| Wappen | Karte |
|---|---|
| Wappen_Gersthofen.jpg | Gersthofen_Karte.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Bayern |
| Regierungsbezirk: | Schwaben |
| Landkreis: | Augsburg |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | 469 m ü. NN |
| Fläche: | 33,95 km² |
| Einwohner: | 21.013 (1. Januar 2006) |
| Bevölkerungsdichte: | 624 Einwohner je km² |
| Postleitzahl: | 86368 |
| Vorwahl: | 0821 |
| Kfz-Kennzeichen: | A |
| Gemeindeschlüssel: | 09 7 72 147 |
| Stadtgliederung: | 4 Ortsteile |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Rathausplatz 1 86368 Gersthofen |
| Offizielle Website: | Stadt Gersthofen |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Siegfried Deffner (CSU) |
Gersthofen ist eine Stadt im schwäbischen Landkreis Augsburg und grenzt unmittelbar an die Stadt Augsburg.
| Jahr | Einwohnerzahl | - | 1809 | 439 | - | 1840 | 690 | - | 1900 | 1.707 | - | 1910 | 2.138 | - | 1919 | 2.272 | - | 1933 | 3.193 |
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| Jahr | Einwohnerzahl | - | 1939 | 4.581 | - | 1946 | 5.928 | - | 1956 | 8.931 | - | 1961 | 10.783 | - | 1971 | 15.713 | - | 1981 | 17.002 |
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| Jahr | Einwohnerzahl | - | 1988 | 17.032 | - | 1997 | 20.166 | - | 2003 | 21.173 | - | 2006 | 21.013 |
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Auf freiwilliger Basis haben sich die ehemaligen Gemeinden Hirblingen (Januar 1975), Batzenhofen, Edenbergen und Rettenbergen (alle Januar 1978) der Stadt Gersthofen angeschlossen. Wirklich freiwillig ging aber nur Hirblingen bereits im Vorfeld der Gemeindereform 1975 nach der Amtsaufgabe des damaligen Bürgermeisters Pfiffner in Ermangelung eines Nachfolgers diesen Schritt. Die anderen drei Gemeinden hatten lediglich die Wahl zwischen dem Anschluss an Gablingen oder Gersthofen.
Ein Zusammenlegen der drei Gemeinden Batzenhofen, Edenbergen und Rettenbergen wurde vor dem Ersten Weltkrieg noch als schädlich erachtet und demzufolge auch strikt abgelehnt. Im Rahmen der Gemeindereform 1975 wäre dies jedoch für viele Bürger die Wunschlösung gewesen. Durch die Entscheidung Hirblingens waren die Weichen für die restlichen „westlichen Stadtteile“ jedoch bereits gestellt.
Die eigentliche Entwicklung begann nach 1945, Infrastruktureinrichtungen wurden geschaffen, Baugebiete ausgewiesen und eine Mehrzweckhalle erstellt. Batzenhofen zählt heute ca. 980 Einwohner, seine Gemeindefläche beträgt 344 ha, wovon 99 ha auf Wald entfallen.
Die bis 1978 selbständige Gemeinde führte auch ein eigenes Gemeindewappen. Die Beschreibung des Wappens lautet hierbei: In Silber einer fünfblättrige Staude, auf deren unteren Zweigen zwei einander zugekehrte grüne Beizvögel sitzen.
Beim Bundeswettbewerb "Die beste Kleinsiedlung" erhielt die Adalbert-Stifter-Siedlung 1956 in der Gruppe der Neusiedelungen sowohl im Regierungsbezirk von Schwaben wie auch in Bayern den ersten Preis, auf Bundesebene einen Sonderpreis.
Gespalten von Rot und Silber, im Fluss belegt mit einem Querfluss, über dem ein Kammrad in verwechselten Farben schwebt.
