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Die Geschichte Australiens beschreibt die Geschichte des Gebiets des heutigen australischen Bundes von der Zeit der ersten menschlichen Besiedlung an.

Besiedlung


Wann die Besiedlung Australiens durch Menschen begann, ist bis heute umstritten. Spuren davon reichen bis 120.000 Jahre zurück. Die Aborigines leben seit etwa 50.000 bis 60.000 Jahren auf dem Kontinent und gehören damit zu den ältesten Kulturen der Welt. Im Jahre 2005 wurden 457 menschliche Fußabdrücke aus der letzten Eiszeit im Mungo-Nationalpark im Bundesstaat New South Wales entdeckt. Die Spuren entstanden vor 19.000 bis 23.000 Jahren im feuchten Lehmboden am Willandra-See.

Im Januar 2006 entdeckten die Gunditjmara-Ureinwohner nach den Buschfeuern in der Region um Tyrendarra zwischen der Great Ocean Road und dem Mount-Eccles-Nationalpark im Bundesstaat Victoria die Überreste einer 30.000 Jahre alten Siedlung mit Ruinen fünf Meter langer Hausmauern, alter Gehwege und Wasserkanäle, sowie die Überreste von alten Schneide-Werkzeugen. Experten bewerten den Fund als Beweis dafür, dass die australischen Ureinwohner im Südwesten Australiens nicht nur nomadisch umherzogen, sondern auch in festen Sozialverbänden und Wohnsiedlungen lebten und Handel betrieben. Experten erwarten bei den jetzt anstehenden Untersuchungen in der Gegend, noch weitere Reste dieser uralten australischen Kultur zu finden.

Am Lake Condah, südwestlich des Mount-Eccles-Nationalpark, wurden in den 1990er Jahren Überreste alter Steinbauten gefunden.

Trotz der isolierten Lage des Kontinents standen die Aborigines in Kontakt zu anderen Kulturen. Bis zur Überflutung der Landbrücke zu Neuguinea vor ungefähr 6000 Jahren bestand ein fast ungehinderter kultureller Austausch zwischen Neuguinea und dem Norden Australiens. Nachdem die neu entstandenen Inseln der Torres Strait vor etwa 1000 Jahren durch melanesische Seefahrer besiedelt wurden, kam es erneut zu Interaktionen mit Bewohnern des nördlichen Australien. Auch chinesische und indische Händler sowie indonesische Fischer besuchten vermutlich die australischen Küsten seit mehreren Jahrhunderten. Der kulturelle Einfluss dieser Besucher wird in vielen Fels- und Rindenmalereien der Aborigines deutlich. Ein weiteres Zeugnis dieser Handelsbeziehungen ist der Dingo, der wahrscheinlich vor etwa 6000 Jahren durch südostasiatische Seefahrer eingeführt wurde.

Lange vor seiner Entdeckung hatten Gelehrte im alten Europa die Existenz eines Südkontinentes behauptet. Häufig wird das rätselhafte "Südland" erwähnt.

Entdeckung und erste Landungen


Die Entdeckung und Erkundung Australiens durch Europäer 1500–1900 AD
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Legende
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Schattierung: verschleiert = am Ende der jeweiligen Periode in Europa unbekannte Gebiete; entschleiert = am Ende der jeweiligen Zeitspanne in Europa bekannte, von Europäern erkundete Gebiete (Ausdehnung und Grenzen dieser Gebiete stimmen nur ungefähr, sind vereinfacht und weichen zugunsten größerer Anschaulichkeit von den Tatsachen ab)
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Kreise: wichtigste Siedlungen; gefüllter Kreis = überdauernde Siedlungen; hohler Kreis = nach einigen Jahren wieder verlassene Siedlungen
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Schragen (Schrägkreuze): Treffpunkte
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Linien mit Pfeilspitze / durchgezogene Linien: ungefähre Wege der Expeditionen (sofern dem Autor zumindest in etwa bekannt)
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Strich-Punkt-Linien: Grenzen / politische Linien
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querüberstrichelte Linien: Überland-Telegrafenlinien
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Farben: schwarz = ...; andere Farben: Nationalität, Herkunft oder Abstammungdescent entweder der Schiffe (bei See-Expeditionen) oder der Expeditionsleiter (bei Land-Expeditionen): gelb = spanisch; grün = portugiesisch; orange = niederländisch; rot (oder rötlich) = britisch oder britisch-australisch; blau = französisch; türkis = deutsch
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Namen: Namen der Expeditionsleiter beziehungsweise der Siedlungen; Namen in Anführungsstrichen (z.B. "Leeuwin") sind Schiffsnamen; Namen in Großbuchstaben sind Ländernamen (von Kontinenten/Inseln/Staaten/Kolonien/...) oder Siedlungsnamen
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Zahlen: Jahre n.Chr. / u.Z.
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Landkarten, die wichtigsten Entdeckungsreisen in Australien zeigend
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Australia--Exploration--1641-1698AD--UA-01.jpg Australia--Exploration--1681-1780AD--UA-01.jpg Australia--Exploration--1781-1790AD--UA-01.jpg
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Ausführlichere Beschreibungen der einzelnen Mappen finden sich in der Bildbeschreibung welche nach dem Klicken auf eines der Bilder unter dessen vergrößerter Darstellung erscheint.

