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Die Geschichte Afrikas ist im weitesten Sinne die Geschichte des Beginns der Menschheit. Denn nach Erkenntnissen der Paläontologie, unterstützt durch genetische und linguistische Hinweise, lebten die ersten Menschen auf dem afrikanischen Kontinent. Afrika ist somit der am längsten von Menschen bewohnte Erdteil.

Im engeren Sinne kann die Geschichte Afrikas in zwei Perioden unterteilt werden:

  • Prähistorisches und Historisches Afrika und
  • seit dem 14. Jahrhundert Europäische Einflussnahme und anschließende Kolonialisierung, während der sich die heute bestehenden Staaten bildeten.

Der Kontinent hat aufgrund seiner Größe verschiedene kulturelle Regionen und Einflussbereiche. Insbesondere die Sahara behinderte in historischer Zeit den kulturellen Austausch und stellte eine Sprach- und Gesellschaftsgrenze dar.

  • Nördlich der Sahara:
    • Ägypten ist eine der ältesten Hochkulturen der Menschheit, das immer in Kontakt mit anderen Kulturen Asiens und Europas war;
    • das übrige Nordafrika (heute durch Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen vertreten) war seit dem Altertum in engem Kontakt mit Europa (Römisches Reich) und dem Nahen Osten (Islam).

Das Horn von Afrika, insbesondere Äthiopien und Sudan, wird sowohl zum nördlichen Afrika gezählt als auch als Übergangsregion zum südlichen und westlichen Schwarzafrika verstanden. Gleichzeitig lassen sich hier Berührungen nach Asien erkennen.

  • Südlich der Sahara war Afrika bis etwa zur Zeitwende ohne ausgedehnte Staatsstrukturen und kannte nur begrenzte Landwirtschaft. Dabei macht beispielsweise der Urwald das Auffinden von archäologischen Fundstücken besonders schwer.
    • Am Südrand der Sahara entstanden in Mali erste Staaten.
    • Simbabwe stellt das erste Staatswesen im südlichen Afrika dar.

Die Sprachen Afrikas lassen ebenfalls eine Nord-Süd-Unterteilung erkennen. Während im Norden Afro-Asiatische Sprachen verbreitet sind, überwiegen im Süden Kongo-Kordofanische Sprachen. Daneben existieren Khoisan- und andere Sprachen.

Völker Afrikas


Geschichte Afrikas nach Epochen


Afrika (Altertum)

Die Geschichte Nordafrikas (3500 v. Chr. – 1500)


Altes Ägypten

Hauptartikel: Geschichte des Alten Ägyptens, Kusch

Die schriftlich fixierte Geschichte entstammte dem Alten Ägypten; der ägyptische Kalender diente als Standard für die Datierungen während der bronze- und Eisenzeitlichen Kulturen der Region.

Ca. 3100 v. Chr. wurde Ägypten unter der Herrschaft des Menes (Mena) vereinigt, mit dem die erste der 30 Dynastien begann, in die Ägyptens alte Geschichte geteilt wird: Altes Reich, Mittleres Reich und Neues Reich. Die Pyramiden von Gizeh (bei Kairo), die in der 4. Dynastie errichtet wurden, bezeugen die religiöse und staatliche Macht des Pharaonenkultes. Die Cheopspyramide, das Pharaonengrab, ist das einzige erhaltene Denkmal der Sieben Weltwunder. Altägypten erreichte den Höhepunkt an Macht, Reichtum und territorialem Umfang in der Periode des neuen Reichs (1567–1085 v. Chr.).

Die Ägypter erreichten Kreta ca. 2000 v. Chr. und wurden durch eindringende Indoeuropäer und semitische Hyksos erobert. Sie besiegten die Eindringlinge 1570 v. Chr. und drangen vor bis in die Ägäis, den Sudan, nach Libyen und einen großen Teil SüdwestAsiens bis zum Euphrat.

