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Wappen Karte
Gersbach Wappen.gif
Karte Gersbach.png
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Lörrach
Geografische Lage:
Höhe: 800 - 1170 m ü. NN
Fläche: 20,09 km²
Einwohner: ca. 700
Bevölkerungsdichte: 35 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79650
Vorwahl: 07620
Kfz-Kennzeichen:
Adresse der Ortsverwaltung: Wehratalstraße 10
79650 Schopfheim-Gersbach
Website: www.gersbach.info
E-Mail-Adresse: tourismus.gersbach@schopfheim.de
Politik
Ortsvorsteher: Ralf Ühlin

Gersbach ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und Stadtteil von Schopfheim.

Geographie


Gersbach liegt an einem Südhang des Südschwarzwaldes auf einer Höhe von 800 – 1170 m über NN. Die räumliche Distanz zur Altstadt Schopfheims beträgt 16 km und 600 Höhenmeter. Das ehemals selbständige Dorf bildet mit den sechs dazugehörenden Weilern (Fetzenbach, Gersbach-Au, Lochmühle, Metteln, Neuhaus, und Schlechtbach) auf einer Fläche von 2009 ha Baden-Württembergs größte Gemarkung.

Der Rohrenkopf (1170 m) ist Gersbachs höchste Erhebung. Bei klarem Wetter sind die Schweizer Alpen mit dem Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau zu sehen. Viele weitere Aussichtspunkte in der Umgebung, wie beispielsweise die Hohe Möhr (983 m) bei Schlechtbach, ermöglichen bei guter Wetterlage die Aussicht in das Dreiländereck Deutschland - Frankreich - Schweiz.

Gersbach gehört zu folgenden Regionen: Markgräflerland, Baden (Land), Schwarzwald, Südschwarzwald und im weiteren Sinne zum Hotzenwald.

Klima

Eine „Kachelmann Wetterstation“ misst in Gersbach mehr Sonnen- und kältere Wintertage, als im bundesdeutschen Durchschnitt. In den Höhen des Schwarzwaldes weht im Sommer meist ein leichter Wind. Daher ist in Gersbach selbst an sehr heißen Sommertagen die gefühlte Temperatur niedriger als die gemessene Temperatur.

Geschichte


Gersbach ist vermutlich eine hochmittelalterliche Rodungssiedlung. Ein Bach (urkundlich Gerisbach) gab dem Dorf seinen Namen. Zum ersten Mal wird Gerisbach im Jahr 1166 durch Schenkung einer Kirche von Konrad von Hosskirch an das Kloster St. Blasien schriftlich erwähnt.

1258 lebte in Gersbach erstmals nachweislich ein Pfarrer. Nach der Reformation änderten sich die Besitzverhältnisse: Es erfolgte der Verkauf von Gersbach an Baden. Gleichzeitig erhielt Gersbach damit die evangelische Konfession. Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden-Baden (1655 – 1707) ließ Ende des 17. Jahrhunderts ein ausgedehntes Schanzen, Wall- und Sperrgrabensystem zur Verteidigung gegen französische Überfälle bauen. Am 19. / 20. Mai 1784 fiel ein Drittel des Dorfes einer Brandkatastrophe zum Opfer. Die Förderung von Silber, Schwefelkies (Vitriol) und Eisenerzen ist historisch erstmals 1794 belegt. Diese begann aber wohl wesentlich früher und wird heute nicht mehr betrieben. 1974 erfolgte die Eingemeindung nach Schopfheim. 1995 fand die AG Minifossi (eine Schüler-Arbeitsgruppe) bei der Erforschung von Stollen und Barockschanzen aus vergangener Zeit auch erstmals Gold.

Wirtschaft und Infrastruktur


Die Wasserversorgung der Bevölkerung erfolgt aus einer Bergquelle der Gemeinde. Deren Wasser ist nach deutschen Härtegraden weich (etwa 3°dH).

Die Umwandlung von Wasserkraft des Gersbachs in elektrische Energie erfolgt auf dessen Weg ins Wehratal. Dort mündet der Gersbach in die Wehra.

Bildung

Neben der Grund- und Hauptschule Gersbach findet sich im Ort eine kleine, ehrenamtlich betriebene Bücherei.

Landwirtschaft und Direktvermarktung

Die Landwirtschaft in Gersbach hat - wie im Schwarzwald insgesamt - in besonderem Maße auch die Funktion, zum Erhalt des typisch kleinbäuerlichen Landschaftsbildes beizutragen.

Der Ort setzt auf Direktvermarktung heimischer Erzeugnisse. Die zur „Käserroute“ im Breisgau und südlichen Schwarzwald gehörende „Chäs-Chuchi“ Gersbach produziert Käse aus Milch heimischer Bauern. Käse-, Fleisch- und Wursterzeugnisse werden ausschließlich in der Region vermarktet.

Forstwirtschaft

Die nachhaltige Forstwirtschaft ist neben der Landwirtschaft traditionell ein wichtiger Wirtschaftszweig in Gersbach. Viele Waldareale werden als Plenterwald und als Femelwald bewirtschaftet. Aus diesen Wäldern stammen die Weißtannen, die auf dem Messegelände in Hannover seit der Weltausstellung Expo 2000 das größte freitragende Holzdach der Welt stützen. Für dieses Projekt ernteten die Forstwirte 70 Tannen. Mit einem Alter von etwa 200 Jahren erreichten diese 48 bis 50m Höhe sowie einem Durchmesser von 1,20 bis 1,50m am Stock und 0,8 bis 0,9m am Zopf. Ihr Gewicht betrug 9 bis 14t.