Bedeutung:
Da das damalige Dorf Gersthofen territorial lange Zeit zum Hochstift Augsburg gehörte, kommt in den Wappenfarben Rot und Silber zum Ausdruck. Die Lage der Gemeinde am Lech wurde durch die Aufnahme des blauen Querflusses versinnbildlicht. Aufgrund der starken Industrialisierung Gersthofens erhielt sein Wappen als weiteres leicht deutbares Beizeichen das Kammrad. Der Entwurf stammt vom Heraldiker Prof. Otto Hupp und wurde der Gemeinde am 10. März 1937 verliehen.
Sitzverteilung im 24köpfigen Stadtrat:
Seit 1969 ist Gersthofen (anlässlich seiner Tausendjahrfeier) mit Nogent-sur-Oise, Frankreich verschwistert. Die Kleinstadt liegt 50 Kilometer nördlich von Paris.
Die Stadt Gersthofen hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:
Die Veränderungen der wirtschaftlichen Struktur Gersthofens zeigen sich am deutlichsten in der Veränderung der einzelnen Wirtschaftszweige. Neben 79 landwirtschaftlichen Betrieben verschiedener Größe waren 1930 110 gewerbliche Betriebe vorhanden. 1968 hingegen waren es nur noch 50 landwirtschaftliche, jedoch 337 gewerbliche Betriebe. Die Differenz stieg bis zum Jahre 1985 bzw. 1987 auf 90 landwirtschaftliche zu 724 gewerbliche Betriebe an.
Die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe hat sich von 1949 bis 1968 von 98 auf 50 verringert und damit fast halbiert. Betroffen waren in den ersten fünf Jahren die Betriebe in der Größe unter 2 ha und in der Größe von 2-5 ha, welche sich um 15 + 9 = 24 verminderten, während die nächst höhere Klasse um einen Betrieb zunahm. In den Jahren von 1954-1959 dehnte sich dieser Schwund auch auf die nächstgrößeren Betriebe, nämlich in der Größe von 5-20 ha, aus: sie nahmen um 8 + 7 = 15 ab, jedoch die Klasse der Betriebe von 20-50 ha um drei zu, woraus wohl mit Recht auf ein Streben nach höherer Rentabilität im größeren Betrieb und als Voraussetzung dazu nach einer Vergrößerung der Betriebsfläche geschlossen werden kann. Die landwirtschaftliche Nutzfläche (LN) betrug 1956: 1094 ha, 1960: 1027,84 ha, 1965: 1021,65 ha und 1968: 970,11 ha. Der Verlust beträgt also zwischen 1956 und 1968 124 ha oder 11,3 %, die Anzahl der Betriebe jedoch verminderte sich von 1954-1968 um 23 oder 31,5%, womit die oben erwähnte Tendenz zur Verbreiterung der Betriebsbasis im Zuge der Entwicklung der deutschen und europäischen Landwirtschaftspolitik bewiesen ist. Bedingt durch die Eingemeindungen hat die landwirtschaftlich genutzte Fläche zugenommen. 1985 belief sie sich auf 1750 ha. Diese Fläche wurde von 90 landwirtschaftlichen Betrieben bearbeitet.
Einer der ältesten handwerklichen Betriebe im Ort war die Wermannsche Säcklerei. Der Gründer war der 1838 in Pappenheim geborene und 1910 in Gersthofen verstorbene Friedrich Werkmann. Er ließ sich im Frühjahr 1867 im Hause Donauwörther Straße 12 nieder - bis dahin arbeitete in Gersthofen noch kein Säcklermeister -, heiratete im Herbst desselben Jahres und errichtet 1870 das jetzige Anwesen Augsburger Straße 26. Seit dieser Zeit wurden in dieser Werkstatt alle Arten von Lederhosen und Lederbekleidungen hergestellt. Der Betrieb wurde am 24. November 1980 eingestellt. Der 1830 in Gebenhofen geborene Schreiner Andreas Pfaffenzeller erwarb nach seiner Wanderschaft am 4. März 1858 die damalige Schreinersölde Haus Nr. 15 in Gersthofen und machte sich dort selbständig. Schon 1861 konnte er auf dem Grundstück Donauwörther Straße 12 ein Wohnhaus mit zugehöriger Werkstatt errichten. Später kamen handwerkliche Betriebe wie z.B. die ehemalige Wagnerei an der Hauptstraße, der heutigen Donauwörther Straße oder die Schmiede beim Spanner an der Bauernstraße dazu. Größere Betriebe wie das ehemalige Kies- und Schotterwerk folgten.
