Das heutige Italien war in der Antike bis ins 5. Jahrhundert nach Christus Teil des Römischen Reiches mit Rom als Hauptstadt.
Ab dem Jahr 774 eroberte der Frankenkönig Karl der Große das in Norditalien gelegene Langobardenreich und machte sich zum "König der Franken und Langobarden". Im Zuge der karolingischen Reichsteilungen wurde (Nord-)Italien dann wieder selbständiges Königreich, zunächst unter karolingischen Königen, dann unter Hugo von Vienne und Berengar von Ivrea. 951 gewann Otto der Große die Herrschaft über Nord- und Teile Mittelitaliens (so genanntes Reichsitalien) und begründete die Verbindung Reichsitaliens mit dem Deutschen Reich (Heiliges Römisches Reich) Nicht Bestandteil des Langobardenreichs und auch des späteren Heiligen Römischen Reichs war die Republik Venedig, die zunächst nur aus der Lagune bestand, sich aber im Laufe der Jahrhunderte über ganz Ost-Oberitalien ausbreitete.
Im hohen und späten Mittelalter waren Teile Nord- und Mittelitaliens stark von der römisch-katholischen Kirche dominiert und unmittelbar von den Machtkämpfen um das Papsttum sowie von den Kämpfen zwischen den einzelnen Kommunen betroffen.
Islam in Italien 7.jpg: einst beherrschte bzw. geplünderte Gebiete (grün bzw. gelb)]] Süditalien blieb noch bis ins 11. Jahrhundert byzantinisch (Küstenstreifen) bzw. langobardisch (Fürstentümer Benevent, Capua, Salerno). Gegen die Araber, die Sizilien beherrschten, rief man zu Beginn des 11. Jahrhunderts die Normannen zu Hilfe, die im Laufe des 11. Jahrhunderts ganz Süditalien eroberten und 1130 das sizilianische Königreich (Königreich Sizilien) begründeten, einen der mächtigsten Staaten des Hochmittelalters. Dieses ging 1190 per Erbfolge an die Staufer, die bereits als römisch-deutsche Kaiser Norditalien kontrollierten. Palermo war Hauptstadt und Residenz des Kaisers Friedrich II., der im Süden aufgewachsen war. Mit dem Ende der Staufer 1266, die vom Papst (auch aufgrund deren eigenen Territorialpolitik und der päpstlichen Befürchtung, die Staufer würden den Kirchenstaat "umklammern") nach Kräften bekämpft worden waren, fiel das süditalienische "Königreich Sizilien" an die Anjous, und 1282 bzw. 1442 an Aragon (später Krone Spaniens). Süditalien war trotz der dynastischen Verbindung in der Stauferzeit nie formal Teil des Heiligen Römischen Reichs.
In Norditalien emanzipierten sich die Städte schon im Hochmittelalter von der kaiserlichen Oberherrschaft. Typisch war bald die "republikanisch" orientierte Konsularverfassung. Der sich im Laufe des späten 12. Jahrhunderts formierte Lombardenbund besiegte den römisch-deutschen Kaiser Friedrich Barbarossa, der die Städte stärker der kaiserlichen Kontrolle unterwerfen wollte, 1176 in der Schlacht bei Legnano. Mit dem Ende der Staufer wurden die Städte faktisch unabhängig (wenn sie auch, sofern sie sich in Reichsitalien befanden, weiterhin formal die kaiserliche Oberherrschaft akzeptierten) und usurpierten kaiserliche Rechte (Regalien); nach den Staufern fehlte es den meisten nachfolgenden Kaisern jedoch an den Mitteln zu einer kraftvollen Italienpolitik.
Einzelne Stadtstaaten wie Genua, Florenz, Pisa und Venedig gelangten allmählich zu großer wirtschaftlicher und kultureller Blüte, besonders während der Renaissance. Vor allem die Hafenstädte hatten viele wirtschaftliche Vorteile für den Handel zwischen den Mittelmeerländern Europas und Afrikas, auch im Zuge der Kreuzzüge. Genua expandierte nach Korsika, in die nördliche Ägäis und nach Südrussland, Venedig nach Dalmatien und in die südliche Ägäis.
