar besetzten sie sogar das nördliche Katanga. Zusätzlich gelang es Lumumba im Militärlager Thysville einen Teil der Soldaten auf seine Seite zu bringen. Nachdem diese eine Meuterei begannen, befürchtete Belgien eine erneute Flucht Lumumbas, und der belgische Afrika-Minister Harold d'Aspremont Lynden beschloss seine Ermordung in Gang zu setzen. Dafür flog man Lumumba am 17. Januar 1961 in einer DC4 der Sabena nach Katanga aus, formal als "Auslieferung" an Tshombé bezeichnet. Unterwegs bereits wurden Lumumba und seine beiden Begleiter schwer gefoltert und in der folgenden Nacht in Katanga von einem belgisch-kongolesischen Kommando erschossen. Fünf Tage später fuhr ein rein belgisches Kommando erneut in die Savanne zum Hinrichtungsplatz, exhumierte die Leichen, hackte sie in Stücke und löste sie in Schwefelsäure auf.
1964 endete die UNO-Mission im Kongo und die Blauhelme zogen ab, auf Druck europäischer Länder und der USA beauftragte Präsident Kasavubu Tshombé mit der Regierungsbildung. Unmittelbar darauf begannen Aufstände verbliebener lumumbistischer Verbände mit dem Ziel, Belgier und Amerikaner aus dem Kongo zu vertreiben. Insbesondere der Simba-Aufstand 1964 unter maßgeblicher Beteiligung Laurent Kabilas konnte zwar gemeinschaftlich von Belgiern, Amerikanern und der kongolesischen Armee unter Tshombé niedergeschlagen werden*, der Bürgerkrieg währte jedoch weiter.
Die zweiten Parlamentswahlen im Mai 1965 fanden in einem vom Krieg traumatisierten und zerrissenen Land statt. Tshombé gelang es, ein Parteienbündnis zu schmieden, das ihm tatsächlich an die Macht half, aber Kasavubu weigerte sich, den Sieger Tshombé mit der Regierungsbildung zu beauftragen und berief am 13. Oktober stattdessen Évariste Kimba (1926-1966). Dessen "Wahl" jedoch wird am 14. Oktober vom Parlament abgelehnt, der Staat war wie 1961 blockiert, eine Situation, die Mobutu zum Anlass nahm, sich am 24. November zum zweiten Mal und diesmal endgültig an die Macht zu putschen.
Zugleich begann er mit der ideologischen Unterfütterung seiner Herrschaft. 1967 bereits gründete er eine eigene Partei, die Mouvement Populaire de la Révolution, die im November 1970 den Einparteienstaat und alle Bürger zu Mitgliedern erklärte, und sich selbst zum obersten Staatsorgan erhob. Bereits im Gründungsmanifest propagierte die MPR dabei die Authenticité, eine kongolesische Spielart der Négritude. Sie verwies auf die "Werte der Vorfahren" und die irrige Vorstellung vom Kongo als einer kulturellen Einheit, als Resultat davon wurde das Land unter anderem "afrikanisiert". So firmierte die Demokratische Republik Kongo seit Oktober 1971 als Zaïre (ein durch Missverständnisse entstandener Name. Als die Portugiesen landeten und nach dem Namen des Kongoflusses fragten, dachten die Einheimischen, sie wollen wissen, wie man "Fluss" in der Landessprache sagt. Die Antwort war daher "N`Zadi" = der Fluss auf Lingala, einer der heutigen vier Nationalsprachen. Die Portugiesen verstanden N'zaire). Im Februar 1972 wurden alle christlichen Vornamen afrikanisiert, und der Abacos, ein spezieller Anzug, war als Kleidungsstück für Männer vorgeschrieben. Dieser der Zeit entsprechende ideologische Unterbau war allerdings eine reine Fassade. Die letzte große Maßnahme unter ihrem Mantel war 1973 die Zaïrisierung der Wirtschaft, sprich die Verstaatlichung der großen Konzerne, die bis dahin noch in zumeist belgischer Hand waren, danach erlahmte die Authenticité. Vorübergehend versuchte man, an seiner Stelle den "Mobutismus" einzuführen, eine religiöse Verklärung Mobutus als göttliche Gestalt, die im Volk aber grandios scheiterte; danach beendete die Führung den Versuch ideologischer Rechtfertigung.
