General Packet Radio Service (GPRS) (engl. „Allgemeiner paketorientierter Funkdienst“) ist ein paketorientierter Übertragungsdienst der im Bereich des Mobilfunks eingesetzt wird.
Definition
Es handelt sich um eine Erweiterung des
GSM-
Mobilfunk-Standards um
paketorientierte Datenübertragung, welche werbewirksam auch gerne als 2,5G (zwei komma fünfte Generation) bezeichnet wird. Diese Namensgebung geschieht in Anlehnung an
UMTS (3G).
Im Gegensatz zum leitungsvermittelten (circuit switched) Datendienst HSCSD ist GPRS paketorientiert. Das heißt, die Daten werden beim Sender in einzelne Pakete umgewandelt, als solche übertragen und beim Empfänger wieder zusammengesetzt. Die GPRS-Technik ermöglicht bei der Bündelung aller 8 GSM-Zeitschlitze eines Kanals theoretisch eine Datenrate von 171,2 kBit/s. Im praktischen Betrieb ist die Anzahl der parallel nutzbaren Zeitschlitze jedoch durch die Fähigkeit des Mobilgerätes (multislot capability) und der Netze begrenzt. Am Markt befinden sich z. Zt. (Stand 2004) Geräte mit max. vier Zeitschlitzen im Downlink und max. zwei Zeitschlitzen im Uplink (jedoch nicht gleichzeitig). Die damit erreichbare Datenrate beträgt – abhängig vom verwendeten Coding Scheme und der von der Netzauslastung abhängigen Anzahl der zugeteilten Zeitschlitze – bis zu 57,6 kBit/s.
Die Datenübertragung
Wenn GPRS aktiviert ist, besteht nur
virtuell eine dauerhafte Verbindung zur Gegenstelle (sog.
Always-on-Betrieb). Erst wenn wirklich Daten übertragen werden sollen, werden auch Daten gesendet, der Funkraum zu diesem Zeitpunkt benutzt. Deshalb braucht kein Funkkanal dauerhaft (wie bei HSCSD) für einen Benutzer reserviert zu werden.
GPRS-Abrechnungen sind deshalb hauptsächlich von den übertragenen Datenmengen abhängig, und nicht primär von der Verbindungsdauer.
Anwendung von GPRS
Die meisten neuen Mobiltelefone unterstützen GPRS zum Beispiel als Datenübertragungsdienst für die Betrachtung von
WAP-Seiten. Der
Multimedia Messaging Service basiert ebenfalls auf GPRS.
Oft kann auch ein
Computer oder
Handheld mit dem GPRS-fähigen Mobiltelefon verbunden werden, um diesen Geräten einen vollwertigen, wenn auch schmalbandigen Internetzugang zu gewähren. Das Mobiltelefon fungiert dann als
Modem.
Bekannt sind auch Steckkarten für Notebooks, welche kleine GPRS-Modems sind und eine ähnliche Aufgabe haben.
Ein weiterer Anwendungsfall ist die Ortung von Fahrzeugen und Objekten, bei der GPRS zur Übertragung von Positions- und Telemetriedaten benutzt wird.
Netzarchitektur von GPRS
Der paketvermittelnde Dienst GPRS benötigt im Mobilfunknetz im Vergleich zu
GSM weitere Netzelemente, den SGSN und den GGSN. Während der
SGSN (Abk. für
Serving GPRS Support Node) für die Mobilfunk-nahen Dienste wie Mobility Management und die Zugangskontrolle zuständig ist, stellt der
GGSN (Abk. für
Gateway GPRS Support Node) den Übergang zum paketvermittelnden Netz (
Internet oder netzinterne Diensteplattformen) dar. Der Zugang zum GPRS-Netz erfolgt über einen Zugangspunkt, der
APN (Access Point Name) genannt wird.
Siehe auch
Literatur
- Martin Sauter, Grundkurs Mobile Kommunikationssysteme, September 2004, ISBN 3-528-05886-2, http://www.cm-networks.de/
Weblinks
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