Nach der Entdeckung Amerikas 1492 und des Seeweges nach Indien verlor Italien seine herausragende wirtschaftliche Bedeutung durch Verlagerung der Haupthandelsrouten vom Mittelmeer zum Atlantik. Andere Staaten, unter anderem Spanien und Portugal nahmen an wirtschaftlicher und politischer Bedeutung zu, da sie auf Grund der Kolonialisierung Südamerikas neue Rohstoffressourcen und Absatzmärkte erschlossen.
1559 kann Philipp II im Frieden von Cateau- Cambrésis Neapel gewinnen. Im Frieden von Utrecht 1713 erhielt Österreich u.a. Mailand, Neapel (ohne Sizilien) und Sardinien von Spanien. Der Herzog von Savoyen erhielt hingegen Sizilien. 1720 tauschte Savoyen Sardinien gegen Sizilien von Österreich aus. Spanien erwarb 1735/38 Neapel und Sizilien, 1748 Parma und gründete dort eine Sekundogenitur. Nach dem Aussterben der Medici in Florenz stiftete der Herzog von Lothringen dort eine Sekundogenitur für das Haus Habsburg-Lothringen. 1768 verkaufte die Republik Genua die Insel Korsika an Frankreich. Während Italien von 1701 bis 1748 Kriegsschauplatz der Großmächte war, erlebte es von 1748 bis 1796 eine lange Friedensdauer. 1796/97 unterwarf Napoleon Bonaparte große Teile Ober und Mittelitaliens und zwang Österreich im Frieden von Campo Formio zur Anerkennung seiner Eroberungen. Der Frieden währte jedoch nicht lange, weil Frankreich fortfuhr Eroberungen zu machen. So nahmen die Franzosen Papst Pius Vi. gefangen und ließen den Kirchenstaat zur Römischen Republik ausrufen und machten ihn zugleich zu einem Vasallenstaat. Auch eine Reaktion von Russland, Österreich, der Türkei und Englands brachte keinen Erfolg. Österreich musste sich im Frieden von Lunéville mit dem Staatsgebiet von Venedig vom Frieden in Campo Formio begnügen. 1802 kommt es zur Neuordnung Italiens durch Napoleon. Der Kirchenstaat wird wiederhergestellt. Das Großherzogtum Toskana wird zum Königreich Etrurien, die zisalpine Republik zur Republik Italien mit Napoleon als ersten Konsul. Piemont bleibt unter französischer Militärverwaltung. Im Frieden von Preßburg 1805 verliert Österreich Venetien und Dalmatien an die Republik Italien, die noch im selben Jahr in das mit Frankreich unierte Königreich Italien umgewandelt wurde. 1808 besetzte Napoleon auch den Kirchenstaat und schlug ihn zum Königreich Italien.
Nach dem Wiener Kongress kommt es zur Neuordnung Italiens. Das Königreich Sardinien Piemont wird um Savoyen vergrößert. Das Großherzogtum Toskana, der Kirchenstaat sowie das Königreich beider Sizilien werden geschaffen.
Quellen: Studienbuch Geschichte. Eine europäische Weltgeschichte. Hrsg. von Reinhard Elze und Konrad Repgen. Band 2. Stuttgart 2003. dtv- Atlas Weltgeschichte. Band 1. Hrsg. von Hermann Kinder u. Werner Hilgemann. 38. Auflage 2005.
Der spätere Irredentismus verlangte auch den Anschluss des Trentino und Istriens.
Beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs blieb Italien zunächst neutral, obwohl es formell durch den Dreibund an Deutschland und Österreich gebunden war. 1915 trat Italien dann auf Seiten der Ententemächte doch in den Krieg ein. Dadurch konnten die Wünsche der Irredentisten erfüllt werden. Jene Italiener, die sich eine Wiederherstellung eines Römischen Reiches mit Einverleibung aller Adria-Länder und Nordafrikas wünschten, wurden freilich enttäuscht.
Italien bekam als Folge des Waffenstillstands von Villa Giusti zum Trentino und Istrien auch Südtirol und große Teile der Julischen Alpen zugesprochen.
In der tiefen wirtschaftlichen, sozialen und politischen Krise nach dem Ersten Weltkrieg, den Italien mitgewonnen hatte, dessen Sieg aber nach Ansicht der Nationalisten von italienischen Verzichtspolitikern und den perfiden Alliierten "verstümmelt" worden war (Gabriele D'Annunzio prägte das enorm einflussreiche Schlagwort der Vittoria mutilata), begann Benito Mussolini mit faschistischen Straßenkämpfern, den Squadristen, sogenannte "Strafexpeditionen" gegen die sozialistische und katholische Gewerkschaftsbewegung sowie gegen linke, als "subversiv" bezeichnete politische Gegner. Die italienischen Regierungen wurden der teilweise bürgerkriegsähnlichen Zustände nicht Herr; insgesamt kamen zwischen 1919 und 1922 wohl etwa 1.000 Faschisten und Antifaschisten in den Kämpfen ums Leben.