Die Bedeutung Altägyptens für die Entwicklung Afrikas ist umstritten. Frühere Afrikanisten sahen im allgemeinen in Ägypten eine Mittelmeerkultur mit geringen Auswirkungen auf das übrige Afrika. Im Gegensatz dazu behaupten neuere Historiker eine ähnliche Bedeutung Ägyptens für die Entwicklung der afrikanischen Kultur wie die Griechenlands für die europäische Entwicklung. Ägypten pflegte lebhaften Kontakt mit Äthiopien und das obere Niltal südlich der Nilkatarakte nach Nubien (Kusch). Beziehungen in die Sahelzone und nach Westafrika werden vermutet, sind aber noch unbewiesen.

Die phönizische, griechische und römische Kolonisierung

Afrika war durch das 'Sandmeer' der Sahara geteilt in Nordafrika und Schwarzafrika und allein durch unsichere Handelswege verbunden. Die phönizische, griechische und römische Geschichte Nordafrikas wird in den Artikeln römisches Reich und seinen Provinzen wie Maghreb, Mauretanien, Africa, Tripolitanien, Cyrenaica, Aegyptus usw. dargestellt.

In der Geschichte Nordafrikas war Äthiopien der einzige Staat, der (außer einer kurzen Periode während des Zweiten Weltkrieges) seine Unabhängigkeit behauptete.

Die Länder rund um das Mittelmeer wurden 1000 v. Chr. durch die Phönizier von Karthago aus kolonisiert und besiedelt. Die Phönizier besiegten die Berberstämme, die damals wie heute den Hauptteil der Bevölkerung bildeten, und wurde Herrscher der gesamten bewohnbaren Gebiete Nordafrikas westlich der große Syrte und fanden im Handel eine Quelle unermesslichen Wohlstandes.

Die Griechen gründeten um 631 v. Chr. die Stadt Kyrene in Libyen. Die Kyrenaika wurde eine blühende Kolonie, obwohl sie auf allen Seiten von der Wüste umgeben war, so dass sie nur geringen Einfluss auf das innere Afrika ausübte. Die Griechen hatten jedoch weit mehr Einfluss auf Ägypten. Die Stadt Alexandria verdankt Alexander dem Großen ihre Gründung im Jahr 332 v. Chr. und unter der hellenistischen Dynastie der Ptolemäer wurden Vorstöße nach Süden unternommen, so dass man von Äthiopien Kunde bekam.

Die drei Mächte Kyrenaika, Ägypten und Karthago wurden schließlich durch die Römer verdrängt. Nach jahrhundertelanger Rivalität mit Rom fiel Karthago schließlich 146 v. Chr.. Innerhalb eines guten Jahrhunderts wurden Ägypten und Cyrene dem römischen Reich einverleibt. Unter römischer Herrschaft kamen die besiedelten Teile des Landes zu großem Wohlstand, und eine lateinische Belastung wurde in das Land eingeführt. Obwohl sie Fezzan erobert hatten, fanden die Römer in der Sahara eine unüberwindliche Sperre. Wohl erreichte man Nubien und Äthiopien, aber eine durch Kaiser Nero entsandte Expedition zur Entdeckung der Nilquellen scheiterte. Die umfangreichste Darstellung der geographischen Kenntnisse des Mittelmeerraums findet sich in den Schriften des Ptolemäus (2. Jahrhundert), der von den großen Seen des Nil, den Handelsstationen entlang des indischer Ozeans bis Rabta (im heutigen Tansania) und vom Fluss Niger Kenntnis hatte.

Zwischen Asien, Europa und Nordafrika bestand in dieser Zeit eine tiefgreifende Abhängigkeit. Zu den wesentlichen Auswirkungen der Zeit zählen die Verbreitung der klassischen Kultur rund um das Mittelmeer; der anhaltende Kampf zwischen Rom und den Berberstämmen; die Christianisierung und die kulturelle Wirksamkeit der Kirchen in Tunesien, Ägypten und Äthiopien.

