| Wappen | Karte | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Stadtwappen der kreisfreien Stadt Gelsenkirchen.png | Lage der kreisfreien Stadt Gelsenkirchen in Deutschland.png | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Leitmotiv: Gelsenkirchen: Herz im Revier voll Kraft und Zauber | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Basisdaten | - bgcolor="#FFFFFF" | Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | - bgcolor="#FFFFFF" | Regierungsbezirk: | Münster | - bgcolor="#FFFFFF" | Landschaftsverband: | Westfalen-Lippe | - bgcolor="#FFFFFF" | Regionalverband Ruhr | - bgcolor="#FFFFFF" | Kreis: | Kreisfreie Stadt | - bgcolor="#FFFFFF" | Fläche: | 104,84 km² | - bgcolor="#FFFFFF" | Einwohner: | 269.972 (31. März 2006) | - bgcolor="#FFFFFF" | Bevölkerungsdichte: | 2.569 Einwohner je km² | - bgcolor="#FFFFFF" | Höhe: | 25-95 m ü. NN | - bgcolor="#FFFFFF" | Postleitzahlen: | 45801-45899 (alt: 4650 und 4660) | - bgcolor="#FFFFFF" | Vorwahl: | 0209 | - bgcolor="#FFFFFF" valign="top" | Geografische Lage: | - bgcolor="#FFFFFF" | Kfz-Kennzeichen: | GE | - bgcolor="#FFFFFF" | Gemeindeschlüssel: | 05 5 13 000 | - bgcolor="#FFFFFF" | Stadtgliederung: | 5 Stadtbezirke mit 18 Stadtteilen | |||
| UN/LOCODE: | DE GEK | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| NUTS-Region:: | DEA32 (Gelsenkirchen) | - bgcolor="#FFFFFF" | Adresse der Stadtverwaltung: | Stadt Gelsenkirchen 45875 Gelsenkirchen | - bgcolor="#FFFFFF" | Offizielle Website: | www.gelsenkirchen.de | - bgcolor="#FFFFFF" | E-Mail-Adresse: | stadt@gelsenkirchen.de | - | Politik | - bgcolor="#FFFFFF" | Oberbürgermeister: | Frank Baranowski (SPD) | - bgcolor="#FFFFFF" | Schulden: | 353,6 Mio. € (31. Dezember 2003) | - | Bevölkerung (31. Dezember 2002) | - bgcolor="#FFFFFF" | Arbeitslosenquote: | 20,6 % (31. Mai 2006) | - bgcolor="#FFFFFF" | Ausländeranteil: | 13,4 % | - bgcolor="#FFFFFF" | Altersstruktur: | ||||||||||||||||||
| 0-18 Jahre: | 18,11 % |
| 18-65 Jahre: | 61,22 % |
| ab 65 Jahre: | 20,67 % |
Die Stadt in ihren heutigen Grenzen ist das Ergebnis mehrerer Gebietsreformen. Durch sie wurden umliegende Gemeinden und sogar größere Städte, darunter die ehemalige Großstadt (seit 1926) Buer (seit 1912 Stadtkreis Buer), nach Gelsenkirchen eingegliedert bzw. mit dieser Stadt zusammengelegt. Schon die erste größere Eingemeindung 1903 brachte die Einwohnerzahl Gelsenkirchens über die 100.000-Grenze und machte sie zur Großstadt. Heute liegt Gelsenkirchen mit seinen rund 270.000 Einwohnern auf Platz zehn der 30 Großstädte des Bundeslandes. Früher hatte Gelsenkirchen auf Grund der vielen Fackeln, über die der Bergbau das Grubengas abfackelte, den Beinamen „Stadt der 1000 Feuer“.
Gelsenkirchen liegt an den beiden flachen Hängen der breiten Emschermulde mit dem Rhein-Herne-Kanal im Südwesten Westfalens. Die Kernstadt liegt südlich des Flusses bzw. Kanals, während die Stadtteile Horst und Buer nördlich der Gewässer liegen. Ein Großteil des Stadtgebietes liegt infolge von Bergsenkungen unterhalb des Hauptvorfluters Emscher und muss deshalb regelmäßig von der Emschergenossenschaft trockengepumpt werden. Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt in Nord-Süd-Richtung 17 km und in West-Ost-Richtung 11 km. Die Stadtgrenze misst insgesamt eine Länge von 68km. In Gelsenkirchen sind etwa 10 % des Stadtgebiets Park- und Freizeitflächen und 25 % Wälder und landwirtschaftliche Flächen. Gelsenkirchen gehört damit zu den Städten mit einem überdurchschnittlichen Grünflächenanteil. Panorama_ge.jpg bis nach Ückendorf]] Halde Rheinelbe Gelsenkirchen Panorama.jpg in Ückendorf aus]] Anekdote: Auf die Frage des schwedischen Königs „Wo liegt denn Schalke?“ antwortet Ernst Kuzorra „Anne Grenzstraße!“ (Straße im Stadtteil Schalke, die ehemals die Stadtteile Schalke und Altstadt trennte)
| Karte_Gelsenkirchen_Stadtteile.png |
Folgende Städte grenzen an die Stadt Gelsenkirchen; sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Osten genannt:
Die kreisfreien Städte Herne, Bochum, Essen, sowie die zum Kreis Recklinghausen gehörenden Städte Gladbeck, Dorsten, Marl und Herten.
Die Grenzen zwischen den Stadtbezirken bilden, mit Ausnahme der Grenze des Bezirkes Nord, verschiedene Elemente der Verkehrsinfrastruktur der Stadt. So trennt die Eisenbahnstrecke Herne-Oberhausen die Bezirke Mitte und Süd, der Rhein-Herne-Kanal Mitte und West bzw. Ost und die Kurt-Schumacher-Straße Ost und West.
Den geringsten Anteil an der industriell und gewerblich genutzten Fläche der Stadt Gelsenkirchen haben die Bezirke Süd mit ca. 7,8 % (oder 9,11 % in Bezug zur Bezirksfläche) und Ost mit 8,9%. Dagegen erkennt man noch im Bezirk Mitte mit einem Anteil von 37 % gemessen an der industriell genutzten Stadtfläche (oder 16 % zum Bezirk), die industrielle Vergangenheit wieder. In den Stadtbezirken Nord und West spiegelt sich in den Zahlen von 31 % und 15 % (in Bezug zur industriell genutzten Stadtfläche) der große Flächenverbrauch der dortigen BP Raffinerieanlagen wider.