Auf der Gemarkung ist ein Bannwald insbesondere für die Erforschung von Totholzlebensgemeinschaften und als Anschauungsobjekt für eine ungestörte Waldentwicklung im Ökosystem Wald ausgewiesen. Durch den Revierförster werden auch geführte Wanderungen beispielsweise auf einem ca. 3,5 km langen Naturpfad angeboten.

Tourismus

Der Tourismus hat mit dem Schwerpunkt Sanfter Tourismus in Gersbach ganzjährig Bedeutung. Über das Jahr gehören Wanderer, Mountainbiker und Naherholungssuchende zu den wichtigsten Besuchergruppen von Gersbach. Im Winter bietet der Bergbrunnenlift Wintersportlern zusätzlich zweimal wöchentlich Flutlichtabende. Die Gersbacher Loipen liegen in einer relativ schneesicheren Lage auf etwa 1000m über NN. Zum Schlittenhang am Ortseingang kommen bei schönem Wetter regelmäßig viele Naherholungssuchende.

Zu touristischen Zwecken bietet der Tourismusverein Goldsucherkurse an.

Sehenswürdigkeiten


Bis 1992 stand die Große Tanne als Westeuropas größte Weißtanne im Gersbacher Wald. Aufgrund von Pilzbefall musste der Baumriese aus Sicherheitsgründen gefällt werden. Er wurde ca. 400 Jahre alt und erreichte bei 52m Höhe einen Stockumfang von 7m. Der Stamm mit einer Gesamtholzmasse von 40 Kubikmetern wurde als Demonstrationsobjekt für den Abbau von Holz durch Zersetzer im Ökosystem Wald vor Ort belassen.

Die Hohle Eiche entstand durch ? und ist etwa ? Jahre alt. Während Teile des Kernholzes ausbrannten, blieb die lebensnotwendige äußere Rindenschicht größtenteils unversehrt. Heute ist das innere des Baumes ebenerdig zugänglich und wird durch eine im oberen Baumbereich liegende Öffnung schwach mit Tageslicht erhellt.

2003 wurde auf einer 33 ha großen Fläche ein Weidepark mit einem Rinderlehrpfad angelegt. Dieser bietet auf einem Rundwanderweg Informationstafeln zur artgerechten Züchtung und Tierhaltung sowie Erzeugung von Nahrungsmitteln. Neben den einheimischen Arten finden sich auch Exoten und als eine besondere Attraktion das Gehege der Wisente. Diese fast ausgestorbene Art ist der letzte Vertreter der Wildrindarten Europas.

Kultur, Brauchtum und regelmäßige Veranstaltungen


Das alljährlich am jeweils letzten Sonntag im September stattfindende „Weideabtriebfest“ der Direktvermarktung Bergland Gersbach e.V. lockt jährlich 1500 bis 5000 Menschen nach Gersbach. Zum Programm gehören der Bauernmarkt für regionale Produkte, eine großen Tierschau und Brauchtumdarstellungen. So tragen zum Festumzug vor allem ältere Gersbacher gerne die Tracht des Markgräflerlandes. Während einem dieser Feste wurde auch eine Folge der in Baden Württemberg bekannten FernsehserieDie Fallers“ in Gersbach gedreht.

Weitere gelebte Brauchtümer sind das Scheibenfeuer („Schiiebefüür“), das Eierspringen am Ostersonntag, das Maibaumstellen und die Maistreiche in der Walpurgisnacht.

Die regelmäßig stattfindende „Käse-Wein-Probe“ der „Chäs-Chuchi“ Gersbach entwickelte sich von einer Veranstaltung für Touristen inzwischen zu einer beliebten von Vereinen genutzten Veranstaltung. Informationen zur Herstellung von Käse aus Gersbach und Wahl der Weine runden die Verköstigung ab.

Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft"


In den Jahren 2002 bis 2004 nahm die Gemeinde Gersbach am erfolgreichsten von 4708 Dörfern beim 21. Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden - Unser Dorf hat Zukunft“ teil. Unter 188 am Landesentscheid teilnehmenden Dörfern in Baden-Württemberg wurde Gersbach 2003 am besten bewertet und mit der Goldmedaille des Landes ausgezeichnet. Mit der höchsten bisher auf Bundesebene erreichten Punktzahl (98 von 100) belegte Gersbach 2004 von 36 Orten den 1. Platz. Mit der Verleihung der Goldmedaille im Januar 2005 in Berlin wurde Gersbach Golddorf auf Bundesebene.

Literatur


  • Horst Sutter: Gersbach, seit 25 Jahren Teil von Schopfheim; in: Jahrbuch Stadt Schopfheim, Bd. 15, 2000, S. 54 ff.
  • Rolf Strohm u.a. (Mitarb.)/ Schulleitung und Elternbeirat der Grund- und Hauptschule Gersbach (Hrsg.): Mit der Kamera unterwegs: Unser Dorf um die Jahrhundertwende: Festschrift zum Jubiläum des Friedens- und Freudensfestes 1884; Todtnau: Franke & Meyer (Druck), 1984
  • Friedrich Oehler: Zur Geschichte des Dorfes Gersbach; in: Das Markgräflerland, 1940, 2/4, S. 41 ff.

Weblinks


Ort in Baden-Württemberg | Landkreis Lörrach

 

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