Aber nicht nur Mobutu "bediente" sich, Korruption, Diebstahl und Unterschlagung wurden für jene, die in entsprechenden Ämtern saßen, bald zur obersten Priorität. Diese Haltung führte so weit, dass beispielsweise 1994 mehrere Generäle der Armee die Mirage-Flugzeuge der zaïreschen Luftwaffe heimlich verkauften. Der Staat und seine Verwaltung wurden so innerhalb kürzester Zeit funktionsunfähig und dienten allein der Bereicherung der Führungsschicht. Da auch Investitionen ausblieben und Entwicklungshilfegelder in aller Regel direkt auf den Konten Mobutus verschwanden, sank die Produktivität der zaïreschen Wirtschaft immer weiter. So betrug die Kupferproduktion des Landes 1995 nur noch acht (!) Prozent von der Fördermenge des Jahres 1984. Ende der 80er Jahre war der Staat wirtschaftlich vollständig heruntergekommen.
Aber dieser Machtwechsel sollte den Kongo nicht stabilisieren. Ruanda und Uganda waren nicht an einer stabilen Regierung interessiert, versuchten durch die Unterstützung verschiedener Rebellionen auch Kabilas Herrschaft zu beschädigen und setzten so den Kongokrieg in Gang. Im August 1998 führte dies zum Bruch Kabilas mit seinen Nachbarn und ehemaligen Unterstützern, dabei erhielt er Unterstützung von Simbabwe, Angola, Namibia, Tschad und dem Sudan, deren Regierungen er Zugang zu den Rohstoffvorkommen des Landes zusicherte. Simbabwe erhielt zum Beispiel im Austausch für die Militärhilfe Anteile an der Produktion der kongolesischen Diamantenminen. Ein Putschversuch gegen Kabila in Kinshasa scheiterte, weil Angola, Simbabwe und Namibia auf Seiten Kabilas militärisch intervenierten. Am 10. Juli 1999 unterzeichneten die Regierung Kabila und die Rebellen ein Waffenstillstandsabkommen in Lusaka, das aber immer wieder durch Kämpfe gebrochen wurde, in der Folge zerfiel das Land in mehrere Herrschaftsgebiete. Die Kämpfe dauerten bis in den Juni des Jahres 2000 an.
Am 24. Februar 2000 wurde durch die Resolution 1291 des Sicherheitsrates die MONUC (Mission der Vereinten Nationen in der Demokratischen Republik Kongo) geschaffen, ihr Hauptquartier wurde in Kinshasa eingerichtet. Die Demokratische Republik Kongo wurde in sechs Sektoren eingeteilt, jeweils mit einem Stabsquartier der MONUC. Kabila stimmte der Stationierung von Blauhelm-Soldaten allerdings erst auf der von der UN neu einberufenen Konferenz von Lusaka im August 2000 zu. Auch willigten alle Kriegsparteien mit Ausnahme von Uganda darin ein, ihre Truppen aus dem Staatsgebiet der Demokratischen Republik Kongo zurückzuziehen. Am 16. Januar 2001 fiel Kabila dann einem Attentat durch einen seiner Leibwächter zum Opfer.
Im Mai 2003 verschärfte sich im Distrikt Ituri im Nordosten der DR Kongo ein seit 1999 schwelender Konflikt zwischen Milizen der Hema- und Lendu-Völker und es kam zu blutigen Massakern in der Distrikthauptstadt Bunia. Daraufhin wurde für drei Monate eine französische Eingreiftruppe mit logistischer Hilfe Deutschlands in die Region geschickt, ein Einsatz, der im September 2003 jedoch wieder zu Ende ging. Am 10. Juni 2004 kam es zu einem Putschversuch gegen Joseph Kabila. Der Aufstand eines Majors der Präsidentengarde wurde aber schnell niedergeschlagen, nachdem dieser das Wasserkraftwerk und die Rundfunkstation Kinshasas besetzt hatte.