Die drei Bezirke Nord, Ost und West werden mit ca. 20 % der jeweiligen Bezirksfläche gleichermaßen stark landwirtschaftlich genutzt, wobei alleine im Bezirk Nord 42 % aller landwirtschaftlich genutzten Flächen der Stadt liegen. Schlusslichter sind die Stadtbezirke Mitte mit nur 5 % und Süd mit 11,9 % Anteil an der Bezirksfläche. Die forstwirtschaftliche Flächennutzung ist mit 14 % im Bezirk Ost (dort liegt das Waldgebiet Resser-Mark) am größten. Bezogen auf das gesamte Stadtgebiet liegen im Bezirk Ost sogar 40 % aller forstwirtschaftlichen Flächen.
Während sich also besonders im Norden und Osten der Stadt, sowie noch im Stadtteil Beckhausen auch eine gewisse land- bzw. forstwirtschaftliche Prägung bemerkbar macht, ist vor allem südlich des Rhein-Herne-Kanals die montanindustrielle Vergangenheit der Stadt mit dazugehöriger Wohnbebauung zu erkennen.
Datengrundlage: Statistikatlas 2004, Gelsenkirchen
Um 1150 tauchte zum ersten Mal der Name Gelstenkerken oder Geilistirinkirkin auf. Die erste Schreibweise heißt übersetzt soviel wie Kirche bei den Siedlern (-seten) im Bruchland (gel). Die zweite Variante wurde von Franz Darpe mit Kirche (am Bach) der üppigen Stiere und von Paul Derks mit Kirche am Platz, wo sich geile Stiere tummelten übersetzt. Die benannte Kirche bezeichnete vermutlich die Gelsenkirchener Dorfkirche, eine der Vorgängerbauten der Kirche St. Georg. Der Schutzpatron St. Georg hat jedoch nichts mit dem ersten Teil des Stadtnamens zu tun. Etwa gleichzeitig wurde im Norden des heutigen Stadtgebiets im Stadtteil Buer die erste Kirche gebaut; diese ecclesia Buron (Kirche zu Buer) wurde 1160 in einem Verzeichnis von Pfarrkirchen des Deutzer Küsters Theodericus aufgelistet. Diese Siedlung gehörte zum Vest Recklinghausen. Allerdings lebten in der Frühzeit und im Mittelalter nur wenige Dutzend Menschen in den Siedlungen um die Emschermulde. Die südlich der Emscher gelegenen Gebiete der heutigen Stadt Gelsenkirchen gehörten hingegen zur Grafschaft Mark, die seit 1666 (ab 1609 provisorisch) Teil Preußens war.
| BuerSueden1955_1.jpg | BuerNorden1955_2.jpg | Buer_stadtwald.jpg | Zechensiedlung.jpg | Bogestra_hist.jpg bei der Wiedereröffnung der Haltestelle Essener Straße]] Gelsenkirchen_nordstern.jpg; heute Hauptverwaltung der THS]] Weka.jpg | Gelsenkirchen_altstadt.jpg | Wissenschaftspark_01.jpg]]
Nach der Entdeckung der Steinkohle, im Ruhrgebiet liebevoll „Schwarzes Gold“ genannt, im Jahre 1840 und der ihr folgenden Industrialisierung wurden 1847 die Köln-Mindener-Eisenbahn und der erste Gelsenkirchener Bahnhof eröffnet. 1868 wurde Gelsenkirchen Sitz eines eigenen Amtes im Kreis Bochum. Dazu gehörten die Gemeinden Gelsenkirchen, Braubauerschaft (ab 1900 Bismarck), Schalke, Heßler, Bulmke und Hüllen. Friedrich Grillo gründete 1872 in Schalke die „Aktiengesellschaft für Chemische Industrie“ und den „Schalker Gruben- und Hüttenverein“. Ein Jahr später gründete er, ebenfalls in Schalke, die „Glas- und Spiegel-Manufaktur AG“. Nachdem Gelsenkirchen zu einem wichtigen Standort der Schwerindustrie geworden war, erhielt es 1875 das Stadtrecht.
Auch in Gelsenkirchen wurde im November 1938 die Synagoge im Stadtteil Buer von den Nationalsozialisten niedergebrannt. Die Synagoge in der Gelsenkirchener Innenstadt wurde ebenfalls zerstört; genau 66 Jahre später wurde dort der Grundstein für eine neue Synagoge gelegt. Das Institut für Stadtgeschichte unterhält eine Dokumentationsstätte „Gelsenkirchen im Nationalsozialismus“.
2004 veröffentlichte der Gelsenkirchener Fußballverein Schalke 04 aus Anlass seines 100-jährigen Bestehens eine Studie, in der seine Vereinsgeschichte in den Zeiten des dritten Reiches untersucht wurde. Das Ergebnis war, dass der Verein sich zwar den politischen Gegebenheiten angepasst hatte, aber nicht nationalsozialistisch aktiv war.
Mit der Einführung der Postleitzahlen erhielt 1961 Gelsenkirchen als eine von wenigen Städten zwei Postleitzahlen, Buer die Zahl 466 und Gelsenkirchen die Zahl 465 (beide bis zum 1. Juli 1993 im Gebrauch). Die erste Gesamtschule in NRW wurde 1969 in Gelsenkirchen eröffnet. Die „Scholven-Chemie AG“ (ehemals Hydrierwerk Scholven) fusionierte 1975 mit der „Gelsenberg-Benzin-AG“ zur „VEBA-Oel AG“.
Bei Gelegenheit seines Besuchs in der Bundesrepublik Deutschland zelebrierte Papst Johannes Paul II. 1987 im Parkstadion vor 85.000 Menschen eine Heilige Messe. Er nahm die ihm angetragene Ehrenmitgliedschaft des FC Schalke 04 an.
Bis weit in die Zeit der Montan- und Stahlkrisen gab und gibt es in Gelsenkirchen große produzierende Unternehmen aus dem Montan-Segment, u.a. die heute weiterhin aktive Schalker Eisenhütte Maschinenfabrik, und das Gussstahlwerk der Thyssen AG.
In den neunziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts wurde in Gelsenkirchen, später als in einigen anderen Ruhrgebietsstädten, die Umstrukturierung der Wirtschaft und der Stadt selbst sichtbar. So fand 1997 auf dem Gelände der stillgelegten Zeche Nordstern die Bundesgartenschau (BUGA) statt, die das ehemalige Zechengelände zum Landschaftspark umgestaltete. Zwei Jahre später fand das Finale der 1989 begonnenen, Städte-übergreifenden IBA Emscher Park statt.
