Siehe dazu auch den Artikel Spanische Eroberung Mexikos
Conquest_mexico_1519_21.jpg Im Jahr 1519 besiedeln und erobern die spanischen Eroberer das Land von den ursprünglichen Bewohnern. Bereits 1517 hatte Francisco Hernández de Córdova († 1517) die Halbinsel Yucatán im Süden Mexikos erforscht. Ihm folgte 1518 Juan de Grijalva, der nördlich bis zum Fluss Rio Pánuco vordrang. Der wichtigste Eroberer war Hernán Cortés, der 1519 über eine Küstenstadt der Eingeborenen erstmals ins Land kam, welcher er den Namen "Puerto de la Villa Rica de la Vera Cruz" (das heutige Veracruz) gab.
Die Azteken, die bis zu diesem Zeitpunkt das Land beherrschten, glaubten aufgrund ihrer Überlieferungen, dass die Spanier von den Göttern gesandt seien, so dass sie ihnen zu Beginn wenig Widerstand entgegensetzten. Erst als sie erkannten, dass die Eroberer nichts mit Göttern zu tun hatten, setzten sie ihnen Widerstand entgegen. Nach einigen Schlachten, in welchen die Spanier fast geschlagen worden wären, umzingelten die Spanier schließlich die Hauptstadt des aztekischen Reiches Tenochtitlán und besiegten so am 13. August 1521 die Azteken vollständig.
Der Sieg der Spanier war letzten Endes auf drei wichtige Faktoren zurückzuführen: Zum einen besaßen sie mit ihren Schusswaffen die überlegene Waffentechnik. Weiterhin brachten sie Krankheiten ins Land, gegen welche die Eingeborenen keinerlei Immunität besaßen und die zu einer großen Sterblichkeit führten. Außerdem gelang es den Spaniern, die Unterstützung von Personen des aztekischen Reiches zu erhalten, die die Befreiung von der Herrschaft der aztekischen Herrscher anstrebten. Diese hatten aber nicht erwartet, dass sich die spanische Herrschaft als mindestens genauso grausam wie die aztekische Herrschaft herausstellen würde.
In den Folgejahren von 1527 bis 1546 eroberten die Spanier die Halbinsel Yucatán , die im wesentlichen von den Maya besiedelt war. Die fehlende Zentralisierung, endgültig seit 1441 (Ende des letzten bedeutenden Maya-Stadtbündnis, in diesem Falle der Liga von Mayapán), erleichterte die Eroberung der Maya-Stadtstaaten.
Als Folge der Besiedlung Mexikos durch die Spanier entwickelte sich bald die neue ethnische Gruppe der Mestizen, die meist die Kinder spanischer Väter und eingeborener Mütter waren.
Großen Einfluss in der Herrschaft in Mexiko übernahm sehr bald die Spanische Inquisition bzw. die von ihr abgeleitete Mexikanische Inquisition.
Die führenden Persönlichkeiten in Mexikos Unabhängigkeitskampf waren der Pater José María Morales, Vincente Guerrero, der spanische General Agustín de Iturbide und General Antonio López de Santa Anna. Der Kampf währte elf Jahre, bis die Truppen der Befreiungsarmee 1821 in Mexiko-Stadt einzogen. Auch wenn die Unabhängigkeit von Spanien bereits 1810 erklärt worden war, wurde sie erst durch den Vertrag von Córdoba im August 1821 besiegelt, der in Córdoba (Veracruz) von Juan de O'Donolú und Agustin de Iturbide unterzeichnet wurde und den Plan von Iguala ratifizierte.
1823 wurde Agustin I. nach einem Militäraufstand unter Führung von Antonio López de Santa Anna gestürzt. Es trennen sich 17 der 18 Provinzen Guatemalas (bis auf Chiapas) von Mexiko und gründen am 1. Juli 1823 die Republik der Vereinigten Provinzen Zentralamerikas (Zentralamerikanische Konföderation). Am 19. Juli 1824 wird der aus dem Exil zurückgekehrte Kaiser Agustin I. von den Republikanern gefangengenommen und hingerichtet.
