| Wappen | Karte |
|---|---|
| Gersbach Wappen.gif | Karte Gersbach.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Baden-Württemberg |
| Regierungsbezirk: | Freiburg |
| Landkreis: | Lörrach |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | 800 - 1170 m ü. NN |
| Fläche: | 20,09 km² |
| Einwohner: | ca. 700 |
| Bevölkerungsdichte: | 35 Einwohner je km² |
| Postleitzahl: | 79650 |
| Vorwahl: | 07620 |
| Kfz-Kennzeichen: | LÖ |
| Adresse der Ortsverwaltung: | Wehratalstraße 10 79650 Schopfheim-Gersbach |
| Website: | www.gersbach.info |
| E-Mail-Adresse: | tourismus.gersbach@schopfheim.de |
| Politik | |
| Ortsvorsteher: | Ralf Ühlin |
Gersbach ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und Stadtteil von Schopfheim.
Der Rohrenkopf (1170 m) ist Gersbachs höchste Erhebung. Bei klarem Wetter sind die Schweizer Alpen mit dem Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau zu sehen. Viele weitere Aussichtspunkte in der Umgebung, wie beispielsweise die Hohe Möhr (983 m) bei Schlechtbach, ermöglichen bei guter Wetterlage die Aussicht in das Dreiländereck Deutschland - Frankreich - Schweiz.
Gersbach gehört zu folgenden Regionen: Markgräflerland, Baden (Land), Schwarzwald, Südschwarzwald und im weiteren Sinne zum Hotzenwald.
1258 lebte in Gersbach erstmals nachweislich ein Pfarrer. Nach der Reformation änderten sich die Besitzverhältnisse: Es erfolgte der Verkauf von Gersbach an Baden. Gleichzeitig erhielt Gersbach damit die evangelische Konfession. Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden-Baden (1655 – 1707) ließ Ende des 17. Jahrhunderts ein ausgedehntes Schanzen, Wall- und Sperrgrabensystem zur Verteidigung gegen französische Überfälle bauen. Am 19. / 20. Mai 1784 fiel ein Drittel des Dorfes einer Brandkatastrophe zum Opfer. Die Förderung von Silber, Schwefelkies (Vitriol) und Eisenerzen ist historisch erstmals 1794 belegt. Diese begann aber wohl wesentlich früher und wird heute nicht mehr betrieben. 1974 erfolgte die Eingemeindung nach Schopfheim. 1995 fand die AG Minifossi (eine Schüler-Arbeitsgruppe) bei der Erforschung von Stollen und Barockschanzen aus vergangener Zeit auch erstmals Gold.
Die Umwandlung von Wasserkraft des Gersbachs in elektrische Energie erfolgt auf dessen Weg ins Wehratal. Dort mündet der Gersbach in die Wehra.
Der Ort setzt auf Direktvermarktung heimischer Erzeugnisse. Die zur „Käserroute“ im Breisgau und südlichen Schwarzwald gehörende „Chäs-Chuchi“ Gersbach produziert Käse aus Milch heimischer Bauern. Käse-, Fleisch- und Wursterzeugnisse werden ausschließlich in der Region vermarktet.
Die nachhaltige Forstwirtschaft ist neben der Landwirtschaft traditionell ein wichtiger Wirtschaftszweig in Gersbach. Viele Waldareale werden als Plenterwald und als Femelwald bewirtschaftet. Aus diesen Wäldern stammen die Weißtannen, die auf dem Messegelände in Hannover seit der Weltausstellung Expo 2000 das größte freitragende Holzdach der Welt stützen. Für dieses Projekt ernteten die Forstwirte 70 Tannen. Mit einem Alter von etwa 200 Jahren erreichten diese 48 bis 50m Höhe sowie einem Durchmesser von 1,20 bis 1,50m am Stock und 0,8 bis 0,9m am Zopf. Ihr Gewicht betrug 9 bis 14t.
Auf der Gemarkung ist ein Bannwald insbesondere für die Erforschung von Totholzlebensgemeinschaften und als Anschauungsobjekt für eine ungestörte Waldentwicklung im Ökosystem Wald ausgewiesen. Durch den Revierförster werden auch geführte Wanderungen beispielsweise auf einem ca. 3,5 km langen Naturpfad angeboten.
Zu touristischen Zwecken bietet der Tourismusverein Goldsucherkurse an.
Bis 1992 stand die Große Tanne als Westeuropas größte Weißtanne im Gersbacher Wald. Aufgrund von Pilzbefall musste der Baumriese aus Sicherheitsgründen gefällt werden. Er wurde ca. 400 Jahre alt und erreichte bei 52m Höhe einen Stockumfang von 7m. Der Stamm mit einer Gesamtholzmasse von 40 Kubikmetern wurde als Demonstrationsobjekt für den Abbau von Holz durch Zersetzer im Ökosystem Wald vor Ort belassen.
Die Hohle Eiche entstand durch ? und ist etwa ? Jahre alt. Während Teile des Kernholzes ausbrannten, blieb die lebensnotwendige äußere Rindenschicht größtenteils unversehrt. Heute ist das innere des Baumes ebenerdig zugänglich und wird durch eine im oberen Baumbereich liegende Öffnung schwach mit Tageslicht erhellt.
2003 wurde auf einer 33 ha großen Fläche ein Weidepark mit einem Rinderlehrpfad angelegt. Dieser bietet auf einem Rundwanderweg Informationstafeln zur artgerechten Züchtung und Tierhaltung sowie Erzeugung von Nahrungsmitteln. Neben den einheimischen Arten finden sich auch Exoten und als eine besondere Attraktion das Gehege der Wisente. Diese fast ausgestorbene Art ist der letzte Vertreter der Wildrindarten Europas.
Weitere gelebte Brauchtümer sind das Scheibenfeuer („Schiiebefüür“), das Eierspringen am Ostersonntag, das Maibaumstellen und die Maistreiche in der Walpurgisnacht.
Die regelmäßig stattfindende „Käse-Wein-Probe“ der „Chäs-Chuchi“ Gersbach entwickelte sich von einer Veranstaltung für Touristen inzwischen zu einer beliebten von Vereinen genutzten Veranstaltung. Informationen zur Herstellung von Käse aus Gersbach und Wahl der Weine runden die Verköstigung ab.
In den Jahren 2002 bis 2004 nahm die Gemeinde Gersbach am erfolgreichsten von 4708 Dörfern beim 21. Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden - Unser Dorf hat Zukunft“ teil. Unter 188 am Landesentscheid teilnehmenden Dörfern in Baden-Württemberg wurde Gersbach 2003 am besten bewertet und mit der Goldmedaille des Landes ausgezeichnet. Mit der höchsten bisher auf Bundesebene erreichten Punktzahl (98 von 100) belegte Gersbach 2004 von 36 Orten den 1. Platz. Mit der Verleihung der Goldmedaille im Januar 2005 in Berlin wurde Gersbach Golddorf auf Bundesebene.
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"Gersbach (Südschwarzwald)".
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