article

George bernard shaw.jpg

George Bernard Shaw (* 26. Juli 1856 in Dublin, Irland; † 2. November 1950 in Ayot Saint Lawrence) wurde als irischer Dramatiker, Satiriker und Träger des Literaturnobelpreises (1925) bekannt.

Leben


Shaw zog als junger Mann nach London, um seine Karriere als Literat voranzubringen. Er schrieb fünf Romane, die von verschiedenen Verlagen zurückgewiesen wurden, bis er schließlich seine ersten Erfolge als Musikkritiker bei der Zeitung "Star" feierte, für die er meisterhaft ironische Kommentare schrieb. Die Kompositionen von Ethel Smyth beispielsweise besprach er unter dem Pseudonym "Corno di Basseto" (Bassethorn). Shaw war einer der ersten Musikkritiker, der sich weigerte, dem Geschlecht des Komponisten irgendeine Bedeutung in der Beurteilung des Werkes beizumessen. 1923 fragte er die inzwischen geadelte Ethel Smyth in einem Brief, wie männlich das Werk von Händel und wie feminin die Arbeiten von Mendelssohn und Arthur Sullivan eigentlich seien. Er war überzeugter Vegetarier.

Hauptsächlich beschäftigte er sich mit Politik und war ab 1897 jahrelang Ratsmitglied im Bezirk St. Pancras in London. Er fühlte sich als Sozialist und spielte eine führende Rolle in der "Fabian Society", einer Organisation von progressiven Linken, die bis heute Grossbritanniens groesster Think Tank ist. Er war ferner Urheber des Gruendungsprogrammes der britischen Labourpartei.

1895 wurde er Theaterkritiker bei der "Saturday Review". Dies markierte einen ersten Schritt seines Lebenswerkes als Dramatiker. 1898 heiratete er Charlotte Payne-Townshend. Im selben Jahr erschien sein erstes erfolgreiches Stück, "Candida". Mehrere Komödien schlossen sich dem an wie "Der Teufelsschüler" (1897), "Arms and the Man" (dt. Helden)(1898), "Frau Warrens Beruf" (1898), "Captain Brassbound's Conversion" (1900), "Mensch und Übermensch" (1902), "Cäsar and Cleopatra" (1901), "Major Barbara" (1905), "Androkolus und der Löwe" (1912) und "Pygmalion" (1913). Nach dem Ersten Weltkrieg, den er aus einem kontroversen Standpunkt heraus betrachtete, schrieb er ernstere Dramen wie "Haus Herzenstod" (1919) und "Die Heilige Johanna" (1923).

Eine Besonderheit von Shaws Publikationen sind die langen Vorworte. In diesen stellt er die in den Theaterstücken behandelten Themen und Probleme ausführlich dar, sodass die Vorworte oft länger sind als die Stücke selbst.

Shaws Briefwechsel mit Stella Patrick Campbell wurde ebenfalls als Drama von Jerome Kilty mit dem Titel "DEAR LIAR: A Comedy of Letters" auf die Bühne gebracht. Seine Briefe an die berühmte Schauspielerin Ellen Terry sind ebenfalls veröffentlicht und als Theaterstück adaptiert worden.

Noch vor seinem Tod war Shaws Name weit über die britischen Inseln hinaus bekannt. Aufgrund seines Ärgers über die englische Orthografie spendete er einen Teil seines Vermögens für die Schaffung eines neuen englischen phonetischen Alphabets, das im Zuge eines Wettbewerbs von Ronald Kingsley Read entworfen wurde und nach dessen Initiator "Shaw-Alphabet" (engl.: Shavian alphabet) genannt wird. Zu Lebzeiten gönnte sich Shaw als einzigen Ausdruck seines beträchtlichen Vermögens einen Rolls-Royce.