Islamisierung Afrikas


In 7. Jahrhundert begann ein Ereignis, das von dauerhaftem bestimmenden Einfluss auf den gesamten afrikanischen Kontinent bleiben sollte. Beginnend mit der Eroberung Ägyptens eroberten die Araber, die Anhänger der neuen Religion des Islam, das gesamte Nordafrika vom roten Meer bis zum Atlantik und weiter bis nach Spanien. In Nordafrika verschwand das Christentum fast vollständig, lediglich in Ägypten ließ man es in Gestalt der Kopten fortbestehen. Das obere Nubien und Äthiopien wurden nicht von den Muslimen unterworfen.

Im 8., 9. und 10. Jahrhundert war die Zahl der Araber in Afrika gering; sie hielten die eroberten Länder allein durch militärische Überlegenheit nieder; im 11. Jahrhundert erfolgte eine große arabische Immigration, wobei die Kultur der Berber weitgehend absorbiert wurde. Schon zuvor hatten die Berber im allgemeinen die Sprache und Religion ihrer jeweiligen Eroberer angenommen. Der arabische Einfluss und die Religion des Islam wurden Nordafrika damit aufgezwungen und zerstörte die traditionelle Kultur der Berber. Hier nahm die Südexpansion des Islam über die Sahara ihren Anfang. Sie siedelten entlang der Ostküste, wo Araber, Perser und Inder blühende Kolonien, wie Mombasa, Malindi und Sofala etablierten. Hier übernahmen sie in Handel und Seefahrt die Rolle, die in früheren Jahrhunderte von den Karthagern wahrgenommen wurde. Bis ins 14. Jahrhundert lebten Europäer und nordafrikanische Araber in Unkenntnis dieser östlichen Länder und Städte.

Die ersten arabischen Eindringlinge hatten die Autorität des Kalifat von Bagdad anerkannt und die Aghlabitendynastie – begründet durch Aghlab, ein von Harun Al-Raschids Generälen, regierte Ende des 8. Jahrhunderts als Vasall des Kalifats. Jedoch Anfang des 10. Jahrhunderts kamen die Fatimiden (968) in Kairo, Ägypten an die Macht, und regierten von dort weit nach Westen bis zum Atlantik. Später entstanden weitere Dynastien wie die Almoraviden und Almohaden. Schließlich eroberten die Türken 1453 Konstantinopel und besiegten Ägypten 1517, etablierten die Reiche von Algerien, Tunesien und Tripolis (zwischen 1519 und 1551), Marokko verbleibend in einem unabhängigen Staat arabisierter Berber unter der Sharifan- Dynastie, der Ende des 13. Jahrhunderts entstand.

Unter den früheren arabischen oder maurischen Dynastien hatte die Kultur einen hohen Entwicklungsstand erreicht, der Unternehmungsgeist und der missionarische Eifer der Muslime hatten zu einem beträchtlichen Wachstum der Kenntnisse über den Kontinent geführt. Dieses wurde durch die Einführung des Kamels ermöglicht (zuerst in Afrika durch persische Eroberer Ägyptens), das den Arabern den Weg durch die Wüste bahnte. Auf diese Weise wurden Senegambia und zentrale Gebiete des Niger dem Einfluss der Araber und Berber unterworfen, aber es war nicht erst 1591, als Timbuktu, eine im 11. Jahrhundert gegründete Stadt – islamisiert wurde. Diese Stadt wurde 1352 vom großen arabischen Reisenden Ibn Battuta erreicht, auf dessen Reise Mombasa und Quiloa (Kilwa) die ersten genauen Informationen über blühende muslimische Städte der Ostküste zurückgeht. Ausgenommen des Küstenstreifens, der direkt von Asien kolonisiert wurde, wurde die arabische Südexpansion durch die ausgedehnte dichte Waldzone gestoppt, die sich vom Süden des Kontinentes bis 10° nördlicher Breite ausdehnte, und somit ihr Vordringen abhielt, wie die Sahara einst für ihre Vorgänger ein Hindernis gebildet hatte. Durch den Regenwald war ihnen nichts von der Küste Guineas und dem gesamten südlichen Afrika bekannt. Eine der letzten von den Arabern unterworfenen Regionen war Nubien, das bis zum 14. Jahrhundert unter christlicher Herrschaft lebte.

