Geräusch (von Rauschen) ist ein Sammelbegriff für alle Hörempfindungen, die nicht ausschließlich als Ton oder als Klang bezeichnet werden können. Ursache für ein Geräusch sind Schwingungsvorgänge, die in der Regel nicht periodisch verlaufen und sich in ihrer Struktur zeitlich ändern können.
Charakterisierung
Zur näheren Beschreibung eines Geräusches spielen u.a. der zeitliche Verlauf, seine Tonalität (bzw. das
Spektrum), die
Störwirkung und seine
Herkunft eine Rolle. Viele Geräusche haben spezielle Bezeichnungen (siehe auch
Kategorie:Geräusch).
Zeitlicher Verlauf
Nach der Art des zeitlichen Verlaufs lassen sich zeitlich
stationäre und
instationäre Geräusche unterscheiden.
- Ein stationäres Geräusch ändert seinen Charakter über eine längere Zeit nicht oder nur sehr wenig. Beispiele sind: Geräusch eines Wasserfalls, fallender Regen, Geräusch eines Lüfters.
- Zeitlich instationäre Geräusche ändern ihren Charakter mit der Zeit oder sind nur für kurze Zeit vorhanden. Beispiele: Hundebellen, Hammerschläge, Geräusch eines aufheulenden Motors.
Tonalität und Spektrum
Das
Spektrum eines Geräusches beschreibt, welche
Frequenzanteile im Geräusch enthalten sind. Es lassen sich
tonale und
breitbandige Geräusche unterscheiden.
- Bei einem tonalen Geräusch dominiert eine Frequenz. Deshalb läßt sich eine Tonhöhe zuordnen. Beispiele sind: Pfeifen einer Dampflok, Propellergeräusch, Panflöte.
- Breitbandinge Geräusche haben keine dominierende Frequenz. Oft sind aber bestimmte Frequenzbereiche stärker ausgeprägt, so dass eine Klangfarbe zugeordnet werden kann. Beispiele: Donnergrollen bei einem Gewitter (dumpfe Klangfarbe), Zischen einer Schlange (helle Klangfarbe), Meeresrauschen (Es kann keine Klangfarbe zugeordnet werden.)
Störwirkung
Von einen Geräusch kann eine sozialpsychologische
Störung ausgehen. Die Störwirkung eines Geräusches hängt in erster Linie davon ab, ob es erwünscht bzw. gewollt ist. So kann z.B. ein und dasselbe Geräusch (etwa ein Motorengeräusch) als angenehm und erwünscht oder aber als störend empfunden werden. Bei unerwünschten Geräuschen (
Lärm) nimmt die Störwirkung mit der
Lautstärke zu, aber auch mit steigender Tonalität (ein tonales Geräusch ist störender), mit steigender Instationarität (ein zeitlich schwankendes Geräusch stört mehr) und mit dem Informationsgehalt (z.B. bei Sprache oder Musik) zu.
Als Geräusch bezeichnete Schalle sind häufig nicht zweckgebunden (Heizungsgebläse, Spülmaschinen, Blätterrauschen, Vogelzwitschern,...). Trotzdem können auch Musik oder eine Ansprache von Unbeteiligten in der Umbebung sehrwohl als Geräusch bzw. sogar als Lärm wahrgenommen werden.
Herkunft
Geräusche können sowohl außerhalb (Regelfall) als auch innerhalb des
Gehörs entstehen.
- Innerhalb des Gehörs entstehende Geräusche sind in der Regel eine Fehlfunktion desselben. Ein Beispiel sind sogenannte Ohrgeräusche (Tinnitus).
- Außerhalb des Gehörs entstehende Geräusche haben eine physikalische Ursache, meistens eine Luft- oder Körperschallquelle. Nach der Entstehung lassen sich hier unterscheiden:
Literatur
- Jürgen H. Maue, Heinz Hoffmann, Arndt von Lüpke: 0 Dezibel plus 0 Dezibel gleich 3 Dezibel. Schmidt, Berlin 2003, ISBN 3503-07-470-8
- Stephan Marks: Es ist zu laut! Ein Sachbuch über Lärm und Stille. Fischer, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3596-13-993-7
- Gerald Fleischer: Lärm - der tägliche Terror. Verstehen - Bewerten - Bekämpfen. Trias, Stuttgart 1990.
Siehe auch
Akustik | Geräusch | Gesundheitsrisiko | Umweltschutz | Raumplanung
Soroll | Noise | Ruido | Bruit | ノイズ | støy | Szum | Шум | Šum | Brus