Ein Gentechnisch verändertes Lebensmittel ist ein Lebensmittel, das aus genetisch veränderten Pflanzen, Tieren oder Mikroorganismen (genetisch veränderte Organismen, GVO) besteht, diese enthält oder daraus hergestellt ist. Rechtlich werden in der EU mit Hilfe transgener Mikroorganismen hergestellte Lebensmittel und mit genetisch veränderten Futtermitteln gefütterte Tiere nicht dazu gezählt.
Gentechnisch veränderte Lebensmittel sind seit den 1990ern im Handel, der Großteil davon fällt zurzeit auf solche aus Soja und Mais. Aufgrund besorgter Verbraucher gibt es innerhalb der Europäischen Union und auch z.B. in Japan strenge Gesetze zur Rückverfolgung und speziellen Kennzeichnung der Lebensmittel.
Genetisch hinzugefügte Eigenschaften sind heuteTransGen - Umfassende Informationen über Gentechnik bei Lebensmitteln
Zukünftig könnten genveränderte Lebensmittel im Vergleich zu herkömmlichen Lebensmitteln
Randbemerkung: Es wird zur Zeit an Pflanzen gearbeitet, die selbständig Impfstoffe produzieren (Functional Food, Pharma-Pflanzen) und so die Impfstoffproduktion verbilligen. Eine Impfung durch den direkten Verzehr einer Frucht birgt unter anderem die Gefahr oraler Toleranz und wird daher nicht mehr angestrebt Pharma-Pflanzen vom Umweltinstitut München e.V., ursprünglich veröffentlicht im Gen-Ethischen Informationsdienst (GID). Die unten beschriebene Diskussion zu gentechnisch veränderten Lebensmitteln bezieht sich jedoch auf den breiten Einsatz in der Lebensmittelindustrie und nicht so sehr auf mögliche Entwicklungen im medizinischen Bereich.
Die Kennzeichnung muss darüber hinaus angeben, inwiefern sich das genetisch veränderte Lebensmittel von einem herkömmlichen Lebensmittel unterscheidet. Das betrifft die Zusammensetzung, den Nährwert, den Verwendungszweck, die gesundheitlichen Auswirkungen auf bestimmte Bevölkerungsgruppen sowie Eigenschaften, die Anlass zu ethischen oder religiösen Bedenken geben Alle Rechtsquellen der Europäischen Union.
Beispielsweise wurde versuchsweise ein Paranuss-Gen in Sojapflanzen eingeschleust. Im Test reagierten Nussallergiker allergisch auf das genveränderte Soja obwohl sie gegen herkömmliches Soja nicht allergisch reagierten . Die Kennzeichnung müsste auf diese Eigenschaft des genveränderten Sojas hinweisen.
Maßstab der Zulassung soll eine den höchstmöglichen Anforderungen standhaltende wissenschaftliche Bewertung der Risiken sein. Wenn die wissenschaftliche Bewertung zur Abschätzung der Risiken nicht ausreicht, dürfen auch andere Faktoren berücksichtigt werden.
Diese aufwendigen Zulassungsverfahren sind wegen der schwierigen Risikoabschätzung von Genomänderungen notwendig. Beispielsweise wurde im November 2005 die 10-jährige Forschung australischer Wissenschaftler an genveränderten Erbsen aufgegeben, weil Mäuse unerklärliche allergische Reaktionen auf diese Erbsen zeigten.genfood.at: Gentech-Erbsen lösten bei Mäusen Entzündungen aus
Befürworter von gentechnisch veränderten Lebensmitteln argumentieren, dass die Zulassungsverfahren gentechnisch veränderte Lebensmittel sogar sicherer machen als ihre konventionellen Varianten. Kritiker sagen, dass eine Risikoabschätzung trotz aufwändiger Verfahren so gut wie unmöglich ist, weil es unendlich viele Möglichkeiten chemischer Veränderungen auf Mikroebene geben kann, die man nicht alle voraussehen und überprüfen könnte. Dazu kommt das Risiko der Hybridbildung mit Wildformen, die verdrängt werden könnten, weshalb Gegner zu dem Schluss kommen, dass der mögliche Nutzen von Gentechnik im Bereich der Lebensmittelversorgung in keiner vernünftigen Relation zu den möglichen Risiken steht (siehe unten).
Folgende Länder sind führend im Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen (Zahlen von 2005) ISAAA - Aktuelle Zahlen zum weltweiten Anbau von GV-Pflanzen:
In der Europäischen Union wurde 2005 auf 60.000 ha gv-Mais angebaut, davon 1000 ha in Deutschland. Der Anteil genveränderter Lebensmitteln an allen Lebensmittel ist in der EU sehr gering. Das muss jedoch nicht für den Anteil von genveränderten Futtermitteln zutreffen (wegen Import).
Wirtschaftlich bedeutende Eigenschaften sind bisher nur die Resistenzen gegen Unkrautvernichtungsmittel und Insekten (auf 80% bzw. 28% der weltweiten Anbaufläche, Stand: 2004). Wichtige Lieferanten des genveränderten Saatguts sind Monsanto, Syngenta (Schweiz), Bayer Crop Science (Deutschland) und DuPont (USA).
Lebensmittel aus genetisch veränderten Tieren gibt es bisher nicht.
Befürworter von genveränderten Lebensmitteln argumentieren, dass - im Vergleich zu herkömmlichen Lebensmitteln -
Kritiker von genveränderten Lebensmitteln argumentieren, dass
Kritiker zweifeln, ob die gegenwärtigen Zulassungsverfahren tatsächlich alle Gefahren für den Menschen aufdecken können. Im Tierversuch wurde bewiesen, dass Genfragmente aus GVOs in das Blut und innere Organe des Konsumenten gelangen, aber es ist unbekannt, welche gesundheitlichen Folgen dies langfristig haben kann Nachweis von Gentech-DNA aus Monsanto-Mais in Tierorganen und -blut wirft viele Fragen auf - Artikel auf Telepolis. Obwohl bisher keine Fälle bekannt sind, in denen zugelassene genveränderte Lebensmittel Schäden am Menschen verursacht haben, könnten die Schäden langfristiger Natur sein oder noch nicht entdeckt sein.
Die gesetzlich geforderte bestmögliche wissenschaftliche Risikobewertung ist bislang nicht gegeben Humantoxikologische Risiken von gentechnisch veränderten Pflanzen - vom Büro für Ökologische Risikoforschung, denn
Mit der Abstimmung vom 27. November 2005 stimmten die Schweizer zu Gunsten eines Gentech-Moratorium in der Landwirtschaft. Dieses Moratorium verbietet Schweizer Landwirten für fünf Jahre Pflanzen anzubauen oder Tiere zu halten, die gentechnisch verändert sind.
Gegner:
Genetically modified food | Alimento transgénico | Genmodifierade livsmedel
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"Gentechnisch verändertes Lebensmittel".
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