Nachdem er Ende 1921 aus der lose zusammenhängenden faschistischen Bewegung eine Partei, den Partito Nazionale Fascista ("Nationale Faschistische Partei", PNF) geschaffen hatte, organisierte Mussolini im Oktober 1922 mit etwa 26.000 faschistischen Anhängern einen Sternmarsch, der unter den Namen Marsch auf Rom (Marcia su Roma) in die Geschichte einging. Am 28. Oktober trafen diese Gruppen im strömenden Regen vor den Toren Roms ein. Der Anführer des Marsches reiste später mit einem Schlafwagen aus Mailand an, als in Folge angeblicher Putschdrohungen König Viktor Emanuel III. Ministerpräsident Luigi Facta bereits entlassen hatte. Der König ernannte daraufhin Mussolini zum Ministerpräsidenten; die Faschisten zogen zu einem Siegesmarsch in Rom ein. Benito Mussolini and Adolf Hitler.jpg und Adolf Hitler]]
Im Juli 1923 wurde durch ein neues Wahlgesetz, die "Legge Acerbo", der Einfluss von Oppositionsparteien erheblich eingeschränkt. 1924 wurde der sozialistische Oppositionspolitiker Giacomo Matteotti entführt und ermordet. Indizien deuten darauf hin, dass Mussolini wahrscheinlich selbst den Auftrag für diesen Mord gegeben hatte - in einer berühmt-berüchtigten Rede vor der Abgeordnetenkammer am 3. Januar 1925 gab der "Duce" das selbst zu. Zugleich nutzte er die Gelegenheit, den Aufbau der faschistischen Diktatur anzukündigen und voranzutreiben, nachdem er im Gefolge der Krise zeitweise unter starken Druck der Kirche, von Gewerkschaften und Opposition, aber auch von "intransigenten", revolutionär-squadristischen Kreisen des Faschismus geraten war. 1926 wurden endgültig alle Oppositionsparteien verboten. Zu den Wahlen 1928 traten nur noch Kandidaten an, die vom PNF zugelassen wurden; mit der Schaffung des "Faschistischen Großrats" (Gran Consiglio Fascista) existierte nun auch ein Gremium, das Partei- und Staatsfunktionen vereinte. Der institutionelle Umbau des italienischen Staates zur faschistischen Diktatur war somit vollständig abgeschlossen.
Am 11. Februar 1929 wurden die Lateranverträge zwischen dem Vatikan und dem Königreich Italien abgeschlossen. In dem von dem Kardinalstaatssekretär Pietro Gasparri und Benito Mussolini unterzeichneten Vertragswerk werden die Souveränität eines Kirchenstaates anerkannt, die Beziehungen zwischen der Kirche und dem italienischen Staat geregelt und dem Vatikan Entschädigungen zugesprochen. Das faschistische Regime löste damit die seit 1870 mit der Einnahme Roms durch italienische Truppen schwelende Frage des Verhältnisses von katholischer Kirche und italienischem Staat. Dieser Erfolg brachte dem Faschismus die Zustimmung auch vieler bürgerlich-konservativer Kreise, die von der faschisischen Gewaltpolitik noch abgeschreckt worden waren.
