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Georg Ratzinger (* 15. Januar 1924 in Pleinkirchen bei Altötting in Oberbayern) ist ein deutscher römisch-katholischer Geistlicher und Kirchenmusiker. Er ist der Bruder des Papstes Benedikt XVI. und Großneffe des Reichstagsabgeordneten Georg Ratzinger.

Jugendzeit


Bereits als Elfjähriger spielte er auf der Kirchenorgel. 1935 trat er in das Kleine Seminar in Traunstein ein, wo er ersten professionellen Instrumentalunterricht erhielt. 1941 hörte er zum ersten Mal die Regensburger Domspatzen, als sie zum Mozartjahr 1941 in Salzburg sangen.

1941 kam er im Zuge der Beitrittspflicht in die Hitler-Jugend. Im Sommer 1942 wurde er zum Reichsarbeitsdienst und im selben Herbst zur Wehrmacht eingezogen. 1944 wurde er in Italien am rechten Oberarm verwundet und geriet gegen Kriegsende in amerikanische Gefangenschaft. Im Juli 1945 kehrte er heim nach Traunstein.

Priesterseminarist


Im Januar 1946 trat er zusammen mit seinem jüngeren Bruder Joseph, dem späteren Papst Benedikt XVI., in das Priesterseminar der Erzdiözese München und Freising ein, gleichzeitig führte er aber seine musikalischen Studien fort. 1951 wurde er zusammen mit seinem Bruder zum Priester geweiht. Er studierte Kirchenmusik an der Musikhochschule in München, während er gleichzeitig von der Diözese an verschiedenen Orten als Priester eingesetzt wurde. 1957 schloss er den Meisterkurs ab und wurde Chordirektor in Traunstein.

Domkapellmeister in Regensburg


Am 1. Februar 1964 wurde er der Nachfolger von Theobald Schrems als Domkapellmeister am Regensburger Dom und „Chef“ der Regensburger Domspatzen. Dort entstanden unter seiner Leitung Einspielungen großer Werke der Chormusik (u. a. das Weihnachtsoratorium und Motetten von Johann Sebastian Bach und die Psalmen Davids von Heinrich Schütz). Der Chor entfaltete eine rege Konzerttätigkeit mit Reisen u. a. in die USA, nach Skandinavien, Kanada, Taiwan, Japan, Irland, Polen, Ungarn, in den Vatikan sowie jährlich einer Deutschlandtournee und erfüllte weiterhin die liturgischen Dienste im Dom von St. Peter in Regensburg. Sein Nachfolger ist seit 1994 Roland Büchner.

Sonstige musikalische Tätigkeit


Georg Ratzinger widmete sich der Kirchenmusik nicht nur in seinem Amt als Domkapellmeister (Dirigent), sondern auch als Komponist und Arrangeur. Anlässlich des Heiligen Jahres 2000 schrieb er die Messe L' Anno Santo. Auch ein Satz zu O du fröhliche, der von den Domspatzen öfters als Zugabe in Weihnachtskonzerten gesungen wird, stammt von ihm.

Ehrungen


1967 wurde Ratzinger Monsignore und 1976 päpstlicher Ehrenprälat. In diesem Jahr feierten die Domspatzen außerdem ihr 1000-jähriges Bestehen. 1977 leitete Georg Ratzinger die Domspatzen bei der Weihe seines Bruders Joseph zum Erzbischof von München und Freising. 1981 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen, 1983 erhielt er den Bayerischen Verdienstorden und 1989 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. 1994 wurde er zum Apostolischen Protonotar ernannt. Im selben Jahr trat er von seinem Amt als Domkapellmeister zurück und lebt seither als Kanonikus in Regensburg. Im Mai 2005 erhielt er das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse.

Gesundheitliche Probleme


Am Abend des 6. August 2005 wurde er in der Gemelli-Klinik in Rom wegen Herzrhythmusstörungen am Herzen operiert. Während der Operation wurde ihm ein Herzschrittmacher eingesetzt. Ratzinger hatte sich eigentlich für einen Besuch seines Bruders in der päpstlichen Sommerresidenz Castelgandolfo in der Nähe Roms aufgehalten.

Weblinks


Mann | Deutscher | Römisch-katholischer Geistlicher (20. Jh.) | Chorleiter | Kirchenmusiker | Komponist (Kirchenmusik) | Träger des Bundesverdienstkreuzes | Geboren 1924

Georg Ratzinger | Georgius Ratzinger | Georg Ratzinger | Georg Ratzinger

 

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