Eine Zeit lang hatten die muslimischen Eroberungen in Südeuropa das Mittelmeer praktisch zu einem arabischen Gewässer gemacht, aber auf die Vertreibung der Sarazenen aus Sizilien und SüdItalien im 11. Jahrhundert durch die Normannen folgte der Abfall der Eroberer Tunesiens und von Tripolis. Etwas später erblühte der Handel mit den afrikanischen Küstengebieten und besonders Ägypten, durch Venedig, Pisa, Genua und anderen norditalienischen Städten. Ende des 15. Jahrhunderts hatte Spanien die Muslime vollständig vertrieben, aber noch während ihres Aufenthalts in Granada und Portugal waren die Mauren stark genug, in Afrika Krieg zu führen. 1415 eroberte ein portugiesisches Heer die Zitadelle von Ceuta an der Küste Marokkos.

Portugal erlitt 1578 eine vernichtende Niederlage in der Schlacht von Alcazarquivir durch die unter Abd el Malek aus der Sharifan-Dynastie geführten Mauren. Bis dahin hatten die Spanier fast ihren gesamten afrikanischen Besitz verloren. Die Berberstaaten, hauptsächlich durch die Vertreibung der Mauren aus Spanien erschüttert, degenerierten zu bloßen Piratenbanden und unter dem türkischen Einfluss erfuhren Zivilisation und Handel ihren Niedergang. Die Geschichte dieser Staaten vom Anfang des 16. Jahrhunderts bis in die 1830er Jahre besteht weithin aus Piratenaktionen einerseits und wirkungslosen Gegenmaßnahmen andererseits. In Algier, Tunis und andere Städte handelte man mit Tausenden christlicher Sklaven.

Kolonialismus


Neuzeit


Im Jahre 1963 wurde in Addis Abeba die Organisation für Afrikanische Einheit (OAU) mit 30 Mitgliedsstaaten gegründet, deren Nachfolge 2002 die Afrikanische Union (AU) antrat.

Geschichte Afrikas nach Regionen


Geschichte Nordafrikas

Geschichte Ostafrikas

Geschichte Westafrikas

Geschichte Zentralafrikas

Geschichte des südlichen Afrikas

Afrikaforscher und Afrikareisende


Bekannte Afrikaforscher waren Eugène Mage, David Livingstone, Henry Morton Stanley und Mungo Park.

Siehe auch: Liste europäischer Afrikaforscher

Siehe auch


Literatur


  • R. und M. Cornevin: Geschichte Afrikas – von den Abfängen bis zur Gegenwart. Stuttgart 1966
  • B. Davidson: Urzeit und Geschichte Afrikas. Reinbek b. Hamburg 1961
  • Lutz van Dijk: Die Geschichte Afrikas. Frankfurt: Campus-Verlag 2004, ISBN 3593371014 (auch als Lizenzausgabe bei der Bundeszentrale für politische Bildung), an ein jugendliches Publikum gewandt
  • Leo Frobenius: Kulturgeschichte Afrikas. Zürich-Wien 1933, Wuppertal 1993
  • Ngugi wa Thiong'o: Moving the Centre. Essays über die Befreiung afrikanischer Kulturen. Münster 1995, ISBN 3-928300-27-X
  • Werena Rosenke, Thomas Siepelmeyer (Hrsg.): Afrika – der vergessene Kontinent? ISBN 3-928300-09-1
  • Norbert Aas, Werena Rosenke (Hrsg.): Kolonialgeschichte im Familienalbum. Frühe Fotos aus der Kolonie Deutsch-Ostafrika. ISBN 392830013X
  • Korotayev A. & Khaltourina D. Introduction to Social Macrodynamics: Secular Cycles and Millennial Trends in Africa. Moscow: URSS, 2006. ISBN 5-484-00560-4 *.

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