Terra Australis

Bereits in der Antike vermutete man einen Kontinent im Süden, Claudius Ptolemäus prägte den - später ins lateinische übersetzten - Begriff "Terra australis incognita" für das unbekannte Südland. Durch die großen Entdeckungsfahrten der Neuzeit begann ein regelrechter Run auf diese sagenumwobene, unentdeckte Landmasse im Stillen Ozean, seine Größe wurde aber deutlich größer vermutet als der heutige Kontinent Australien.

Ungesicherte Berichte von einem Südland

Marco Polo segelt 1292 von China zurück nach Venedig und erwähnt ein an Gold und Muscheln reiches Land südlich von Java, das er Groß-Java nannte. Auch gibt es Berichte, dass den Chinesen dieses südliche Land bereits bekannt war, so heißt es, ein chinesischer Kaiser habe ein Tier besessen, das nur zwei Beine und den Kopf eines Rehs gehabt habe. Am Bauch allerdings habe es einen zweiten Kopf besessen. Diese Beschreibung erinnert stark an ein Känguru mit Jungtier im Beutel.

Frühe Landungen

Im 16. und 17. Jahrhundert erreichten möglicherweise portugiesische und spanische Seefahrer die Küsten Australiens und gingen an Land. Die Weltkarte, die Jean Rotz aus dem französischen Dieppe im Jahr 1542 in englischem Auftrag anfertigte, zeigt das Groß-Java ("The Lande of Java") Marco Polos. Dabei weist dieses einige Übereinstimmungen mit dem heutigen Australien auf, u. a. die Kap-York-Halbinsel im Nordosten.

Entdeckungen und Expeditionen der Niederländer

Thevenot - Hollandia Nova detecta 1644.png, erstellt von Joan Blaeu basiert auf Reisen von Abel Tasman und Willem Jansz, hier eine französische Ausgabe von 1663]]Im Jahre 1606 strandete Willem Jansz an der Nordspitze des heutigen Queensland. Weitere Holländer (allen voran Dirk Hartog) erreichten zwischen 1616 und 1640 Australien. Beispielsweise strandete im Juli 1629 das Handelsschiff Batavia der Niederländischen Ostindien-Kompanie an der Westküste, aber dessen Kapitän Francisco Palsaert maß der Entdeckung keine entscheidende Bedeutung zu.

Erst im Jahre 1642 entschloss sich die Niederländische Ostindien-Kompanie, den Kontinent durch eine geplante Expedition zu erforschen. Abel Tasman entdeckte dabei das heutige Tasmanien. Eine weitere Expedition, die im Jahre 1696 unter Willem de Vlamingh begann, kartografierte Teile der Westküste Australiens. Die Holländer hatten aber kein Interesse an der Kolonisierung Australiens.

Geschichte der Kolonisation


Im April oder Mai 1770 erreichte schließlich Kapitän James Cook die Ostküste Australiens und nahm das Land formell als Neusüdwales für die britische Krone in Besitz. Der Zweck seiner Reise war das Auffinden der sog. Terra Australis, die nach einer in der Zeit gängigen Theorie als Gegengewicht zu den Landmassen im Norden der Erdkugel vorhanden sein müsse.

Nachdem die USA von Großbritannien unabhängig geworden waren, suchte die britische Regierung nach neuen Möglichkeiten, Kolonien für ihre Sträflinge einzurichten. Am 26. Januar 1788 trafen daher die ersten 11 Schiffe der "First Fleet" ("Ersten Flotte") mit rund 1000 Männern und Frauen, darunter gut drei Viertel Sträflinge, unter der Führung von Captain Arthur Phillip im Port Jackson ein. Die neue Ansiedlung wurde Sydney genannt, zu Ehren des damaligen englischen Innenministers Lord Sydney. Insgesamt wurden etwa 160.000 Sträflinge nach Australien gebracht. Erst im Jahre 1868 wurde die Deportation von Sträflingen ganz aufgegeben.

