Der Geldschöpfungsmultiplikator ist ein keynesianisches geldtheoretisches Modell, das das Zusammenspiel von Zentralbank, Geschäftsbanken und Haushalten bei der Entwicklung der Geldmenge erklärt. Das Modell geht dabei von einer Vervielfachung des von der Zentralbank ausgegebenen Zentralbankgeldes durch die Geschäftsbanken aus - daher die Begriffsbezeichnung Multiplikator.
Da sich die letzten beiden Elemente "überschneiden", vergrößert sich die betrachtete Geldmenge.
Prinzipiell könnten sich also die Schritte 2 und 3 unbegrenzt wiederholen und somit zu einer nicht absehbaren Vervielfältigung der Geldmenge führen.
Geschäftsbanken können also nur einen Teil der erhaltenen Einlagen als Kredite weitergeben. Der Anteil der Einlagen die aus Sicherheitsgründen nicht wieder ausgegeben werden, "bremst" den Multiplikatoreffekt ab
Fazit: Bei jedem weiteren Modelldurchlauf reduzieren sich (a) die Kreditvergabe der Banken und (b) die Einlagen der Haushalte. Dies bewirkt, dass der Multiplikator langsam zum Erliegen kommt. Mathematisch kann der Geldschöpfungsmultiplikator folgendermaßen dargestellt werden:
oder auch Ü*(1/(1-(1-c)*(1-r))) etwas zu viele Klammern aber einfach genau hinsehen ;) Ü= Überschußreserve c= Anteil des Bargeldabflusses r=Mindestreservesatz
M1 sei hierbei die Geldmenge, die sich aus dem Multiplikatoreffekt ergibt, M0 das Zentralbankgeld, RS der Reservesatz der Banken (also derjenige Anteil der Einlagen, die nicht als Kredit vergeben werden) und BH der Anteil der Bargeldhaltung der Haushalte an ihrem gesamten Vermögen.
So kritisiert beispielsweise der Klassische Liberalismus, dass Haushalte Geld nicht als Wertaufbewahrungsmittel ansehen - Geld dient demnach lediglich als Zahlungsmittel beim Kauf von Gütern. Dies stellt den gesamten Substitutionscharakter zwischen Bar- und Buchgeld (und somit auch den Muliplikatoreffekt) in Frage. Die klassische Theorie geht stattdessen davon aus, dass Wirtschaftssubjekte einen Teil ihres Vermögens als Zahlungsmittel in bar halten und einen anderen Teil in renditebringenden, längerfristigen Vermögenswerten anlegen. Diese gehören aber nach allgemeinem Konsens zu keiner Geldmengendefinition. Daher gibt es nach rein klassischem Verständnis keine Multiplikatorwirkung.
Die Bedeutung des Modells liegt in der impliziten In-Frage-Stellung des Zentralbank-Einflusses auf die Geldmenge. Bei einem gedachten Reservesatz von zehn Prozent (was weit über den üblichen Reservesätzen liegt), werden aus 100 Euro durch den Multiplikatoreffekt schließlich 1.000:
Demnach kann die Zentralbank über ihre direkten geldpolitischen Instrumente (Offenmarktpolitik) lediglich ein Zehntel der relevanten umlaufenden Geldmenge steuern - ihr monetärer Einfluss ist also sehr fraglich. Allerdings verfügen moderne Zentralbanken (wie beispielsweise die EZB) heute über andere wirksame Instrumente, mit denen sie auch die Höhe des Buchgeldes beeinflussen können - beispielsweise die angesprochene Mindestreserve oder die Möglichkeit, die kurzfristigen Zinsen auf dem Finanzmarkt eindeutig zu beeinflussen. Die meisten Ökonomen gehen daher davon aus, dass die Zentralbanken auch in bankendominierten Kapitalmärkten genügend monetären Einfluss haben.
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"Geldschöpfungsmultiplikator".
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