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Als Geoglyphe werden figurative Bodenzeichnungen bezeichnet. Am bekanntesten sind die Nazca-Linien in Peru, die viele Land-Art-Künstler zu derartigen Erdzeichen-Projekten meist in der Tradition der Labyrinthe angeregt haben. Auch indianische Mounds in Nordamerika sind in Tierformen angelegt (Serpent Mound, Jackson, Ohio). Vergleichbares findet sich in England, so z.B. die hillfigure White Horse von Uffington Hill *).
Nazca und White Horse gehören zu der Sonderform der Scharrbilder. Sie entstehen meistens, indem eine dünne, dunkle Oberschicht von Gestein, Geröll oder Erdreich entfernt wird, sodass eine hellere Unterschicht sichtbar wird. Die sichtbaren Partien stellen dann die eigentliche Zeichnung des Scharrbildes dar.
Die Geoglyphen dienen aber auch als topologische
Diese historischen Bildformen sind insgesamt noch wenig erforscht und bislang auch nicht datiert. Beispielsweise bleibt ungewiss, ob der auf jedem Touristenstadtplan von
Rovaniemi als kniendes Ren mit erhobenen Haupt figurierte Straßensystem alt oder - teilweise oder insgesamt von
Alvar Aalto entworfen - modern ist, wobei der Umriss vom Knie (Stadtteil Korvanniemi) über den Kopfansatz (Terveyskeskus) bis hin zur Schnauze heute durch die Uferstraße (Korvanranta bis Koskenranta) dargestellt ist
Denn auch der moderne Städtebau kennt diese archaische Organisationsform: Das von
Lucio Costa 1956 entworfene
Brasilia ist eine Flugzeugfiguration [http://www.geocities.com/TheTropics/3416/mapa2.jpg und
Rob Krier wollte 2000 die Stadt
Lignano mit einem Straßennetz von menschlichem Umriss überformen. Namentlich der in Paris lebende Künstler
Ricardo Porro (* 1925) hat sich mit den Möglichkeiten funktional-figurativer
Architektur beschäftigt (
figurative Architektur).
Eine Spezialform der Geoglyphen sind Urbanoglyphen (Begriffsprägung 2002) - datierbare Grundrissbilder in mittelalterlichen Städten. Die erste Beschreibung einer solchen Urbanoglyphe wird Martin Luther zugeschrieben, der vom Schloss Stolberg im Harz auf die Stadt herunterschaute und bemerkte, sie sähe aus wie ein Vogel. Systematische Beschreibungen von astronomisch und mythologisch inspirierten Urbanoglyphen lieferten seit 2001 H. und A. Brätz, die in ihnen unausgewertete und ungefälschte Originalurkunden aus der Stadtgründungszeit sehen.
Siehe auch Wandmalerei und Geoinformationssystem (GIS)
Literatur
- Graziano Gasparini - Luise Margolies: Arquitectura Inca. Caracas 1977, S. 50.
- Josleen Wilson: The Passionalte Amateurs Guide to Archaeology in the United States. New York 1980. (s.v. mound building (Collier)). ISBN 0-02-098670-X
- Hansmartin Ungericht: Historische Straßen und ihre Bedeutung für den Landkreis Calw. in: Der Landkreis Calw. Ein Jahrbuch. Bd. 6. Calw 1988, S. 142 - 154.
- Hans Helge Madsen: Saglighedens Slagmark. Verlag Munksgard Rosinante, Kopenhagen 1997. S. 217ff. ISBN 87-16-16050-9
- Wilhelm Holderied - Karl Schlamminger: Das Erdzeichen am Flughafen München. Eine Insel für die Zeit. Konzept und Realisation 1991 - 1995. Hirmer, München 1995. ISBN 3-774-6680-8
- Hermann Kern: Labyrinthe. Erscheinungsformen und Deutungen. 5000 Jahre Gegenwart eines Urbilds. Prestel, München 1999 (4. Aufl.). ISBN 3-7913-2096-3
- Herwig Brätz: Geheimnisvolles Rostock. Eine Stadt als Kunstwerk. Rostock 2001. ISBN 3-934116-13-2
- Axel Brätz: Geheimnisvolle Städte. Eberswalde. Bernau. Eberswalde 2002
- Karsten Lambers: The Geoglyphs of Palpa, Peru: Documentation, Analysis, and Interpretation. Lindensoft-Verlag, Aichwald 2006. ISBN 3-929290-32-4
Weblinks
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