Die Kokerei Hassel produzierte am 29. September 1999 zum letzten Mal Koks. Mit der Stilllegung stellte die letzte Kokerei auf Gelsenkirchener Stadtgebiet ihre Produktion ein. Bis dahin war in Gelsenkirchen über 117 Jahre und 12 Tage Koks produziert worden. Im gleichen Jahr nahm die Shell Solar Deutschland AG die Produktion von Fotovoltaik-Anlagen auf. Mit der Schließung der letzten Zeche Gelsenkirchens, der Zeche Ewald Hugo, wurden am 28. April 2000 3000 Bergleute entlassen.
2003 feierte der Stadtteil Buer sein 1000-jähriges Bestehen. Der FC Schalke 04 feierte am 4. Mai 2004 sein 100jähriges Bestehen. Heute ist Gelsenkirchen ein modernes Wissenschafts-, Dienstleistungs- und Produktionszentrum mit guter Infrastruktur.
Gelsenkirchen hatte als Gründung von Essen von Anfang an die gleichen kirchlichen Verhältnisse, wie die Mutterkirche in Essen selbst, d.h. die Kirche gehörte zum Erzbistum Köln und war dem Dekanat Essen unterstellt. Mit dem Übergang an die Grafschaft Mark war der Gelsenkirchener Pfarrer dem Dechanten zu Wattenscheid unterstellt. Die Kirchen in Buer und Horst waren dem Dechanten zu Dorsten zugeordnet. In Gelsenkirchen setzte sich zu Beginn des 17. Jahrhunderts die Reformation nach lutherischem Bekenntnis durch, doch konnten die Katholiken noch bis Ende des 19. Jahrhunderts die einzige Kirche der Stadt (St. Georg) mitbenutzen (Simultankirche). Anfang des 17. Jahrhunderts entstand auch eine reformierte Gemeinde. Der Anteil der Protestanten und Katholiken in Gelsenkirchen war relativ ausgewogen. Buer und Horst blieben als Orte des Vests Recklinghausen katholisch. Erst durch Zuzug im 19. Jahrhundert entstanden auch hier evangelische Kirchengemeinden. Doch kam der Anteil an der Gesamtbevölkerung nie über ein Drittel hinaus.
Die evangelischen Kirchengemeinde Gelsenkirchens gehörte bis Ende des 19. Jahrhunderts zur Synode Bochum, doch wurde die Stadt 1892 Sitz eines eigenen Superintendenten bzw. einer Kreissynode für das gesamte Umland. Hieraus entstand später der „Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid“, zu dem heute 22 evangelische Kirchengemeinden der Stadt Gelsenkirchen und dem benachbarten Stadtbezirk Wattenscheid der Stadt Bochum innerhalb der Evangelischen Kirche von Westfalen gehören. Die nördlichen evangelischen Gemeinden bestehen aus Buer mit 8.900 Mitgliedern, Markus-Gemeinde Hassel mit 1.950 und Scholven mit 3.350 Mitgliedern. Sie wollen sich 2007 zu einer Großgemeinde zusammenschließen.
Die Katholiken in Gelsenkirchen konnten bis Mitte des 19. Jahrhundert zusammen mit den Protestanten die Kirche St. Georg nutzen. Infolge des starken Wachstums der Gemeinde war jedoch der Bau einer eigenen Kirche geboten. So wurde 1845 die Augustinuskirche erbaut. Weil sie aber schon bald zu klein war, entstand zwischen 1874 und 1884 die heutige Kirche St. Augustinus , die 1904 durch päpstlichen Erlass zur Propsteikirche erhoben wurde.
Im Jahr 1905 waren in Gelsenkirchen 47,3 % der Bewohner evangelisch und 51,2 % katholisch.
Die Propsteikirche wurde Mutterkirche mehrerer anderer katholischer Kirchen der Stadt. Während des 2. Weltkriegs 1944 durch Bomben stark zerstört, wurde die Augustinuskirche 1948 bis 1952 wieder aufgebaut und inzwischen mehrfach restauriert. Die Pfarrgemeinden Gelsenkirchens gehörten ab 1821 zum (Erz-)Bistum Paderborn. Die Stadt wurde Sitz eines Dekanats. Die Pfarrgemeinden in Buer und Horst gehörten ab 1821 zum Bistum Münster. Während Buer Sitz eines eigenen Dekanats wurde, gehörte Horst zum Dekanat Gladbeck. 1955 erfolgte die Ernennung der Pfarrkirche Sankt Urbanus in Buer zur Propsteikirche. Als 1958 das Bistum Essen gegründet wurde, kamen alle Pfarrgemeinden der Stadt Gelsenkirchen zu diesem neuen Bistum. Sie bilden heute das Stadtdekanat Gelsenkirchen.
Sowohl von der evangelischen wie der katholischen Kirche werden in Gelsenkirchen eine Reihe größerer sozialer Einrichtungen, besonders im Gesundheitswesen, betrieben. Dazu zählen u.a. im Zentrum Buers das katholische St. Marienhospital, im Zentrum Gelsenkirchens die Evangelischen Kliniken und in Ückendorf die Zentrale der St. Augustinus Gelsenkirchen GmbH, die dort das Marienhospital unterhält, dazu das St. Vinzenzhaus (Altenpflegeheim) und das St. Josefsheim (Kinderheim) in Gelsenkirchen-Mitte.
Neben den evangelischen und römisch-katholischen Gemeinden in Gelsenkirchen gibt es christlich-orthodoxe Gemeinden (zu denen vor allem Gastarbeiter und Aussiedler gehören), verschiedene Freikirchen, darunter Apostolische Gemeinschaft, Evangelisch-freikirchliche Gemeinden (Baptisten), Evangelisch-methodistische Gemeinden (Methodisten), die Heilsarmee und die zum Mülheimer Verband gehörige Christus-Gemeinde. Auch die Neuapostolische Kirche ist in Gelsenkirchen vertreten.
Durch die Gemeinschaftsbewegung bildeten sich parallel zu den traditionellen Landeskirchen Ende des 19. Jahrhunderts in vielen Ortsteilen auch zahlreiche Landeskirchliche Gemeinschaften. Diese Gemeinschaften gehören in der Regel der Evangelischen Landeskirche an und halten neben den kirchlichen Gottesdiensten noch eigene Veranstaltungen ab. Hier sind z. B. die Evangelisch-Lutherischen Gebetsgemeinschaften (ELG) und die Stadtmission zu nennen. Viele dieser Gemeinschaften bestehen bis heute.
In Gelsenkirchen gibt es eine jüdische Gemeinde, die durch den Zuzug einer größeren Zahl aus der Sowjetunion bzw. der Russischen Föderation Ausgewanderter in den letzten Jahren gewachsen ist.