Gründung neuer Kolonien

1792 landet eine französische Expedition auf Tasmanien, um das Land zu erkunden. Daraufhin entscheiden sich die Briten, auch hier möglichst schnell eine Kolonie einzurichten. 1803 errichten sie Risdon Cove am Derwent River, ein Jahr später Hobart Town, ebenfalls am Derwent, und George Town am Tamar River. 1825 wird das damalige Van-Diemen's-Land zu einer eigenständigen Kolonie erklärt.

1788 wird die erste Sträflingskolonie in New South Wales angelegt. 1824 entsteht eine neue Strafkolonie in der Mündung des Brisbane River. Die Abgeschiedenheit dieser Lage soll die Sicherheit der Kolonie erhöhen. Nachdem jedoch auch freie Siedler verstärkt zu den fruchtbaren Weidegründen des Nordens drängen, gibt die Kolonie das Land 1842 auch zur Besiedlung frei. 1859 wird Queensland als von New South Wales unabhängige Kolonie ausgerufen.

1835 handeln tasmanische Geschäftsleute den Aborigines 240.000 Hektar in der Gegend des heutigen Melbourne ab und gründen Port Phillip. Obwohl dieser Handel als illegal gilt, gibt die Kolonieführung dem Druck der wachsenden Bevölkerung nach und muss auch hier das Land offiziell zur Besiedlung freigeben. 1851 separiert sich die neue Kolonie Victoria offiziell von New South Wales.

Die Kolonie New South Wales nahm zunächst den gesamten östlichen Teil des Kontinents ein, nur das westliche Drittel blieb weiterhin als Neuholland von den Briten unbeansprucht. Um die Gefahr einer Kolonisierung Westaustraliens durch Frankreich zu verhindern, gründeten die Briten 1826 auch hier eine Siedlung, Albany. Die Kolonie Western Australia wurde 1829 mit Gründung von Perth ausgerufen. Obwohl ursprünglich keine Sträflinge hierher verschickt werden sollten, forderten die freien Siedler 1850 die Aufhebung dieser Praxis, um die neue Kolonie mit billigen Arbeitskräften auszustatten.

South Australia wurde ebenfalls als sträflingsfreie Kolonie geplant. Im Zuge der systematischen Kolonisierung nach Plänen von Edward Gibbon Wakefield wurde Land verkauft, die Erlöse wurden darauf verwandt, freie Siedler in die Kolonie zu bringen. 1836 wurde Adelaide gegründet, im selben Jahr wurde South Australia als Provinz Großbritanniens ernannt.

Der letzte Sträflingstransport nach Australien fand 1868 statt.

Australien als Kolonialmacht

1906 übergibt Großbritannien die Kontrolle über seine Kolonie auf Neuguinea an den australischen Bund. 1914 wird der deutsche Teil der Insel von Australien besetzt. Schließlich erhält Australien 1919 das Völkerbundmandat über die vormals deutsche Kolonie. Die westliche Hälfte Neuguineas bleibt vorerst niederländisch. Während des Zweiten Weltkriegs wird der Norden Neuguineas von 1942 bis 1945 von Japan besetzt. Auch das australische Festland ist in dieser Zeit von japanischer Invasion bedroht.

1957 beginnen die Niederlande und Australien Pläne für die Unabhängigkeit eines vereinigten Neuguineas in den 1970er Jahren zu entwickeln. 1961 wird eine Versammlung in West-Papua abgehalten und ein Parlament, der Nieuw Guinea Raad, eingeführt. Indonesien, seit 1949 unabhängig, marschiert daraufhin ein und beginnt etwas später, die Papua aus Gebieten zu vertreiben, in denen Siedler aus Indonesien angesiedelt werden sollen. 1963 wird West-Papua offiziell indonesische Provinz. Der östliche Teil der Insel erhält 1975 die vollständige Unabhängigkeit von Australien.

Erkundung des Kontinents


Die Kartierung der Küste setzte sich bis weit ins neunzehnte Jahrhundert fort. 18011803 umsegelte Matthew Flinders als erster den gesamten Kontinent.