Italien verfolgte international in den folgenden Jahren zunächst eine Politik, die das Land als Stütze der internationalen Ordnung und als Friedensgaranten im Mittelmeerraum erscheinen lassen sollte. Das brachte beispielsweise zunächst gute Beziehungen zu Großbritannien mit sich. Zunehmend jedoch radikalisierten sich die faschistische Kultur und Politik - eine Rückkehr zur rohen Gewalt, jetzt auf internationaler Ebene, war die logische Konsequenz eines Weltbildes, das auf dem Gedanken eines ewigen Kampfes und der imperialistischen Expansion Italiens fußte. Mit dem Italienisch-Äthiopischen Krieg von 1935 und der Eroberung des Landes trat die Außenpolitik in ihre aggressiv-expansionistische Phase. Während der militärische Erfolg die Herrschaft der Faschisten stärkte, wurde Italien vom Völkerbund isoliert. Deutschland unter Hitler beteiligte sich nicht an den Sanktionen. Dies und die Intervention beider Staaten im Spanischen Bürgerkrieg zugunsten der aufständischen nationalistischen Militärs um Francisco Franco führte 1936 zu einem Bündnisvertrag, der sogenannten "Achse Rom-Berlin". 1937 trat Italien aus dem Völkerbund aus und dem Antikomintern-Pakt zwischen Deutschland und Japan bei; 1939 folgten die Okkupation Albaniens und das als "Stahlpakt" bezeichnete offizielle Kriegsbündnis mit dem Deutschen Reich. Schon 1938 hatte Italien rassistische Gesetze erlassen, die vor allem die Juden diskriminierten.
Dieser Moment war am 10. Juni 1940 gekommen: Angesichts der überwältigenden deutschen Erfolge im Feldzug gegen Frankreich sah sich Mussolini gezwungen, selbst aktiv zu werden. Der "Duce" erklärte Großbritannien und Frankreich den Krieg und begründete diesen Schritt mit der Ambition Italiens, aus dem strategischen und ökonomischen "Gefängnis" des Mittelmeers auszubrechen. Die italienischen Kriegsanstrengungen waren jedoch seit diesem Zeitpunkt nicht mehr von Erfolg gekrönt: Der Angriff gegen das bereits geschlagene Frankreich blieb nach geringen Geländegewinnen in den Alpen (vgl. Vichy-Regime) stecken; die Offensive gegen die Briten in Nordafrika Ende 1940 und der Feldzug gegen Griechenland (ab dem 28. Oktober 1940 gerieten zu regelrechten Katastrophen, die nur durch das Eingreifen der deutschen Wehrmacht überdeckt werden konnten. Die neuere Forschung schreibt die desaströsen Ergebnisse mangelnder Ausbildung, schlechter Ausrüstung, vor allem aber dilettantischer strategischer Planung und maßloser Selbstüberschätzung insbesondere des "Duce" selbst zu.
1941 nahm ein italienisches Expeditionskorps am deutschen Feldzug gegen die Sowjetunion teil und verstrickte sich damit in den nationalsozialistischen Vernichtungskrieg. Auch auf dem Balkan verfolgten die Italiener teilweise ein zutiefst rassistisches Regiment, vor allem gegenüber den Slowenen und in der Zusammenarbeit mit der faschistischen Bewegung der Ustascha in Kroatien. 1942 scheiterte die letzte deutsch-italienische Offensive in Nordafrika; seitdem riss die Kette der militärischen Katastrophen für das faschistische Regime nicht mehr ab. Nach der Kapitulation der Achsentruppen in Tunesien im Mai 1943 eroberten Amerikaner und Briten im Sommer desselben Jahres Lampedusa und Pantelleria und landeten im Juli 1943 auf Sizilien. Unter dem Eindruck dieser verheerenden Niederlagen setzte der Faschistische Großrat am 25. Juli 1943 Mussolini mit einfacher Mehrheit ab. König Viktor Emanuel III., dessen Tochter im KZ Buchenwald ums Leben kam, übernahm den Oberbefehl über die Streitkräfte und beauftragte Marschall Pietro Badoglio, eine Militärregierung zu bilden. Badoglio erklärte die faschistische Partei und ihre Gliederungen per Gesetz für aufgelöst. Am 8. September wurde ein Waffenstillstand zwischen der Badoglio-Regierung und den Alliierten bekanntgegeben. Darauf erfolgte die Besetzung Norditaliens durch deutsche Truppen und die Installation einer Marionettenregierung unter Mussolini in diesem Gebiet am 9. September 1943 (Italienische Sozialrepublik).
Zum 1. Oktober 1943 wurden im Norden Italiens die folgenden deutschen Operationszonen gegründet:
In den folgenden knapp zwei Jahren wurde vor allem Mittelitalien von den schweren Kämpfen entlang der langsam vorrückenden Front (Befreiung Roms am 4. Juni 1944) teilweise völlig verwüstet. Außerdem kämpften kommunistische, sozialistische, katholische und liberale Partisanen der Resistenza gegen deutsche Besatzungstruppen. Zudem zerriss ein Bürgerkrieg zwischen vor allem den linken Partisanengruppen und faschistischen Trupps das Land, das schließlich im April 1945, bei der Kapitulation der Wehrmachtsteile südlich der Alpen, schwer zerstört war.
