Georg Friedrich Grotefend (* 9. Juni 1775 in Hann. Münden; † 15. Dezember 1853 in Hannover) war ein deutscher Sprachwissenschaftler und Altertumsforscher. Er begann mit der Entzifferung der Keilschrift.
Georg Friedrich Grotefend ist Vater des Historikers Karl Ludwig Grotefend (* 22. Dezember 1807; † 27. Oktober 1874) und Großvater des Archivars und Chronologen Hermann Grotefend (* 18. Januar 1845 Hannover; † 26. Mai 1931 Schwerin).
Grotefend widmete sich in Göttingen philologischen Studien. 1797 wurde er Kollaborator an der Stadtschule von Hann. Münden und 1803 dortiger Prorektor. Später kam er als Konrektor an das Gymnasium (heute Lessing-Gymnasium) in Frankfurt am Main und wurde 1821 schließlich Direktor des Lyzeums in Hannover.
1802 gelang es ihm, innerhalb nur weniger Wochen, die bereits 1621 entdeckte und kopierte, persische Inschrift von Behistun im Iran zu entziffern. Ausgangspunkt war eine Wette, bei der er den Standpunkt vertrat, es sei möglich, ein vollkommen unbekanntes Schriftsystem aus sich selbst heraus zu entziffern. Besondere Verdienste erwarb sich Grotefend durch die Entzifferung der Keilschriften von Persepolis, die Carsten Niebuhr auf seiner großen Arabien-Reise in Ninive kopiert hatte. Dem folgten Arbeiten zu babylonischen und assyrischen Keilschriften.
Als Griechischlehrer kannte Grotefend die Namen der persischen Könige. Er bestimmte 15 Zeichen der persischen Keilschrift, indem er von jener Form der Namen ausging, die sie in der Avesta hatten. Er stellte fest, dass die Könige in der ihm vorliegenden Inschrift weder Kyros noch Kambyses sein konnten, da beide Namen mit den gleichen Laut begannen, das erste Zeichen dagegen verschieden war. Darüber hinaus konnte es sich auch nicht um Kyros und Artaxerxes handeln, da der erste Name zu kurz und der zweite zu lang war. Es blieben also Darius und Xerxes I.. Dieses wurde durch die Tatsache bestätigt, dass in der Inschrift des Sohnes der Vater den Königstitel hatte, aber nicht umgekehrt.
Grotefend machte zuerst in der Vorrede zu Wagenfelds Auszug aus Sanchuniathons Urgeschichte der Phönizier (Hannover 1836) auf dessen literarischen Betrug aufmerksam.
Georg Friedrich Grotefend ging 1849 in den Ruhestand und starb am 15. Dezember 1853 in Hannover. Er liegt in Hannover auf dem Gartenfriedhof (Marienstraße) begraben.
In Hamburg-Iserbrook wurde eine Straße nach im benannt. Auch das Gymnasium in seiner Geburtsstadt Hann. Münden trägt seit 1976 seinen Namen (Grotefend-Gymnasium Münden).
Sprachwissenschaftler | Altorientalist | Deutscher | Mann | Geboren 1775 | Gestorben 1853
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