George London (* 30. Mai 1920 in Montréal; † 24. März 1985 in New York; eigentlich George Burnstein) war ein kanadischer Opernsänger (Bariton).
1949 wurde er von Karl Böhm entdeckt und an die Wiener Staatsoper geholt. Seine erste Partie dort war der Amonasro in Aida und in der Folge erarbeitete er sich die großen Partien des dramatischen (Bass-) Bariton-Fachs. 1951 sang er zum erstenmal an der Metropolitan Opera in New York. Eine weitere wichtige Station seiner Karriere war das Glyndebourne Festival. Seine größten Erfolge feierte er zwischen 1951 und 1964 in Bayreuth, wo er die großen Wagner-Partien, insbesondere Holländer und Wotan, verkörperte. Weitere Glanzpartien waren Boris Godunow, Don Giovanni und Scarpia (Tosca).
Sein weltweiter Ruhm führte ihn an alle wichtigen Opernhäuser in Europa und USA, bis in den Sechziger Jahren eine Stimmbandlähmung seine Karriere beendete. 1968 bis 1971 war er Direktor des John F. Kennedy Center for the Performing Arts in Washington, D.C., von 1971 bis 1976 Direktor des National Opera Institute und der Washington, D.C. Opera (1975-1979).
George London war auch ein gesuchter Stimmbildner. Er starb 1985 an einem Herzinfarkt.
George London war ein eher statischer Darsteller, doch packte seine Ausstrahlung gerade bei sparsamer Gestik. Er verfügte über eine außergewöhnliche, nicht allein schöne, sondern vor allem unverwechselbar persönlich gefärbte Stimme. Seine phänomenale Bühnenpräsenz stattete seine Figuren mit Charisma, Dämonie und suggestiver Kraft aus. Folgerichtig hatte er seinen größten Erfolge in hintergründig angelegten Figuren. So war sein Don Giovanni kein dekadenter Lebemann, sondern ein verführerischer Dämon, und sein Boris Godunow kein machtbesessener Usurpator, sondern ein vom Abgrund des Wahnsinns in seiner Existenz bedrohter, tief einsamer Mensch. Das gilt natürlich erst recht für seinen Holländer und für seinen Amfortas (Parsifal), die zu seinen bedeutendsten Partien zählen.
Mann | Kanadier | Bariton | Geboren 1919 | Gestorben 1985
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