- | General Dynamics F-111F Aardvark | - | - | - | Beschreibung | - | - | Aufgabe | Allwetter-Angriffs-/ Abfangjäger | - | Besatzung | 1 Pilot, 1 Waffensystemoffizier | - | Abmessungen | - | - | Länge | 22,40 m | - | Spannweite (ausgeschwenkt) | 19,20 m | - | Spannweite (eingeschwenkt) | 9,74 m | - | - | Höhe | 5,22 m | - | Flügelfläche (ausgeschwenkt) | 61,07 m² | - | Flügelfläche (eingeschwenkt) | 48,77 m² | - | Gewichte | - | - | Leer | 21.537 kg | - | Beladen | - | Maximal beim Start | 48.536 kg | - | Antrieb | - | - | Triebwerke | 2 Pratt & Whitney TF30-P-100 Turbofans mit Nachbrennern | - | Schub mit Nachbrenner | 111,65 kN | - | Leistung | - | - | Höchstgeschwindigkeit | 2.660 km/h in 11.000 m | - | Kampfreichweite | - | Überführungsreichweite | 4.707 km | - | Dienstgipfelhöhe | 60.000 ft (18.290 m) | - | Steigrate | - | Bewaffnung | - | - | Geschütze | 1 x M61A1 Vulcan (optional) | - | Bomben | Extern: 14.288 kg (Waffenschacht + Außenlaststationen) Darunter 36 Mk.82 (340 kg) und 26 M117 (454 kg) Bomben jeweils bei <26° oder 26 Mk.82 (340 kg) bei 54°. |
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Für die US-Navy bedeutete der Trend zu immer größeren, stärkeren Jägern ein Problem: Die damalige Generation von Marinejägern war bereits nur noch schwer zur Landung auf einem Flugzeugträger-Deck fähig, und ein nochmals größeres und schnelleres Flugzeug würde noch schwieriger sein. Ein auf hohe Geschwindigkeiten optimierter Rumpf (meist mit stark zurückgewinkelten Flügeln) ist bei Reisegeschwindigkeit ineffizient, was die Reichweite, Nutzlast und Ausdauer reduziert und zu sehr hohen Landegeschwindigkeiten führt. Andererseits hat ein Rumpf mit geraden oder mäßig gewinkelten Flügeln eine geringere Endleistung im Kampf, ist allerdings einfacher zu handhaben und kann schwere Lasten mit einem Minimum an Treibstoff über weite Strecken tragen. Diese Überlegungen führten zum Schwenkflügel der F-111.
Der TFX war aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen von Air Force, Navy und der US-Regierung eine Kompromisslösung. Auch für die United States Army und das United States Marine Corps wurde der TFX als Luftnahunterstützungs-Flugzeug erwogen.
Mehrere Hersteller gaben Angebote ab, am Ende blieben jedoch nur General Dynamics und Boeing übrig. Die Air Force und die Navy hatten sich für den Boeing-Entwurf entschieden, aber der US-Verteidigungsminister Robert McNamara überstimmte sie und wählte den kostengünstiger erscheinenden Entwurf von General Dynamics.
Aus dem Entwurf wurde ein Flugzeug mit 20 Tonnen Leergewicht und einem maximalen Startgewicht von fast 50 Tonnen, angetrieben von zwei Pratt & Whitney TF-30 Turbofans der 80-kN-Klasse mit einem Cockpit für zwei nebeneinander sitzende Besatzungsmitglieder. Die Schulterdecker-Flügel waren an zwei großen Drehlagern befestigt, die dem Flugzeug erlaubten, mit einer mäßigen Pfeilung von 16 Grad maximalen Auftrieb und minimale Start- und Landegeschwindigkeiten zu erzielen, mit 35 Grad Pfeilung eine hohe Unterschall-Marschgeschwindigkeit einzuhalten, oder die Flügel bis auf 72,5 Grad zu pfeilen, um ihre hohe Endgeschwindigkeit von Mach 2,4 zu erreichen. Trotz der Bezeichnung F (Fighter - Jagdflugzeug) im Namen war die F-111 tatsächlich ein Bomber.
Die Produktionsversionen der F-111 hatten keine Schleudersitze, das komplette Cockpit wurde als Rettungskapsel herausgeschossen und schwebte unter einem Fallschirm von 21 Meter Durchmesser zur Erde. Da es druckdicht war, hätte die Besatzung darin auch ohne Druckanzüge oder Sauerstoffmasken überleben können.
Der erste Flug fand am 21. Dezember 1964 statt, und die Einführung in den aktiven Dienst bei der USAF begann 1967. Die F-111 war das erste serienmäßig produzierte Flugzeug mit Schwenkflügeln. Es folgten verschiedene andere Typen, darunter die sowjetischen Suchoi Su-17 (1966), Mikojan-Gurewitsch MiG-23 (1967) und der Bomber Tupolew Tu-160 (1981), der amerikanische Marine-Jäger Grumman F-14 (1970) und der Rockwell B-1-Bomber (1974) sowie der europäische Panavia Tornado (1974).
