George Leigh Mallory (* 18. Juni 1886 in Mobberley, Cheshire, England; verschollen am 8. Juni 1924 beim Versuch, den Mount Everest zu besteigen) war ein englischer Bergsteiger.
Er gilt bis heute als einer der Pioniere des Bergsteigens am Everest.
Mallory studierte Literatur an der Universität Cambridge und wurde Lehrer. Von seiner Kindheit an war er begeistert vom Klettern und Bergsteigen.
1914, kurz bevor er als Freiwilliger in den Ersten Weltkrieg zieht, heiratet er seine große Liebe Ruth Turner, mit der er drei Kinder haben wird: Clare, Beridge und John.
Auch bei der zweiten Expedition ist Mallory mit von der Partie. Diesmal soll der Gipfel versucht werden. Hierbei wird eine Höhe von über 8300 m erreicht. Eine Tragödie, bei der sieben Träger sterben, führt zum Ende dieses Versuchs.
1924 wird Mallory zusammen mit den anderen Teilnehmern dieser Expedition im Rahmen der Olympischen Winterspiele in Chamonix mit dem erstmals verliehenen Olympischen Bergsteigerpreis Prix olympique d'alpinisme ausgezeichnet.
Bis heute halten sich die Spekulationen, ob einer der beiden damals den Gipfel erreichte. 1999 wurde die konservierte Leiche von Mallory in 8200 m Höhe gefunden. Er war vermutlich beim Abstieg gestürzt. Unbekannt blieb bislang, wie hoch er gekommen war. Führende Alpinisten, u.a. Reinhold Messner, halten es einerseits für nahezu ausgeschlossen, dass Mallory zu jener Zeit den Gipfel über diese Route hätte erreichen können. Der „Second Step“, ein 30 Meter hohes, beinah senkrechtes Felshindernis auf dem Nordostgrat in 8605 Metern Höhe, war mit der damaligen Ausrüstung wohl nicht kletterbar, so ihre Einschätzung.
Dem Katalanen Oscar Cadiach gelang andererseits jedoch 1985 eine freie Durchsteigung des Second Step. Er bewertete die fünf Meter hohe, senkrechte Schlusswand, die Schlüsselstelle, mit dem Schwierigkeitsgrad 5+. 2001 durchstieg der Vorarlberger Theo Fritsche diese Stelle ebenfalls, im Alleingang ohne zusätzliche Seilsicherung und ohne zusätzlichen Sauerstoff. Er bestätigte die Bewertung Cadiachs von 5+. Fritsche erreichte zudem den Gipfel nur mit einer leichten Daunenjacke bekleidet und äußerte die Meinung, dass Mallory mit seiner Kleidung es an einem guten Tag auch hätte schaffen können.
Am 1. Mai 1999, nach 75 Jahren des Rätsels, wurde die konservierte Leiche von Mallory in 8200 m Höhe weitab südwestlich von den Gipfelgraten auf einem geneigten Schneehang durch den amerikanischen Bergsteiger Conrad Anker aufgefunden. Mallory hatte seine Schneebrille in der Tasche, das Zeichen, dass er bei Nacht abstieg. Das stets am Körper getragene Foto seiner Frau Ruth war nicht mehr bei ihm: er hatte es am Gipfel ablegen wollen. Eine Sauerstoffausrüstung trug Mallory nicht mehr: er wird sie, leer und nutzlos geworden, hoch am Berg abgelegt haben. Eine Kamera fand man nicht bei ihm. Sein Körper weist zwei Sturz-Verletzungen auf: einen Unterschenkelbruch und eine schwere Kopfwunde. Er wird nur eine kurze Strecke gefallen sein; sein Körper ist nicht zerschmettert. Immer noch fehlen die Beweise, immer noch gibt es kein Gipfelfoto. Es ist offenkundig, dass Mallory einen anderen Weg abstieg als er zum Aufstieg nahm: das Schneefeld liegt am unteren Ausgang des Norton-Couloirs, eines Steiltales, das eine Wegalternative abseits der Grate ist. Es gibt sehr gute Argumente (das fehlende Foto), jedoch bislang keinen Beweis, dass er vor seinem Sturz am Gipfel war. Das größte Geheimnis um den Mount Everest besteht somit noch.
Berühmt geworden ist die Antwort von George Mallory auf die Frage, warum er den Everest besteigen wolle: „Weil er da ist.“
Am 15. Mai 1995 erreichte sein Enkel George Mallory II den Gipfel des Mount Everest auf der gleichen Nord-Route.
Inzwischen sind von Wissenschaftlern der Lancaster University umfangreiche Untersuchungen über Ausrüstung und Kleidung der Expedition 1924 gemacht worden. Der Bergsteiger Graham Hoyland erstieg dann im Juni 2006 den Everest auf der Route und in einer exakten Reproduktion der Kleidung von George Mallory. Nach dem Gipfelgang lobte er diese Uraltkleidung als ausgesprochen bequem und zweckmäßig. Hiermit war eines der zuvor als gewichtig angesehenen Argumente widerlegt, dass die 1924 in Gipfelnähe verschollenen Mallory und Irvine es in ihrer Kleidung niemals bis oben auf den Gipfel hätten schaffen können, aufgrund zu starker Auskühlung und Erfrierungsgefahren in ihrer angeblich wenig geeigneten Kleidung.
Mann | Brite | Bergsteiger | Geboren 1886 | Gestorben 1924
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