Gerechtigkeit (lateinisch Justitia) ist das abgeleitete Substantiv von gerecht, dessen ursprüngliche Bedeutung "angemessen, richtig" ist. Gerechtigkeit wird heute als Versuch definiert, jedermann fair und moralisch angemessen zu behandeln.
In unterschiedlichen Lebensbereichen spielen Gerechtigkeitskonzepte eine große Rolle, insbesondere
Herausforderungen für den Gerechtigkeitsdiskurs sind u. A. die Themen Armut, internationale Verteilungsgerechtigkeit, Migration, kulturelle Selbstbestimmung sowie Gerechtigkeit gegenüber Tieren und der Natur. Auch die Fragen des "gerechten Krieges" muss immer wieder neu diskutiert werden. Justitia1.jpg
Im Artikel 1 der Menschenrechte der Vereinten Nationen von 1948 steht: Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Diese Aussage wird dann noch einmal im 2.Artikel verstärkt: Jeder Mensch hat Anspruch auf die in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten ohne irgendeine Unterscheidung, wie etwa nach Rasse, Farbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, nach Eigentum, Geburt oder sonstigen Umständen.
Die Gleichheit vor dem Gesetz ist somit eine der entscheidenden Grundlagen des juristischen Bemühens um die Gerechtigkeit.
Die soziologische Funktion der Gerechtigkeit besteht darin, innerhalb menschlicher Beziehungen Werturteile zu ermöglichen. Somit kommt es bei dieser – allerdings umstrittenen – Position der Durchsetzung der Gerechtigkeit nicht darauf an, was eine Person „benötigt“ oder worauf sie ein "Recht" zu haben meint, sondern darauf, was sie nach jenen Wertvorstellungen verdient hat. Daher wird das Gute – in Verkehrung der klassischen Auffassung – als Opposition zum Bösen beschrieben.
Platon umschrieb die Gerechtigkeit mit der "Idiopragieformel": Jeder soll so behandelt werden, wie es ihm zusteht.
Laut Aristoteles ist Gerechtigkeit ein Maßstab für die Angemessenheit eines Verhaltens. Er unterschied abstrakt zwischen ausgleichender (kommutativer) und austeilender (distributiver) Gerechtigkeit. Letzteres lässt sich mit "Jedem das Seine" (also das, was seinem Wesen und den individuellen Umständen entspricht) zusammenfassen. Seit Aristoteles wird Gerechtigkeit häufig mit Proportionalität gleichgesetzt.
Die mittelalterliche Theologie bzw. Philosophie des Augustinus betrachtete Gerechtigkeit eher als persönliche Tugend denn als politische Systemeigenschaft.
Großen Einfluss auf die jüngere philosophische Diskussion hatte u. a. der liberale Denker John Rawls, der sich vor allem in Abgrenzung zum Utilitarismus mit der Gerechtigkeit politischer Systeme befasste. Auf John Rawls A Theory of Justice, die 1971 veröffentlicht wurde, gab Robert Nozick 1974 mit seinem Buch Anarchy, State, and Utopia die libertäre Antwort.
Wertvorstellung | Tugend | Frieden | Ethisches Gut | Rechtsphilosophie | Christliche Soziallehre
Spravedlnost | Δικαιοσύνη | Justice | Justice | 正義 | Rechtvaardigheid | Sprawiedliwość | Justiça | Справедливость | 司法
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Gerechtigkeit".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world