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Ein Geschenk ist die Übergabe von Eigentum an einen anderen, ohne eine Gegenleistung zu verlangen. In Erweiterung kann es auch etwas sein, das andere glücklicher oder weniger traurig macht, z.B. ein Gefallen.

Schenken kann ein Ausdruck altruistischen Handelns sein, oder aber einen gewissen sozialen Druck auf den Beschenkten ausüben, dem Schenkenden seinerseits einen Gefallen oder ein Geschenk schuldig zu sein.

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Zweck und Anlässe


Mögliche Hintergründe sind:

  • Ausdruck von Liebe oder Freundschaft
  • Ausdruck von Dankbarkeit für ein erhaltenes Geschenk
  • Wirts- oder Gastgeschenke: Gäste werden mit Essen oder Trinken versorgt, der Gastgeber kann ein Geschenk erhalten
  • Eine Runde in einer Bar wird ausgegeben
  • Anbahnung einer geschäftlichen/beruflichen Beziehung (Betriebsausgabe, Werbegeschenk)
  • Jemand ärmeres wird mit Geld, Nahrung, Kleidung oder anderem versorgt.
  • Trost, für einen erlittenen Schaden
  • Ressourcen sollen geschont werden, Ware wird verschenkt statt entsorgt.
  • Jemand leidet unter Doromanie, der zwanghaften Sucht, Geschenke zu machen.
  • Man erhofft sich ein Gegengeschenk (Volksmund: "Mit der Wurst nach der Speckseite werfen.").
  • Zur Motivation der Mitarbeiter (Incentives).

Beliebte Geschenkanlässe sind:

Geschenk und Kultur


In der römischen Mythologie war Clementia die Göttin der Vergebung und Barmherzigkeit.

Philosophen wie Jacques Derrida diskutieren den Begriff der Gabe im Zusammenhang mit Begriffen wie Gastfreundschaft, Verschwendung oder Opfer. Bei Heidegger ist von dem Ideal die Rede, sich selbst zu geben. In seinem berühmten ethnologischen Essay Die Gabe erforschte Marcel Mauss die Grundlagen von Geschenkökonomien in Kulturen etwa der Südsee, die auf anderen Grundlagen als dem Markt beruhen. Jeremy Rifkin entwirft die Vision einer Zugangsgesellschaft der Zukunft, die damit verwandt ist.

Die Erforschung des Phänomens der Gabe berührt verschiedene Wissenschaften wie Ökonomie, Soziologie, Philosophie, Theologie und Ethnologie oder Anthropologie, nicht zuletzt berührt es auch Fragen der Kunst.

Geschenkbräuche in verschiedenen Kulturen


  • Im alten Rom wurden während der Neujahrsfeiern kleine symbolische Geschenke gemacht, wie etwa ein Zweig eines bevorzugten Baumes oder Früchte des eigenen Gartens. Diese Geste sollte dem Schenkenden viel Glück im kommenden Jahr bringen.

  • In der indianischen Tradition des Potlach war es unter Häuptlingen üblich, sich gegenseitig überaus reich zu beschenken. Dabei wollte jeder Schenkende den Vorgänger übertreffen, auch wenn er dabei alles hergeben musste.

  • Noch heute wird bei vielen indigenen Stämmen Amerikas das Schenken in Form des s.g. "give away" gepflegt und bei Veranstaltungen und Zeremonien werden Verwandte und Freunde reich beschenkt. Dies sind häufig Decken, Pferde, sogar Autos oder einfach praktische Dinge des täglichen Lebens.

Geschenk und Recht


In der Regel gilt: „Geschenkt ist geschenkt und wiederholen ist gestohlen“. Ausnahmen hierzu wie grober Undank stehen unter Schenkung.

Zu unterscheiden ist die sofort vollzogene Schenkung (Handschenkung § 516 BGB) und das Schenkungsversprechen (Übertragung eines Grundstück § 518 BGB) zu versehen. Die Schenkung setzt eine unentgeltliche Zuwendung aus dem Vermögen des Schenkers in das Vermögen des Beschenkten voraus, bei dem sich beide Vertragspartner über die Unentgeltlichkeit einig sind.

Keine Schenkungen sind die Ausstattung des Kindes im Sinne des § 1624 BGB und die so genannten unbenannten Zuwendungen unter Ehegatten. Von einer solchen spricht man, wenn sich Ehegatten Vermögensgegenstände zuwenden, die ihren Rechtsgrund in der bestehenden Ehe haben. Zusätzlich kann der Schenker anordnen, dass sich der Beschenkte die Schenkung nach § 2050 Abs. 3 BGB auf den Erbteil oder nach § 2315 BGB auf den Pflichtteil anrechnen lassen muss.

Siehe auch


Weblinks


Literatur


Marcel Mauss: Die Gabe. Form und Funktion des Austauschs in archaischen Gesellschaften, Suhrkamp, Frankfurt am Main, 1990

Feste und Brauchtum | Ethnologie

Gave | Gift | Lahja | Cadeau | Cadeau | Gave

 

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