Weiterhin sind islamische Glaubensgemeinschaften vertreten. Im Stadtteil Hassel gibt es seit den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts eine klassische Moschee, inzwischen existieren in Gelsenkirchen mehrere Moscheen. 2001 wurde die Moschee Kesselstr. 25-27 gebaut. Es gab heftige Dispute zwischen dem Stadtteilbüro und dem Moscheeverein mit seinen (2005) 280 Mitgliedern. Dem Verein wurde vorgeworfen mit der islamischen Gemeinschaft Milli Görüs zusammen zu arbeiten. Milli Görüs steht unter verschärfter Beobachtung des Verfassungsschutzes.
Die islamischen Glaubensgemeinschaften sind durch die zugezogenen, vor allem türkischen Gastarbeiterfamilien (in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts) allmählich entstanden.
1903 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt Gelsenkirchen nach der Eingemeindung von Schalke (26.077 Einwohner 1900), Ückendorf (21.937), Bismarck (21.169), Bulmke (11.001), Heßler (3.508 Einwohner 1895) und Hüllen (2.969 Einwohner 1895) die Grenze von 100.000 und machte sie zur Großstadt. 1924 erfolgte die Eingliederung von Rotthausen (29.413 Einwohner 1919), wodurch die Einwohnerzahl auf 206.595 stieg.
Am 1. April 1928 wuchs die Bevölkerung der Stadt nach dem Zusammenschluss von Gelsenkirchen (207.153 Einwohner 1925), Buer (99.307), Horst-Emscher (23.412) und weiterer Orte im Amt Horst auf 340.077. Im Jahre 1959 erreichte die Einwohnerzahl mit 391.745 ihren historischen Höchststand. Seitdem ist die Bevölkerungszahl um 31 Prozent gesunken. Ende Juni 2005 lebten in der Stadt nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 269.281 Menschen mit Hauptwohnsitz.
Die extremen Bevölkerungszuwächse seit dem Beginn der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts (hauptsächlich vor dem Ersten und nach dem Zweiten Weltkrieg) sind durch die angeworbenen Arbeiter der Montanindustrie zu erklären. Diese stammten vor dem Zweiten Weltkrieg überwiegend aus Ost- und Westpreußen, sowie aus Posen und Schlesien. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der überwiegende Teil der Arbeiter aus Südeuropa und der Türkei.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
| Jahr | Einwohner | - | 1798 | 350 | - | 1818 | 505 | - | 1839 | 624 | - | 1. Dezember 1871 ¹ | 7.825 | - | 1. Dezember 1875 ¹ | 11.295 | - | 1. Dezember 1880 ¹ | 14.600 | - | 1. Dezember 1885 ¹ | 20.290 | - | 1. Dezember 1890 ¹ | 28.057 | - | 2. Dezember 1895 ¹ | 31.582 | - | 1. Dezember 1900 ¹ | 36.935 | - | 1. Dezember 1905 ¹ | 147.005 | - |
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| Jahr | Einwohner | - | 1. Dezember 1910 ¹ | 169.513 | - | 1. Dezember 1916 ¹ | 157.789 | - | 5. Dezember 1917 ¹ | 156.444 | - | 8. Oktober 1919 ¹ | 168.557 | - | 16. Juni 1925 ¹ | 207.153 | - | 16. Juni 1933 ¹ | 332.545 | - | 17. Mai 1939 ¹ | 317.568 | - | 31. Dezember 1945 | 249.162 | - | 29. Oktober 1946 ¹ | 265.793 | - | 13. September 1950 ¹ | 315.460 | - | 25. September 1956 ¹ | 374.697 | - |
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| Jahr | Einwohner | - | 6. Juni 1961 ¹ | 382.689 | - | 31. Dezember 1965 | 371.143 | - | 27. Mai 1970 ¹ | 348.292 | - | 31. Dezember 1975 | 322.584 | - | 31. Dezember 1980 | 304.386 | - | 31. Dezember 1985 | 285.002 | - | 25. Mai 1987 ¹ | 287.508 | - | 31. Dezember 1990 | 293.714 | - | 31. Dezember 1995 | 291.164 | - | 31. Dezember 2000 | 278.695 | - | 30. Juni 2005 | 269.281 |
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| Gelsenkirchen_aug2004_001.jpg | Gelsenkirchen_aug2004_002.jpg | Bahnhofscenter_Gelsenkirchen_abend.jpg]]
Buer und Horst wurden bis 1891 unter dem gemeinsamen Amt Buer verwaltet, dann gab es ein eigenständiges Amt Horst. Jedes Amt wurde von einem Amtmann geleitet. Nach Erlangung der Stadtrechte in Buer 1911 stand an der Spitze Buers ebenfalls ein Bürgermeister, später Oberbürgermeister. Die Stadt Gelsenkirchen-Buer bzw. die neue Stadt Gelsenkirchen (ab 1928) wurde von einem Oberbürgermeister geleitet.
Während der Zeit der Nationalsozialisten wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten „Rat der Stadt“, dessen Mitglieder man als „Stadtverordnete“ bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1996 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wurde 1999 erstmals direkt vom Volk gewählt.
Bürgermeister und Oberbürgermeister
Oberstadtdirektoren
Gemeinderat Gemeinderat_Gelsenkirchen_2004.png Dem Rat der Stadt Gelsenkirchen gehören derzeit 66 Mitglieder an. Nach der Kommunalwahl 2004 ergibt sich folgende Sitzverteilung:
PDS und das Wahlbündnis AUF Gelsenkirchen sowie REP und WIR bilden jeweils eine Fraktion. Der Rat der Stadt tagt in der Regel alle 6 Wochen. Hinzu kommen zahlreiche Ausschüsse.
Stadtwappen der kreisfreien Stadt Gelsenkirchen.png
Blasonierung: Das Stadtwappen Gelsenkirchens ist geviert von Schwarz und Silber. Im linken Obereck eine silberne Kirche und im rechten Untereck Schlägel und Eisen. Im rechten Obereck eine bewurzelte grüne Linde und im linken Untereck ein linksgewendeter roter Löwe vor 5 blauen Querbalken.