1829 erfolgt ein letzter spanischer Versuch, Mexiko zurückzuerobern. Die Invasoren werden bei Támpico nördlich von Veracruz besiegt.
Die Zentralistischen Tendenzen fördern die Autonomieneigungen der englischsprachigen Kolonisten im zu Mexiko gehörenden Texas. Nach der Niederlage der mexikanischen Armee am Fluss San Jacinto 1836 ist Texas faktisch unabhängig.
In der Folge hatte Mexiko bis 1861 mehrfach instabile Regierungen und mehrfache Militärrevolutionen. Eine herausragende Figur dieser Zeit ist General Antonio López de Santa Ana als mehrmaliger Rebell und Präsident-Diktator, dies zuletzt 1854-56.
Im Jahr 1855 wurde Ignacio Comonfort von der Partei der sogenannten moderates (Gemäßigten) zum Präsidenten gewählt. Diese Partei suchte einen Mittelweg zwischen den Liberalen und den Konservativen.
Da Mexiko aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage seinen Auslandverpflichtungen nicht nachkommen kann, entsenden Spanien, Großbritannien und Frankreich 1861 ein Expeditionskorps. Nach dem Abzug der spanischen und britischen Verbände 1862 dringen die Franzosen in das mexikanische Hochland vor und besiegen nach der verlorenen Schlacht von Puebla am 5. Mai 1862 (heute als Cinco de Mayo-Feiertag gefeiert) schließlich die mexikanischen Truppen unter Führung von General Ignazio Zaragoza und besetzen die Hauptstadt des Landes.
Auch die Konservativen wollen eine Monarchie errichten. Sie bringen einen Erzherzog des königlichen Hauses von Österreich namens Maximilian von Habsburg, der an der Ausbeutung der reichhaltigen Erzminen im Nordwesten des Landes interessiert ist, mit seiner Frau Charlotte von Mexiko nach Mexiko.
Der französische Kaiser Napoleon III. will in Mexiko ein mit Frankreich politisch und wirtschaftlich eng verbündetes Reich errichten (Panlatinismus) und setzt den österreichischen Erzherzog Maximilian (* 1832, † 1867; Bruder des österreichischen Kaisers Franz Joseph I.) zum Kaiser von Mexiko ein (vgl. Maximilian I.).
Am 16. Juni 1864 tritt Kaiser Maximilian sein Amt in Mexiko an. Von Anfang an sieht er sich jedoch mit einer starken republikanischen Opposition konfrontiert. Durch die Adoption und Ernennung der Iturbide-Enkel zu seinen Thronfolgern (Dynastie Habsburg-Iturbide) sowie des Ex-Diktators Santa Anna zum Reichsmarschall versucht er, seine Macht zu verbreitern.
Maximilian favorisiert die Bildung einer eingeschränkten Monarchie, die sich die Macht mit einem demokratisch gewählten Kongress teilen soll. Dies ist den mexikanischen Konservativen allerdings zu liberal, während die Liberalen die Monarchie grundsätzlich ablehnen, so dass Maximilian nur wenig Anhänger findet. 1866 sehen sich die Franzosen aufgrund massiven Widerstands und Druck der USA gezwungen, ihre Truppen aus Mexiko abzuziehen. Kaiser Maximilian entschließt sich, im Land zu bleiben. Er wird mit seinen Truppen von den mexikanischen Truppen unter Führung von Juarez in der Schlacht von Cerro de las Campanas bei Querétaro am 14. Mai 1867 vernichtend geschlagen, gefangengenommen und schließlich am 19. Juni 1867 hingerichtet.