Werke


Theaterstücke

  • Man kann nie wissen (Original: You never can tell) (Komödie, 1898)
  • Die Häuser des Herrn Sartorius oder Die Häuser meines Vaters (Original: Widowers' Houses) (Komödie, 1892)
  • Der Teufelsschüler (Original: The Devil's Disciple) (Melodram, 1897)
  • Candida (Mysterium, 1895)
  • Helden (Original: Arms and the Man) (Komödie, 1894)
  • Frau Warrens Gewerbe (Original: Mrs Warren's Profession) (Drama, 1894)
  • Kapitän Brassbounds Bekehrung (Original: Captain Brassbound's Conversion) (Komödie, 1900)
  • Cäsar and Cleopatra (Komödie, 1898)
  • Mensch und Übermensch (Original: Man and Superman) (Komödie, 1902)
  • John Bulls andere Insel (Original: John Bull's other island) (Komödie, 1904)
  • Major Barbara (Komödie, 1905)
  • Der Arzt am Scheideweg oder Des Doktors Dilemma (Original: The doctor's Dilemma) (Komödie, 1906)
  • Heiraten (Original: Getting married) (Komödie, 1908)
  • Androkolus und der Löwe (Original: Androcles and the Lion) (Komödie, 1912)
  • Pygmalion (Komödie, 1913)
  • Haus Herzenstod (Original: Heartbreak House) (Komödie, 1919)
  • Zurück zu Methusalem (Original: Back to Methuselah) (Parabel, 1921)
  • Die Heilige Johanna (Original: Saint Joan) (Dramatische Chronik, 1923)
  • Der Kaiser von Amerika (Original: The Apple Cart) (Komödie, 1929)
  • Zu viel Geld (Original: Buoyant Billions) (Komödie, 1936, 1946-48)
  • Der Liebhaber (Original: The Philanderer) (Komödie, 1893)
  • Fannys erstes Stück (Original: Fanny's first Play) (Komödie, 1911)
  • Die Millionärin (Original: The Millionairess) (Komödie, 1935)
  • Die Insel der Überraschungen (Original: The Simpleton of the unexpected isles) (Spiel, 1934)
  • Ländliche Werbung (Original: Village Wooing) (Komödie, 1933)
  • Festgefahren (Original: On the Rocks) (Komödie, 1933)
  • Zu wahr um schön zu sein (Original: Too true to be good) (Komödie, 1931)
  • Mesallianz oder Falsch verbunden (Original: Misalliance) (Komödie, 1910)
  • Der Mann des Schicksals (Original: The Man of destiny) (Komödie, 1896)
  • Der Boxkampf (Original: The Admirable Bashville)(Komödie, 1901)
  • Wie er ihren Mann belog (Original: How He Lied to Her Husband) (Drama, 1904)
  • Blanco Posnets Erweckung (Original: The Shewing-Up of Blanco Posnet(Drama, 1909)
  • Genf (Original: Geneva) (Drama, 1938)
  • (Original: "In Good King Charles' Golden Days") (Drama, 1939)

Romane

  • Cashel Byrons Beruf (Original: Cashel Byron's Profession) (Roman, 1882)
  • Der Amateursozialist (Original: An unsocial Socialist) (Roman, 1883)

  • Künstlerliebe (Original: Love among the artists) (Roman)
  • Die törichte Heirat (Original: The irrational Knot) (Roman)
  • Unreif oder Junger Wein gärt (Original: Immaturity) (Roman)

Weiteres

  • Ein Wagnerbrevier (Original: The perfect Wagnerite) (1896)
  • Handbuch des Revolutionärs (Original: The revolutionist's handbook) (1902)
  • Ein Negermädchen sucht Gott (Original: The Adventures of the black girl in her search for God) (Legende, 1932)
  • Die Aussichten des Christentums (Original: On the prospects of Christianity) (1912)
  • Der letzte Sprung des alten Löwen (Original: The Last Spring of the old lion)
  • Musik in London (Original: Music in London)
  • Shaw on Music, hrsg. Eric Bentley. New York: Applause Books 1995, ISBN 1-55783-149-1 (Sammlung von Shaws Konzertrezensionen, 1962, posthum)
  • Politik für jedermann (Original: Everybody's political What is what?) (essay, 1944)

Zitate


,,Wenn du damit beginnst, dich denen aufzuopfern, die du liebst, wirst du damit enden, die zu hassen, denen du dich aufgeopfert hast."

,,Ich bin bekannt für meine Ironie, aber auf den Gedanken im Hafen von New York eine Freiheitsstatue zu errichten, wäre selbst ich nicht gekommen."

,,Es ist nicht schwer, Menschen zu finden, die mit 60 Jahren zehnmal so reich sind, als sie es mit 20 waren. Aber nicht einer von ihnen behauptet, er sei zehnmal so glücklich."

,,Geld ist nichts. Aber viel Geld, das ist etwas anderes."

,,Die Strafe des Lügners ist nicht, dass ihm niemand mehr glaubt, sondern dass er selbst niemandem mehr glauben kann."

,,Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben."

,,Hohe Bildung kann man dadurch beweisen, daß man die kompliziertesten Dinge auf einfache Art zu erläutern versteht."