Die Kirche stammt aus dem alten Gelsenkirchener Stadtwappen, Schlägel und Eisen stehen für die große Bedeutung des Steinkohlenbau und der Eisenindustrie. Die Linde stammt aus dem Buerschen Stadtwappen, der rote Löwe aus dem Familienwappen der Herren von Horst. Das Wappen wurde der Stadt im Jahre 1928 verliehen.
| Newcastle upon Tyne (Vereinigtes Königreich), seit 1948 | |
| Zenica (Bosnien und Herzegowina), seit 1969 | |
| Schachty (Russland), seit 1989 | |
| Allenstein (Polen), seit 1992 | |
| Cottbus (Brandenburg), seit 1995 | |
| Büyükçekmece (Türkei), seit 2004 |
| Karte_Gelsenkirchen_Strassen.png | Buerer_strasse.jpg | gelsenkirchen_bus.jpg]] DB_ReiseZentrum_Gelsenkirchen.jpg
Gelsenkirchens Bruttoinlandsprodukt betrug 2003 insgesamt 6,074 Milliarden Euro, welches bei etwa 270.000 Einwohnern ein Pro-Kopf-BIP von ca. 22.500€ ergibt und eine Erhöhung um 2,7% zum Vorjahr darstellt. Am 31. März 2005 gab es in Gelsenkirchen 70.969 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte, rund zwei Drittel davon im Dienstleistungssektor. Weiterhin gab es in Gelsenkirchen am 30. Juni 2005 rund 108.000 Erwerbstätige, zu denen rund 8.900 Selbständige und 7000 Unternehmer gehören. Die Arbeitslosenquote betrug am 31. August 2005 23,2%. Die Wirtschaft in Gelsenkirchen hatte im ersten Halbjahr 2005 einen Umsatz von knapp acht Milliarden Euro. Dieses stellt zum Vergleichszeitraum im Vorjahr eine Steigerung um 16,4% dar. Der Umsatz des Exportes betrug im selben Zeitraum ca. 610 Millionen Euro und stellt zum Vergleichszeitraum im Vorjahr eine Steigerung um 19,4% dar. Die Stadt Gelsenkirchen ist laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung, auf Grund ihrer Infrastruktur und Kommunalpolitik, nach Leipzig, Karlsruhe und Bremen, Deutschlands 4. unternehmensfreundlichste Stadt.
Die beiden größten Einkaufsmeilen in Gelsenkirchen sind die Bahnhofsstraße, die sich direkt an den Hauptbahnhof und dessen Vorplatz anschließt und sich bis zum Neumarkt erstreckt, und die Hochstraße im Stadtteil Buer, wobei die Bahnhofsstraße mit ca. 55.000 täglichen Passanten zu den bedeutendsten Einkaufsmeilen des mittleren Ruhrgebiets und darüber hinaus zu den 30 meistbesuchten Einkaufsstraßen Deutschlands zählt.
Dann begann in Gelsenkirchen, wie auch in der übrigen Region, mit dem Abbau der Steinkohle im Ruhrgebiet der wirtschaftliche Umschwung von der Landwirtschaft zur Schwerindustrie. Die Entwicklung der Industrie verlangte nach Verkehrsverbindungen; sie gab den Anstoß zum Bau der Köln-Mindener-Eisenbahn. Von der wachsenden Industrie angezogen kamen immer mehr Menschen, häufig aus Ostpreußen, das heute zu Polen und zu Russland gehört, in das Ruhrgebiet, um dort zu arbeiten. Bis um die Wende zum 20. Jahrhundert vervierfachte sich die Zahl der Einwohner Gelsenkirchens innerhalb weniger Jahre auf knapp 150.000.
Die Schwerindustrie entwickelte sich über die Jahre zu dem wichtigsten Wirtschaftszweig in Gelsenkirchen. Nachdem in den 1920ern viele Arbeitsplätze wegrationalisiert worden waren, gab es in Gelsenkirchen in den 1930ern wieder einen kräftigen wirtschaftlichen Aufschwung, der Gelsenkirchen zu Europas Steinkohlestandort Nummer 1 machte. Zu diesem Aufschwung trug die beginnende Kriegsproduktion bei. Auf Grund der hohen wirtschaftlichen Bedeutung Gelsenkirchens wurden im Zweiten Weltkrieg mehr als drei Viertel der Stadt zerstört.
Seit den 1960er Jahren verlor die Montanindustrie auch in Gelsenkirchen ihre einstige Bedeutung. Mit einigem Zögern und unter erheblichen strukturellen Problemen begab sich Gelsenkirchen auf neue Wege und versucht, sich als Standort für Zukunftstechnologien zu profilieren. Zum einen hat sich Gelsenkirchen als Solarstadt einen Namen gemacht (unter anderem wurden die Solarzellen für den neuen Berliner Hauptbahnhof in Gelsenkirchen produziert), zum anderem gibt es einen deutlicher größeren Dienstleistungssektor.
Den Nahverkehr in Gelsenkirchen bedienen Straßenbahnen und Busse der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahn AG BOGESTRA, sowie im Norden Gelsenkirchens die Vestische Straßenbahnen GmbH (das Unternehmen heißt zwar Vestische Straßenbahnen GmbH, betreibt heute aber nur noch Omnibusse). Ferner verkehren in den Randgebieten der Stadt sowie auf einigen CE- und SB-Linien Busse und Straßenbahnen der STOAG, EVAG sowie des BVR. Die Linien fahren alle zu einheitlichen Preisen innerhalb des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr. Es verkehren 3 Straßenbahnlinien (107,301,302),eine Stadtbahnlinie(U17 als oberirdische Stadtbahn verbindet sie den Stadtteil Horst mit der Essener Innenstadt und Universität) sowie ca. 50 Buslinien in Gelsenkirchen. Etwa neunzig Prozent der Gelsenkirchener U-Bahn-Tunnel sind, auf Grund ihrer speziellen Bauweise, senkungs- und erdbebensicher. Die Senkungssicherheit war der ausschließliche Grund für die neu entwickelte Bauweise, die Bergschäden, die vor allem durch nicht (ordentlich) verfüllte Schächte des Raubbergbaus entstehen, vorbeugen soll. Der Nachteil dieser Bauweise liegt jedoch bei den Kosten, die etwa doppelt so hoch sind wie für einen Standardtunnel. Längere Zeiten war auch die U21 geplant die vom Bf Buer Nord über Buer Mitte, Erle, Bismarck, Schalke, Gelsenkirchen Hbf, Ückendorf nach Witten führen sollte. Diese Planung wurde allerdings verworfen. In der Landesplanung 1998 war die Verlängerung der Linie 302 bis zum Bf Buer Nord eingezeichnet. Diese wurde bis heute (Juni 2006) noch nicht verwirklicht.
In Gelsenkirchen-Buer ist auf der Hochstraße der Radiosender REL Radio Emscher-Lippe beheimatet.
An Tageszeitungen erschien bis 2006 die „Buersche Zeitung“, von der die in Dortmund erscheinenden „Ruhr Nachrichten“ den Lokalteil übernahmen. Es berichtet die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ (WAZ) und das Lokalradio REL - Mein Radio! über das regionale Geschehen.