Während der Konlonialzeit wurde durch zahlreiche Expeditionen das Hinterland zugänglich gemacht und für die weitere Besiedlung erkundet. Viele Jahre lang wurde eine Expansion der Kolonie nach Westen durch die als unpassierbar geltende Great Dividing Range verhindert. Ungeachtet dessen führte Gregory Blaxland 1813 eine Expedition über die Blue Mountains, die den Weg für weitere kleine Expeditionen ins Landesinnere ebnete.

1824 reisten Hamilton Hume und William Howell auf Vorschlag von Gouverneur Thomas Brisbane vom heutigen Canberra nach Geelong. Während dieser Expedition entdeckten sie die Flüsse Murray und Murrumbidgee.

Charles Sturts Expedition zur Mündung des Murray von 1829 bis 1830 öffnete South Australia für die weitere Besiedlung. Außerdem zeigte sie, dass entgegen früherer Annahmen die großen Flüsse des australischen Südostens nicht in einen großen Inlandsee münden. Diese falsche Annahme hatte zuvor zahlreiche Expeditionen zur Suche nach diesem Wasserreservoir inspiriert, die häufig unter extremen Umständen durchgeführt wurden.

Burke and wills painting by longstaff.jpgThomas Mitchell machte 1836 eine bedeutende Entdeckung, für die er 1837 zum Ritter geschlagen wurde. Er führte eine Expedition entlang des Lachlan River zum Murray und anschließend zur südlichen Küste, wo er das bis dahin fruchtbarste Weideland Australiens entdeckte.

Ludwig Leichhardt erkundete in mehreren Expeditionen ab 1842 das australische Landesinnere. Seit 1848 gilt er als verschollen.

Die wahrscheinlich berühmtesten Entdecker Australiens waren Robert O'Hara Burke und William John Wills, die 18601861 eine gut ausgerüstete Expedition von Melbourne an den Golf von Carpentaria leiteten. Aufgrund einer Verkettung unglücklicher Umstände und schlechter Führungsqualitäten starben beide auf der Rückreise.

Weg zur Nation


Eureka Flag.svg Nordöstlich von Melbourne wird am 22. August 1851 in Victoria Gold gefunden, die Geschichte Australiens prägt mehrere Jahre ein Goldrausch. Die Wirkung des Goldes auf Australien war so groß, dass eine völlig neue Ära anbrach. Edward Hargraves, der gerade von den kalifornischen Goldfeldern zurückgekehrt war, löste den großen Goldrausch aus. Sein geschulter Blick erkannte sofort, wo Gold zu finden war, sobald Nachrichten von neuen Funden bekannt wurden, setzten sich Züge von Goldsuchern (Diggers), in Bewegung. Gold wurde vor allem in Ballarat, Castlemaine und Bendigo und später auch in Queensland und West-Australien geschürft. Täglich kamen neue Schiffe mit neuen Goldgierigen aus England, Amerika und China. Sie alle lebten erst in Zeltstädten um die Fundstellen und gründeten zahlreiche kleine neue Ortschaften. Durch den Goldrausch stellte die englische Regierung die Gefangenentransporte ein, denn seit alle Welt von Australien und Reichtum träumte, war es keine Strafe mehr, dorthin verbannt zu werden.

Minenarbeiter in Ballarat initiieren im November 1854 den Eureka-Stockade-Aufstand, den einzigen bewaffneten Aufstand der australischen Geschichte. Die Aufständischen forderten demokratische Reformen, der Aufstand wurde allerdings am 3. Dezember 1854 endgültig von britischen Militärs und lokalen Polizeikräften niedergeschlagen.

Traditionell haben Goldfunde auch immer Chinesen angelockt. Im Jahre 1857 arbeiteten 24.000 Chinesen auf den Goldfeldern in Victoria. Seit Beginn ihrer Ankunft wurden sie von den Weißen mit Distanz und Skepsis betrachtet. Viele von ihnen wurden Opfer von gewalttätigen Attacken und Brandstiftungen. Im Jahre 1901 wurde die Einwanderung von Nicht-Europäern gesetzlich verboten. Erst 1973 wurde dieses Gesetz durch ein nicht-diskriminierendes ersetzt.

Zwischen 1855 und 1890 erhielten die einzelnen Kolonien das Privileg des Responsible Government und damit eine größere Unabhängigkeit vom britischen Empire. London behielt allerdings vorerst die Kontrolle über Außenpolitik, Verteidigung und Außenhandel.

Nach einem großen Schafschererstreik entstand 1898 "Waltzing Matilda", die heimliche Nationalhymne Australiens. In den Kolonien beginnen die Planungen für einen Zusammenschluss der Einzelstaaten.

