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George Anthony Gamow (ursprünglich Георгий Антонович Гамов/Georgi Antonowitsch Gamow; * 20. Februar/4. März 1904 in Odessa, Russland; † 19. August 1968 in Boulder, Colorado) war ein russisch-US-amerikanischer Physiker.

Leben


Gamov studierte in seiner Heimatstadt Physik und war bereits bald als Lehrbeauftragter an der Artillerieschule der Roten Armee im Einsatz. In dieser Funktion wurde er bereits mit 20 Jahren zum Oberst ernannt. Nach Abschluss des Studiums arbeitete er mehrere Monate in Göttingen, wo er sich mit der praktischen Anwendung der Quantentheorie beschäftigte. Anschließend folgte ein Studienjahr bei Niels Bohr in Kopenhagen.

1929 kehrte Gamov nach Russland zurück, wo er als Held gefeiert wurde. Aber schon bald zog es ihn wieder in den Westen: Cambridge und neuerlich Kopenhagen waren seine Aufenthaltsorte bis 1931. Nach der neuerlichen Rückkehr wurde er immer mehr vom Staatsapparat in Anspruch genommen, was in ihm Widerstand erweckte. So beschloss er, endgültig in den Westen auszuwandern. Da eine legale Ausreise zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich war, versuchte er mit seiner Frau im Paddelboot das Schwarze Meer in Richtung Türkei zu überqueren, was aber aufgrund des stürmischen Wetters scheiterte. Zwei Jahre später erhielt er die Erlaubnis, an einer Tagung in Brüssel teilzunehmen; diese Gelegenheit nutzte er zur Flucht, welche ihn an die George Washington University in Washington DC führte. Dort entstanden zahlreiche bahnbrechende Arbeiten an der Seite von Edward Teller und Ralph Alpher.

Wirken


Der Schüler von Niels Bohr und Ernest Rutherford war Professor in Leningrad, Washington, DC und Boulder (Colorado) und entwickelte ein eigenes, nach ihm benanntes Atommodell. Seine Arbeiten über die Theorien des Alphazerfalls von Atomkernen (Tunneleffekt), der thermonuklearen Reaktionen, der Entstehung der Sterne und der Elemente (Alpher-Bethe-Gamow-Theorie) sowie des Betazerfalls wurden weltweit beachtet. George Gamow war einer der Begründer der Theorie eines Urknalls und des sich ausdehnenden Weltalls und entwickelte dazu 1948 ein erstes Konzept über einen heißen Anfang.

Außerdem war Gamow Mitbegründer des "RNA Tie Club". Dieser Club hatte es sich zur Aufgabe gemacht, das Geheimnis des "RNA-Aminosäuren"-Codes zu knacken. Diesem Club gehörten so namhafte Persönlichkeiten wie Francis Crick und James D.Watson, den Entdeckern der Doppelhelixstruktur der DNA und der Physiker Richard Feynman an.

Daneben war er auch publizistisch tätig und schrieb einige populärwissenschaftliche Bücher über atomphysikalische Phänomene.

Bibliographie (Auswahl)


  • Mr. Tompkins in Wonderland (1940)
  • Mr. Tompkins Explores the Atom (1945)
(Nachdruck beider Bücher in Mister Tompkins in Paperback. Cambridge University Press, 1993, ISBN 0-521-44771-2;
auf Deutsch: Mr. Tompkins' seltsame Reise durch Kosmos und Mikrokosmos. ISBN 3-528-08419-7)

Mann | Russe | US-Amerikaner | Physiker (20. Jh.) | Geboren 1904 | Gestorben 1968

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