Weiterhin erscheint kostenlos der „Stadtspiegel Gelsenkirchen“ einmal wöchentlich, sowie die monatlichen bzw. unregelmäßigen lokalen Ausgaben der „Familienpost“ Familienpost Online und des „Beckhausener Kuriers“.
Einige weitere forschende Institutionen sind die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in NRW (u.a. Institut für Verwaltungswissenschaften), das Hygieneinstitut des Ruhrgebiets, die Fachhochschule Gelsenkirchen (u.a. Forschungsschwerpunkt Komponentenbasierte Softwareentwicklung (CombaSoft), Institut für Internet-Sicherheit, Institut zur Förderung von Innovation und Existenzgründung, Institut für biologische und chemische Informatik, Institut für demand logistics), das Labor und Servicecenter des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme und das Pathologische und Gewebepathologische Institut.
Anlässlich der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006 ist die Verkehrsinfrastruktur in Gelsenkirchen zur VELTINS-Arena hin ausgebaut worden. Seit Anfang 2005 wurde der Gelsenkirchener Hauptbahnhof großzügig umgebaut und am 8. Juni 2006, also einen Tag vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft 2006, fertig gestellt. Das Deutsche Bahn-Reisezentrum wurde deutlich näher zu den Bahnsteigen gelegt, das alte Reisezentrum abgerissen und dort ein neuer bahnhofsnaher Taxistand gebaut. Zudem erhielten U-Bahn-Abgang und Taxistand eine Überdachung mit einer Fotovoltaikanlage. Weiterhin wurde zu jedem Bahnsteig ein Aufzug gebaut, und es wurde ein Blindenleitsystem (weiße Bodenplatten mit Rillen) in den Bahnhof integriert, sodass der Bahnhof nun barrierefrei ist. Im U-Bahnhof wurden die Bahnsteige abgesenkt, und die Stromversorgung der Linie 302 wurde zudem so ausgebaut, dass sie nun von zwei aneinander gekoppelten Fahrzeugen (Doppeltraktion) befahren werden kann. Die Straßenbahn-Haltestelle „VELTINS-Arena“ hat durch eine großzügige Überdachung den Charakter eines Bahnhofs erhalten.
Die Bauarbeiten im unmittelbaren Bahnhofsumfeld und an der Infrastruktur von und zur Arena werden durch ein Redesign der Gelsenkirchener Einkaufspassage - der Bahnhofsstraße - ergänzt. Weitere Großbauprojekte waren unter anderem die Komplettsanierung der Uferstraße (wichtige Ost-West-Verbindung parallel zum Rhein-Herne-Kanal), die neue Anschlussstelle der A 42 mit der Bezeichnung „Gelsenkirchen-Schalke“, sowie weitere Baumaßnahmen, wie Verlängerung von Abbiegespuren.
Die 1992 gegründete Fachhochschule Gelsenkirchen mit Abteilungen in Bocholt und Recklinghausen unterhält folgende Fachbereiche: Wirtschaft, Informatik, physikalische Technik, Elektrotechnik, Maschinenbau und Versorgungs- und Entsorgungstechnik. Gelsenkirchen ist außerdem einer von sieben Standorten der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW (Fachbereiche: Kommunaler Verwaltungsdienst, Polizeivollzugsdienst, Modellstudiengang Verwaltungsbetriebswirtschaftslehre).
In der Virchowstraße in GE-Ückendorf unterhalten christliche Kirchen für die Ausbildung in der Krankenpflege das "Kirchliche Bildungszentrum für Gesundheitsberufe im Revier".
Die Stadtverwaltung Gelsenkirchen betreibt eine Volkshochschule sowie eine Stadtbibliothek mit drei Zweigstellen in den Stadtteilen Horst, Buer und Erle mit mehr als 100.000 Büchern, Filmen und CDs.
Weiterhin gibt es in Gelsenkirchen einige Siedlungen, Aussichts- und Ankerpunkte der Route der Industriekultur. Die Gelsenkirchener Aussichtspunkte der Route sind die Halde Rungenberg und Halde Rheinelbe. Ebenfalls in die Route wurden die Siedlungen Flöz Dickebank und Schüngelberg aufgenommen, und der Nordsternpark bietet Informationen über das ehemalige Zechengelände, sowie über die industrielle Vergangenheit der Region. Er wird deshalb als einer der Ankerpunkte der Route bezeichnet.
In der Kultur wurde wegen des Haushaltssicherungsgesetzes weitläufigst eingespart.
Das im Nordsternpark gelegene Amphitheater Gelsenkirchen wurde 1997 zur Bundesgartenschau am Rhein-Herne-Kanal errichtet. Im Frühjahr und Sommer finden im Amphitheater unter anderem das Rock Hard Festival, verschiedene andere Musikevents und Freilichtkinoaufführungen statt.
Das Consol-Theater in Bismarck war einst das Lüftermaschinengebäude mit den Ventilationsmaschinen der Zeche Consolidation. Seit 2001 finden im Consol-Theater regelmäßig Aufführungen mit dem Programmschwerpunkt Kinder- und Jugendtheater statt.
Das Emscher-Lippe-Theater ist ein Ensemble junger Künstler der Emscher-Lippe-Region rund um Gelsenkirchen. Die Aufführungen finden in städtischen Schulen der Region statt.
Weiterhin finden in der Veltins-Arena verschiedene Musikevents mit internationalen Künstlern und Musicals in unregelmäßigen Abständen statt, bisher wurden zum Beispiel die Opern Aida, Carmen oder Turandot aufgeführt.
Das Motorradmuseum an der Wallstr. verfügt über 90 Oldtimer und wird von dem 1932 geborenen Karl Rebuschat geleitet. Die älteste Maschine ist eine "DKW-Blutblase" von 1925. Angeschlossen ist ein Teilemarkt mit seltenen Stücken, der jeden 2. Sonntag im Monat geöffnet ist und tausende von Motorradinteressenten anzieht.//www.classic-motorrad.de/CM2003/Karl_am_Kanal/Seite.html Im Kleinen Museum in der Eschweiler Str.11 wird die Geschichte des Bergbaus in Gelsenkirchen und die der Zeche Hugo gezeigt. //www.zeche-hugo.com/1082/index.html
Das Schalke-Museum berichtet über die erfolgreiche Vereinsgeschichte in der Veltins-Arena.
