Gerda Johanna "Jo" Werner (* 28. August 1915 in Offenbach; † 14. August 2004 in Oberursel) war die Frau, die Vorbild für die Baumpflanzerin auf den Rückseiten der ehemaligen deutschen 50-Pfennig-Münzen war. Sie war Malerin und Kunstlehrerin und unterrichtete auch lange an der örtlichen Volkshochschule Kunst. Sie starb 2004 im hessischen Oberursel im Alter von 89 Jahren. Verheiratet war sie mit dem Bildhauer Richard Martin Werner (* 1903 in Offenbach, † 1949 in Oberursel).
Werners Entwurf der jungen Eichen-Pflanzerin überzeugte auf Anhieb und wurde einstimmig ausgewählt. Nach eigenem Bekunden wollte er damit die Millionen Trümmerfrauen, aber auch die zahlreichen in der Wiederaufforstung tätigen Waldarbeiterinnen ehren. Durch die Wahl des schlicht gehaltenen Bildes nach dem Modell seiner damals schwangeren Frau wurde all diesen Frauen symbolisch das bis heute, zumindest zahlenmäßig, wohl größte Denkmal gesetzt.
Richard Martin Werner starb kurz nachdem die ersten Münzen mit dem Abbild seiner Frau geprägt wurden. Lange Zeit war nicht bekannt, wer die "50-Pfennig-Frau" war, sie wurde gemeinhin für eine idealtypische Darstellung gehalten. 1988 recherchierte ein Journalist zum Thema und erst dadurch wurde der Zusammenhang bundesweit bekannt. Anschließend trat Frau Werner in verschiedenen Fernsehsendungen auf und wurde insbesondere zur Euro-Einführung bzw. zum "Abschied von der D-Mark" häufig interviewt. Über ihren späten Bekanntheitsgrad äußerte sie sich dabei bescheiden erfreut und dankbar.
Vor allem von Hessen gingen ab Ende der 1990er Jahre mehrere, teils lokal, teils entwicklungspolitisch und international angelegte 50-Pfennig-Sammelaktionen aus, die unter Umweltschutz-Gesichtspunkten das Anpflanzen von Bäumen im Gedenken an die Wiederaufbau-Frauen und auch zu Ehren Gerda Jo Werners finanzierten.
Von der Erstausgabe am 14. Februar 1949 bis zur Euro-Einführung am 1. Januar 2002 waren die 50-Pfennig-Münzen offizielles Zahlungsmittel in der Bundesrepublik Deutschland. Insgesamt wurden weit über 2 Milliarden Stück geprägt. Die 50-Pfennig-Münze galt als die im Volk optisch beliebteste unter allen im Umlauf befindlichen DM-Münzen. Es ist gleichfalls auch die einzige Kursmünze der Bundesrepublik, auf der jemals eine Frau abgebildet war.
In leichten Abwandlungen und losgelöst vom Geld hat das populäre Motiv mittlerweile Eingang in viele andere Bereiche gefunden. Insbesondere in der Forstwirtschaft und im Naturschutz wird es häufig verwendet und dient zum Teil sogar als Logo.
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Gerda Johanna Werner".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world