Bereits am 19. März 1882 wurde der Spar- und Darlehenskassenverein Gersthofen gegründet. Eingeladen zur Gründerversammlung hatte der Bürgermeister und Landwirt Michael Deuringer. Es war die erste Niederlassung der Raiffeisengesellschaft im Landkreis Augsburg und die zweite im Regierungsbezirk Schwaben. 16 Männer erklärten ihren Beitritt und wählten den Mühlenbesitzer Thomas Kirner zum ersten nebenberuflichen Rechner des Vereins. Die Industrialisierung Deutschlands, sein Anschluss an den Weltmarkt und die damit verbundene wirtschaftliche Machtkonzentration in Industrie und Handel hatten die heimische Landwirtschaft sowie mittelständische Handwerksbetriebe und Gewerbetreibende infolge Fehlens geeigneter Krediteinrichtungen in wirtschaftliche Bedrängnis gebracht. Privater Geldwucher war verbreitet und Betriebsschließungen blieben nicht aus. Diese Kreditnot suchte Friedrich Wilhelm Raiffeisen durch gegenseitige Hilfe auf der Basis der Spar- und Darlehenskassenvereinen zu beheben. Der Anfang der Geschäftstätigkeit stand im Zeichen der Darlehenshergabe und des gemeinsamen Warenbezugs der Landwirte. Das alte, im Jahre 1930 erbaute Bankgebäude wurde schon 1937 durch einen Neubau ersetzt; Umbau und Erweiterung folgten 1957, desgleichen 1979/80. Der letzte wesentliche Umbau, der dem Bankgebäude die jetzige Gestalt gab, erfolgte in den Jahren 1979/80. Eine große Bedeutung im Bankwesen des Landkreises Augsburg hat auch die Kreissparkasse. Sie wurde 1855 vom Distrikt Zusmarshausen ins Leben gerufen. Nach Fischach 1930, Göggingen 1931, und Welden 1932 errichtete man 1934 in Gersthofen eine Zweigstelle.
In Gersthofen sind sechs Unternehmen ansässig, die auch überregional von Bedeutung sind:
In Ost-West Richtung durchquert die A 8 Gersthofen. In Süd-Nord Richtung verläuft die vierspurige B 2, die mit mehreren Anschlussstellen Gersthofen anbindet.
Die Stadt Gersthofen besitzt durch ihre Stadtwerke eine eigene Busflotte, die zum größten Teil aus modernen Niederflurbussen besteht und insgesamt 5 Linien im Stadtgebiet bedient. Aufgrund hoher Defizite hat der Stadtrat Anfang 2006 eine Privatisierung oder Schließung des Betriebes beschlossen. Daneben fahren Regionalbusse mehrere Haltestellen in Gersthofen an.
Gersthofen besitzt einen Anschluss an das Netz der Deutschen Bahn. Vom Bahnhof Gersthofen gibt es in der Regel stündliche Verbindungen nach Augsburg, München und Donauwörth. In den Hauptverkehrszeiten fahren zusätzliche Züge, die aber sehr schlecht vertaktet sind (15/45 Min. o. ä.).
Ca. 6 km östlich liegt der Flughafen Augsburg.
1999 erlangte Gersthofen deutschlandweit kurzzeitig großes Aufsehen. Die Stadt zahlte jedem Einwohner 100 DM aus, da sie im Jahr davor einen Überschuss von 5 Millionen DM erwirtschaftet hatte und davon 2 Millionen an die Bürger zurückgab. Das Landratsamt hatte die ungewöhnliche Aktion rechtlich geprüft und als "gerade noch akzeptabel" bezeichnet. Die Stadt war somit die erste Gemeinde der Welt, die ihren Bürgern eine Art Dividende auszahlte.
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