George Armstrong Custer (* 5. Dezember 1839 in New Rumley, Ohio; † 25. Juni 1876 in Montana) war Oberstleutnant der US-Armee und Brevet-GeneralmajorIn der US-Armee gab es drei Möglichkeiten, zu einem Dienstgrad befördert zu werden:
Einzelheiten siehe auch im Kapitel 6. der Union während des Amerikanischen Bürgerkriegs. Nach dem Bürgerkrieg diente er in den Indianerkriegen. Custer wurde vor allem durch seine Niederlage und seinen Tod in der Schlacht am Little Bighorn bekannt. Diese Niederlage ist Gegenstand zahlreicher Bücher und Filme.
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Custer war bei fast allen wichtigen Schlachten des Krieges dabei und nahm dabei wenig Rücksicht auf sich und andere. Eine Haltung, die in der Unionskavallerie sehr selten war, die aber dringend gebraucht wurde, um die Dominanz der konföderierten Kavallerie allmählich zurückzudrängen.
Als Mitglied des Stabes von Generalmajor Pleasonton war Custer Teilnehmer an der größten Reiterschlacht des Bürgerkrieges bei Brandy Station. Für die Verdienste in jener Schlacht wurde Custer am 23. Juni 1863 zum Brigadegeneral der Freiwilligen befördert. Nach seiner Beförderung ließ er sich eine schillernde neue Uniform anfertigen, zu der unter anderem eine olivfarbene Hose, glänzende hohe Stiefel, eine Husarenjacke und ein rotes Halstuch gehörten. en.wikipedia.org: Custer: Controversial Legacy
Zum Kommandeur einer Kavalleriebrigade aus Michigan ernannt, führte Custer diese in der Schlacht von Gettysburg. Hier war er maßgeblich am Erfolg beteiligt, die Südstaatenkavallerie unter J. E. B. Stuart in Schach zu halten.
Danach wurde er zum Kommandeur der 1. Brigade der 1. Kavalleriedivision, später zum Kommandeur der 3. Kavalleriedivison ernannt. Mit seiner Division nahm er unter anderem an der Schlacht von Yellow Tavern und der Schlacht von Trevilian Station teil, wo die Konföderierten sein persönliches Gepäck erbeuteten. Im Herbst 1864 kämpfte er im Shenandoahfeldzug gegen General Early, bevor er mit seiner Division im April 1865 nach Petersburg zu den Hauptkräften der Potomac-Armee zurückkehrte. Custer zeichnete sich dort während des Appomattoxfeldzuges erneut aus. Er wurde zum Generalmajor der Freiwilligen befördert und erhielt den Brevet-Rang eines Generalmajors, mit 25 Jahren der jüngste in der Geschichte der US-Armee. In der regulären Armee hatte er inzwischen den Rang eines Majors erreicht.
Die Armeeführung beorderte ihn nach Fort Riley, Kansas, um die Neuorganisation des 7. Kavallerieregiments als Stellvertreter von Oberst Andrew Jackson Smith zu unterstützen. Am 26. März 1867 wurde Custer mit vier Kompanien des – bei weitem noch nicht befriedigend einsatzfähigen – 7. Kavallerieregiments dem Befehl Generalmajor Winfield Scott Hancocks für eine Expedition ins Land der Sioux und Cheyenne unterstellt.
Im Verlauf dieser für die Armeeführung völlig unbefriedigenden Aktion kam es zu einem Zwischenfall: Custer befahl, auf Deserteure zu schießen und versagte den Überlebenden die medizinische Behandlung, wofür er in Fort Leavenworth, Kansas zur Verantwortung gezogen werden sollte. Er begab sich jedoch nicht gleich dorthin, sondern suchte erst seine Frau Elisabeth (Libby) in Fort Riley auf, da er vom Ausbruch der Cholera dort erfahren hatte. Als er endlich in Fort Leavenworth ankam, wurde er wegen fortgesetzter Disziplinlosigkeit sofort unter Arrest gestellt. Nach Abschluss der Ermittlungen wurde am 16. September 1867 ein Militärgerichtsverfahren gegen ihn eröffnet. Custer wurde ohne Sold für 12 Monate suspendiert.
