Georgius Agricola, mit bürgerlichem Namen: Georg Pawer (sein Professor in Leipzig Petrus Mosellanus riet ihm, seinen Namen zu latinisieren) (* 24. März 1494 in Glauchau; † 21. November 1555 in Chemnitz) war ein Wissenschaftler und wird auch als Vater der Mineralogie bezeichnet.
So entstand sein Erstlingswerk Bermannus, sive de re metallica (1530), dem er Verfahren zur Erzfindung und -verarbeitung sowie Metallgewinnung ebenso beschreibt, wie die Fortschritte der Bergbautechnik, das Vermessungswesen (Markscheidewesen), den Transport, die Aufbereitung und Verarbeitung der Erze. In De Menusuris et ponderibus von 1533 werden die griechischen und römischen Maße und Gewichte beschrieben - seinerzeit gab es keine einheitlichen Maße, was den Handel erheblich behinderte. Dieses Werk legte den Grundstein für Agricolas Ruf als humanistischer Gelehrter.
Mit mehren Werken begründete Agricola die Geowissenschaften: Die Entstehung der Stoffe im Erdinneren (De ortu et ausis subterra neorum) von 1544, Die Natur der aus dem Erdinneren hervorquellenden Dinge (De natura eorum, quae effluunt exterra) von 1545; Die Mineralien (De natura fossilium), Erzlagerstätten und Erzbergbau in alter und neuer Zeit (De veteribus et novis metallis) und Meurer-Brief (Epistula ad Meurerum) von 1546.
Agricola war zweimal verheiratet und hatte mindestens sechs Kinder. Er starb 1555 in Chemnitz. Da in Sachsen mittlerweile die Reformation eingeführt worden war, verweigerte die Stadt dem katholischen Agricola die Beerdigung auf Chemnitzer Flur. Er ist in der Schlosskirche von Zeitz begraben.
Der erste Band stellt eine zeitgemäße Apologie dar und vergleicht mit anderen Gewerben, beispielsweise der Landwirtschaft oder dem Handel. Im zweiten Band werden die Erschließungsbedingungen erörtert, also geographische Beschaffenheit, Wasserhaltung, Wege, Bodenbesitz und Landesherrschaft; im dritten Band von der Lage, Art und Beschaffenheit der Minerale und von der Goldführung der Flüsse. Der vierte Band äußert sich zur Verteilung der Grubenfelder und den Pflichten des Bergbeamten. Im fünften Band werden die verschiedenen Schachtarten und ihr Ausbau beschrieben, zudem der Gangbau und das Vermessen unter Tage, sowie das Markscheidewesen. Der sechste ist der umfangreichste Band, er handelt über die Geräte und Maschinen des Bergbaus. Das Probieren der Erze findet sich im siebten Band, ihr Aufbereitungsprozeß im achten Band. Das Schmelzen und die Verfahren zur Metallgewinnung inklusive einer Anleitung zum Schmelzofenbau findet sich im neunten Band. In den Bänden zehn, elf und zwölf geht es dann noch um das Scheiden von Edelmetallen, das Gewinnen von Salzen, Schwefel und Bitumen sowie um Glas.
Im Gesamtwerk stehen ausschließlich objektive Eigenschaften zur Diskussion, alle Überlieferungen und alchemistischen Aussagen werden auf ihren Wahrheitsgehalt untersucht. Mangels einheitlicher Maße werden Angaben dazu beispielsweise wie folgt gegeben: "Bei kleinen, mittleren oder groben Zinnerzstücken braucht der erfahrene Schmelzer ... wenn er die ersten verschmilzt, nur langsam Feuer, wenn die zweiten, mittleres, wenn die dritten, scharfes; jedoch viel weniger scharfes, als wenn er Gold-, Silber- oder Kupfererz verschmilzt." oder "... man habe noch so lange zu erhitzen als einer braucht fünfzehn Schritte zu gehen." Die Beschreibungen der Minerale baut auf den Werken von Avicenna und Albertus Magnus auf.
Dieses Buch der Metallkunde war auch Francis Bacon bekannt, aus dem er wichtige Anregungen entnahm. Es enthält neben einer modernen Theorie der Entstehung von Metalladern in Erzgestein allerdings auch Abschnitte über Kobolde und Drachen in den Gruben, die er „Lebewesen unter Tage“ (de animantibus subterraneis) nannte.
Seit dem Jahr 1995 trägt die Fachhochschule Bergbau in Bochum den Namen „Technische Fachhochschule Georg Agricola“. Auch das Krankenhaus in Zeitz ist nach ihm benannt.
Mann | Deutscher | Chemiker (16. Jh.) | Bürgermeister (Chemnitz) Wissenschaft (Leipzig) | Geboren 1494 | Gestorben 1555
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