Nach dem Sieg über die Monarchie bestanden unter den Konservativen starke Vorbehalte gegenüber Juarez, dem sie zu große Machtkonzentration und das Anstreben einer wiederholten Wiederwahl vorwarfen. So rebellierte schließlich einer der Generäle, Porfirio Díaz gegen die Regierung und erklärte 1876 den Plan von Tuxtepec.
Als das offizielle Wahlergebnis verkündet wurde, hieß es, dass Diaz die Wahl fast ohne Gegenstimmen gewonnen habe und Madero im ganzen Land lediglich ein paar hundert Stimmen erhalten habe. Dieser Wahlbetrug Diaz' war aber zu offensichtlich, als dass die Bevölkerung ihn akzeptiert hätte, Aufstände brachen aus. Madero veröffentlichte den Plan von San Luis Potosí, in welchem er die Bevölkerung am 20. November 1910 aufrief, zu den Waffen zu greifen und gegen die Regierung Diaz vorzugehen.
Dies startete die Mexikanische Revolution (Revolución Mexicana). Madero wurde in San Antonio (Texas) inhaftiert, aber sein Plan wurde durchgeführt. Die Bundesarmee wurde durch die Revolutionsarmee, die unter anderem im Süden durch Emiliano Zapata, im Norden durch Pancho Villa und Pascual Orozco sowie durch Venustiano Carranza angeführt wurde, geschlagen, Porforio Diáz trat am 25. Mai 1911 "im Namen des Friedens der Nation" zurück und ging ins Exil nach Frankreich, wo er 1915 starb.
Die Revolutionsführer vertraten sehr unterschiedliche Ziele, unter ihnen befanden sich sowohl Liberale wie Madero als auch Radikale wie Zapata oder Villa. In der Folge gestaltete sich die Bildung einer funktionierenden Regierung aus den siegreichen Revolutionstruppen als sehr schwierig. Das Ergebnis waren Konflikte, die länger als zwanzig Jahre anhielten. Während dieser Zeit wurden 1913 der Präsident Madero, 1920 Prädident Carranza, 1919 Zapata, 1923 Villa sowie viele andere Personen ermordet.
Auf den Rücktritt Diaz' hin wurde 1911 Madero zum Präsidenten gewählt. 1913 wurde er ermordet. Venustiano Carranza, ein ehemaliger Revolutionsgeneral, der einer der Präsidenten der Folgezeit war, setzte am 5. Februar 1917 die Verfassung in Kraft, die noch heute in Mexiko Gültigkeit hat.
1920 wurde Álvaro Obregón Präsident. Er vertrat alle Richtungen der mexikanischen Gesellschaft mit Ausnahme der Kirche und der Großgrundbesitzer und betrieb systematisch die soziale Liberalisierung des Landes, indem er die Macht der Kirche weiter beschnitt, die Schulbildung verbesserte und die Rechte der Frauen stärkte.
Auch wenn die Mexikanische Revolution und der Bürgerkrieg nach 1920 beendet waren, so verringerten sich doch nicht die bewaffneten Konflikte. Einer der wichtigsten Konfliktpunkte war der Streit zwischen einer weitestgehenden Entmachtung der katholischen Kirche und einer starken Einflussnahme der katholischen Kirche auf das politische Geschehen. Der folgende Aufstand der Unterstützer der Kirchen wird auch als La Guerra Cristera bezeichnet.
1929 wird die Nationale Revolutionäre Partei (Partido Nacional Revolucionario, PNR) gegründet, die sich in der Zukunft als Partei der Institutionalisierten Revolution (Partido Revolucionario Institucional, PRI) zur stärksten politischen Kraft des Landes entwickeln soll.
