Melies Georges 1907.jpg Georges Méliès (* 8. Dezember 1861 in Paris; † 21. Januar 1938 ebenda), ursprünglich Zauberkünstler, ist einer der bedeutendsten Gestalten des frühen Kinos. Er war als Regisseur tätig von 1896 bis 1914.
Méliès war der Sohn eines sehr wohlhabenden Schuhfabrikanten. Nach Absolvierung seiner Schulzeit arbeitete er einige Jahre in den väterlichen Fabriken. Nebenbei gestaltete er als freischaffender Künstler regelmäßig Karikaturen für die Zeitschrift La Griffe.
1888 erwarb er für sich das Théâtre Robert Houdin und lebte und wirkte nun als Schauspieler, Regisseur und Produzent in Personalunion für die neue Kunst der Kinematographie. Während sich die Filmarbeit der Brüder Lumière hauptsächlich auf die Abbildung realer Szenen beschränkte, war Méliès der erste der ausschließlich inszenierte Filme herstellte. 1896 stellte er seinen ersten Film "Une Parties des Cartes" fertig. Dem folgten im selben Jahr noch 80 weitere Filme , darunter u.a. Escamotage d'une dame au théâtre Robert Houdin und Le Manoir du diable (Das Teufelsschloß).
1897 errichtete Méliès in Montreuil bei Paris ein Filmatelier, welches schon bald zum Mittelpunkt der aufstrebenden Filmindustrie Frankreichs wurde. Bis 1913 produzierte Méliès dort zwischen 450 und 500 Filme. Seine "Star Film" erzielte in den Jahren 1900 bis 1906 ihre größten Erfolge. 1902 entstand der knapp 14-minütige Film Le voyage de la lune. Mit einem Budget von 20.000 Francs drehte Méliès nach der Vorlage von Jules Verne den ersten Science-Fiction-Film weltweit.
Méliès sah jedoch im Film lediglich eine Ergänzung zum Theater und so beschränkt sich seine Bildsprache auf weitgehend immer dieselbe Einstellungsgröße. Seine Prämisse war, dem Zuschauer eine wirklichkeitstreue Abbildung der Geschehnisse darzubieten, dadurch musste ein gewisser, perspektivischer Abstand gewahrt bleiben. Eine Veränderung der Einstellung, ein close-up oder ein etwas engere Bildauschnitt war demnach verboten, da es ihm die Illusion der Realität geraubt hätte. Méliès besonderer Bezug zum Theater wird auch durch seine Auftritte deutlich, in denen er sich in vielen seiner Filme am Anfang und am Ende vor dem Publikum verbeugt.
Méliès überlebte den Wechsel zwischen handwerklichen Manufaktur und industrieller Produktion wirtschaftlich nicht. Ab 1911 produzierte er nur noch als Subunternehmer Filme für Charles Pathé.
Als mit dem Kriegsausbruch 1914 seine Filiale "Star Film USA" in Konkurs ging, war dies das endgültige Ende des filmschaffenden Méliès. In der wirtschaftlichen Zeit nach dem Ersten Weltkrieg verlor er sein gesamtes Vermögen und verdiente sich fortan seinen Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Spielwaren am Bahnhof Montparnasse.
Den Filmen von Georges Méliès wurde keine Beachtung geschenkt und er wäre beinahe völlig der Vergessenheit anheim gefallen. Zufällig entdeckten ihn einige Studenten und machten einen Filmjournalisten auf Méliès aufmerksam.
Französische Filmschaffende organisierten einige Benefiz-Vorstellungen seiner Filme und verhalfen ihm zu einer kleinen Wohnung in einem Seniorenstift in Orly. Dort starb Méliès dann auch im Alter von 76 Jahren am 21. Januar 1938.
Georges Méliès gilt als der Zauberkünstler des frühen Films. In der Anfangszeit stellte das neue Medium Film noch keine Kunstform dar, sondern eine Jahrmarktsattraktion. Melies war der erste, der statt einzelner Szenen Filme mit einer komplexen Handlung drehte. Méliès stammte vom Theater und war mit den klassischen Theatertricks vertraut. Er setzte zunächst die Filmkamera ein, um kurze Sketche und Ähnliches aufzunehmen. Durch Zufall entdeckte er dabei den einfachsten aller Spezialeffekte im Film, nämlich den Stoptrick. Autodidaktisch entwickelte er die Tricktechnik weiter, so dass er bald "Geisteraufnahmen" und Mehrfachbelichtungen (Split Screen) drehen konnte. Méliès stellte sogar Farbfilme her, bei denen jedes einzelne Bild per Hand koloriert wurde.
Da Méliès massive finanzielle Probleme hatte und keine Geldgeber für seine Filmprojekte fand, musste er leider die Negative der meisten Filme als Rohmaterial an die Schuhindustrie verkaufen, wodurch diese vernichtet wurden. Daher sind trotz aller Bemühungen die meisten seiner über 500 Filme verloren.
Mann | Franzose | Filmregisseur | Stummfilmschauspieler | Geboren 1861 | Gestorben 1938
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