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Bis zur europäischen Besiedelung


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Seit dem 18. Jahrhundert kam das Gebiet des heutigen Namibia aufgrund der Siedlung am Kap der guten Hoffnung langsam ins Blickfeld der Europäer. Zuvor gab es seit dem 16. Jahrhundert nur einzelne Landungen an wüstenhafter süßwasserloser Küste, die aber weiter nicht ins Land eindrangen. Zeugnisse dieser Zeit sind zum einen die in den betreffenden Museen von Namibia und Südafrika heute ausgestellten Originale der damals durch die Kapitäne der Portugiesen aus der Schule Heinrichs des Seefahrers an zwei günstig gelegenen Anlandungsorten aufgestellten steinernen Kreuze (Padrahos). Zum anderen stehen vor Ort getreue Kopien der steinernen Kreuze, eines davon, leicht besichtigbar, etwa 15 km südlich von Walvisbay an einer geschützten Felsbucht. Seit etwa 1800 kamen teilweise von der europäischen Kultur beeinflusste und mit Europäern vermischte Nama-Stämme ins Land und brachten neben anderen europäischen Gütern auch moderne Schusswaffen mit, was den gesamten Namas einen militärischen Vorteil verschaffte, so dass sie die bantusprachige Bevölkerung durch brutale Kriege weit nach Norden vertreiben konnten. Mit den aus dem Süden einwandernden so genannten Orlam-Stämmen der Nama kamen auch deutsche Missionare ins Land, die vergeblich versuchten, das Land zu befrieden. Durch die Vermittlung etwa der Schrift unter den Namas kam es zu weiteren militärischen Vorteilen für diese. Erst als Teile der bantusprachigen Herero sich mit Teilen der Namas verbündeten und so diese Techniken übernehmen konnten, wendete sich das Blatt wieder und die Herero konnten effektiven Widerstand leisten. Die blutigen Auseinandersetzungen zwischen Nama und Herero gaben den Europäern die Möglichkeit zu intervenieren und schließlich das Land unter ihre Kontrolle zu bringen. Die Damara galten seit Menschengedenken als die Sklaven der Nama und die San („Buschmänner“) spielten als Jäger und Sammler keine militärische Rolle. Die im Grenzgebiet zu Angola lebenden Ambo-Stämme (auch oft Ovambo genannt) lagen außerhalb der Reichweite dieser Entwicklungen.

Kolonialzeit


Wappen-Südwestafrika.JPG Der Kaufmann Franz Adolf Eduard Lüderitz schloss im Jahre 1883 einen Vertrag mit einheimischen Stammesältesten, der die Grundlage der späteren deutschen Kolonialherrschaft wurde. Das Gebiet wurde am 24. April 1884 als Deutsch-Südwestafrika unter den Schutz des Deutschen Reiches gestellt.

In der Folgezeit kam es zu Auseinandersetzungen mit deutschen Siedlern und der Deutschen Schutztruppe gegenüber mit Gewehren bewaffneten Hereros (Aufstand der Herero und Nama). Es kam dabei eine große Anzahl Herero-Familien durch Verdursten ums Leben (Genozid), nachdem sie in die Wüste gejagt wurden und die Wasserstellen von Deutschen bewacht wurden. Auch die Nama versuchten einen Aufstand, der aber schnell niedergeschlagen werden konnte. Die Zahl der Toten ist umstritten. 2004 bekannte sich die BRD zur Schuld Deutschlands; statt Entschädigungszahlungen wurde erhöhte Entwicklungshilfe abgesagt.

Seit dem 1. Weltkrieg


siehe auch Südwestafrika

Im 1. Weltkrieg gelang es südafrikanischen Truppen, die am 13. September 1914 mit einem Überfall auf die Polizeistation von Ramansdrift die Feindseligkeiten eröffneten, schnell das Land zu erobern. Am 9. Juli 1915 musste Victor Franke, letzter Kommandeur der deutschen Schutztruppe, kapitulieren; deutsche Siedler wurden in das Internierungslager bei Pretoria, später in das von Pietermaritzburg abtransportiert. Namibia blieb nach dem ersten Weltkrieg von Südafrika besetzt und stand fortan als Mandat des Völkerbundes unter südafrikanischer Verwaltung. Aufforderungen der Vereinten Nationen, das Land in die Unabhängigkeit zu entlassen, wurden vom Apartheidstaat Südafrika ignoriert, da Namibia als Cordon Sanitaire gegenüber den von Schwarzen regierten „Feindstaaten“ diente.

1966 rief die marxistisch beeinflusste, selbst ernannte Befreiungsbewegung Südwestafrikanische Volksorganisation oder kurz SWAPO, die mit sowjetischer Bewaffnung und Guerillamethoden von Angola aus das Land infiltrierte, den Krieg gegen Südafrika aus, mit dem Ziel, die Unabhängigkeit des Territoriums zu erlangen. Seit der Zeit trägt das Gebiet den Namen Namibia. Südafrika änderte erst 1988, auf Embargo-Druck hin, seine politische Haltung und erklärte sich im Rahmen eines UN-Friedensvertrages dazu bereit, die Besatzung aufzugeben.

Unabhängigkeit Namibias


Die Unabhängigkeit wurde 1990 erreicht. Seither stellt die SWAPO mit dem autoritär regierenden Sam Nujoma sowohl Präsident als auch die Regierung Namibias. Größte Oppositionsparteien sind der sozialdemokratische Congress of Democrats und die konservative Demokratische Turnhallenallianz. Daneben existieren kleinere Parteien wie der United Democratic Front und die Monitor Action Group. 1994 tritt Südafrika die Enklave Walfischbucht an Namibia ab, welche zu Kolonialzeiten erst britisch und dann von Südafrika beansprucht war.

Am 25. Mai 2004 hat Präsident Sam Nujoma seinen Außenminister Hidipo Hamutenya überraschend und ohne Angaben von Gründen aus der Regierung entlassen und am 28. Mai 2004 durch den bisherigen Arbeitsminister Marco Hausiko ersetzt. Als Nachfolgerin im Außenamt trat die bisherige stellvertretende Ministerin für Frauenangelegenheiten und Kinderfürsorge, Marlene Mungunda, an.

Bei den am 15. und 16. November 2004 durchgeführten Präsidentenwahlen wurde der auch von der SWAPO nominierte frühere Landwirtschaftsminister Hifikepunye Pohamba mit 76 Prozent als Nachfolger von Präsident Sam Nujoma gewählt. Im März 2005 übernahm er das Amt von seinem Vorgänger.

Siehe auch


Weblinks


Geschichte (Namibia) | Geschichte nach Ländern

History of Namibia | Histoire de la Namibie | Storia della Namibia | Namibias historie | História da Namíbia

 

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