Davon überzeugt, Sündenbock einer missglückten Kampagne gewesen zu sein, wurde er schließlich auf Betreiben seines alten Freundes, Generalmajor Sheridan, in den Dienst zurückgeholt. 1868 rehabilitierte sich Custer in den Augen der Öffentlichkeit, als er während des Winterfeldzuges ein Dorf der Südlichen Cheyenne unter Black Kettle an den Ufern des Washita-Flusses im Morgengrauen angriff und zerstörte. Dies sollte der einzige „Sieg“ Custers im Kampf gegen die Indianer bleiben. In der Retrospektive muss eher von einem Massaker gesprochen werden; erstens waren viele der getöteten Indianer Frauen und Kinder Laut dem National Park Service meldete Custer rund 100 tote Indianer; indianische Berichte sprechen von 11 getöteten Kriegern und 19 toten Frauen und Kindern. und zweitens wehte über dem Dorf eine zum Zeichen der Freundschaft gehisste US-Flagge. Ferner kam Custer auch damals schon unter Kritik. Eine kleine Soldatengruppe unter dem Befehl von Major Joel Elliot hatte fliehende Indianer verfolgt und war nicht zurückgekommen. Custer hatte aufgrund der großen Zahl der Indianer keinen Suchtrupp ausgeschickt, und erst zwei Wochen nach dem Gefecht wurden die Leichen der gefallenen Soldaten gefunden nach: E.S. Conell: Son of the Morning Star, S.194/195 .
1876 war Custer auch für kurze Zeit als Kandidat der Demokraten für das Amt des Präsidenten im Gespräch. Die Pläne wurden jedoch aufgeschoben, da eine große Expedition gegen feindliche Indianer in Vorbereitung war und Custer an dieser teilnehmen wollte.
Neben Custer und seinem Regiment gehörte unter anderem auch Oberst John Gibbon zu der von Generalmajor George Crook angeführten Expedition. Allerdings wurde Custer kurz zuvor aufgrund von Differenzen mit Präsident Grant von seinem Kommando entbunden und durch General Alfred Terry ersetzt. Grant wurde allerdings gezwungen, seine Entscheidung zu revidieren und so verließ Custer seinen Stützpunkt, um sich laut Plan, mit den Truppen Gibbons und Crooks zu treffen. In einem Umfassungsangriff von drei Seiten sollten die Indianer dann besiegt und vernichtet werden. Schlacht am Little Bighorn River.jpg
Es begann eine Militäraktion, die in einer Niederlage der US-Armee enden sollte. Vielleicht von seinen Erfahrungen beim „Sieg am Washita“ geblendet, führte Custer selbst keinerlei Aufklärung durch, ignorierte die Berichte seiner Späher und missachtete den Befehl seines Vorgesetzten Generalmajor Terry, auf unterstützende Infanterieverbände zu warten. Am 25. Juni 1876 griff er das Lager der Indianer, die von den Häuptlingen Sitting Bull, Gall, Two Moon, Crazy Horse und Spotted Elk alias Big Foot angeführt wurden, am Ufer des Little Bighorn an. Dort hatten sich einige Tausend Krieger versammelt, so dass die US-Soldaten zahlenmäßig stark unterlegen waren. Custer hatte sein Regiment obendrein in drei Teile aufgeteilt, um das Lager von mehreren Seiten anzugreifen. Die überlegene Streitmacht der Indianer trieb Custers Truppenteil schnell zurück und konnte ihn bei seinem Rückzug auf einem Hügel stellen, auf dem er und seine Männer bis zum letzten Mann getötet wurden. Zu den Gefallenen gehörte dabei auch Custers Bruder Tom (* 1845).
Die anderen beiden Kolonnen unter Major Reno und Hauptmann Benteens konnten aushalten, bis Verstärkung eintraf, die jedoch nur noch die Leichen Custers und seiner Truppe bergen konnte.
Custers Leichnam wurde zunächst hastig begraben, später aber exhumiert und am 10. Oktober 1877 ehrenvoll in der Militärakademie in West Point beigesetzt.
Seit den 1960er Jahren setzte allerdings das Nachdenken über die Behandlung der Indianer ein, und infolge dessen wurde Custer in späteren Filmen eher als ein blutrünstiger Kriegshetzer dargestellt, zum Beispiel im Film Little Big Man mit Richard Mulligan als Custer. Ebenfalls als grausamer Despot wird er in der TV-Serie Dr. Quinn – Ärztin aus Leidenschaft dargestellt, hier von Jason Leland Adams.
Mann | US-Amerikaner | Militärperson (Nordstaaten) | Militärperson (USA, Army) | Indianerkriege (Person) | Geboren 1839 | Gestorben 1876
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