Der Australische Bund


Am 1. Januar 1901 formierten sich die einst voneinander unabhängigen Kolonien zum Commonwealth of Australia. Erste Hauptstadt Australiens wird Melbourne. Am 26. September 1907 erhält der Australische Bund mit dem Dominionstatus die nahezu vollständige Unabhängigkeit vom Mutterland Großbritannien.

1911 wird das Australian Capital Territory geschaffen, um die neue Hauptstadt Canberra aufzunehmen. Melbourne bleibt aufgrund der langandauernden Bauarbeiten in Canberra aber noch bis 1927 Regierungssitz. Auch das 1863 gegründete Northern Territory wird aus der Kontrolle der Provinz South Australia in den Commonwealth überführt.

Aus Loyalität zu Großbritannien entsandte Australien sowohl im ersten wie auch im zweiten Weltkrieg Truppen nach Europa. Australien hatte im ersten Weltkrieg von allen Alliierten proportional zur Bevölkerung die höchste Zahl an Gefallenen zu beklagen. Die Niederlage des Australian and New Zealand Army Corps (ANZAC) im ersten Militäreinsatz des Landes in der Schlacht von Gallipoli 1915 gilt vielen Australiern als Geburt der Nation.

Mit dem Statut von Westminster von 1931 wurde den Dominions des Empire formal die Unabhängigkeit verliehen. Das australische Parlament stimmte dem aber erst 1942 zu.

Nach der britischen Niederlage in Asien 1942 und der drohenden japanischen Invasion verlagerten sich die militärischen Aktivitäten ab 1942 von Europa auf den australischen Kontinent. Australien wandte sich verstärkt den USA als neuen starken Alliierten zu. Dies wurde 1951 mit dem ANZUS-Abkommen formalisiert.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde eine progressive Einwanderungspolitik betrieben, die zur Massenimmigration aus Europa führte, nach Aufgabe der weißen Einwanderungspolitik auch aus Asien und anderen Erdteilen. Dies führte in kurzer Zeit zu starken demographischen Veränderungen, aber auch zu wirtschaftlichem Aufschwung.

In der Verfassungskrise von 1975 versuchte eine Mehrheit zwischen der Liberal Party of Australia und National Party of Australia im australischen Senat den Premierminister Gough Whitlam zu einer Neuwahl des Australian House of Representatives zu erwirken. Sie verschoben die Abstimmung für die Bereitstellung von Geldern für finanzielle Aufwendungen der Regierung. Premierminister Whitlam erteilte diesen Forderungen immer wieder eine Absage. Als sich die Lage zuspitzte entläßt der Generalgouverneur von Australien John Kerr die Regierung am 11. November 1975 und ernennt Malcolm Fraser zum neuen Premierminister.

1986 gibt Großbritannien mit dem Australia Act die letzten Kompetenzen bezüglich der australischen Verfassung ab. Am 6. November 1999 stimmt die Bevölkerung in einem Referendum mit einer Mehrheit von 55 Prozent jedoch gegen die Schaffung einer Republik und bleibt somit formal eine Monarchie.

2001 wurde eine zehnprozentige Konsumsteuer auf alle Güter und Dienstleistungen eingeführt. Kurz GST (Goods and Services Tax). Sie sollte viele Bagatellsteuern ersetzen.

2004 gewinnt die national-liberale Koalitionsregierung von Premierminister John Howard erneut die Parlamentswahlen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind vergleichsweise gut.

Herkunft der Australier


Ethnische Gruppe 1787 1846 1861 1891 1947 1988
Ureinwohner 100 % 41,5 % 13,3 % 3,4 % 0,8 % 1,0 %
Großbritannien u. Irland - 57,2 % 78,1 % 86,8 % 89,7 % 74,6 %
Andere Europäer - 1,1 % 5,4 % 7,2 % 8,6 % 19,3 %
Asiaten - 0,2 % 3,1 % 2,3 % 0,8 % 4,6 %
Andere - - 0,1 % 0,3 % 0,1 % 0,5 %

Literatur


  • Stuart Macintyre: A Concise History of Australia. Cambridge University Press, 2004

Siehe auch: Entdeckung Tasmaniens

Australische Geschichte | Kolonialismus | Geschichte nach Ländern | Geschichte nach Kontinenten

History of Australia | Historia de Australia | Histoire de l'Australie | Povijest Australije | Sejarah Australia | Geschicht vun Australien | Australijos istorija | Australias historie | Historia Australii | História da Austrália | История Австралии | History of Australia | Australiens historia | Історія Австралії | 澳大利亚历史

 

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