Gerhard Herzberg (* 25. Dezember 1904 in Hamburg; † 3. März 1999 in Ottawa, Kanada) war Chemiker und Physiker. Er erhielt 1971 den Nobelpreis für Chemie. In Anerkennung und Würdigung seiner Arbeit wurde der Asteroid (3316) Herzberg nach ihm benannt.
1935 wanderte Herzberg nach Kanada aus, da ihm aufgrund seiner Ehe mit der promovierten Physikerin Luise Oettinger, die jüdischer Abstammung war, vom Kultusministerium die Lehrbefugnis entzogen und ihm überdies angekündigt worden war, dass sein Anstellungsvertrag an der Universität nicht verlängert würde. An der Universität Saskatoon fand er zunächst eine Anstellung als Gastprofessor, und bereits nach 3 Monaten bekam er eine Dauerstelle als Research Professor für Physik. 1945 wurde er kanadischer Staatsbürger.
Herzberg erhielt 1945 einen Ruf an das Yerkes-Observatorium der Universität Chicago auf eine Professorenstelle für Spektroskopie, die er bis 1949 innehatte. Ab 1948 arbeitete er wieder in Kanada, am National Research Council in Ottawa. Außerdem war Herzberg langjähriges Ehrenmitglied im Fachbeirat des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik in Garching. 1971 erhielt er den Nobelpreis für Chemie verliehen, "für seine Beiträge zur Kenntnis der elektronischen Struktur und Geometrie von Molekülen, insbesondere von freien Radikalen". Herzberg war Ehrenmitglied der International Academy of Science.
Durch die Bestimmung zweiatomiger Moleküle konnte Herzberg genaue Werte für Dissoziations- und Ionisierungsenergien ermitteln. Zusammen mit den Nobelpreisträgern Ronald George Wreyford Norrish und George Porter war er an der Entwicklung der Blitzlichtspektroskopie beteiligt. Mit besonderem Interesse verfolgte er die Erforschung instabiler Teilchen sowie die Untersuchung der Struktur mehratomiger Moleküle. Auch in der Weltraumforschung brachte er sein Wissen ein. In Kometen konnte er Borwasserstoff und Kohlenwasserstoff nachweisen.
Mann | Physiker (20. Jh.) | Nobelpreisträger für Chemie | Wissenschaftler | Hochschullehrer | Geboren 1904 | Gestorben 1999
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