Das 1956-1959 von Werner Ruhnau, Harald Deilmann, Ortwin Rave und Max von Hausen erbaute Musiktheater im Revier ist eines der bedeutendsten Bauwerke der deutschen Nachkriegsarchitektur und bietet 1005 Besuchern Platz. Besonders bei Nacht strahlt das an der Florastraße gelegene MiR ein besonderes Flair aus. Im Foyer des MiR befinden sich große blaue Schwammreliefs des französischen Künstlers Yves Klein. Das angegliederte kleine Haus (für 347 Besucher) beherbergt eine frühe kinetische Arbeit von Jean Tinguely.
Der Architekt Josef Franke prägte in den 1920er Jahren das Stadtbild Gelsenkirchens mit mehreren repräsentativen Bauten, die man dem Backstein-Expressionismus zurechnet. Hierzu gehören unter anderem das Ricarda-Huch-Gymnasium (früher Lyzeum Aloysianum), das Wohn- und Geschäftshaus „Ring-Eck“, das Straßenbahndepot und die Heilig-Kreuz-Kirche in Ückendorf.
Weitere Beispiele für den in Gelsenkirchen weit verbreiteten Backstein-Expressionismus sind das 1928 erbaute Finanzamt Süd, das 1920 erbaute Volkshaus Rotthausen und das Hans-Sachs-Haus (s.o.).
Das bekannteste und größte Bauwerk in Gelsenkirchen ist die 2001 erbaute Veltins-Arena (ehemalige „Arena AufSchalke“); es hat einen herausfahrbaren Rasen und ein schließbares Dach. Die Heimspielstätte des FC Schalke 04 bietet bei nationalen Fußballspielen 61.524 Gästen Platz, bei internationalen Spielen gibt es auf Grund des Stehplatzverbotes lediglich 53.574 Plätze in der Arena. Bei Konzerten hat die Arena sogar eine Kapazität von 78.437 Zuschauern. Das offizielle 5-Sterne Stadion der FIFA ist von vielen, selbst weit entfernten Punkten im Ruhrgebiet aus zu sehen.
In unmittelbarer Nachbarschaft der Veltins-Arena befindet sich ihr Vorgänger - das Parkstadion. Es wurde 1973 als Nachfolger der Glückauf-Kampfbahn eröffnet, die sich allerdings noch im Stadtteil Schalke befand, und war ein Jahr später ein Spielort der Fußball-Weltmeisterschaft 1974. Nach dem Abriss einiger Teile der Tribüne werden dort nun zur FIFA WM 2006 ein Hotel sowie ein Reha-Zentrum gebaut. Auf einem ausgedehnten Industriegelände in Ückendorf wurde von 1861-1930 in der Zeche Rheinelbe Kohle gefördert, anschließend war das Gussstahlwerk noch bis 1984 in Betrieb. 1989 begannen hier die Planungen für den Wissenschaftspark Rheinelbe, der 1995 anlässlich der IBA Emscher Park errichtet wurde. Er wurde mit dem Deutschen Architekturpreis ausgezeichnet. Die 300 Meter lange Halle mit ihrer schräg gestellten Glasfassade steht im rechten Winkel zu den angeschlossenen Bürotrakten. In der Glashalle befindet sich eine Arbeit des Lichtkünstlers Dan Flavin; sie bietet Platz für wechselnde Ausstellungen. Der Bau trägt eine der größten Dach-Fotovoltaikanlagen. Ähnlich futuristisch wie der Wissenschaftspark präsentiert sich das Institut für Kanalisationstechnik, das sich ebenfalls im Stadtteil Ückendorf befindet.
Die Wasserburg Haus Lüttinghof wurde 1308 auf Initiative der Kölner Erzbischöfe zum Schutze des Vests Recklinghausen errichtet. Der Name der Wasserburg ist auf die Familie Luttekenhove zurückzuführen, die sie als Lehen erhielt. Der kunstgeschichtliche Rang der Burg beruht auf ihrer mittelalterlichen Silhouette als Niederungsburg. Das von 1988 bis 1991 aufwendig restaurierte Haus Lüttinghof liegt in einem Naturschutzgebiet im Norden Gelsenkirchens, an der Lüttinghofallee 3.
Ein bedeutendes Renaissance-Schloss im nordwestdeutschen Raum ist das Schloss Horst. Bei Ausgrabungen 2005 am Schloss wurden Fundamente aus der Zeit um 1200 gefunden. Mindestens solange ist der Stadtteil Horst also besiedelt. Zwar wurde schon um 1282 ein erster Bau errichtet, aber der Schlossbau, der heute nach Restaurierung als Standesamt dient, wurde in der Frührenaissance von 1556-1578 errichtet. Neben den restaurierten Teilen entstand auch eine große Glashalle, die den Innenhof des Schlosses überspannt.
Das Schloss Berge, früher auch Haus Berge genannt, steht im Stadtteil Buer auf der Südseite des Buerschen Berges. Erbaut wurde es als Wasserburg zum Schutze des heutigen Gelsenkirchener Stadtteils Erle, wurde aber in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts im späten Barockstil zum Schloss umgestaltet.
Die Hauptverwaltung der Gelsenwasser AG befindet sich direkt an der Kurt-Schumacher-Straße, der Hauptverkehrsachse Gelsenkirchens, in der Nähe der Veltins-Arena. Im Zuge der Erweiterung der Hauptverwaltung wurde um das neue Verwaltungsgebäude ein enormes Wasserbassin angelegt.
Das WEKA-Karrée (früher nur Westfalen-Kaufhaus) in der Innenstadt wurde 1912 von den Düsseldorfer Architekten Walter Klose und Georg Schäfer als Kaufpalast des Warenhaus-Unternehmens Gebr. Alsberg AG erbaut (erweitert 1928). Heute beheimatet das WEKA-Karrée u.a. eine Niederlassung des VRR, das Blutspendezentrum Gelsenkirchen sowie verschiedene Einzelhandelsgeschäfte.
Zwar weniger ansehnlich, aber dafür umso höher sind die Schornsteine des Kraftwerkes Scholven. Sie sind mit einer Höhe von 302 Metern die zweithöchsten Schornsteine in Deutschland. Den höchsten Schornstein hat mit einer Höhe von 337 Metern das ebenfalls auf Gelsenkirchener Stadtgebiet gelegene Kraftwerk Westerholt.