Dem Wiederaufbau im Wege steht der fast vollständige Zerfall der Infrastruktur, Verwaltung und Wirtschaft des Landes und insbesondere die Ausplünderung der äußerst rohstoffreichen Ostprovinzen des Kongo, in denen die Zentralregierung fast völlig machtlos ist, vor allem durch ugandische, ruandische und burundische Kräfte. Mehrere Erhebungen, Aufstände und Revolten konnte Kabila bisher abwehren. Ob es ihm aber gelingen wird, die territoriale und in der Folge auch die administrative Souveränität vor allem im Osten des Landes wiederherzustellen, steht noch dahin.
Seit 1998 (bis Anfang 2005) wurden gemäß Angaben des „International Rescue Committee“ 3,8 Millionen Menschen während gewaltsamer Auseinandersetzungen getötet. Nirgendwo sonst wurden seit dem zweiten Weltkrieg so viele Menschen in einem so kurzen Zeitraum getötet. Nach Schätzungen der UNO werden jeden Tag 1000 Menschen zu Opfern von Gewalttaten. Alleine in der Provinz Sud-Kivu wurden von 2003 bis 2005 etwa 10.000 Frauen systematisch vergewaltigt – inoffizielle Schätzungen gehen von sogar von bis zu 500.000 Vergewaltigungen aus.
Als das zentrale Ereignis der Konsolidierung des Landes sind die ursprünglich für das Jahr 2005 geplanten Wahlen anzusehen, Mitte Juni sollte mit der Registrierung der Wähler begonnen werden und im Laufe des Jahres die Wahl durchgeführt werden. Am 17. Mai 2005 wurde die dafür erforderliche neue Verfassung vom Parlament verabschiedet, die die zwei Jahre alte Übergangsverfassung ablösen soll und die Grundlage für Wahlen bildet. Zum Inkrafttreten musste diese allerdings noch in einer Volksabstimmung bestätigt werden, wodurch sich die Wahlen bis ins Jahr 2006 verschoben, geplant sind nun zwei Wahlgänge für Parlaments- und Präsidentschaftswahlen am 29. April und am 2. Juni 2006. Die neue Verfassung ist zwar kritisiert worden als einem undemokratischen Geschacher entsprungen, gilt aber als funktionell und solide genug, um als Grundlage für einen neuen Staat zu dienen. Die wichtigste Veränderung ist dabei eine verstärkte Dezentralisierung des Staates (wenn auch kein echter Föderalstaat zustande kam) und eine Verringerung der Macht des Staatsoberhauptes.
Zugleich steht aber zu befürchten, dass die Wahlen den Keim für neue militärische Konflikte legen und den Krieg erneut befeuern könnte. Drei Kandidaten gelten derzeit als aussichtsreiche Rivalen um das Amt des Staatspräsidenten: neben Kabila der ehemalige Chef der Zentralbank Pierre Pay-Pay sowie der Oppositionsführer und ehemalige Premierminister Etienne Tshisekedi (dessen Kandidatur allerdings formal wegen eines ursprünglichen Wahlboykotts seiner Anhänger nicht zulässig wäre, was weiteren Konfliktstoff in sich birgt). Alle Kandidaten wiederum haben eine starke militärische Basis, so kontrolliert Kabila die Provinz Katanga, Tshisekedi die Provinz Kasai und Pay-Pay ein Bündnis aus Politikern in Kinshasa und einigen Milizenführern. Auch haben die meisten Warlords sich nicht an die Übereinkunft mit der Regierung gehalten, ihre Truppen entweder zu demobilisieren oder einer neuen, integrierten Armee zu überstellen, rund 300.000 nichtstaatliche Kämpfer standen Anfang 2006 noch unter Waffen.
Momentan sind rund 17.000 Militärbeobachter und Soldaten an der "Mission de l´Organisation des Nations Unies en République Démocratique du Congo" (MONUC) beteiligt. Eine Ausweitung dieser Mission und Entsendung weiterer Blauhelm-Soldaten hat der UN-Sicherheitsrat abgelehnt. Daraufhin prüfen die EU und Deutschland nach einer Anfrage der UN, wie und mit welchen Mitteln sie im Rahmen einer weiteren Mission die Wahl auch militärisch sichern und die aktuelle UN-Mission unterstützen können. Zur Zeit befindet sich ein Erkundungskommando unter der Führung des deutschen Brigadegenerals Heinrich Brauß im Land, um diese Fragen zu klären.
Geschichte (Demokratische Republik Kongo)
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