Die F-111 diente von 1967 bis 1998 in der US Air Force.
Im Hintergrund lernte man derweil langsam den Umgang mit den Flugzeugen und fand Wege, ihre Schwächen auszubügeln. Dennoch dauerte es noch bis Juli 1971, bis die 474. TFW voll einsatzbereit war. Überprüfungen im Jahre 1969 hatten ergeben, dass ein Vertragsnehmer Inspektoren bestochen hatte, so dass diese unterdurchschnittliche Arbeit an strukturellen Flügel-Komponenten genehmigten. Die betroffenen, bereits fertiggestellten F-111A mussten unter hohen Kosten wieder auseinandergenommen werden, um die Teile ersetzen zu können.
1972 kehrten die F-111 nach Vietnam zurück und nahmen an der Linebacker II-Luftoffensive gegen den Norden teil. F-111-Missionen erforderten weder Tanker noch ECM-Unterstützung, und sie konnten unter Wetterbedingungen operieren, die die meisten anderen Flugzeuge zwangen, am Boden zu bleiben. Da eine F-111 die Bombenlast von vier McDonnell Douglas F-4 tragen konnte, zeigte sich langsam der Wert der neuen Flugzeuge. Über 4000 Kampfmissionen wurden mit den F-111A über Vietnam geflogen, wobei nur sechs Flugzeuge im Kampf verloren gingen.
1977 zogen die übrigen F-111A auf die Mountain Home Air Force Base in Idaho um. 42 Flugzeuge wurden zu EF-111A Raven umgebaut, und einige nach Australien verkauft. In den frühen 1990er Jahren begann ihre allmähliche Einmottung beim Aerospace Maintenance and Regeneration Center (AMARC).
Die Schwächen der F-111B waren so grundlegend, dass sie den Navy-Vizeadmiral Thomas "Tomcat" Connelly auf die Frage eines Senators, ob verbesserten Triebwerke die Probleme des Flugzeugs beseitigen würden, zu der Bemerkung veranlassten „Senator, there is not enough thrust in all of Christendom to make a fighter out of the F-111“ (Senator, es gibt im gesamten Christentum nicht genug Schub, um aus der F-111 ein Jagdflugzeug zu machen). Sein Kommentar kostete ihn die Chance auf einen vierten Stern, machte ihn aber zum Namensgeber der F-14, die ihm zu Ehren Tomcat genannt wurde.
In diesen Flugzeugen war der interne Waffenschacht normalerweise von einem AVQ-26 Pave Tack-System mit FLIR und Laser-Zielbezeichner belegt, mit dem die F-111F lasergelenkte Präzisionswaffen ins Ziel bringen konnte.
Die F-111F nahm an der Operation Eldorado Canyon gegen Libyen 1986 und an der Operation Desert Storm gegen den Irak teil. Sie wurden 1995/96 ausgemustert.
Ein Kampfflugzeug der US-Luftwaffe vom Typ F-111F Aardvark (Einsatzcode: Karma 52) wurde während der Bombardierung libyscher Städte am 15. April 1986 von einer libyschen Luftabwehrrakete (SAM), nach anderen Angaben von einer Flugabwehrkanone abgeschossen. Der Pilot Major Fernando L. Ribas-Dominicci (geb. 1952 in Puerto Rico) und der Waffensystemoffizier Captain Paul F. Lorence kamen dabei um. Die Leiche des Piloten Ribas-Dominicci wurde von libyschen Sicherheitskräften aufgefunden. Die sterblichen Überreste wurden auf Vermittlung des Vatikan 1989 in die USA überführt. Ein weiteres Kampfflugzeug vom Typ F-111F Aardvark musste nach den Angriffen auf Libyen wegen technischer Probleme auf dem Luftwaffenstützpunkt Rota in Spanien landen. Die Besatzung wurde innerhalb von zwei Stunden zum britischen Stützpunkt Lakenheath ausgeflogen. Von den 18 F-111F im Einsatz befindlichen Kampflugzeugen warfen nur vier Maschinen ihre Bomben erfolgreich über ihren Ziele in und um Tripolis ab. Die anderen Flugzeuge brachen zur Vermeidung von Kollateralschäden ihre Angriffe ab oder verfehlten ihre Ziele.
