Stamp_lichtenberg.jpg | Georg Christoph Lichtenberg.jpg Georg Christoph Lichtenberg (* 1. Juli 1742 in Ober-Ramstadt bei Darmstadt; † 24. Februar 1799 in Göttingen) war ein deutscher Schriftsteller und der erste deutsche Professor für Experimentalphysik. Lichtenberg ist der Begründer des deutschsprachigen Aphorismus.
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Die Schulausbildung schloss er 1761 ab, für das von ihm angestrebte Studium der Mathematik reichte das Geld jedoch nicht aus. Seine Mutter Katharina Henriette Lichtenberg, geb. Eckhard (1696-1764) reichte 1762 ein Bittgesuch auf finanzielle Unterstützung beim Landgrafen Ludwig VIII. ein. Der Antrag wurde 1763 positiv beschieden; Lichtenberg erhielt ein jährliches Stipendium in Höhe von 200 Gulden. Im Mai des Jahres verließ er Darmstadt und studierte bis 1766 an der Universität Göttingen – unter anderem bei Abraham Gotthelf Kästner – Mathematik und Naturwissenschaften. In den Jahren 1766 bis 1774 führt er astronomische Beobachtungen am alten Observatorium durch.
Nach seinem Studium verließ er Göttingen für nur zwei Reisen nach England. Auf der ersten Reise 1770 führte er König Georg III. von England und Hannover durch die Sternwarte von Richmond upon Thames. Der König war so beeindruckt, dass er in einem Schreiben die Ernennung Lichtenbergs zum außerordentlichen Professor für Philosophie empfahl. Die zweite England-Reise, auf der er auch Teilnehmer von Cooks zweiter Weltreise kennenlernte, unternahm er von 1774 bis 1775.
1770 wurde Lichtenberg Professor für Physik, Mathematik und Astronomie an der Universität Göttingen, doch erst ab 1776 hielt er regelmäßig Vorlesungen. Ab 1780 war er Ordinarius für Physik. Nach seinem Tod folgte ihm in diesem Amt Johann Tobias Mayer, Sohn von Tobias Mayer, nach.
1777 hat Lichtenberg vor der Ankunft des Magiers Meyer Philadelphia in Göttingen ein Plakat aushängen lassen, auf dem er Philadelphias Programm so ankündigte, als stamme es von diesem selbst. Auf diesen Plakaten war zu lesen, Philadelphia werde blitzschnell den Wetterhahn der Jacobinerkirche mit der Fahne auf der Johanneskirche vertauschen. Meyer Philadelphia verließ Göttingen ohne nur eine Vorstellung gegeben zu haben.
Lichtenberg litt sein ganzes Leben an einer zunehmenden Kyphoskoliose (Wirbelsäulenverkrümmung), die nicht nur zu einem ausgeprägten Buckel und geringer Körpergröße führte, sondern auch das Atmen immer mehr erschwerte.
Lichtenberg befasste sich mit naturwissenschaftlichen Themen auf breiter Ebene, unter anderem mit der Geodäsie, Meteorologie, Astronomie und Chemie. In der Elektrizitätslehre führte er die Begriffe positive und negative Elektrizität ein. Sein Geschick als Experimentalphysiker stellte er mit der Entwicklung eines 2,5 Quadratmeter großen Elektrophors unter Beweis. Mit dieser Influenzmaschine konnte er sehr hohe Spannungen erzeugen und Funken bis zu 40 cm Länge hervorrufen. Lichtenberg zählt auch zu den Begründern der Plasmaphysik. So entdeckte er auf dem Staub einer Isolatorplatte des Elektrophors sternförmige Muster, die als Lichtenberg-Figuren bezeichnet werden. Lichtenberg führte als erster den von Benjamin Franklin erfundenen Blitzableiter in Göttingen und als einer der ersten in Deutschland ein, indem er 1780 und 1794 seine Gartenhäuser mit einem solchen Furchtableiter versah, der durch die Ableitung unserer modernen Kenntnis entspricht.
Über seine naturwissenschaftlichen Entdeckungen hinaus ist Georg Christoph Lichtenberg durch seine kritisch-analytische Denkweise und die Betonung des Experiments in der Physik einer der wichtigsten Begründer der modernen naturwissenschaftlichen Methodik.
Georg Christoph Lichtenberg wurde 1771 von der hannoverschen Regierung mit der geodätischen Vermessung von Hannover, Osnabrück und später auch Stade beauftragt; die Position Göttingens war bereits hinreichend bekannt. Die Vermessungsreisen dauerten vom Dezember 1771 bis zum September 1773. Zwischenzeitlich besuchte Lichtenberg Hamburg und Helgoland. Die Ergebnisse dieser, seiner einzigen größeren astronomischen Arbeit erschienen 1777. Vergleicht man Lichtenbergs Werte mit der Messung von Gauß und Schumacher aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, so sind Abweichungen zwischen 7 und 15 Bogensekunden für die Breitenbestimmung festzuhalten. Die Differenzen in der Längenbestimmung fallen mit 6 bis 60 Bogensekunden deutlich größer aus.
Er verewigte dort auch naturwissenschaftliche Erkenntnisse. So schrieb er beispielsweise über die von ihm eingeführten Bezeichnungen positive und negative Elektrizität:
Lichtenberg unterhielt über seine private Korrespondenz hinaus viele Jahre gute Beziehungen zu zeitgenössischen, aufklärerischen Kulturzeitschriften, in denen er Essays beitrug zu Debatten über unter anderem Physiognomik, Sonnenbaden, Kunst- und Theatergeschehen.
Die „Briefe aus England“ (1774/75) sind wertvolle Beiträge vor allem zur Geschichte des englischen Theaters.
Peter Sehr arbeitet mit Hans Magnus Enzensberger seit Jahren an einer Verfilmung des Lebens von Georg Christoph Lichtenberg.
Mann | Deutscher | Autor | Physiker (18. Jh.) | Aufklärung (Literatur) | Literatur (Deutsch) | Essay | Aphorismus | Persönlichkeit der Elektrotechnik | Geboren 1742 | Gestorben 1799
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