An der Gildenstraße wird am 26. November 2006 eine neue Synagoge auf dem Standort der alten eröffnet, die 1938 in der Reichspogromnacht niedergebrannt wurde. Die Kosten von 5,2 Mio. Euro trugen zu je einem Drittel das Land NRW, die Stadt Gelsenkirchen und die jüdische Gemeinde. Die Initiatorin des Neubaus ist Judith Neuwald-Tasbach, Tochter von Kurt Neuwald. Die neuen, übergroßen Fenster aus zerstörungsfestem Sicherheitsglas sollen Präsenz zeigen. Die Synagoge gilt als Symbol der Hoffnung für eine bessere gemeinsame Zukunft. Im Gebetssaal sitzen Männer und Frauen getrennt. Bild unter //commons.wikimedia.org/wiki/Category:Gelsenkirchen%2C_Germany, GE-Synagoge.jpg
An der Richard-Wagner-Straße erhebt sich die von 1891-1897 erbaute katholische St. Maria Himmelfahrt Kirche. Die von A. Güldenpfennig erbaute Kirche ist eine der seltenen dreitürmigen Gotteshäuser im Bistum. Sie enthält eine qualitätsvolle, künstlerisch gestaltete Innenausstattung. Der Westturm ist reich gegliedert und bildet einen Gegenpol zu den zwei kleineren Osttürmen. Obwohl sie seit 1994 als kulturhistorisches Bauwerk unter Denkmalschutz steht, keine relevanten Bauschäden hat, droht ihr aus Sparmaßnahmen die Schließung.
Gelsenkirchen gehörte vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts zu den größten Städten mit einer überwiegend montanen Wirtschaft. Aus dieser Zeit sind viele Industrieanlagen der Montanwirtschaft erhalten geblieben. Einige der Anlagen wurden restauriert und zum großen Teil umfunktioniert.
Einige Paradebeispiele für die Umnutzung alter Zechenanlagen sind die Schachthalle der Zeche Nordstern, die heute nach umfassender Restaurierung unter Anderem die Hauptverwaltung der THS GmbH beheimatet, die Maschinenhalle des Schachtes Oberschuir der ehem. Zeche Consolidation im Stadtteil Feldmark ist regelmäßig Ort für Ausstellungen aller Art, die restaurierte Bergbausiedlung Schüngelberg in Buer an der Halde Rungenberg oder das Consol-Theater, das im Lüftermaschinengebäude der Zeche Consolidation beheimatet ist.
Im Zentrum Gelsenkirchens liegt der etwa 22ha große Stadtgarten, der 1897 unter dem Namen Kaiser-Wilhelm-Park angelegt wurde. In diesem sind unter anderem ein großer Enten- und Schwanenteich sowie weitläufige Wiesen zu finden. Der mit ca. 6ha eher kleine Bulmker Park im Stadtteil Bulmke-Hüllen, der sich auch noch relativ nah am Stadtzentrum befindet, besticht durch seine Einfachheit. Dort ist nur ein See mit umherführendem Fußweg zu finden. In der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg galt er als der größte Schwarzmarkt des Ruhrgebietes.
Auf halbem Weg zwischen der Veltins-Arena und der Buerer Innenstadt befindet sich die Parkanlage Schloss Berge. Im Schlosspark, dessen zentraler Punkt ein großer See ist, findet jährlich ein großes Sommerfest statt, dieses hatte 2003 mehr als eine halbe Millionen Besucher.
Ferner sind noch der Landschaftspark Emscherbruch und der Skulpturenwald Rheinelbe zu nennen. Insgesamt ist etwa ein Drittel der Fläche von Gelsenkirchen (das sind ca. 35km²) Grünfläche.
In Gelsenkirchen gibt es auch mehrere Basketballvereine; einige von diesen sind City-Basket-Gelsenkirchen (CBG), Hassel, Bulmke-Hüllen und die Basketballabteilung von Schalke 04. Ferner sind in Gelsenkirchen auch drei Badminton-Vereine beheimatet.
In Gelsenkirchen gibt es in jedem Stadtteil mindestens eine städtische Sportanlage mit einem Asche- oder Rasenfußballplatz und einer Laufbahn. Zu jedem dieser Sportplätze gehört meistens auch ein Fußballverein. Einige sind der STV Horst-Emscher (Emscherhusaren), der SC Hassel 1919, der SSV Buer, der SUS Beckhausen 05, der RWW Bismarck 1925 e. V. und der ETuS Gelsenkirchen 34. Insgesamt hat Gelsenkirchen ca. 70 Fußballvereine mit etwa 10.000 Mitgliedern.
Ferner hat Gelsenkirchen eine Trabrennbahn im Stadtteil Feldmark in direkter Nähe des Revierpark Nienhausen und hatte eine Galopprennbahn im Stadtteil Horst, die aber schon vor einigen Jahren geschlossen wurde. Außerdem existiert eine Windhundrennbahn in Gelsenkirchen.
Des Weiteren gibt es Freibäder in Heßler (Jahnstadion), das „Sportparadies“ in Erle, in welchem man im Winter nur dessen drei Hallenschwimmbecken nutzen kann, und im Revierpark Nienhausen (Feldmark). Neben diesen Freibädern gibt es auch Hallenbäder im Zentrum (Zentralbad), in Horst, in Erle („Sportparadies“; beinhaltet auch Kegelbahnen und Schießstände), sowie in Buer.
In Gelsenkirchen gibt es darüber hinaus für fast jede Sportart einen oder mehrere Vereine.
Neben den Festen gibt es auch viele sportliche Veranstaltungen, wie den Karstadt-Ruhrmarathon, dessen „Come-together-Point“ (der Punkt, an dem die zwei Marathonstrecken zusammen kamen) 2005 in Gelsenkirchen lag. Auch die Ruhr-Olympiade, eine weitere regionale Sportveranstaltung im Ruhrgebiet, erfreut sich jedes Jahr großer Beliebtheit bei Teilnehmern und Zuschauern. Weitere Sportverantstaltungen sind der Emscher-Nacht-Triathlon im Nordsternpark, die Buersche Radnacht sowie der Biathlon in der Veltins-Arena, für den jährlich mehrere Dutzend Tonnen Schnee u.a. vom Alpincenter Bottrop herangefahren werden.
Überregional bekannt sind die Jazztage Gelsenkirchen. Als weitere musikalische Veranstaltungen sind die Buersche Musiknacht, die mehrmals im Jahr stattfindet und die Gespaña, ein jährlich stattfindendes spanisches Kulturfest, zu nennen. Im Jahr 2003 veranstaltete das Metal-Magazin „Rock Hard“ anlässlich seines 20. Jubiläums an Pfingsten ein Rockfestival im Amphitheater mit hochkarätigen Headlinern wie z.B. Blind Guardian. Aufgrund des großen Erfolges wurde das „Rock Hard Festival“ im nächsten Jahr wiederholt und ist seit dem zu einem überregionalen Ereignis in Sachen Hardrock und Metal geworden.
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