Das Collegium Germanicum ist ein 1552 gegründetes deutschsprachiges Priesterseminar in Rom, das seit 1580 Pontificium Collegium Germanicum et Hungaricum de Urbe heißt.
Es wurde am 31. August 1552 von Papst Julius III. mit der Bulle Dum sollicita gegründet. Um die Errichtung bemühten sich Kardinal Giovanni Morone und Ignatius von Loyola. Letzterer eröffnete das Kolleg am 28. Oktober. Die Leitung wurden dem Jesuitenorden übertragen. 1580 vereinigte es Gregor XIII. mit dem 1578 gegründeten Collegium Hungaricum. Seither heißt es Pontificium Collegium Germanicum et Hungaricum de Urbe oder kurz Collegium Germanicum et Hungaricum.
Nach der Aufhebung des Jesuitenordens im Jahr 1773 wurde es von Weltpriestern weitergeführt. Da Kaiser Joseph II. im Jahr 1781 den Studenten seines Herrschaftsbereichs das Studium in Rom verbot und die Stadt in der Folgezeit von französischen Soldaten besetzt wurde, musste das Kolleg im Jahr 1798 geschlossen werden. Unter Pius VII. wurde es 1818 wieder eröffnet, 1824 reorganisierte Papst Leo XII. das Kolleg, band es noch stärker an die Jesuiten und gab ihm seine heute bestehenden Form.
Im Ersten Weltkrieg musste das Kolleg von 1915 bis 1919 ins Canisianum nach Innsbruck verlegt werden.
Bei der Gründung stand die Abwehr der Reformation, eine Verbesserung der theologischen Ausbildung und die Heranbildung romtreuer Priester im Vordergrund. „Aus den vom Glauben gefährdeten Gebieten des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ sollten „furchtlose Kämpfer für den Glauben“ herangebildet werden. (Zitate aus der Gründungsbulle.) Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs ihm Jahr 1989 konnte die ursprüngliche Internationalität des Kollegs wieder hergestellt werden.
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