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Gerry Adams (* 6. Oktober 1948 in Belfast, Nordirland) ist ein nordirischer Politiker.

Seit 1983 ist er Vorsitzender der Sinn Féin, der legalen politischen Organisation der verbotenen Irisch-Republikanischen Armee (IRA).

Er war als Abgeordneter ein Architekt des Friedensprozesses in Nordirland, in dem er noch immer eine wichtige Rolle spielt.

Als sein wichtigster Kontrahent gilt der 79-jährige Ian Paisley, der Vorsitzende der protestantischen DUP (Democratic Unionist Party).

Biografie


Adams wurde als ältestes von zehn Geschwistern in einem mehrheitlich katholischen Stadtteil von Westbelfast geboren. Sein Vater war republikanischer Aktivist und saß bereits als sechzehnjähriger im Gefängnis. In seiner Autobiografie Before the Dawn (Bevor es Tag wird), erzählt Adams von seinem Werdegang als Kind in den Straßen von Westbelfast, der abgebrochenen Schulausbildung, um als Barkeeper zum Lebensunterhalt seiner Familie beizutragen. Seine politische Karriere als Wahlhelfer von Sinn Féin begann er früh.

1971 wurde Gerry Adams zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt und verbrachte die Haft in Long Kesh (Verdacht auf Mitgliedschaft in der IRA).

1983, 1987, 1997, 2001 und 2005 wurde er zum Abgeordneten im britischen Unterhaus für seinen Wahlkreis Belfast-West gewählt; den Sitz nahm er aber nie ein. Zusammen mit John Hume, dem Vorsitzenden der sozialdemokratischen katholischen Social Democratic and Labour Party (SDLP), brachte Adams 1993 mit einer Friedensinitiative neue Bewegung in den Nordirland-Konflikt. Ergebnis war die bedingungslose Waffenruhe, die die IRA am 31. August 1994 verkündete.

Als im Februar 1996 die IRA ihren 17-monatigen Waffenstillstand brach – bei einem Bombenanschlag in den Londoner Docklands wurden zwei Menschen getötet und über 100 verletzt -, betonte Adams, dass der Friedensprozess nur durch eine baldige Aufnahme von Allparteiengesprächen zu retten sei. Der Weg hierfür wurde aber erst im Juli 1997 durch eine neuerliche Waffenruhe der IRA frei.

Im Oktober 1997 traf Gerry Adams mit Tony Blair als erster Sinn-Féin-Führer einen britischer Premierminister seit der Teilung Irlands. Die Verhandlungen mündeten am 10. April 1998 im sogenannten Karfreitagsabkommen.

Dem Guardian erzählte Adams im Sommer 2004, die Folterfotos von Abu Ghraib seien für ihn kein neuer Anblick, auch er sei mit seinen gleichgesinnten Haftgenossen in den 70ern systematisch gefoltert worden. Kurz darauf stellte er eine Auflösung der IRA in Aussicht, falls die protestantische Partei DUP zu einer Regierungskoalition mit der Sinn Fein bereit sei. Doch die DUP, vertreten durch Ian Paisley, möchte keine Entscheidung fällen, ehe nicht die IRA ihre "Privatarmee" mit allen Waffen aufgelöst habe und dies mit Fotos öffentlich gemacht habe. Während sich Adams' Sinn Féin in den letzten Jahren zunehmend kompromißbereit zeigte, lehnen die protestantischen Paramilitärs, die in den letzten fünfzehn Jahren weitaus mehr Menschen in Nordirland getötet haben als die IRA, eine Entwaffnung immer noch strikt ab.

Literatur


  • Cage Eleven. Erinnerungen an Long Kesh. Cadolzburg 1995. ISBN 3931043037
  • Bevor es Tag wird. Autobiographie. Berlin 1996. ISBN 3353010599
  • Hope and History. Making Peace in Ireland. Brendon/Mount Eagle Publication Ltd. Juni 2004 (engl.), ISBN 0863223303

Weblinks


Mann | Nordire | Politiker (Nordirland) | Geboren 1948

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