Getroffen wurden die Azziziyal-Kasernen in Tripolis. In der Nähe von Gaddafis Residenz schlug Berichten zufolge eine Bombe ein und verletzte den Diktator Muammar al Gaddafi an der Schulter und zwei seiner Söhne. Gaddafis 15 Monate alte Adoptiv-Tochter Hanna wurde bei dem Angriff getötet. 36 weitere Libyer fielen den Bombardierungen nach libyschen Angaben zum Opfer, außerdem entstanden Sachschäden an den Botschaften von Österreich, der Schweiz, Finnland, Frankreich und des Iran. Weiteres Ziel der F-111 war der Flughafen von Tripolis, der mit fallverzögerten Bomben vom Typ BSU-49 und Clusterbomben vom Typ CBU Rockeye Mk 20 bekämpft wurde. Drei Frachtflugzeuge vom Typ Iljushin Il-76 Candid wurden zerstört und drei weitere beschädigt. Ein libysches Passagierflugzeug vom Typ Boeing 727 und ein Militär-Transportflugzeug vom Typ Fiat G.222 wurden ebenfalls am Boden getroffen.
Die FB-111A unterschied sich von der F-111A dadurch, dass sie 65 cm länger war, um zusätzlichen Treibstoff für größere Reichweite mitzuführen, und sie besaß längere Flügel (auch auf der F-111B verwendet), mit denen ebenfalls die Reichweite sowie die Traglast gesteigert wurde. Dazu war auch ein verstärkter Unterbau notwendig, und die Elektronik war dem Stand der Technik angepasst worden.
Die Bewaffnung für die Rolle des strategischen Bombers bestand aus der Boeing AGM-69A SRAM mit Nuklearspengkopf, von denen zwei im internen Waffenschacht und zwei weitere unter den inneren Flügelpylonen getragen werden konnten. Die restlichen vier Aufhängungen waren mit Außentanks belegt, mit denen die Reichweite der Flugzeuge gesteigert wurde.
Des Weiteren konnten auch konventionelle Bomben (24 x 340 kg) oder freifallende Nuklearwaffen getragen werden. 1990 wurde die SRAM aus dem Dienst genommen, da Bedenken bezüglich der Integrität des nuklearen Gefechtskopfes im Falle von Feuer bestanden. In der Folge waren nur noch unangetriebene Bomben verfügbar.
Die FB-111 wurde nach Einführung der Rockwell B-1 überflüssig, und die übrig gebliebenen FB-111 wurden in eine taktische Konfiguration umgebaut und in F-111G umbenannt. Sie blieben nicht mehr lange im Dienst und wurden 1993 stillgelegt, einige wurden jedoch nach Australien verkauft.
Die Elektronik des AN/ALQ-99E-Störsender-Subsystems wurde im Waffenschacht installiert, die Sender fanden in einem 5 m langen Dom unter dem Rumpf Platz, und die Empfänger wurden ähnlich wie bei der EA-6B in einem Behälter auf der Heckflosse installiert. Die elektrischen und Kühlsysteme der Flugzeuge mussten zu großen Teilen umgebaut werden, um diese Anordnung zu unterstützen.
Auch das Cockpit wurde umgebaut, wobei alle Flugkontrollen und Navigationsdisplays auf die Pilotenseite umgezogen wurden, um den ehemaligen Platz des Kopiloten zum Bedienplatz der EW-Ausrüstung machen zu können.
Die EF-111 wurden während der Operationen Eldorado Canyon (Vergeltungsschläge gegen Libyen 1986) und Desert Storm 1991 im Kampf eingesetzt. Nach Ende des 2. Golfkriegs blieb bis April 1998 eine Abordnung von EF-111 auf der Al-Kharj Air Base in Saudi-Arabien.
Kurz danach zog die USAF im Mai 1998 die letzten EF-111As aus dem Dienst ab und lagerte sie vorläufig in ihrem Aerospace Maintenance and Regeneration Center (AMARC). Sie waren die letzten F-111 im Dienst der US Air Force.
Obwohl das erste Flugzeug offiziell 1968 übergeben wurde, verzögerten zwischenzeitlich in der USAF-Flotte gefundene strukturelle Integritätsprobleme die Indienststellung der australischen F-111 bis 1973. Vier Flugzeuge wurden zu Aufklärungsmodellen RF-111C umgebaut, behielten aber ihre Bodenangriffs-Fähigkeit.
Einige ehemals amerikanische Flugzeuge wurden nach Australien gebracht, um Abgänge auszugleichen und die Flotte zu vergrößern. Vier Flugzeuge, die auf den Stand der F-111C umgebaut worden waren, wurden 1982 geliefert, des Weiteren wurden 1992 18 F-111G gekauft, die 1994 geliefert wurden. Weitere USAF-Rümpfe dienen als Ersatzteillager.
Die australische F-111-Flotte wurde mit mehreren Verbesserungen auf dem Stand der Technik gehalten, und es ist geplant, dass die Flugzeuge bis mindestens ins Jahr 2020 weiter im Dienst bleiben.
James Rosenquists Gemälde F-111 ist ein bedeutendes Werk der Pop-Art.
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