Die Osmanen setzten in Algerien Paschas als Regenten ein, die aber bald die effektive Kontrolle über das Land verloren. Korsaren und die osmanischen Janitscharen beriefen statt dessen den Dey von Algier als Machthaber. Mit der Stärkung der christlichen Seefahrermächte, vor allem England, Frankreich und die Niederlande, verlor die Kaperei gegen den christlichen Handel im Mittelmeer zunehmend an Bedeutung. So wurde z.B. Algier 1661, 1665, 1682, 1683, 1688 durch die französische Flotte bombardiert. Im 18. Jahrhundert gewann der kommerzielle Handel mit Europa, vor allem mit Frankreich, an Bedeutung für die Wirtschaft.
Nach der Februarrevolution 1848 endete der Kolonialstatus für den nördlichen Teil Algeriens - er wurde integraler Bestandteil des französischen Mutterlands. 3 Départements (Alger, Constantine, Oran) wurden errichtet. Es kamen französische und andere ausländische Siedler (v.a. Italiener, Spanier usw.) ins Land, wofür große Ländereien der einheimischen Bevölkerung enteignet wurden. Der gegen diese Enteignungen gerichtete Aufstand des al-Muqrani in Ostalgerien (1870-1871) wurde unter dem Einsatz von 80.000 Soldaten von den Franzosen niedergeschlagen. Algerien verlor 25 % seiner Bevölkerung und weitere 70 % des Landbesitzes an die französischen Siedler. Bis 1906 war auch die algerische Sahara von den Franzosen unterworfen worden.
Nach der Unabhängigkeit infolge des Algerienkriegs (1954-1962) stand das Land vor großen Problemen. Bald brachen Machtkämpfe in der FLN über den politischen Kurs aus, der aber bald von Ahmed Ben Bella insoweit entschieden wurde, dass die FLN eine sozialistisch orientierte Einheitspartei wurde, die alle Behörden und die verstaatlichte Wirtschaft kontrollieren sollte. Es kam zu erheblichen wirtschaftlichen Problemen, da mit der Unabhängigkeit der Großteil der französischen Fachkräfte das Land verlassen hatte.
Algerien kam aber vorerst nicht zur Ruhe, da der erste Präsident Ahmed Ben Bella 1965 in einem blutigen Putsch von Boumedienne gestürzt wurde. Unter der Führung Boumediennes (1965 – 1978) wurden die Bodenschätze des Landes, vor allem Erdöl und Erdgas verstärkt ausgebeutet, um die industrielle Entwicklung des Landes und einen "algerischen Sozialismus" voranzutreiben.
Nachfolger für den 1978 verstorbenen Boumedienne wurde Bendjedid Chadli, der die Kontrolle von Wirtschaft und Gesellschaft etwas lockerte. 1988 kam es zu schweren sozialen Unruhen. Ursache waren unter anderem die sehr hohe Arbeitslosigkeit unter den Jugendlichen und die Wohnungsnot. Chadli musste eine Demokratisierung einleiten und 1989 einer neuen demokratischen Verfassung zustimmen. Sie sah die Trennung von Partei und Staat, parlamentarische Verantwortung, Pluralismus, politische Freiheiten und Garantien der Menschenrechte vor. Nachdem 1991 die radikalen Islamisten der "Islamische Heilspartei" (FIS) den ersten Durchgang der freien Wahlen gewannen (188 von 430 Sitzen), übernahm vor dem zweiten Wahldurchgang 1992 das Militär unter Verteidigungsminister Halid Nazzar die Macht. Er löste das Parlament auf, rief den Notstand aus, verbot die FIS und zwang Chadli zum Rücktritt. Zeitweise übernahm Muhammad Boudiaf die Führung des Hohen Staatsrats. Seine geplante Reformpolitik konnte aber nicht mehr umgesetzt werden, da er am 29. Juni 1992 einem Attentat zum Opfer fiel. Bis 1994 regierte der Hohe Staatsrat unter der Leitung von Ali Kafi.
Als die FIS verboten wird, geht die Mehrzahl ihrer Mitglieder in den Untergrund und ein Bürgerkrieg beginnt. Dieser Auseinandersetzung zwischen radikalen Islamisten und der Armee sind seither über 120.000 Menschen zum Opfer gefallen. Auch nachdem die Regierung an Präsident Zeroual (1994 – 1999) übergeben wurde, dauerten die Terroraktionen der Islamisten an. Die Sicherheitskräfte konnten seit 1995 einige Erfolge erzielen. Unter den Islamisten kam es zu mehreren Spaltungen, deren radikalste Fraktion die GIA ist. Sie ist für die blutigsten Terroranschläge verantwortlich; sogar die FIS distanzierte sich bereits von der Gruppierung. 1996 trat eine neue Verfassung in Kraft.
Auch unter Präsident Abd al-Asis Bouteflika (seit 1999) konnte das Problem des islamischen Terrors nicht beseitigt werden. Eine Ursache, die sehr hohe Arbeitslosigkeit der Jugend (bis 80 %), konnte nicht beseitigt werden. So kam es 2001 zu erneuten Unruhen im ganzen Land. Nach Protesten der Berber in der Kabylei wurden die Berbersprache Tamazight zur Nationalsprache erklärt.
Nach dem Abflauen des Bürgerkriegs initiierte die Regierung 1999 eine Volksabstimmung über eine Versöhnungspolitik. Im Januar 2000 lief eine Amnestie für reuige Islamisten aus, die Bouteflika nach der Selbstauflösung der AIS (der bewaffnete Arm der FIS) im März 2000 unbefristet verlängerte. In dieser Politik wird die ehemalige Einheitspartei FLN bei den Parlamentswahlen 2002 bestätigt.
Am 8. April 2004 fand eine erneute Präsidentenwahl statt. Da das Militär diesmal Neutralität zugesichert hatte, galt die Wahl als freieste seit der Unabhängigkeit Algeriens 1962. Insgesamt waren sechs Kandidaten angetreten. Abd al-Asis Bouteflika der 1999 mit Rückendeckung des Militärs gewählt worden war, galt als Favorit. Der Ex-Premierminister Ali Benflis galt als der einzige ernstzunehmende Herausforderer. Bouteflika erhielt bereits im ersten Wahlgang der Präsidentenwahl 83 Prozent der Stimmen. Ali Benflis blieb damit weit hinter ihm. Bouteflika ist der erste Präsident Algeriens, der ein zweites Mandat erhält.
In einem Referendum stimmten die Algerier 2005 über eine Generalamnestie ab.
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