,,Tradition ist eine Laterne, der Dumme hält sich an ihr fest, dem Klugen leuchtet sie den Weg."

,,Liebe ist die einzige Sklaverei, die als Vergnügen empfunden wird."

,,Die Weisheit eines Menschen mißt man nicht nach seinen Erfahrungen, sondern nach seiner Fähigkeit, Erfahrungen zu machen."

,,Der einzige Mensch, der sich vernünftig benimmt, ist mein Schneider. Er nimmt jedesmal neu Maß, wenn er mich trifft, während alle anderen immer die alten Maßstäbe anlegen in der Meinung, sie paßten auch heute noch."

,,Warum bekommt der Mensch die Jugend in einem Alter, in dem er nichts davon hat?"

,,Ihr aber seht und sagt: Warum? Aber ich träume und sage: Warum nicht?"

,,Für einen Politiker ist es gefährlich, die Wahrheit zu sagen. Die Leute könnten sich daran gewöhnen, die Wahrheit hören zu wollen."

,,Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das von sich eine schlechte Meinung hat."

,,Es stimmt, daß Geld nicht glücklich macht. Allerdings meint man damit das Geld der anderen."

,,Demokratie ist ein Verfahren, das garantiert, daß wir nicht besser regiert werden, als wir es verdienen."

,,Der Nachteil der Intelligenz besteht darin, daß man ununterbrochen gezwungen ist, dazuzulernen."

,,Zu haben was man will ist Reichtum, es aber ohne Reichtum tun, ist Kraft."

,,Ein ungeübtes Gehirn ist schädlicher für die Gesundheit als ein ungeübter Körper."

,,Auch Schlafen ist eine Form der Kritik, vor allem im Theater."

,,Geld: ein Mittel, um alles zu haben bis auf einen aufrichtigen Freund, eine uneigennützige Geliebte und eine gute Gesundheit."

,,Der Mensch kann wohl die höchsten Gipfel erreichen, aber verweilen kann er dort nicht lange."

,,Liebe auf dem ersten Blick ist ungefähr so zuverlässig wie Diagnose auf den ersten Händedruck."

,,Hass ist die Rache des Feiglings dafür, daß er eingeschüchtert ist."

,,Alte Leute sind gefährlich; sie haben keine Angst vor der Zukunft."

,,Hätte man bei der Erschaffung der Welt eine Kommission eingesetzt, dann wäre sie heute noch nicht fertig."

,,Die Politik ist das Paradies zungenfertiger Schwätzer."

,,Tapferkeit wird dadurch nicht schlechter, daß sie ein wenig schwerfällt."

,,Demokratie ist die Wahl durch die beschränkte Mehrheit anstelle der Ernennung durch die bestechliche Minderheit."

,,Frau: die einzige Mausefalle, die der Maus nachläuft."

,,Ich wünschte ein Shakespeare zu sein und wurde ein Shaw."

,,eine liebende Frau: eine Sklavin, die ihrem Herrn die Ketten anlegt."

,,Tiere sind meine Freunde, und ich esse meine Freunde nicht."

Literatur


  • G. K. Chesterton: George Bernard Shaw (Original: George Bernard Shaw). Phaidon. Wien 1925.

Weblinks


Nobelpreisträger für Literatur | Autor | Literatur (19. Jh.) | Literatur (20. Jh.) | Literatur (Englisch) | Drama | Satire | Mann | Ire | Geboren 1856 | Gestorben 1950

George Bernard Shaw | জর্জ বার্নার্ড শ | George Bernard Shaw | George Bernard Shaw | George Bernard Shaw | George Bernard Shaw | George Bernard Shaw | George Bernard Shaw | Bernard Shaw | George Bernard Shaw | George Bernard Shaw | George Bernard Shaw | George Bernard Shaw | ג'ורג' ברנרד שו | George Bernard Shaw | George Bernard Shaw | George Bernard Shaw | George Bernard Shaw | George Bernard Shaw | ジョージ・バーナード・ショー | Georgius Bernardus Shavius | Džordžas Bernardas Šo | George Bernard Shaw | George Bernard Shaw | George Bernard Shaw | George Bernard Shaw | George Bernard Shaw | Шоу, Джордж Бернард | George Bernard Shaw | George Bernard Shaw | Џорџ Бернард Шо | George Bernard Shaw | George Bernard Shaw | Шоу Бернард | 萧伯纳

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "George Bernard Shaw".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld