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Gemini wurde aus der Not geboren, wobei es der NASA möglich war, hieraus eine Tugend zu machen. Nach Einstellung der Mercury-Flüge würde, das war relativ früh klar, eine zeitliche Lücke von drei oder gar vier Jahren bis zum Beginn der Apollo-Missionen klaffen - wertvolle Jahre, die man dringend benötigte, um die erforderlichen Technologien, z.B. Kopplungsmechanismen, Lebenserhaltungssystem, EVA-Anzüge etc., zu erproben. Aus diesem Grund wurde ursprünglich angedacht, das bestehende Mercury-System zu einer zwei Mann fassenden Kapsel, genannt Mercury Mark II, zu erweitern. Der Vorteil: Durch den Rückgriff auf vorhandene Technik ließen sich Entwicklungskosten sparen und die Zeit bis zum Beginn des bemannten Apollo-Flugprogramms ließe sich nutzvoll überbrücken. Die wesentlichen Veränderungen hätten im Einbau eines zweiten Sitzes, der Montage einer leistungsfähigen Manövriereinheit und dem Einsatz einer bereits existierenden Oberstufe als Docking-Attrappe bestanden. Zum Vereinfachen des Handlings plante man außerdem an einer modularisierten Inneneinrichtung, die einen Austausch oder das Hinzufügen von Komponenten vereinfacht und Mercury Mark II zu einer leistungsfähigen Plattform für bemannte Raumflüge gemacht hätte.
Zur Unterstützung der bereits ausgebildeten Mercury-Astronauten entschloss sich die NASA am 18. April 1962, fünf bis zehn neue Astronauten zu rekrutieren, worauf 253 Bewerbungen eingingen.
Am 17. September 1962 wurde die Gruppe 2, bestehend aus neun Astronauten, der Öffentlichkeit vorgestellt. Dies waren Neil Armstrong, Frank Borman, Charles Conrad, James Lovell, James McDivitt, Elliott See, Thomas Stafford, Edward White und John Young.
Die Auswahl der dritten Astronautengruppe begann am 5. Juni 1963 mit einer weiteren Ausschreibung. Die NASA stellte die 14 erfolgreichen Bewerber am 18. Oktober 1963 vor: Edwin Aldrin, William Anders, Charles Bassett, Alan Bean, Eugene Cernan, Roger Chaffee, Michael Collins, Walter Cunningham, Donn Eisele, Theodore Freeman, Richard Gordon, Russell Schweickart, David Scott und Clifton Williams.
Damit stieg die Zahl der aktiven Astronauten für die Projekte Gemini und Apollo auf 27, da die Mercury-Astronauten Glenn, Carpenter und Slayton aus verschiedenen Gründen für das Gemini-Programm nicht zur Verfügung standen.
Theodore Freeman starb am 31. Oktober 1964 bei einem Flugzeugunglück. Elliot See und Charles Bassett, die als Besatzung für Gemini 9 vorgesehen waren, kamen am 28. Februar 1966 ebenfalls bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Virgil Grissom, Edward White und Roger Chaffee starben am 27. Januar 1967 bei der Apollo-1-Katastrophe, Clifton Williams verunglückte am 5. Oktober 1967.
- bgcolor="#FFDEAD" | Mission | Start | Landung | Dauer | Besatzung | Ziele | Bemerkung | - | Gemini 3 | 23. 3. 1965 | 23. 3. 1965 | 4h 52m | Virgil Grissom, John Young | erster 2-Mann-Flug der Amerikaner | - | Gemini 4 | 3. 6. 1965 | 7. 6. 1965 | 4d 1h 56m | James McDivitt, Edward H. White | erster Weltraumspaziergang (White) der Amerikaner | - | Gemini 5 | 21. 8. 1965 | 29. 8. 1965 | 7d 22h 55m | Gordon Cooper, Charles Conrad | Aussetzen und Rendezvousmanöver mit einem mitgeführten Zielsatelliten | - | Gemini 6 | 15. 12. 1965 | 16. 12. 1965 | 1d 1h 51min | Walter Schirra, Tom Stafford | Rendezvous mit Gemini 7 | Für Oktober 1965 geplantes Rendezvous mit unbemanntem Agena-Satelliten musste entfallen, da die Trägerrakete nach dem Start explodierte. Start von Gemini 6 wurde auf Dezember, nach dem Start von Gemini 7, verschoben. Dieser Flug läuft auch unter der Nummer 6-A. | - | Gemini 7 | 4. 12. 1965 | 18. 12. 1965 | 13d 18h 35m | Frank Borman, James A. Lovell | 2-wöchiger Flug, Rendezvous mit Gemini 6, das einige Tage nach Gemini 7 startete. | - | Gemini 8 | 16. 3. 1966 | 17. 3. 1966 | 10h 41m | Neil Armstrong, David Scott | Kopplung mit Agena Zielsatellit | Probleme mit der Steuerung, Raumschiff gerät während der Kopplung mit Agena in Rotation | - | Gemini 9 | 3. 6. 1966 | 6. 6. 1966 | 3d 21m | Tom Stafford, Eugene Cernan | Rendezvous mit ATDA Zielsatellit | Geplante Kopplung misslang, weil Verkleidung am Zielsatellit sich nicht gelöst hatte | - | Gemini 10 | 18. 7. 1966 | 21. 7. 1966 | 2d 22h 47m | John Young, Michael Collins | Kopplung mit Agena Zielsatellit | - | Gemini 11 | 12. 9. 1966 | 15. 9. 1966 | 2d 23h 17m | Charles Conrad, Richard Gordon | Kopplung mit Agena Zielsatellit | - | Gemini 12 | 11. 11. 1966 | 15. 11. 1966 | 3d 22h 35m | James A. Lovell, Edwin Aldrin | Kopplung mit Agena Zielsatellit | längster Weltraumspaziergang mit 5,5 Stunden |
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Mit der Landung von Gemini 12 am 15. November 1966 und der offiziellen Schließung des Gemini-Büros am 1. Februar 1967 endete das Gemini-Projekt.
Die Gemini-Kapsel war 5,5 Meter lang und hatte einen Durchmesser von drei Metern. Die Luken konnten während des Aufenthalts im Weltraum geöffnet und geschlossen werden, so dass Aktivitäten außerhalb des Raumschiffs möglich waren. Ein spezielles Kopplungsmodul war für die Andockmanöver vorgesehen. Die Masse der Kapsel betrug 3.810 kg.
Gemini-Projekt | Gegründet 1965 | Aufgelöst 1967
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