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Gerngross ist eines der bekanntesten Kaufhäuser in Wien auf der Mariahilferstraße.

Firmengeschichte


Der aus Fürth stammende Alfred (Abraham) Gerngross (1844-1908) gründete 1879 mit seinem älteren Bruder Hugo (1837-1929) ein Stoffgeschäft in der Mariahilfer Straße 48. Nach kurzem Konkurrenzkampf mit seinem ehemaligen Arbeitgeber August Herzmansky versuchten die beiden Unternehmen zusammenzuarbeiten, wodurch sich jedoch kein Erfolg einstellte, weswegen diese Verbindung 1881 wieder aufgelöst wurde. Durch den großen Fleiß und die Tüchtigkeit der Brüder stellte sich schnell Erfolg ein und die Firma Gerngross konnte im Lauf der Zeit 13 benachbarte Häuser erwerben. Das Geschäft entwickelte sich zu einem der größten Warenhäuser Wiens.

Von 1902 bis 1904 wurde daher von Ferdinand Fellner und Hermann Helmer eine neue fünfgeschossiges Betonständerkonstruktion erbaut. Die Aussenfassade stammte von Fellners Sohn Ferdinand Fellner III.. Das Gebäude enthielt fünf Aufzugsanlagen und eine Rolltreppe. Nach dem Tod von Alfred Gerngross wurde die Firma von seinen Söhnen Albert (1874-1972), Robert (1876-1942 Shoa) und Paul (1880-1954) übernommen und in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. In den besten Zeiten hatte das Kaufhaus etwa 1600 Angestellte. Das Gebäude erhielt 1926 einen Leuchtturm als Bekrönung.

Nach dem Anschluss im Jahre 1938 musste die Familie Gerngross nach Montevideo emigrieren und das Warenhaus wurden "arisiert". Der Name lautet nun Kaufhaus der Wiener - Ludwig & Co.. Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Haus schwer beschädigt und geplündert, aber bald wieder aufgebaut. 1947 kehrt Paul Gerngross nach Wien zurück und übernahm wieder die Geschäftsführung. Nach seinem Tod 1954 wurden die Aktien an den Hertie-Konzern verkauft, doch 1965 wurde Gerngross von der Kapitalgesellschaft General Shopping aus Luxemburg übernommen. In der Folge eröffnete Gerngross weitere Filialen in Wien und anderen österreichischen Städten. Ein Teil des Haupthauses wurde am 14. Dezember 1966 durch einen Neubau von Adolf Wölzl ersetzt. Am 7. Februar 1979 zerstörte ein Großbrand das Gebäude fast völlig, aber schon am 18. März 1980 konnte der Neubau von Architekt Georg Frankl eröffnet werden.

Am 1. Jänner 1984 übernahm die Österreichische Konsumgenossenschaft Gerngross und auch Herzmansky. Nach dem der Konsum 1996 insolvent wurde, ging Gerngross an ein Konsortium aus Palmers und Hans Schmidt (dem Gründer der Werbeagentur GGK), was einen weiteren Umbau des Hauptgebäudes zur Folge hatte, am 27 Februar 1997 konnte das Haus wieder eröffnet werden. Das Haus enthält nun 16 Rolltreppen und eine Glaskuppel. Da sich der erhoffte Geschäftserfolg nicht einstellte, wurde Gerngross 2003 um 112 Millionen € an die Deka Immobilien Investment GmbH verkauft.

Literatur


  • Elfriede Faber: Neubau, Pichler, Wien 1995, ISBN 3-85058-065-2
  • Andreas Lehne: Wiener Warenhäuser, Franz Deuticke, Wien 1990, ISBN 3-7005-4488-X

Unternehmen (Österreich)

 

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