Die Kommunistische Partei Italiens (PCI/KPI) mit ihrem langjährigen Vorsitzenden Enrico Berlinguer war zu Beginn der 1970er Jahre mit über zwei Millionen Mitgliedern und fast 34 Prozent der Wählerstimmen die stärkste und politisch einflussreichste KP der kapitalistischen Industriestaaten. Im Parlament belegte sie mit zirka 34 Prozent und nur knapp fünf Prozent Abstand hinter der Democrazia Cristiana, der führenden Regierungspartei, den zweiten Platz. Die Angst vor dem Kommunismus hat nicht nur die zentralistische Verfassung Italiens mit ihrem komplizierten parlamentarischen System (1948) sondern auch die Bildung vieler Nachkriegsregierungen (bis in die heutige Zeit) beeinflusst.
Als Aldo Moro Italien eine stabile Regierung geben wollte und deshalb den compromesso storico (historischen Kompromiss) mit der PCI anstrebte, wurde er von westlichen Geheimdiensten, seinen eigenen Leuten und den linksextremen Roten Brigaden bekämpft, von letzteren entführt und am 9. Mai 1978 getötet.
In den folgenden Jahren gab es häufige Regierungskrisen und ständig wechselnde Koalitionsregierungen aus vier oder fünf Parteien, meist dominiert von der Democrazia Cristiana (DC). Im Jahre 1993 erfolgte durch Aufdeckung von Korruptions- und Parteifinanzierungsskandalen eine grundlegende Neuordnung der Parteienlandschaft. Die DC und andere Parteien wurden aufgelöst und neue Parteien entstanden.
Am 3. September 1999 wurde die Abschaffung der Wehrpflicht bis 2005 beschlossen mit dem Ziel, die italienische Armee (Forze Armate Italiane) zu professionalisieren.
Ministerpräsident war ab 2001 Silvio Berlusconi, der Chef der neoliberalen Partei Forza Italia. Er stützt sich auf eine Parlamentsmehrheit mit Forza Italia (FI), der rechtsradikalen (faschistischen) Alleanza Nazionale (AN) und der separatistischen Lega Nord.
Ende Juni 2003 beschloss das Parlament trotz vehementer Proteste von Richtern, Staatsanwälten, Journalisten und der Opposition ein Immunitätsgesetz, das auch Ministerpräsident Silvio Berlusconi vor laufenden Prozessen schützt.
Am 10. Dezember 2004 wird von einem Mailänder Gericht nach langen Beratungen ein Schlussstrich unter den Verkauf des staatlichen Lebensmittelkonzerns SME gezogen: Aufgrund mildernder Umstände gelte im Falle der 1991 erfolgten Zahlungen von 434 000 Dollar an den römischen Richter Renato Squillante für Ministerpräsident Silvio Berlusconi eine verkürzte Verjährungsfrist - der mit diesen Zahlungen beauftragte Berlusconi-Vertraute Cesare Previti war am 22. November 2003 noch zu fünf Jahren Haft verurteilt worden.
Bei den Parlamentswahlen im April 2006 kam es in beiden Kammern des Parlaments zu äußerst knappen Ergebnissen, die aber letztlich in beiden Fällen zu einer Mehrheit der Mitte-Links Koalition unter Romano Prodi reichte. Der bisherige Ministerpräsident Berlusconi trat in üblicher Vermessenheit erst zurück, nachdem in beiden Häusern des Parlamentes die Kandidaten der Mitte-Links Koalition als Vorsitzende gewählt wurden. Mitte Mai wurde dann auch mit Giorgio Napolitano der Kandidat Romano Prodis zum Präsidenten der Republik gewählt, mit dem zum ersten Mal ein ehemaliges Mitglied der PCI dieses Amt einnimmt. Wie stabil die neue Regierung angesichts der knappen Mehrheitsverhältnisse speziell im Senat sein wird, bleibt abzuwarten.
Wolfgang Altgeld: Kleine italienische Geschichte, Reclam, 2004 ISBN 3-150-10558-7
Volker Reinhardt: Geschichte Italiens. Von der Spätantike bis zur Gegenwart, Beck, München 2003, ISBN 3-406-50284-9''
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