| Gemeine Wegwarte | ||||||||||||||||
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| WegwarteBlüten.jpg | ||||||||||||||||
| : | Bedecktsamer (Magnoliophyta) |
| : | Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige (Rosopsida) |
| : | Asternähnliche (Asteridae) |
| : | Asternartige (Asterales) |
| : | Korbblütengewächse (Asteraceae) |
| : | Cichorioideae |
| : | Wegwarten (Cichorium) |
| : | Gemeine Wegwarte |
Die Gemeine Wegwarte (Cichorium intybus), auch Zichorie, Sonnenwedel, Hansl am Weg, Sonnenbraut, Wegeleuchte oder Verwünschte Jungfer genannt, ist eine aus der der Wegwarten in der der Korbblütengewächse.
Die Pflanzen sind mehrjährige Kräuter mit einer Größe bis zu 150 Zentimeter mit vorzugsweise grundständigen, fiederförmigen Blättern und einem sparrig verästeltem Stängel, der von Juli bis Oktober blassblaue sitzende Zungenblüten trägt. Hülle doppelt, die äußere fünfblättrig und abstehend, die innere achtblättrig. Die Schließfrüchtchen sind gekrönt mit einem Kranz kleiner, aufrechter Schuppen.
Für den Betrachter der Wegwarte fällt vor allem auf, dass die Blüten nur während hellem Sonnenschein geöffnet sind - ganze Straßen können ihren Charakter durch das Schließen und Öffnen der Blüte der Wegwarte verändern. Die Blüten folgen zudem dem Lauf der Sonne.
Neben dem Typ existieren zwei Unterarten:
Das Verbreitungsgebiet der Gemeinen Wegwarte ist neben ganz Europa Westasien und Nordwestafrika. Sie liebt warme, trockene und vollsonnige Standorte und ist oft an Weg- und Straßenrändern, auf Ödland und an Bahndämmen zu finden. Gemeine_wegwarte.JPG
Die Pflanze wird seit spätestens dem Mittelalter zur Arzneimittelherstellung genutzt. Sie ist möglicherweise unter dem Namen solsequium eine der Pflanzen aus der Landgüterverordnung Karls des Großen (der Name ist nicht eindeutig und wurde auch für Ringelblume, Löwenzahn und Johanniskraut verwandt).
Paracelsus empfiehlt sie bereits als schweißtreibend, Kneipp bei Magen- Darm- und Lebererkrankungen. In der Pflanzenheilkunde wird sie zur Stimulierung und zur Heilung von Milz (sie ist eines der wenigen Phytotherapeutika für die Milz), Leber und Galle eingesetzt, wird aber auch zur allgemeinen Reinigung bei Hautkrankheiten und Ekzemen angewendet. Laut Storl/Pfyl sind Präparate aus der Wegwarte auch in der Lage durch Kationenbindung Schwermetalle wie Kadmium, Blei und Quecksilber, aber auch Pestizide zu binden.
Die Wurzelzichorie wird seit dem Ende des 17. Jahrhunderts zur Herstellung von Zichorienkaffee verwandt. Dazu werden ihre Wurzeln geröstet und gemahlen und dienen so als Kaffee-Ersatz. Große Verbreitung fand er während der Kontinentalsperre zur Zeit Napoléon Bonapartes.
Für den Salat werden nur die Sprösslinge genutzt. Die rübenartigen Wurzeln werden daher im November eingegraben und abgedeckt, während des Winters treiben dann aus den Achseln der vorher eingekürzten Blätter und aus den Terminalknospen 15-20 cm lange und bis 5 cm dicke spindelförmige feste Knospen aus. Durch den Lichtschutz sind sie bleich und zart. Sie werden als Salat oder Gemüse zubereitet.
Eine Quelle (Stichmann-Marny, 1994) führt eine alte Sage an, nach der die Blüten der Wegwarte die blauen Augen eines verwandelten Burgfräuleins seien, das am Wege vergeblich auf die Rückkehr ihres Geliebten vom Kreuzzug in das Heilige Land wartet. Man mag hierin Motive des Romans Heinrich von Ofterdingen des romantischen Dichters Novalis wiedererkennen. Fraglich ist jedoch, ob in der Wegwarte etwa eine reale Entsprechung des Symbols der Romantik, der "blauen Blume", gesehen werden kann, das diesem Roman des Novalis' entstammt.
Korbblütengewächse | Nutzpflanze
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