1934 wurde Lázaro Cárdenas del Río Präsident von Mexiko und führte einige Reformen durch: am 1. April 1936 verbannte er Calles, den letzten General mit diktatorischen Ambitionen aus Mexiko. Es gelang ihm, die unterschiedlichen Kräfte innerhalb der PNR zu vereinen, und sorgte dafür, dass die PNR im Stande war, die kommenden Jahrzehnte zu regieren, ohne in Gefahr zu geraten, abgewählt zu werden. 1938 wird die PNR in Partido de la Revolución Mecicana (PRM) umbenannt. Am 18. März 1938 verstaatlichte Cardenas die Ölindustrie, die bis zu diesem Zeitpunkt in US-amerikanischem, britischen und niederländischem Besitz war und die Elektrizitätswerke. Außerdem führte er größere Agrarreformen durch als viele seiner Vorgänger. Er gründete das Nationale Polytechnische Institut, nahm spanische Flüchtlinge vor dem spanischen Bürgerkrieg auf und brachte Reformen auf den Weg, die Mexikos Entwicklung bis zum heutigen Tag geprägt haben.
Am Zweiten Weltkrieg beteiligt sich Mexiko auf Seiten der Alliierten. Im Jahr 1946 wird die regierende PRM in Institutionelle Revolutionspartei (Partido Revolucionario Institucional, PRI) umbenannt.
Cardenas Nachfolger Manuel Ávila Camacho regierte Mexiko in einer Zeit, die durch den Wechsel aus der Revolutionszeit in die Regierungszeit der PRI bestimmt war, die bis 2000 währen sollte. Er löste sich von der absoluten nationalen Autonomie und öffnete Wege für ausländische Investoren, die bereits zwei Generationen zuvor von Madero angelegt worden waren. Seine Regierung fror die Abgaben ein, verhinderte Streiks und machte Dissidenten mit einem Gesetz gegen das Verbrechen der sozialen Abweichung mundtot. In dieser Zeit machte die PRI einige der vorhergegangenen Landreformen rückgängig, Camachos Nachfolger Miguel Alemán Valdés fügte sogar den Artikel 27 in die Verfassung ein, der Großgrundbesitzer schützen sollte.
Auch wenn das Regime der PRI dem Land wirtschaftlichen Wachstum und einen relativen Wohlstand für fast drei Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg einbrachte, brach mehrmals das Wirtschaftssystem zusammen und politische Unruhen erhoben sich in den späten 1960er Jahren, die 1968 im Massaker von Tlatelolco endeten. In den Jahren 1958 bis 1970 wurden die Landreformen, die Industrialisierung, der Ausbau der Infrastruktur und der Bau soziale Einrichtungen massiv unterstützt. 1976 und 1982 erlitt das Land wirtschaftliche Zusammenbrüche, nach denen die Banken, die für die Katastrophe verantwortlich gemacht wurden, verstaatlicht wurden. Jedes Mal wurde der mexikanische Peso abgewertet, und bis 2000 war es zur Normalität geworden, dass nach den jeweils sechs Jahren einer Präsidentschaft eine große Geldentwertung und Rezession folgten. Die Krise, die nach der Entwertung des Peso 1994 folgte, führte zu Tumulten und führte Mexiko in die größte Rezession der zweiten Hälfte des Jahrhunderts.
Im Jahr 1985 zerstörte ein Erdbeben Teile von Mexiko-Stadt und tötete über 20.000 Menschen. Bei den Aufräumarbeiten wird die Korruption und die Handlungsarmut der PRI offensichtlich, im Wiederaufbau sind die Mexikaner mehr oder weniger auf sich selbst gestellt - eine Tatsache die stark zur Entfremdung vom faktischen Einparteiensystem beiträgt und sicher eine der Ursachen für den Fall der PRI 15 Jahre später ist.
1992 schließt Mexiko zusammen mit den USA und Kanada das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA), das am 1. Januar 1994 in Kraft tritt. Zeitgleich findet ein zwölftägiger Aufstand von Indigenas im südlichen Bundesstaat Chiapas (organisiert in der EZLN) statt. Seitdem hat es wiederholte Zwischenfälle, unterbrochene Friedensgespräche und Entwicklung autonom geführter Gebiete gegeben. Der Konflikt ist noch immer nicht beigelegt.
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