Georg V., König von Hannover und 2. Herzog von Cumberland und Teviotdale (* 27. Mai 1819 in Berlin; † 12. Juni 1878 in Paris) war der letzte König des Königreichs Hannover.
Georg V. Hannover.jpg Von seinem Vater und seinem Onkel mütterlicherseits, Karl Friedrich von Mecklenburg-Strelitz (1785-1837), einem der einflussreichsten Männer am preußischen Hof, hatte er eine feudale und autokratische Staatsauffassung übernommen. Unterstützt von seinem Günstling und Minister, Graf Borries, ging er bald vom liberalen Kurs ab und hob 1855 die liberale Verfassung, die sein Vater als Folge der Revolution von 1848 hatte erlassen müssen, wieder auf; konnte sich aber mit seiner reaktionären Politik auf Dauer nicht durchsetzen. Während seiner fünfzehnjährigen Regierung lag er in häufigem Streit mit dem hannoverschen Landtag.
Im Gegensatz zu seinem Vater galten seine außenpolitischen Sympathien Österreich statt Preußen gegen das er eine tiefe Abneigung hatte, besonders seit Preußen ihn zu einem Bündnis gegen Österreich hatte zwingen wollen, was er als Eingriff in seine - mit ängstlicher Eifersucht gehütete - Souveränität betrachtete. Diese Abneigung gegen Preußen trat in der Bundesreformfrage, in der Angelegenheit wegen des Küstenschutzes, in der Zollvereinskrise und bei manchem anderen Anlass zu Tage. Gegen den Beschluss seines Landtags weigerte er sich daher auch, der preußischen Mahnung zur Neutralität und damit zum Bruch mit dem Deutschen Bund im bevorstehenden deutschen Krieg 1866 zuzustimmen, sondern schloss sich den anderen loyalen Mittelstaaten an. Nach der Kapitulation nach der taktisch erfolgreichen Langensalza wurde daraufhin das Königreich Hannover von preußischen Truppen besetzt und am 20. September 1866 durch annektiert. Der König floh nach Wien, seine Familie folgte ihm kurze Zeit später.
Georg V.jpg Der exilierte Georg V. weigerte sich bis zum Schluss, seine Ansprüche auf das Königreich Hannover aufzugeben und die Annexion anzuerkennen. Er appellierte vergeblich an die europäischen Großmächte und gab im Pariser Exil die Zeitschrift "Situation" heraus, die täglich in den heftigsten Ausdrücken die neue Ordnung der Dinge in Deutschland angriff und den Hass Frankreichs gegen Deutschland schürte. 1867 ließ er mit Hilfe des Schriftstellers Oskar Meding in Frankreich eine Privatarmee aus hannoverschen Flüchtlingen aufstellen, um im Falle eines deutsch-französischen Krieges an der Seite Frankreichs sein Reich zurück zu erobern (Welfenlegion), was schließlich mit dazu führte, dass Preußen eine bereits zugesagte finanzielle Entschädigung aussetzte und sein Privatvermögen beschlagnahmte (Welfenfonds).
Bis zum Schluss unversöhnt und schwer krank starb der blinde König am 12. Juni 1878 in Paris. Sein Leichnam wurde nach England überführt und in der Gruft der St. George's Chapel in Windsor Castle beigesetzt.
Mann | Peer | König (Hannover) | Welfen | Geboren 1819 | Gestorben 1878
Jordi V de Hannover | George V of Hanover | Xurxo V de Hannover | George V van Hannover | Georg V av Hannover
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