Gerhard Berger Ferrari 1995.jpg Gerhard Berger (* 27. August 1959 in Wörgl / Tirol) ist ein ehemaliger Formel 1-Rennfahrer (von 1984 bis 1997) und Ex-Motorsportdirektor bei BMW. Heute ist er Mitinhaber des Formel-1-Teams Toro Rosso.
1978, als 19-Jähriger, fuhr er mit unzureichendem Material auf dem Österreich-Ring sein erstes Rennen. Es war ein Flop, aber der Misserfolg spornte ihn nur noch weiter an. In der Deutschen Formel-3-Meisterschaft fiel der junge Draufgänger dem fachkundigen Blick Helmut Markos auf, der ihn in die Formel-3-Europameisterschaft lotste.
Beim Grand Prix von San Marino 1989 verunglückte Gerhard Berger schwer. In der vierten Runde des Rennens verlor Berger bei Tempo 280 in der schnellen und berüchtigten Tamburello-Kurve aufgrund eines gebrochenen Frontflügels die Herrschaft über sein Fahrzeug und krachte gegen die Streckenbegrenzung. Bergers Fahrzeug fing Feuer und brannte lichterloh. Da Berger zu dem Zeitpunkt nicht bei Bewusstsein war, konnte er auch das eingebaute Notlöschsystem nicht aktivieren. Doch die Streckenposten reagierten schnell und nach einer knappen halben Minute war das Feuer gelöscht und Gerhard Berger konnte erstversorgt werden. Er wurde mit schweren Verbrennungen an den Händen, sowie einer Gehirnerschütterung und einem Schlüsselbeinbruch ins Krankenhaus gebracht. Später, als er im Zentrum von Willi Dungl behandelt wurde, stellte man noch einen Brustbeinbruch fest. Doch Berger, wie schon Jahre zuvor Niki Lauda, setzte sich schon ein Monat später wieder in seinen Ferrari.
Den ersten Podiumsplatz nach seinem Feuerunfall erreichte Berger beim Grand Prix von Italien in Monza, wo er Zweiter hinter dem späteren Weltmeister Alain Prost und vor Thierry Boutsen wurde. Schon beim darauffolgenden Grand Prix in Estoril kehrte Berger als Sieger aufs Podest zurück und feierte seinen ersten Sieg nach seinem Unfall vor Alain Prost und dem Schweden Stefan Johansson.
Dem große Ziel WM-Titel jagte Berger vergeblich nach. 1992 verpasste er den Titel vor allem, weil Nigel Mansell im Williams-Renault den anderen jede Chance raubte, 1993 weil Prost und Senna fast alles beherrschten und später, weil der Stern des Michael Schumacher strahlend aufgegangen war. 1996 tauschten Berger und Schumacher die Rennställe. Ein Spiel von prickelnder Spannung, das nicht aufging, weil Williams dominierte und die Benettons ohne Schumacher plötzlich nicht mehr liefen.
Berger ist jener Fahrer Österreichs mit den meisten GP-Starts (210) und fuhr davon 21 mal die schnellste Runde. Er war gewissermaßen der Nachfolger von Niki Lauda, der 1971-1985 insgesamt 171 mal startete, allerdings 25 mal siegte.
Mit 48 Podestplätzen ist er der erfolgreichste Formel-1-Pilot ohne Weltmeistertitel. Das gleiche gilt für Platzierungen in den Punkte-Rängen (95), schnellste Runden (19) und WM-Punkte (385).
Er erreichte in Summe 385 WM-Punkte (Lauda 420), davon ab 1986 durchschnittlich 32 pro Jahr. Die meisten WM-Punkte erreichte er 1992 mit 49 Punkten, wurde aber nur WM-Fünfter. Seine beiden dritten Plätze erreichte Berger mit 41 Punkten.
Nach seiner letzten Saison wurde er 1998 Motorsportdirektor bei BMW, um deren Rückkehr in die Formel 1 (mit Williams) vorzubereiten. Mit Hilfe seiner Kontakte baute er die Strukturen auf, die für die Rückkehr nötig waren. Zusammen mit dem promovierten Ingenieur Mario Theissen avancierte er zu einer der erfolgreichsten Doppel-Spitzen der Formel 1. Über vier Saisonen stand Berger im Dienste von BMW, nach 20 Jahren eines hektischen Lebens, das er größtenteils an Rennstrecken oder im Flugzeug ("Rein ins Flugzeug, raus aus dem Flieger, einchecken, auschecken") verbracht hatte, hatte er im Jahr 2003 vorerst genug und verlängerte den auslaufenden Fünfjahresvertrag nicht.
Im Herbst 2003 zog er sich ins Privatleben zurück.
Aber nicht lange, wie man Anfang 2006 hörte:
Wie es scheint kam dieser Morgen früher als erwartet. Der 46-jährige Tiroler, 2005 auch als Teamchef im neuen Formel-1-Rennstall BMW im Gespräch, teilte am 09. Februar 2006 mit, dass er 50% der Scuderia Toro Rosso übernommen hatte. Im Gegenzug dazu kauft der Salzburger Getränkekonzern Red Bull und dessen Chef Dietrich Mateschitz 50% von Bergers Speditions- und Logistikunternehmen.
| Nationalität | Österreich |
| Geburtsort | Wörgl, Tirol |
| Geburtsdatum | 27. August 1959 |
| WM-Titel | 0 |
| WM-Punkte insgesamt | 385 |
| Siege insgesamt | 10 |
| Podiumsplätze | 48 |
| Pole Positions | 12 |
| Schnellste Runden | 19 |
| Starts | 210 |
| Führungsrunden | 842 |
| Führungskilometer | 4210 |
Mann | Formel-1-Rennfahrer (Österreich) | Geboren 1959
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